Nienfelde, eine Gutssiedlung, liegt etwa einen Kilometer nordöstlich von Seehausen am Augraben Nienfelde im Biosphärenreservat Mittelelbe am Rande der Wische im Norden der Altmark.
In einem Loddingregister wird der Besitz „Hof des Landrituari“ genannt. 1544 verpfänden Joachim und Ulrich von Barsewisch Nienfelde an Deneke Quadfasel. 1606 kam der Hof aus einem Konkurs des Christoph, genannt de Salzwedel, an die Stadt Seehausen. 1651 kam er als Allodialrittergut an Engel Joachim von Borstel und war mit Neuenfelde verbunden. Nach vielen weiteren Besitzerwechseln gehörte das Gut von 1914 bis 1945 dem Rittmeister a. D. Arthur Wackenroder. 1804 gab es in Nienfelde ein adliges Gut mit einem Vorwerk namens Meierhof. Auf dem Urmesstischblatt von 1843 heißt der Hof Neu Nieenfelde. Das benachbarte Neuenfelde (das Vorwerk Meierhof) trägt auf dem Urmesstischblatt den Namen Alt Nieenfelde.
Im Februar 1909 brachen der Elbdeich bei Berge und der Schlafdeich bei Kannenberg. Das Rittergut Nienfelde war von Wasser umschlossen und wurde geräumt. Ein Nienfelder Arbeiter hatte zuvor seine Ziege auf den Heuboden gerettet. Links und rechts von ihr hatte er je ein Bund Stroh zum Fressen angebracht. Als er dann Anfang März zurückkam, um nach der Ziege zu sehen, liefen ihm zwei gesunde Ziegenlämmer entgegen. Auch das Muttertier war gesund und hatte alles ohne Komplikationen überstanden. Seit dem 1. März fiel das Wasser langsam.
Landwirtschaft
Bei der Bodenreform wird das Rittergut Nienfelde 1945 enteignet. Im Jahre 1954 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ I die LPG „Vorwärts“ Nienfelde. In ihr hatten sich die ersten Neubauern in Seehausen zusammengeschlossen. Sie bewirtschafteten gemeinsam die Flächen des ehemaligen Gutes.
Wilhelm Zahn:Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC614308966, S.173 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen& Constanze Gliege).
↑zitiert nach Ernst Haetge: C. Schulze:Geschichte eines alten Besitzes. In: Der Altmärker: Stendaler Tageblatt und Anzeiger. 10.Juli 1936, ZDB-ID821218-1.
↑Ernst Haetge:Der Kreis Osterburg (=Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB361451652, S.230.
1234Wilhelm Zahn:Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC614308966, S.173 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen& Constanze Gliege).
↑Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID551010-7, S.108 (genealogy.net [Volltext und Scan]).