Der Supergaul

Der Supergaul ist der 2024 erschienene Roman der Autorin und Comedienne Helene Bockhorst.

Handlung

Der Roman handelt von Berenice, einer alleinstehenden, erfolgreichen Geschäftsfrau. Ihre Kunden sind Pferdebesitzerinnen, die Probleme mit ihren Vierbeinern haben. Berenice gibt vor, mit den Pferden telepathisch kommunizieren zu können. Oft gelingt es ihr tatsächlich, dank ihrer Tier- und Menschenkenntnis so manches kuriose Missverständnis zwischen Ross und Reiter zu erkennen und hilfreiche Ratschläge zu geben. Dafür lässt sie sich nicht nur fürstlich entlohnen, sondern bringt ihre Klientinnen mit ihrer manipulativen Art auch noch dazu, ihr wertvolle Dinge zu schenken.

Sogar den ihr misstrauenden Tierarzt, in den sie sich verliebt hat, kann sie verführen. Mit ihm führt sie etliche, lange Gespräche über das Lügen. Ihm erzählt sie, wie sie in ihrer Kindheit ihre Mutter glaubhaft belog und wie ihr eigener Vater die Familie hinterging. Auf einem Reiterhof wird sie von einem Pony, dem Supergaul Alvin, angesprochen. Alvin erzählt ihr vom Verschwinden eines befreundeten Rappen. Auf seine Bitte schlüpft Berenice in die Rolle eines Privatdetektivs. Bei ihren Ermittlungen gerät sie in gefährliche Situationen.

Und schließlich findet sie durch eine Reise an die Algarve heraus, dass ihr Vater sie nicht immer belogen hat.

Ort und Zeit

Eine zufällige Begegnung Berenices mit ihrer Halbschwester auf einem Weinfest, die Erwähnung von Weinfesten während des Erwerbs von Alvin und ein Präsentkorb mit Saumagen bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung legen nahe, dass der Hauptteil der Handlung in einem Weinbaugebiet in der Pfalz spielt. Eine für Berenice unangenehme Erinnerung an eine Meditation im Jahr 2018 zeigt, dass die Haupthandlung wenige Jahre später angesiedelt ist.

Stil, Form und Figuren

Das Buch besteht bei einem Gesamtumfang von 288 Seiten aus 40 Kapiteln, einem Glossar und einer Danksagung. In der Taschenbuchausgabe sind die Kapitel nicht mit Überschriften versehen und auch nicht nummeriert. Der Roman beginnt mit einem Zitat von Bent Branderup: »Jeder hat das Pferd, das er verdient.« Erzählt wird in der Ich-Form aus Sicht der Hauptperson Berenice, die jedes Kapitel dominiert.

Das wichtigste Pferd des Romans ist Alvin. Der Schimmel, der tatsächlich mit Berenice sprechen kann, beauftragt die Protagonistin das Verschwinden seines Freundes Rennbrandt zu lösen. Für Berenice ist das Pony ein wichtiger Gesprächspartner, das mit seiner unflätigen und direkten Art gerne auch mal ungefragt versucht, die sich anbahnende Romanze mit dem Tierarzt zu forcieren.

Dr. Kai Lazik ist die wichtigste Nebenfigur. Er bringt Berenice durch sein hartnäckiges Nachfragen dazu sich mit ihren Lügen auseinanderzusetzen und ihre Lebensweise zu überdenken.

Fiktive Personen (unvollständige Aufzählung):

Pferde (unvollständige Aufzählung):

Reale Personen (unvollständige Aufzählung):

Literarische Figuren (unvollständige Aufzählung):

Danksagung

Am Ende des Buches bedankt sich die Autorin bei

Rezensionen

Die Pferdeleidenschaft der Autorin und ihr Roman

In einem telefonisch geführten und bebilderten Interview mit Catharina Köther von der Pferdezeitschrift Cavallo erfährt die Leserschaft, dass die Autorin schon als Sechsjährige durch einen Pferdebesitzer in der Nachbarschaft Kontakt zu Vierbeinern hatte. Später als Jugendliche gab sie ihr ganzes Geld für Reitunterricht und Reiterferien aus. Früher sei ein rauer Umgang mit Pferden bis hin zu körperlicher Gewalt üblich gewesen und komme auch heute noch vor. Dies mache sie sehr traurig, da sie inzwischen wisse, dass Pferde kooperativ seien und man dem Pferd auch gewaltfrei Anweisungen geben könne, wie es Vertreter der Akademischen Reitkunst (Bent Branderup, Marius Schneider) praktizieren. Das Wichtigste für sie sei ihr Pferd. Lieblingsaktivitäten mit ihrer Stute seien Freiarbeit, Geländereiten und Wandern. Ein eigenes Pferd zu besitzen und ein „Pferdebuch“ zu veröffentlichen seien ihre beiden Kindheitsträume gewesen. Ihr Buch sei für Pferdemenschen mit Selbstironie geeignet, da es einen humorvollen Blick auf die Pferdeszene werfe.

In einem Interview mit Chris Berdrow (Episode 297 auf YouTube) von Der Pferdepodcast spricht die Autorin zunächst über ihre Stute Fina, die sie während der Corona-Zeit gekauft hat. Das Pony sei sehr brav und gewitzt. Auch andere Leute schwärmten von ihrem Tier und lobten seinen tollen Charakter. Dann beschreibt die Schriftstellerin die Eigenschaften der Hauptperson ihres Pferderomans. Die Protagonistin sei eine Hochstaplerin, die Leute betrüge und sehr an Geld interessiert sei, aber auch ein goldenes Herz und Prinzipien habe. Die Hauptperson möchte mit ihren erfundenen und blumigen Geschichten eine Verhaltensänderung bei den Besitzern erreichen um die Lebensumstände der Pferde zu verbessern. Dabei hilft ihr ihre gute Beobachtungsgabe und ihr Wissen über Pferde. Der Kontrast zwischen dem Gesagten und den Gedanken der Hauptfigur sorgt für eine lustige Fallhöhe. Die Autorin weiß aus eigener Erfahrung, dass es möglich ist etwas zu sehen und zu fühlen, was eine andere Person nur angedeutet hat. Deshalb hält sie es für möglich, dass es Menschen gibt, die Pferde verstehen können.

Ausgaben

Einband des Taschenbuchs

Die Hintergrundfarbe des gesamten Einbands ist blau. Auf der Vorderseite ist ein weißes Pferd mit blondem Schweif und blonder Mähne abgebildet. Als typografischer Effekt ist das „U“ im Wort „Gaul“ des Buchtitels durch ein Hufeisen ersetzt. Neben der Nennung von Autorin und Verlag (samt Eule, dem Verlagslogo), gibt es noch den Hinweis „Kein Pferderoman“.

Auf der Rückseite befindet sich eine kurze Inhaltsangabe des Buches, die mit folgendem Text beginnt: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht – selbst wenn er mit dem Pony spricht“.

Zitierte Ausgabe

Helene Bockhorst: Der Supergaul. Roman. Taschenbuch, Berlin Ullstein, 2024, ISBN 978-3-548-06936-4.

  1. ↑ S. 194.
  2. ↑ S. 54.
  3. ↑ S. 169.
  4. ↑ S. 202.
  5. ↑ S. 284–286.
  6. ↑ S. 287–288.
  7. ↑ S. 5.
  8. ↑ S. 30.
  9. ↑ S. 34.
  10. ↑ S. 33.
  11. ↑ S. 109.
  12. ↑ S. 89.
  13. ↑ S. 21.
  14. ↑ S. 19.
  15. ↑ S. 58.
  16. ↑ S. 89.
  17. ↑ S. 205.
  18. ↑ S. 89–91.
  19. ↑ S. 181–182.
  20. ↑ S. 194.
  21. ↑ S. 185.
  22. ↑ S. 182.
  23. ↑ S. 193–194.
  24. ↑ S. 181.
  25. ↑ S. 11–16.
  26. ↑ S. 239–240.
  27. ↑ S. 35–36.
  28. ↑ S. 23–26.
  29. ↑ S. 32.
  30. 1 2 S. 245.
  31. ↑ S. 93–96.
  32. ↑ S. 104–105.
  33. ↑ S. 150.
  34. ↑ S. 169–173.
  35. ↑ S. 213.
  36. ↑ S. 209–213.
  37. ↑ S. 246.
  38. ↑ S. 154–158.
  39. ↑ S. 221–223.
  40. ↑ S. 75–81.
  41. 1 2 S. 214–217.
  42. ↑ S. 105, S. 210.
  43. ↑ S. 218.
  44. ↑ S. 190–193.
  45. ↑ S. 202–207.
  46. ↑ S. 7–10.
  47. ↑ S. 30–31.
  48. ↑ S. 53.
  49. 1 2 S. 12–15.
  50. ↑ S. 239–240.
  51. ↑ S. 45–46.
  52. ↑ S. 69–70.
  53. ↑ S. 70–71.
  54. ↑ S. 46.
  55. ↑ S. 86.
  56. ↑ S. 87.
  57. ↑ S. 108.
  58. ↑ S. 23–24.
  59. ↑ S. 33.
  60. ↑ S. 39–43.
  61. ↑ S. 103–105.
  62. ↑ S. 156–157.
  63. ↑ S. 159–160.
  64. ↑ S. 161–162.
  65. ↑ S. 198.
  66. ↑ S. 255.
  67. ↑ S. 259–260.
  68. ↑ S. 72.
  69. ↑ S. 94.
  70. ↑ S. 130.
  71. ↑ S. 132.
  72. ↑ S. 133–134.
  73. ↑ S. 258.
  74. ↑ S. 113.
  75. ↑ S. 224–225.
  76. ↑ S. 111–112.
  77. ↑ S. 112–114.
  78. ↑ S. 277.
  79. ↑ S. 140.

Einzelnachweise

  1. ↑ Svada: Helene Bockhorst | Der Supergaul – Kein Pferderoman. 28. Juni 2024, abgerufen am 9. Juli 2024.
  2. ↑ Kathrin Hollmer: Wie wenn man einen Menschen kennenlernt und sich sofort gut versteht. 4. Juli 2024, abgerufen am 11. Juli 2024.
  3. ↑ Sascha Kreim: Rückblick Darmstädter Krimitage 2025. 8. April 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025.
  4. ↑ Sascha Kreim: Bockhorst, Helene: Der Supergaul. 22. März 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025.
  5. ↑ Catharina Köther: Von der Bühne in den Stall. 27. August 2024, abgerufen am 24. September 2024.
  6. ↑ Chris Berdrow: Der Pferdepodcast. Abgerufen am 1. November 2024.
  7. ↑ Buchcover von „Der Supergaul“. In: portal.dnb.de. Abgerufen am 8. September 2024.