Auf dem Schienenweg wird die Gemeinde durch den Bahnhof Tenero an der Bahnstrecke Giubiasco–Locarno der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erschlossen. Dazu kommen die Busverbindung Bellinzona-Locarno sowie der Lokalbus Tenero-Locarno.
Geschichte
Der Ort ist im Jahr 1235 als Tendero Contra erwähnt. Hier wurden Gräber aus der Bronze- und Eisenzeit sowie verschiedene Gräberfelder aus der Römerzeit mit zahlreichen Beigaben und römischen Münzen von Augustus bis Commodus aufgedeckt und Schalensteine gefunden. Andere Funde wurden 1887 gemacht.
Die Adelsfamilien Magoria und die Orelli besassen 1260 und noch 1420 in Tenero Grundrechte. Tenero gehörte 1397 und 1497 zur Grafschaft Stazzona oder Angera. Die Brücke von Tenero wird 1335 erwähnt. Von den Höhen von Tenero bis zum Lago Maggiore erstreckte sich die Fraccia genannte, schon 1431 sowie 1503 erwähnte Festungsmauer von Locarno. Sie wurde von den Visconti gebaut. Am 18. März 1503 fand um diese Befestigungsanlage ein heftiger Kampf zwischen Schweizern und Franzosen statt. Als die Schweizer den Durchzug nicht erzwingen konnten, umgingen sie das Hindernis über die Berge des Verzasca- und des Maggiatals; es gelang ihnen, sich Locarnos zu bemächtigen und die Franzosen zum Rückzug nach Arona zu zwingen. Ein „dei Marcacci“ genannter Turm wurde 1614 von Filippo Marcaccio bei der Fraccia gebaut.
Tenero hat eine interessante kirchliche Geschichte. Die 1419 erwähnte, 1585 wiederaufgebaute, 1744 vergrösserte Kirche San Vincenzo war die Pfarrkirche von Gordola; politisch gehörte das Dorf zu Contra, kirchlich dagegen zu Gordola. Die vicini von Tenero unterstanden 1641 der Gerichtsbarkeit des Pfarrers von Contra, die Fremden aber derjenigen des Pfarrers von Gordola; tatsächlich übte dieser aber die Gerichtsbarkeit über die gesamte Bevölkerung aus, was durch einen Schiedsspruch von 1719 bestätigt wurde. Bis 1903 blieben die Verhältnisse unabgeklärt; 1898 ging der Sitz der Kirchgemeinde nach Gordola über; die Kirche San Vincenzo wurde zweite Pfarrkirche. Der Pfarrer von Contra erhielt 1903 die Jurisdiktion über das ganze Gemeindegebiet. Tenero erwarb 1921 von der Kirchgemeinde Gordola die Kirche von San Vincenzo. Am 28. März 1923 wurde die Kirchgemeinde Tenero-Contra kanonisch errichtet; sie umfasst das ganze Gebiet der Gemeinde sowie die Weiden von Mappo und Mondacce, die zur politischen Gemeinde Minusio gehören. Die Kirche von Contra wurde nun zweite Pfarrkirche von Tenero.
Contra bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.
Bevölkerung
Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten
Marino Marini, Foto von Paolo Monti, 1958 (Fondo Paolo Monti, BEIC)John Carew Eccles
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Santi Pietro und Vincenzo im Ortsteil Tenero
Pfarrkirche San Bernardo im Ortsteil Contra
Oratorium Beata Vergine della Fraccia (1649–1644)
Zeichenstein genannt Sass di cent cros an der Grenze der Gemeinden Mergoscia und Brione sopra Minusio im Val Resa (300m nach Viona)
Castello Tenero, ein Herrschaftshaus an der Piazza Canevascini
Kultur
Galleria Matasci (Tenero-Contra)
Museo del vino
Mostra Mario Giacomelli – Quarant’Anni di Fotografia 1954–1994 (1994)
Mostra di Cesare Lucchini (1996)
Mostra di Selim Abdullah (1997)
Persönlichkeiten
Taddeo Guerino (* um 1600; † nach 1624), Künstler. Tessiner Stuckateur. 1624 schuf er die Stuckdekoration der Rosenkranzkapelle in der Pfarrkirche von Contra
Giacomo Francesco Leoni (* um 1685 in Verscio?; † nach 1718 in Contra?), Künstler, Holzschnitzer, im Jahr 1718 fertigte er den Tabernakel für die Pfarrkirche in Contra
Piero Bianconi: Tenero-Conta. In: I dipinti murali della Verzasca. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1934, S.62.
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Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967 (Tenero S.367, 378), 567/568, Contra S.306; ders.: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino, volume III: L’alto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8 (Contra, S.128–138), Tenero, S.267–290.
Giovanni Lombardi: Gli impianti idroelettrici in Ticino. In: Il Ticino dell’acqua. Dalla formazione geologica del Cantone alle attività economiche (=Arte&Storia. Band 12, Nummer 54). Lugano 2012.
Flavio Maggi: Patriziati e patrizi ticinesi. Pramo Edizioni, Viganello 1997.
Simona Martinoli u.a.: Guida d'arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S.163–164.
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123Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S.163–164.
↑Celestino Trezzini: Fraccia. In Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3, S.207 (PDF Digitalisat), abgerufen am 9. Oktober 2017
↑Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S.22–23 (Foto), 152, 172.