Delirious Nomad

Delirious Nomad
Studioalbum von Armored Saint

Veröffent-
lichung

4. November 1985

Label(s)

Chrysalis Records

Genre(s)

Heavy Metal

Titel (Anzahl)

10/12

Länge

41:54

Besetzung

Produktion

Max Norman

Studio(s)

Can-Am-Studios, Los Angeles, Kalifornien

Chronologie
March of the Saint
(1984)
Delirious Nomad Raising Fear
(1987)

Delirious Nomad ist das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Heavy-Metal-Band Armored Saint. Es wurde im November 1985 bei Chrysalis Records veröffentlicht.

Entstehung und Stil

Das Album wurde von Max Norman (u. a. Ozzy Osbourne) in den Can-Am-Studios in Los Angeles produziert. Normans Dienste waren vom Label für die Band aufgrund der äußerst positiven Reaktionen auf das Debütalbum March of the Saint gebucht wurden. Erstmals war die Band nun dadurch überzeugt, dass ihr Livesound auf dem Album eingefangen wurde, wohingegen einige Fans der ersten Stunden weniger überzeugt waren, da auf einige die Produktion weniger ursprünglich und natürlich als auf dem Debüt wirkte. Das Label erhoffte sich vom großen Aufnahmebudget gesteigerte Verkaufszahlen, doch dies trat nicht ein, im Gegenteil: zwar schlug das Album im Untergrund stark ein, doch es verkaufte sich ansonsten weniger gut, was offenbar auch daran lag, dass die Band nach dem ersten Album ihr werbeträchtiges Krieger-Image ablegte. Während der Aufnahmen verließ zudem Gitarrist Phil Sandoval vorübergehend die Band, wurde aber 1989 zurückgeholt. Grund dafür waren anhaltende Suchtprobleme. Delirious Nomad wurde als „reifer, dunkler und schwerer“ charakterisiert.

Der Albumtitel stammt aus dem Song Nervous Man („nervöser Mann“), in dem es heißt: „Look at the speed you ran / You’re just a nervous man / Too much for your own hand / Delirious Nomad“ („Schau die Geschwindigkeit, mit der du gerannt bist / Du bist nur ein nervöser Mann / Zu viel für deine eigene Hand / deliriierender Nomade“). Das Coverbild zeigt einen Geschäftsmann mit verspiegelter Sonnenbrille hinter einem Fenster.

2011 erschien eine remasterte Version des Albums mit zwei Bonustiteln bei Rock Candy. Am 15. April 2022 erschien eine weitere Wiederveröffentlichung, gemeinsam mit den beiden anderen Alben der Band für Chrysalis.

Rezeption

Eduardo Rivadavia schrieb bei Allmusic, die Band habe mit dem Album daran gearbeitet, die Dinge „auf ein neues Level zu bringen“. Rivadavia griff den veränderten Klang im Vergleich zum ersten Album auf und vergab vier von fünf Sternen.

Peter Kubaschk von Powermetal.de vergab 2001 rückblickend zehn von zehn Punkten: „Ich möchte hier gar nicht einen Aufsatz pro Song schreiben, denn jede einzelne Nummer ist für mich schlicht Weltklasse. Egal, ob das Eröffnungsriff von Nervous Man, das nach vorne gehende The Conqueror oder die brillanten Breaks in Over the Edge und In the Hole. Schwachpunkte kann ich hier wirklich nicht ausmachen. Eine Nummer möchte ich aber hervorheben: Die Halbballade Aftermath ist bis heute wohl einer der drei besten Songs von Armored Saint. Die großartige Stimmbandakrobatik im sanft-balladesken Teil, die hervorragende Steigerung in der zweiten Hälfte, die famose Gitarrenarbeit von Dave Prichard. Ich bekomme auch heute noch bei jedem Durchgang Gänsehaut bei diesem Klassiker.“

2007 nahm das Magazin Rock Hard das Album auf Platz 58 in seine Liste der 500 stärksten Metalplatten auf. Götz Kühnemund nannte es „einen absoluten Alltime-Klassiker“. Mit den „einleitenden Nackenbrechern“ Long Before I Die, Nervous Man und Over the Edge sowie der Ballade Aftermath enthalte es „vier absolute Highlights“, die übrigen sechs Songs fielen kaum ab. 2026 attestierte Ludwig Krammer im Magazin Delirious Nomad „enormen musikalischen Tiefgang“. Die Ballade Aftermath könne es „sogar mit den Metallica-Götterfunken Fade to Black und Welcome Home (Sanitarium) aufnehmen“.

Titelliste

  1. Long Before I Die – 2:47
  2. Nervous Man – 4:01
  3. Over the Edge – 4:51
  4. The Laugh – 4:21
  5. Conqueror – 4:28
  6. For the Sake of Heaviness – 4:23
  7. Aftermath – 5:31
  8. In the Hole – 3:50
  9. You’re Never Alone – 4:37
  10. Released – 3:05

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Armored Saint – Delirious Nomad, Allmusic.com
  2. 1 2 Rock Hard (Hrsg.): Best of Rock and Metal, Heel-Verlag, Königswinter 2007, ISBN 3-89880-517-4, S. 200f.
  3. 1 2 Ludwig Krammer: The Saint Is Always Right – eine makellose Diskografie, in: Rock Hard, Nr. 468, Juni 2026, S. 22–23
  4. ↑ Armored Saint – Delirious Nomad, Powermetal.de