Beuster, ein Haufendorf mit zwei Kirchen, liegt an einem Altarm der Elbe im Norden der Wische in der Altmark und im äußersten Norden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Die Elbe bildet die Grenze zu Brandenburg.
Eichfeld, ein Kilometer südlich des Dorfes, ein früheres Freigut
Grashof, im Süden von Beuster
Groß Beuster der nordwestliche Teil des Dorfes Beuster, unterwärts der Elbe gelegen, früher auch Unterbeuster
Klein Beuster, der südöstliche Teil des Dorfes Beuster an der Alten Elbe gelegen, früher auch Oberbeuster
Uhlenkrug, 3½ Kilometer östlich des Dorfes an der Elbe
Die Elbdeichwässerung, ein kleiner Graben, bildet die Grenze zwischen Groß und Klein Beuster. Früher wurde das Gewässer auch „Tauber Aland“ genannt, der direkt vor Klein Beuster in die Elbe gemündet haben soll.
Geschichte
Verwaltungsgeschichte
Nordwestlicher Ortseingang
Am 30. September 1928 entstand die Landgemeinde Beuster durch die Zusammenlegung der Landgemeinden Klein Beuster und Groß Beuster mit dem GutsbezirkEsack.
Am 1. April 1940 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Beuster, Scharpenlohe, Werder, Ostorf (ohne die Höfe Falcke, Herper und Neubauer im südlichen Teil von Ostorf) und von der Gemeinde Klein Holzhausen nur die Ortsteile Oberkamps und Unterkamps bis einschließlich der Wässerung mit den Rühstedter Wiesen sowie der Ortsteile Groß Wegenitz und Klein Wegenitz zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Beuster.
Bis zum 31. Dezember 2009 war Beuster eine selbständige Gemeinde mit den zugehörigen Ortsteilen Beuster (mit Groß Beuster, Klein Beuster und Grashof), Esack, Oberkamps, Ostorf, Scharpenlohe (mit Uhlenkrug), Unterkamps (mit Auf dem Sande), Wegenitz und Werder.
Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Beuster (am 8. Juni 2009), Geestgottberg (am 9. Juni 2009), Losenrade (am 22. Juni 2009) und der Hansestadt Seehausen (Altmark) (am 29. Juni 2009), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Hansestadt Seehausen (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.
Einwohnerentwicklung
Jahr
Einwohner
1925
0498
1939
0472
1946
1048
1964
0779
1971
0780
1981
0650
Jahr
Einwohner
1993
590
2006
510
2008
[00]505
2011
[00]225
2012
[00]217
2014
[00]213
Jahr
Einwohner
2020
[00]200
2021
[00]205
2022
[0]209
2023
[0]204
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Beuster, am 27. Juli 1995 aus den Kirchengemeinden Groß Beuster und Klein Beuster gebildet, gehört seit dem 1. Juni 2007 zum Kirchengemeindeverband Beuster-Aland. Sie wird betreut vom Pfarrbereich Beuster des Kirchenkreises Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Politik
Bürgermeister
Die letzte Bürgermeisterin der Gemeinde Beuster war Sabine Hiller.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Stiftskirche St. NikolausPfarrhaus Beuster
Die St.-Nikolaus-Kirche in Groß Beuster, errichtet etwa in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, war die Kirche des Kollegiatstifts Beuster. Sie ist eine romanische dreischiffige querschifflose Basilika und gehört zu den ältesten Backsteinbauten nördlich der Alpen. Die Vierung des Hohen Chores wird nach Osten mit einer halbrunden Apsis abgeschlossen. Dendrochronologische Untersuchungen zeigten, dass das Bauholz für den Chor im Jahre 1172 und das für das Langhaus 1184 geschlagen wurde.
Die Evangelische Dorfkirche St. Marien in Klein Beuster ist ein barocker Fachwerkbau von 1740–46 mit einem Westturm aus Backstein und einer Orgel.
Johann Marchal, Wilhelm Fascher:Beuster – ein Altmarkdorf an der Alten Elbe. Chronik aus nachgelassenen Aufzeichnungen. Hrsg.: Peter Marchal. Gemeinde Beuster, Beuster 2007, DNB984510834.
↑Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.):Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1939, ZDB-ID3766-7, S.86.
↑Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2006
↑Karla Balkow, Werner Christ:Ortslexikon der Deutschen Demokratischen Republik. Staatsverlag der DDR, 1986, ISBN 3-7685-2185-0, S.36,81,228,232,316,327,331.
↑Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen (=Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102). ZDB-ID2921504-3 (destatis.de). (Jahr anklicken)
12Andreas Puls:Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21.Februar 2013 (volksstimme.de[abgerufen am 19.Juni 2019]).
12Ralf Franke:Seehausen hat mehr Zuzügler. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 14.Januar 2022, DNB1047269554, S.17.
↑Veronika Benecke:Die Kirchengemeinde Beuster. In: Förderverein der St.-Nikolaus-Kirche Beuster (Hrsg.): Die Stiftskirche St.-Nikolaus zu Beuster an der Straße der Romanik. 2009.
↑Urkunde über den Zusammenschluss der Evangelischen Kirchengemeinden Beuster, Pollitz, Wahrenberg und Wanzer zum Evangelischen Kirchengemeindeverband Beuster-Aland, Evangelischer Kirchenkreis Stendal. In: Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Hrsg.): Amtsblatt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. 3. Jahrgang, Nr.12, 2011, ZDB-ID2637011-6, S.243.