| Korbblütler | ||||||||||||
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Margerite (Leucanthemum vulgare), Asteroideae, | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Asteraceae | ||||||||||||
| Bercht. & J.Presl |
Die Korbblütler (botanisch Asteraceae oder Compositae), auch Körbchenblütler, Korbblütengewächse, Asterngewächse oder Köpfchenblütler genannt, sind die artenreichste Familie der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Sie gehören zu deren Ordnung der Asternartigen (Asterales). Etwa 10 % der Arten der Bedecktsamer gehören zu den Asteraceae. Von der Blütenstandsform sind der deutschsprachige Trivialname Korbblütler und der botanische Name Compositae (lateinisch für ‚Zusammengesetzte‘), deutsch Kompositen, abgeleitet.
Die Familie Asteraceae enthält etwa 1600 bis 1700 Gattungen mit 24.000 bis 30.000 Arten und ist weltweit auf allen Kontinenten (außer Antarktika) in allen Klimazonen vertreten.

Es gibt überwiegend ein- bis zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzenarten, aber es gibt auch verholzende Arten: Halbsträucher und Sträucher, selten Lianen oder Bäume. Es gibt monokarpische und polykarpische Arten. Es gibt Arten in fast jedem Habitattyp, nur wenige Arten wachsen als echte Epiphyten oder Wasserpflanzen. Bei einigen Taxa enthalten die Pflanzen Milchsaft.
Die Anordnung der Blätter ist meist wechselständig, selten gegenständig oder quirlständig; sie sind oft zu einer grundständigen Rosette vereinigt. Die gestielten bis sitzenden Laubblätter besitzen selten einfache, oft fiederteilige bis gefiederte Blattspreiten. Sie sind krautig bis ledrig, manchmal sind sie in Dornen umgewandelt. Der Blattrand ist glatt, gewellt, gelappt, gesägt, gezackt oder gezähnt. Es sind meist keine Nebenblätter vorhanden.
In verschiedenen, unterschiedlich aufgebauten Gesamtblütenständen zusammengefasst stehen auf mehr oder weniger unbeblätterten Blütenstandsschäften die Blütenkörbe oder sie stehen einzeln.
Typisch für diese Familie sind die körbchenförmigen Blütenstände. Die Hüllblätter umgeben die Blütenkörbchen und bilden das Involucrum („Hüllkelch“). Die kegelig verlängerte oder abgeflachte Blütenstandsachse, der Blütenboden, das Blütenlager (Clinanthium, Phoranthium), der einzelnen Blüten, welche zusammen das Blütenkörbchen (Calathium, Anthodium) bilden, ist kahl und glatt oder behaart. Der Körbchenboden kann sitzende, schuppenförmige Tragblätter, die sogenannten Spreublätter (Palea), besitzen.
Ein Blütenkorb enthält je nach Art eine bis mehr als tausend Blüten. Die Blüten eines Blütenkorbes entwickeln sich und blühen von außen nach innen auf (zentripetal).
Die zwittrigen oder eingeschlechtigen Blüten sind meist fünfzählig. Die Kelchblätter sind teilweise oder ganz reduziert, bei vielen Taxa sind sie zu einem charakteristischen Haarkranz oder seltener zu einem häutigen Saum umgebildet; dieser Flugapparat für die Frucht heißt Pappus. Die Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Es ist nur ein Kreis mit drei bis fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind nur kurz. Die Staubbeutel (Antheren) sind zu einer Röhre verwachsen und bilden ein typisches Merkmal der Familie. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtknoten ist nur eine basale, epitrope Samenanlage vorhanden. Die Griffel, mit immer zwei Griffelästen, schieben sich durch die Antherenröhre und schieben dabei den Pollen aus der Röhre mit Fegehaaren, die sich an der Außenseite oder der Spitze der Griffel befinden. Erst danach wird die Narbe empfängnisfähig.

Es gibt zwei grundsätzliche Blütenformen in der Familie: radiärsymmetrische Röhrenblüten (Scheibenblüten) und zygomorphe Zungenblüten (Strahlenblüten). Je nach Unterfamilie sind beide Blütenformen zusammen oder nur eine davon vorhanden.
Die Blütenformel lautet oder .

Je Blüte wird nur maximal eine Achäne gebildet. Die Frucht ist meist eine Sonderform einer Nuss, die Achäne, meist mit einem Pappus, der in Form von Schuppen, Borsten oder Haaren ausgebildet sein kann.

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 2 bis 19 oder mehr, vermutlich meist x = 9.
Die Blütenkörbe sehen wie Einzelblüten aus und fungieren auch blütenökologisch als Gesamtheit zur Anlockung von Bestäubern. Es sind also Blumen, in denen viele, kleine Einzelblüten zusammengefasst sind, sie bilden also eine Scheinblüte (Pseudanthium). Am Rand des Blütenkörbchens angeordnete Zungenblüten verstärken oft den Eindruck, dass es sich bei dem Blütenstand um eine einzige Blüte handelt.
Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Insekten oder durch den Wind.
Die Ausbreitungseinheit (Diaspore) ist die Achäne. Die Achänen werden entweder durch den Wind durch die Flughaare oder durch Tiere verbreitet. Zur Tierverbreitung bilden die Involukralblätter z. B. bei der Großen Klette (Arctium lappa) an der Spitze Haken aus, die sich im Fell von Säugetieren oder in der Kleidung von Menschen verhaken, um später an anderer Stelle wieder abzufallen. Dies ist eine spezielle Form der Zoochorie, die man Epizoochorie nennt.
Viele Arten sind reich an ätherischen Ölen, die sich in sehr charakteristischen Drüsenschuppen befinden. Oft wird als Reservestoff Inulin gebildet.
Einzelne Arten der Familie der Asteraceae und besonders ihre Kulturformen werden auf vielfältige Weise genutzt. Hier eine unvollständige Liste mit dem Pflanzenteil, der überwiegend genutzt wird:
Eine große Fülle an Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen in allen Teilen der Welt genutzt. Sie werden in Parks und Gärten gepflanzt oder dienen als Schnitt- und Trockenblumen.












Die Familie Asteraceae wurde durch Friedrich Graf von Berchtold und Jan Svatopluk Presl in O Prirozenosti Rostlin, obsahugjcj gednanj o ziwobitj rostlin, 1820, Seite 254 aufgestellt. Typusgattung ist Aster L.
George Bentham gliederte 1873 die Familie Asteraceae in die beiden Unterfamilien Asteroideae sowie Cichorioideae mit 13 Tribus. Molekulargenetische Daten brachten viel Bewegung in die Systematik und ergeben im 21. Jahrhundert ein neues Konzept für die Gliederung der Familie Asteraceae.
Eine wichtige Zusammenfassung der wissenschaftlichen Erkenntnisse der 1990er und 2000er Jahre über die Asteraceae ist: Vicki A. Funk, Alfonso Susanna, Tod F. Stuessy, Randall J. Bayer: Systematics, Evolution and Biogeography of the Compositae, 2009. IAPT (International Association for Plant Taxonomy, Vienna, Austria).
Bei APG IV gehört die Familie Asteraceae zusammen mit den Familien Alseuosmiaceae, Argophyllaceae, Calyceraceae, Campanulaceae, Goodeniaceae, Menyanthaceae, Pentaphragmataceae, Phellinaceae, Rousseaceae, Stylidiaceae zur Ordnung der Asternartigen (Asterales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida).
In Europa gehört Asteraceae zu den artenreichsten Pflanzenfamilien. In China gibt es sieben Unterfamilien mit 22 Tribus und etwa 255 Gattungen mit etwa 2336 Arten. Asteraceae ist die artenreichste Pflanzenfamilie in Mexiko mit etwa 417 Gattungen sowie 3113 Arten, mehr als 60 % davon kommen nur dort vor.
Die Familie Asteraceae enthält etwa 1600 bis 1700 Gattungen mit 24.000 bis 30.000 Arten. Nach phylogenetischen Erkenntnissen wurden zwölf Unterfamilien eingeführt (Stand 2009), die insgesamt etwa 43 Tribus enthalten. 2015 kam eine weitere Unterfamilie dazu. 2016 gab es 45 Tribus. 2020 kamen zwei weitere Unterfamilien dazu. Damit sind es 16 Unterfamilien mit etwa 50 Tribus (Stand 2020).
Unterfamilien der Familie Asteraceae mit ihren Tribus:
Stammbaum mit den 13 Unterfamilien der Familie Asteraceae nach Panero & Funk 2002 und 2008 und Panero et al. 2014: Die zwei neuen Unterfamilien aus Susanna et al. 2020 fehlen noch im folgenden Kladogramm.
| Asteraceae |
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Es wird angenommen, dass die Familie Asteraceae sich vor etwa 83 Millionen Jahren entwickelte. Die meisten der Unterfamilien trennten sich vor der Kreide–Paläozän-Grenze voneinander.
Fossilfunde der Asteraceae sind meist Pollenablagerungen und Früchte. Aus dem Eozän gibt es nur wenige Pollennachweise, aber ab dem Oligozän und Miozän sind die Pollen der Asteraceae häufig. Die Wichtigkeit der Familie in den Ökosystemen der Erde nimmt vom Mittleren Oligozän bis heute zu.
Seit den 1990er Jahren nutzte man die Fossilfunde der Pollen und molekulargenetische Untersuchungen (an ndhF und rbcL Genen), um den Ursprung der Asteraceae aufzudecken. Bremer und Gustafsson 1997 oder Kim et al. 2005 schlossen, dass der Ursprung vor mindestens 38 Mio. Jahren liegt, vermutlich im Mittleren Eozän (vor 42 bis 47 Mio. Jahren).
Die rezente Verbreitung der am nächsten verwandten Familien Goodeniaceae und Calyceraceae und der basal und isoliert stehenden Unterfamilie Barnadesioideae lassen vermuten, dass der Ursprung der Familie auf Gondwana in Gebieten der Kontinente Südamerika, Antarktika und Australien lag.
Die Abstammungsgruppe der Asteraceae waren wohl verholzende Pflanzen mit wechselständigen Laubblättern, einzelnstehende körbchenförmigen Blütenständen, Blütenstandsböden ohne Spreublätter, glatte Griffel, weißen bis gelben Blütenkronen und es erfolgte Insektenbestäubung. Kurz nachdem sich die Asteraceae von Südamerika ausgehend in andere Gebiete ausbreiteten, entwickelten sich verholzende Pflanzen, Blütenstände mit mehreren Blütenkörben, flaumig behaarte Griffel und auch andere Pollenkornoberflächen.
Die Asteraceae und Calyceraceae haben gemeinsame paläotetraploide Vorfahren. Die meisten Asteraceae sind Nachkommen aus einer Paläohexaploidie.