Losenrade entstand in der Zeit der Kolonisation durch den Markgrafen der Altmark Albrecht der Bär und wurde erstmals 1259 als losenrodte im Zusammenhang mit einer Stiftung des Edlen Johann Gans an das Kloster Stepenitz – Marienfließ erwähnt.
Der Historiker Peter P. Rohrlach gibt als erste Erwähnung in losenrodhe im Jahre 1275 an. 1305 wird von Otto Gans von Putlitzdie helffte des Dorffes genandt Losenrode an Johann von Karstedt verliehen.
Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Losenrode im Territorium Prignitz aufgeführt. Weitere Nennungen sind 1608 Noch Losenrahde und 1687 Losenrade. 1804 lebten im Dorf und Gut Losenrade 3 Ganzbauern, 2 Halbbauern, 6 Ganz- und 4 Halbkossäten, 1 Büdner und 9 Einlieger. Es gab einen Krug.
Bereits 1842 gab es im Dorf einen Reihenschullehrer. Später entstand eine Schule, die 1961 neben der Grundschule für die Jahrgänge 1. bis 4. Klasse auch eine Oberstufe für die 5. bis 8. Klasse hatte. Die Schule wurde schon vor Jahrzehnten geschlossen.
Zur Gemeinde gehörten früher auch der Wohnplatz Geestermühle52.97448811.73578621 (östlich davon stand eine Windmühle) und im Ortsteil Eickerhöfe der Wohnplatz Elbbrücke mit Gaststätte und Ausflugslokal "Zur Elbbrücke" direkt an der Straße über die Elbe gelegen.
Herkunft des Ortsnamens
Der Name wird abgeleitet aus dem slawischen (wendischen) Wort „los, loassa“ für „Wald“ und der deutschen Endung „rode“.
Im Jahre 1881 wurde die LandgemeindeSteinfelde eingemeindet. Am 17.Oktober 1928 wurde der GutsbezirkEickerhöfe mit der Landgemeinde Losenrade vereinigt, wobei die Enklave des Gutsbezirks mit der Landgemeinde Geestgottberg vereinigt wurde.
Am 25.Juli 1952 wurde die Gemeinde Losenrade in den Kreis Seehausen umgegliedert. Nach dessen Auflösung kam sie am 2.Juli 1965 in den Kreis Osterburg. Am 1.Juli 1994 wurde sie dem Landkreis Stendal zugeordnet.
Bis zum 31.Dezember 2009 war Losenrade eine selbständige Gemeinde mit den zugehörigen Ortsteilen Eickerhöfe und Steinfelde und gehörte der aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Seehausen (Altmark) an.
Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Beuster (am 8.Juni 2009), Geestgottberg (am 9.Juni 2009), Losenrade (am 22.Juni 2009) und der Hansestadt Seehausen (Altmark) (am 29.Juni 2009), ihre Gemeinden aufzulösen und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Hansestadt Seehausen (Altmark) zu vereinigen. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1.Januar 2010 in Kraft. Seitdem sind Eickerhöfe, Losenrade und Steinfelde Ortsteile von Seehausen (Altmark).
Einwohnerentwicklung
Jahr
Einwohner
1734
114
1775
132
1789
153
1798
131
1801
132
1818
148
1840
140
1864
495
Jahr
Einwohner
1871
224
1885
242
1895
251
1900
[00]320
1905
320
1910
[00]287
1925
369
1939
345
Jahr
Einwohner
1946
411
1964
300
1971
299
1981
239
1993
216
2006
163
2008
[00]157
2011
[00]056
Jahr
Einwohner
2012
[00]55
2014
[00]54
2020
[00]49
2021
[00]50
2022
[0]50
2023
[0]50
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:
Religion
Die evangelischen Christen aus Losenrade gehörten früher zur Kirchengemeinde Groß Beuster und damit zur Pfarrei Groß Beuster in der Altmark. Sie werden heute betreut vom Pfarrbereich Beuster des Kirchenkreises Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Wilhelm Zahn:Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC614308966, S.174 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen& Constanze Gliege).
J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes:Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W.Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC1071081004, S.377, 89. Losenrade (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes:Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W.Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC1071081004, S.377, 89. Losenrade (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑Ralph Meißner, Klaus-Peter Meißner:Wir sind die Losenrader… Hrsg.: Helmut Kurt Block und Kulturförderverein Östliche Altmark (=Das Wissen der Region. Band3). 1. Auflage. Edition Kulturförderverein Östliche Altmark, Kremkau 2008, DNB994253249, S.234–236.
↑Gebietsänderungsvertrag Hansestadt Seehausen. In: Landkreis Stendal (Hrsg.): Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr.17. Stendal 12.August 2009, S.183ff. (landkreis-stendal.de[PDF; abgerufen am 25.Juni 2020]).
↑Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (=Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr.2013). Halle (Saale) Mai 2013, S.117 (destatis.de[PDF; 1,6MB; abgerufen am 24.August 2019]).
12Wilhelm Zahn:Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC614308966, S.174 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen& Constanze Gliege).
↑Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen (=Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102). ZDB-ID2921504-3 (destatis.de). (Jahr anklicken)
12Andreas Puls:Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21.Februar 2013 (volksstimme.de[abgerufen am 19.Juni 2019]).
12Ralf Franke:Seehausen hat mehr Zuzügler. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 14.Januar 2022, DNB1047269554, S.17.
↑Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID551010-7, S.106 (genealogy.net [Volltext und Scan]).