Emil Büchner

Alfred Emil Büchner (* 6. September 1872 in Leipzig; † 24. Januar 1949 in Gaschwitz) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk

Am Thomasring. Radierung, 1911
1. Friedensmesse 1919 (Markt). Aquarell, nach 1919
Blick auf die zerstörte Matthäikirche. Aquarell, 1947

Nach dem Besuch der 5. Bürgerschule in Leipzig studierte Büchner an der Königlichen Kunstakademie und Kunstgewerbeschule Malerei, dort war er von 1890 bis 1894 einer der letzten Schüler des Aquarellmalers Carl Werner. Studienreisen in dieser Zeit führten ihn u. a. an die Wartburg, nach Rothenburg ob der Tauber. Meißen, Fritzlar und Lübeck. Nachdem er anschließend in Leipzig als Kunstlehrer gearbeitet hatte, ging er 1897 erneut auf Studienreisen, die ihn an den Rhein, nach Frankfurt am Main, Bonn und Köln führten. Ende des Jahres ließ er sich in München nieder, wo er 1898/1899 unter Gabriel von Hackl an der Akademie der Bildenden Künste in der Naturklasse studierte.

Nach weiteren Studienreisen bis nach Tirol, Wien und Venedig zog er im Herbst 1899 nach Leipzig zurück, um sich um seine kranke Mutter zu kümmern. Im August 1914 heiratete er Martha Polich (1875–1943), sie war die Schwester des Kaufmanns und Warenhausgründers August Polich (1874–1938) und Mitinhaberin des Modehauses Polich. Mit ihr bezog er im gleichen Jahr ein neu erbautes Landhaus in Gautzsch. Im November 1916 wurde Büchner im Rahmen des Ersten Weltkriegs in das Königlich Sächsische Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 133 einberufen. In Lobstädt und Borna ausgebildet wurde er im Oktober 1917 an die Ostfront geschickt, wo er bis in die Region Charkow hinein im Einsatz war. Im Juni 1918 konnte er aufgrund seines Alters nach Deutschland und Gautzsch zurückkehren, wo er da vor allem als Kunstmaler sein Geld verdiente. 1936 musste das Kaufhaus Polich Insolvenz anmelden, aufgrund finanzieller Einschränkungen zogen Emil und Martha Büchner in eine Mietwohnung nach Gaschwitz. Dort lebte er auch nach dem Ableben seiner Frau bis zu seinem Tod.

Büchner war auf Architektur- und Landschaftsmalerei spezialisiert und arbeitete auch als Grafiker, für mehrere Bücher fertigte er den Buchschmuck an bzw. illustrierte diese. Bekannt sind u. a. seine Darstellungen des Leipziger Stadtbildes, meist als Aquarelle, Bleistift- oder Federzeichnungen. Zahlreiche Werke sind in den Sammlungen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig zu finden, das Museum erwarb ab etwa 1910 regelmäßig Bilder des Künstlers und stellte diese auch aus. Büchner publizierte in Zeitschriften und Zeitungen auch einige Aufsätze, die er mit eigenen Illustrationen versah.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Werke als Illustrator bzw. Buchschmuckkünstler (Auswahl)

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ 01916 Emil Büchner, Matrikelbuch 1884–1920. In: Matrikelbücher. Akademie der Bildenden Künste München, abgerufen am 7. Februar 2026.
  2. ↑ Leipziger Adreß-Buch 98 (1919), Einwohnerverzeichnis S. 96 (online, abgerufen am 8. Februar 2026).
  3. ↑ Büchner, Emil. In: Sammlungsdatenbank. Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, abgerufen am 27. Februar 2026.
  4. ↑ Die Emil Büchner-Bilderausstellung im Alten Rathaus. In: Der Leipziger. Illustrierte Wochenschrift für Leipzig und seine Umgebung [3. Folge] 3 (1921), S. 1235–1237, ZDB-ID 533095-6
  5. 1 2 Volker Rodekamp (Hrsg.): Leipzig.Museum. 100 Jahre. Eine Revue in Bildern. Stadtgeschichtliches Museum Leipzig (= thema.M. Band 12). Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Leipzig 2009, ISBN 978-3-910034-09-9, S. 43.
  6. ↑ Offizieller Katalog der Münchener Jahres-Ausstellung 1900 im kgl. Glaspalast. 2. Ausgabe. Verlag der Münchener Künstlergenossenschaft, München 1900, S. 111 (bavarikon.de).
  7. ↑ Offizieller Katalog der VIII. Internationalen Kunstausstellung im Kgl. Glaspalast zu München 1901. 1. Juni – Ende Oktober. 2. Auflage. Mosse, München 1901, S. 138 (bavarikon.de).
  8. ↑ Erste Internationale Graphische Kunst-Ausstellung Leipzig 1914, Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik. Abteilung: "Zeitgenössische Graphik". Verlag Licht und Schatten, Berlin 1914, DNB 574512853, S. 23.
  9. ↑ Katalog der juryfreien Kunstausstellung Leipzig 1927. Grassimuseum, Hospitalstr., vom 1. Oktober bis 15. November 1927. Leipzig 1927, DNB 574248617, S. 25.
  10. ↑ Albert Schröder: Leipzig im Bild. Zur Sonderausstellung im stadtgeschichtlichen Museum. In: Leipziger Beobachter. Wochenschrift für Verkehr, Kultur und Wirtschaft 14 (1937/1938), Nr. 33, ZDB-ID 546818-8, S. 397–398.
  11. ↑ Anleitung zur Aquarell-, Gouache- und Chromo-Malerei : Fingerzeige für Anfänger / von A. Lüders. In: stabikat.de. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, abgerufen am 9. Februar 2026.
  12. ↑ Germanenglaube : dramatisches Gedicht / von Franz Kern. In: stabikat.de. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, abgerufen am 9. Februar 2026.
  13. ↑ Musterstücke deutscher Prosa zur Stilbildung und zur Belehrung / von O. Weise. In: stabikat.de. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, abgerufen am 9. Februar 2026.
Personendaten
NAME Büchner, Emil
ALTERNATIVNAMEN Büchner, Alfred Emil (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler und Grafiker
GEBURTSDATUM 6. September 1872
GEBURTSORT Leipzig
STERBEDATUM 24. Januar 1949
STERBEORT Gaschwitz