Eduards Berklavs

Eduards Berklavs (russisch Эдуард Карлович Берклавс Eduard Karlowitsch Berklaws; geboren am 2. Junijul. / 15. Juni 1914greg. in Kurmāles pagasts, Gouvernement Kurland, Russisches Kaiserreich; gestorben am 25. November 2004 in Riga, Lettland) war ein lettischer bzw. sowjetischer Politiker und späterer Aktivist für die lettische Unabhängigkeit.

Leben

Berklavs wurde 1914 in der Ortschaft Kurmāles pagasts geboren und war von Beruf Viehhirt. Bereits in seiner Jugend engagierte sich Berklavs für die zu der Zeit illegale Kommunistische Partei Lettlands, wofür er in den 1930er-Jahren im Gefängnis saß. Nach der Besetzung Lettlands durch die Sowjetunion im Jahr 1940 arbeitete er im ZK des Komsomol und diente nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion als Soldat in einer Schützendivision. Nach dem Ende des Krieges wurde Berklavs Erster Sekretär des ZK des Komsomol der Lettischen SSR. Daran anschließend wurde er 1948 zum Studium an die Parteihochschule der KPdSU delegiert, das er 1951 abschloss. Berklavs stieg hiernach zum Vorsitzenden des Ministerrates der Lettischen SSR auf. Er kritisierte die seit dem Ende des Krieges zunehmende Russifizierung der Lettischen SSR, die sich in dem verhältnismäßig geringen Anteil ethnischer Letten in Kaderpositionen äußerte, und wurde 1959 auf Betreiben seines Konkurrenten Arvīds Pelše seines Amtes enthoben und in die Stadt Wladimir verbannt, wo er bis 1968 leben sollte. 1972 war einer der Mitverfasser des "Brief[es] von 17 lettischen Kommunisten", in dem die Russifizierung Lettlands und die Zerstörung der lettischen Kultur angeprangert wurde. Seit den späten 1980er-Jahren begann sich Berklavs für Unabhängigkeit Lettlands von der Sowjetunion einzusetzen und wurde eines der führenden Mitglieder der 1988 gegründeten Latvijas Nacionālās Neatkarības Kustība. Er wurde 1990 und 1993 in den Obersten Sowjet der Lettischen SSR bzw. in die Saeima gewählt.

Berklavs starb im November 2004 im Alter von 90 Jahren in der lettischen Hauptstadt.

Einzelnachweise

  1. ↑ William Prigge: The Latvian Purges of 1959: A Revision Study. In: Journal of Baltic Studies. Band 35, Nr. 3. Routledge, London 2004, S. 211.
  2. 1 2 Умер Эдуард Берклавс. In: tv.net (archivierte Kopie). 26. November 2004, archiviert vom Original am 11. April 2019; abgerufen am 1. Juni 2026 (russisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Oliver Jens Schmitt: Moskaus westliche Rivalen. Eine europäische Geschichte vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer. 2. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2025, ISBN 978-3-608-96618-3, S. 370.
Personendaten
NAME Berklavs, Eduards
ALTERNATIVNAMEN Берклавс, Эдуард Карлович (russisch); Berklaws, Eduard Karlowitsch (russisch, transkribiert)
KURZBESCHREIBUNG sowjetischer bzw. lettischer Politiker und Dissident
GEBURTSDATUM 15. Juni 1914
GEBURTSORT Kurmāles pagasts
STERBEDATUM 25. November 2004
STERBEORT Riga