Monteggio

Monteggio
Wappen von Monteggio
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Sessa
Gemeinde: Tresai2
Postleitzahl: 6998
frühere BFS-Nr.: 5202
Koordinaten: 706095 / 94585Koordinaten: 45° 59′ 40″ N, 8° 48′ 29″ O; CH1903: 706095 / 94585
Höhe: 420 m ü. M.
Höhenbereich: 232–566 m ü. M.
Fläche: 3,36 km²
Einwohner: 855 (31. Dezember 2020)
Einwohnerdichte: 254 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
25,7 % (31. Dezember 2019)
Website: www.monteggio.ch
Karte
Monteggio (Schweiz)
Monteggio (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 18. April 2021
"Zentrum" von Monteggio. Links der Bildmitte der Ortsteil Tiradelza
Oratorio di Santa Maria, Ortsteil Ramello, das einzige Kulturgut in Monteggio von kantonaler Bedeutung
Ortsteil Termine an der Grenze zu Italien
Grenze zu Italien im äussersten Nordwesten von Monteggio

Monteggio ist ein Ort in der Gemeinde Tresa im Schweizer Kanton Tessin. Bis zum 18. April 2021 bildete er eine eigenständige Gemeinde.

Geographie

Monteggio liegt auf einer das ganze mittlere Val Tresa beherrschenden Anhöhe. Die 26 Weiler Boschetto, Bruciata, Busino, Calangeli, Cassinone, Castello, Crocivaglio, Fonderia, Fornasette, Genestraio, Isole, Lisora, Molinazzo, Persico, Pirla, Ponte Cremenaga, Ramello, Rancina, Ressiga, Roncaccio, Ronchetto, Rovedera, Selvacce, Suino, Termine und Tiradelza liegen über das ganze ehemalige Gemeindegebiet verstreut. Dazwischen gibt es viel Wald und einige Rebberge. Im Norden liegt eine weite Ebene, die landwirtschaftlich genutzt wird.

Nordöstlich von Monteggio liegt das ebenfalls bis 2021 selbständige Sessa. Zwischen den beiden Siedlungen fliesst das Flüsschen Pevereggia. Im Osten liegt das ebenfalls bis 2021 selbständige Croglio. Zwischen diesen beiden Siedlungen fliesst das Flüsschen Lisora. Im Süden grenzt Monteggio seit jeher an den Fluss Tresa. Die Tresa bildet dort die Landesgrenze. Auf ihrer Südseite liegt die italienische Gemeinde Cremenaga (IT-VA). Im Westen erscheint die Grenze gegen das italienische Luino (IT-VA) wie mit dem Massstab gezogen.

Geschichte

Der ursprüngliche Name der Gemeinde, die unter der Herrschaft der Sessa stand, lautete Albio und war bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch. Im 15. Jahrhundert gewährte ihr der Herzog von Mailand ein Privileg und übertrug ihr den Unterhalt der Strasse entlang der Tresa. Nach der Eroberung der Ennetbirgischen Vogteien durch die Schweizer kam die Gemeinde zum Territorium der Landvogtei Lauis (Lugano), einer Gemeinen Herrschaft der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die im Jahr 1584 die ehemaligen mailändischen Privilegien der Gemeinde bestätigte; sie befreite 1584 die Einwohner von allen inneren Wegzöllen. Diesen Status behielt sie bis zum Ende des Ancien Régime.

Mit Luino kam es zu einem Grenzstreit, der schon 1604 bestand und 1671 beigelegt wurde. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts musste die Gemeinde dem Herzog von Mailand 13 Mann und Kriegsmaterial stellen. Zu jener Zeit bildete es eine Gemeinde, die vom übrigen Luganertal getrennt war und eine selbständige Verwaltung besass. An ihrer Spitze stand ein Podestà, der die zivile und die niedere Strafgerichtsbarkeit ausübte. Im Feldzug von Giornico begingen die Eidgenossen einige Verwüstungen in Monteggio.

Am 18. April 2021 fusionierte Monteggio mit den Gemeinden Croglio, Ponte Tresa und Sessa zur Gemeinde Tresa. Das ehemalige Gemeindehaus im Weiler Crocivaglio steht heute leer.

Wirtschaft

Die wirtschaftliche Struktur Monteggios ist – innerhalb der 2021 gebildeten Gemeinde Tresa – durch komplementäre Schwerpunkte Industrie/Produktion, Dienstleistungen und Landwirtschaft geprägt.

Die Grenzlage am Valico di Ponte Cremenaga beeinflusst Handel und Pendlerströme. Kleingewerbe, Gastronomie und weinbaunahe Betriebe sind im Ort vertreten. Die Gemeinde Tresa fungiert als Verwaltungseinheit und Ansprechpartner für Unternehmen (Sitz in Ponte Tresa).

Bevölkerung

Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten

Verkehr

Die Hauptverkehrsachse verläuft unweit der Tresa zwischen dem Grenzübergang Fornasette im Westen und Molinazzo di Monteggio im Osten, mit Fernziel Ponte Tresa. Auf dieser Strasse verkehrt auch der Bus 429 zwischen Luino (IT) und Ponte Tresa.
Die übrigen Ortsteile sind ebenfalls gut durch Strassen und die Buslinie 426 (Ponte Tresa – Novaggio) erschlossen. Nur einzelne Weiler wie Rovedera oder Crocivaglio sind mit dem Bus nicht erreichbar. Die Strasse zwischen Pirla und Boschetto (direkte Verbindung zwischen Crocivaglio und Sessa), auf der kein Bus fährt, ist seit Oktober 2023 durch einen Bergsturz blockiert.

Tourismus

Monteggio profitiert touristisch von seiner Lage an der Tessiner/italienischen Grenze und der Nähe zu den Ausflugsbergen und Seen der Lugano Region. Die Region bewirbt Wander-, Velo- und Familienangebote rund um den Luganersee als Kern des lokalen Freizeitangebots. Als ortsnahes Kulturangebot besteht das Piccolo Museo di Sessa e Monteggio, ein kleines volkskundliches Museum (Saisonbetrieb, Mai–Oktober), das das ländliche Leben der Region dokumentiert. Ebenfalls in diesem Zeitraum ist das Schwimmbad in Sessa geöffnet. Für Natur- und Panoramatourismus liegen beliebte Ziele wie Monte Lema (mit ausgebautem Wander- und Bike-Netz sowie Sternwarte) in kurzer Distanz.

Sehenswürdigkeiten

Kultur

Persönlichkeiten

Literatur

Bilder

Commons: Monteggio – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Giovanni Maria Staffieri: Monteggio In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 49.
  2. ↑ Celestino Trezzini: Monteggio auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz, S. 48, (abgerufen am 22. Oktober 2017).
  3. ↑ Aggregazioni ultimate Valle della Tresa. In: m4.ti.ch/fileadmin (in italienischer Sprache)
  4. ↑ Comune di Tresa – Informazioni, comunicazioni, attività, atti pubblici, del comune di Ponte Tresa (Svizzera). Abgerufen am 8. November 2025.
  5. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 19. April 2025.
  6. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 19. April 2025 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  7. ↑ Piccolo Museo di Sessa e Monteggio. In: www.museosessa.ch
  8. 1 2 3 4 5 6 7 8 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 412.
  9. ↑ Associazione del Piccolo Museo di Sessa e Monteggio