| F-16 Fighting Falcon | |
|---|---|
F-16C „Fighting Falcon“ der U.S. Air Force | |
| Typ | Mehrzweckkampfflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller |
|
| Erstflug | 2. Februar 1974 |
| Indienststellung | 17. August 1978 |
| Produktionszeit | Seit 1976 in Serienproduktion |
| Stückzahl | 4604 (Stand: Juni 2018) |
Die F-16 Fighting Falcon (auch Viper) ist ein einstrahliges Mehrzweckkampfflugzeug aus US-amerikanischer Produktion. Die einsitzige Maschine wurde für die U.S. Air Force entwickelt und 1978 in Dienst gestellt. Zunächst war die F-16 nur als leichtes Jagdflugzeug entworfen worden, allerdings führte die hohe Nachfrage dazu, dass sie zum Allwetter-Mehrzweckkampfflugzeug weiterentwickelt wurde. Ursprünglich von General Dynamics entwickelt und produziert, wird sie nach Verkauf der Produktionslinie seit 1993 von Lockheed Martin – damals als Lockheed Corporation vor deren Fusion mit Martin Marietta – hergestellt. Seit dem Beginn der Serienproduktion 1976 wurden über 4600 Maschinen gebaut.
Bei ihrer Indienststellung wurden mit ihr einige technische Neuerungen eingeführt, unter anderem die blasenförmige Cockpithaube (bubble canopy) ohne Streben für eine verbesserte Rundumsicht, ein seitlich montierter Steuerknüppel zur einfacheren Bedienung, ein um 30° geneigter Pilotensitz zur verbesserten Aufnahme der g-Kräfte und ein Fly-by-wire-System. All diese Maßnahmen dienten dazu, der F-16 eine hohe Wendigkeit zu verleihen, da sich im Vietnamkrieg gezeigt hatte, dass Luftkämpfe weiterhin primär im Kurvenkampf absolviert werden.
Der große Exporterfolg der F-16 – insbesondere auch bei kleineren NATO-Luftstreitkräften – führte dazu, dass die F-16 2014 noch von 25 Staaten eingesetzt wurde. Anfang 2014 waren 2281 F-16 im Dienst, was in etwa 15 % aller weltweit aktiven Kampfjets entsprach und sie zum meistverbreiteten Kampfjet machte.

Die F-16 entstand aus dem Lightweight Fighter program der 1960er Jahre und war von Anfang an weder als technischer Durchbruch noch als mächtige Waffenplattform gedacht, sondern als hochverfügbares kostengünstiges Arbeitstier für viele Einsatzgebiete. Dies unterscheidet die F-16 von ihren Vorgängern sowie parallel eingeführten Mustern, die entweder nicht allwettertauglich (F-104) oder deutlich teurer waren (F-15).
Mit ihrer Auslegung ist die F-16 eher ein Jagd- als ein Bodenangriffsflugzeug. Sie ist klein und agil, und das Cockpit ist auf optimale Rundumsicht für den Piloten ausgelegt, was im Luftkampf überlebenswichtig sein kann. Die F-16 ist mit einer internen M61-Vulcan-Bordkanone ausgerüstet; außerdem können an den Waffenbefestigungspunkten unter dem Rumpf und unter den Tragflächen Luft-Luft-Raketen der Typen Sidewinder und AMRAAM angebracht werden. Sofern die F-16 für Bodenangriffs- und Unterstützungseinsätze benötigt wird, ist es möglich, sie mit verschiedenen Luft-Boden-Raketen und Präzisionsbomben zu bewaffnen.
Die F-16 hat ihren Ursprung im Lightweight-Fighter-Programm, einem vom amerikanischen Verteidigungsministerium im Jahr 1974 ausgeschriebenen Konstruktionswettbewerb, der ein kostengünstiges Flugzeug mit einem Schub-Gewichts-Verhältnis größer als 1:1 als Ersatz für einige ältere Typen in den Beständen der United States Air Force zum Ziel hatte. Zwei Unternehmen wurden schließlich beauftragt, Prototypen zu bauen: General Dynamics die einstrahlige YF-16 und Northrop die zweistrahlige YF-17 Cobra. Die YF-16 hatte ihren Erstflug am 2. Februar 1974. Die Air Force wählte nach einem Auswahlverfahren die YF-16 für den Serienbau. Die YF-17 Cobra wurde nicht eingemottet, sondern erfolgreich zum trägergestützten Jagdbomber F/A-18 Hornet weiterentwickelt. Die F/A-18 schlug den Konkurrenzentwurf von General Dynamics und LTV Aerospace, die die YF-16 zur F-16N weiterentwickelt hatten (Modellreihe Vought Model 1600), um sie an die Bedürfnisse der US Navy anzupassen. Die US Navy entschied sich für die F/A-18; deren Weiterentwicklung Boeing F/A-18 Super Hornet ist bis heute (2024) im Dienst.
Neben ihrer Bezeichnung mit dem offiziellen Namen Fighting Falcon (Kämpfender Falke) wird die F-16 oft Viper genannt. Dies rührt daher, dass die Piloten auf der Hill Air Force Base, dem ersten F-16-Stützpunkt, zu großen Teilen der Ansicht waren, dass die F-16 beim Abheben wie eine Kobra aussehe. Dieser Name war aber bereits für die YF-17 vorgesehen, so dass sie auf eine andere Schlange, die Viper, auswichen. Ein weiterer Grund für den Namen Viper sollen die gleichnamigen Raumschiffe in der Fernsehserie Kampfstern Galactica gewesen sein. Die Luftwaffenführung wählte letztlich jedoch den Namen Fighting Falcon, weil ein Vogel besser passe. Als Spitzname konnte sich der Name Viper halten.


Obwohl sie relativ günstig in der Anschaffung und nie ein technisch überragendes Flugzeug sein sollte, war die F-16 ihrer Zeit doch auf mehreren Gebieten voraus. Es wurde ein analoges Fly-by-wire-System eingebaut, das später ab Block C/D durch ein digitales FBW-System ersetzt wurde.
Die Steuerbefehle des Piloten werden zudem nicht direkt an die Servomotoren an den Steuerflächen weitergegeben, sondern zunächst an einen vierkanaligen Fluglagecomputer (FLCS) geleitet. Dabei ist ein Kanal als Reserve bei Systemausfällen eingeplant. Die Verwendung eines FLCS-Rechners ermöglichte es, die F-16 als Flugzeug mit Instabilität um die Längsachse bei Unterschallgeschwindigkeit zu bauen. Der F-16 fehlt im Unterschallflug in den meisten Fluglagen die Tendenz, ohne Steuereingaben einen stabilen Flugzustand einzunehmen. Positive statische Stabilität (eine Tendenz zum Verbleib in der gegenwärtigen Fluglage) würde die Wendigkeit vermindern. Durch den sich nach hinten verschiebenden Angriffspunkt der aerodynamischen Kräfte im Überschallflug hat die F-16 bei Überschallflug positive statische Stabilität.
Ohne Computer wäre die F-16 daher bei Unterschallgeschwindigkeit für den Piloten nicht steuerbar. Um unerwünschte Abweichungen des Flugpfades zu vermeiden, verarbeitet das FLCS tausende Messwerte pro Sekunde und betätigt automatisch die Aktuatoren der Steuerflächen. Steuerbefehle des Piloten werden entgegengenommen und so umgesetzt, dass das Flugzeug nicht außer Kontrolle gerät. Zusätzlich greifen – abhängig von bestimmten Parametern (zum Beispiel Fluglage, Geschwindigkeit und Anstellwinkel) – verschiedene Begrenzungen. Dadurch werden unter anderem Seitengleitflug, ein hoher Anstellwinkel und Manöver, die das Flugzeug mehr als dem Neunfachen der Erdbeschleunigung aussetzen würden, verhindert.
Die Flugzeugzelle besteht hauptsächlich aus Aluminium (78 %) und verschiedenen Stahlsorten (11 %). Eine weitere Maßnahme, um die Piloten noch kleinere Radien fliegen lassen zu können, war die Steigerung der Neigung des Pilotensitzes von 13 auf 30°. In diesem Liegesitz ist es dem Piloten weit besser möglich, den Auswirkungen der Zentrifugalkraft – bei engen Flugkurven bis zu 9g, also 9-facher Erdbeschleunigung – zu widerstehen, ohne bewusstlos zu werden. In älteren Flugzeugen waren maximal 7g möglich. Der Steuerknüppel befindet sich nicht mehr wie althergebracht zwischen den Beinen, sondern ergonomisch günstig auf der rechten Konsole. Er ist nicht beweglich, sondern reagiert auf den Händedruck des Piloten. Hierdurch ist die Falcon auch bei hohen g-Kräften erträglich steuerbar. Die blasenförmige Cockpithaube ohne störende Stahlstreben (englisch one-piece-canopy oder bubble canopy) bietet eine exzellente Rundumsicht.
Die Cockpithauben der Flugzeuge ab Block 25 sind mit einer extrem dünnen Goldbeschichtung versehen, wodurch auftreffende Radarwellen gleichmäßig gestreut werden, anstatt in den Innenraum des Cockpits einzudringen. Hierdurch konnte der Radarquerschnitt der F-16 signifikant verringert werden, da das Cockpit aufgrund seiner vielen verwinkelten Gegenstände und Oberflächen bei früheren Versionen ein sehr starkes Radarecho erzeugt hatte. Triebwerk und Lufteinlass sind so angeordnet, dass Radarstrahlen unter den meisten Anstrahlwinkeln nicht bis zu den Gebläseschaufeln vordringen können, die sonst ein starkes Radarecho erzeugen und deren Analyse die passive Identifizierung der Maschine (sog. non cooperative target identification, NCTI) ermöglichen würde. Der Lufteinlass selbst wird seit Block 32 mit radarabsorbierenden Materialien (RAM) versehen, um dessen Radarquerschnitt noch weiter zu senken. Im Rahmen der Programme Pacer Bond und Have Glass II wurde an weiteren kritischen Bereichen RAM aufgebracht, genauere Informationen sind allerdings nicht verfügbar. Bekannt wurde der Einsatz von RAM im Bereich der Radaranlage.
Für die YF-16 war angedacht, das Flugzeug ohne Radar auszuliefern, da einflussreiche Pilotenkreise und „Experten“ reklamierten, dass die primäre Waffe der F-16 ohnehin die wärmesuchende Sidewinder-Rakete sei, die kein Radar brauchte, und radargelenkte Raketen – mit Blick auf die desaströse Trefferquote der AIM-7 Sparrow in Vietnam – zu unzuverlässig seien. BVR-Kampf war zur damaligen Zeit kaum möglich, da die Radargeräte weder Profiling beherrschten noch Freund-Feind-Erkennung ermöglichten. Als Kompromiss bauten die Konstrukteure in die F-16 ein kleines, aber sehr fortschrittliches Radar ein, das mit dem Head-Up-Display (HUD) gekoppelt war, einem halbdurchlässigen Spiegel, den der Pilot beim Blick nach vorne immer im Auge hat und auf den aktuelle Flug-, Ziel- und Waffendaten projiziert werden, sodass der Pilot immer mit allen relevanten Informationen versorgt ist.
Um die Leistung der F-16 im Luftkampf zu verbessern, wurde die Anschaffung von JHMCS-Helmen beschlossen, die ab 2003 geliefert wurden.
Technische Fehler und Defekte am Fly-by-wire-System führten unter anderem zu Abstürzen von Maschinen. Mehrmals erhielt die F-16-Flotte deswegen Startverbot. Insbesondere bei Tiefflügen wirken sich solche Fehler in der Elektronik fatal aus, da die verbleibende Zeit bis zur Bodenberührung zum Aussteigen des Piloten aus der Maschine zu kurz ist, selbst wenn der Schleudersitz sofort beim Auftreten des Fehlers ausgelöst wird. Eine weitere Schwäche der F-16 ist ihre einstrahlige Auslegung. Ein Triebwerksversagen in Verbindung mit geringer Flughöhe führt fast unweigerlich zum Absturz. Texas Instruments als Lieferant der Schaltkreise für das Fly-by-wire-System geriet Ende der 1980er-Jahre infolge milliardenschwerer Schadenersatzforderungen der US-Regierung kurzzeitig in erhebliche Schwierigkeiten.
General Dynamics produzierte die F-16 zunächst in zwei Versionen: die F-16A war die reguläre Kampfversion und die F-16B die zweisitzige Variante zur Ausbildung. Der erste Start einer F-16A fand im Dezember 1976 statt; im Januar 1979 wurde das erste Flugzeug an die Air Force übergeben.
Die Produktion der F-16 wurde in den 1980er-Jahren auf die Modelle F-16C und F-16D (ebenfalls ein-/zweisitzig) mit verbesserter Avionik und verbessertem Triebwerk umgestellt. Mit der Ausmusterung der F-4G Wild Weasel V übernahm die F-16 die SEAD-Einsätze. Hierfür wurde eine spezielle Serie F-16CJ angeschafft, die eine besondere Ausrüstung zur effektiven Anwendung der AGM-88-HARM-Rakete und Störsender zur Niederhaltung der feindlichen Flugabwehr trägt. Zwar können auch „normale“ F-16C die HARM-Rakete tragen, allerdings kann die F-16CJ die Waffe in einem besonders zielsicheren Modus einsetzen.




Die Entwicklung der F-16V geht zurück auf ein Upgrade-Programm von Lockheed-Martin, das im Februar 2012 auf der Luftfahrt-Show in Singapore angekündigt wurde. Als Optionen bot das Unternehmen sowohl ein Upgrade von vorhandenen Flugzeugen als auch den Neubau von Maschinen an. Die neue Variante wurde unabhängig vom Upgrade-Programm CAPES (Combat Avionics Programmed Extension Suite) der US Air Force angeboten. Als im Januar 2014 die Air Force dieses wegen fehlender Finanzierung beenden musste, war deshalb das Projekt von Lockheed-Martin nicht betroffen. Im Oktober 2012 erteilte die taiwanesische Luftwaffe (Republic of China Air Force, RoCAF) den ersten Auftrag als Upgrade von 145 F-16A/B, da der beabsichtigte Kauf von 66 neuen F-16C/D Block 50/52 auf Druck der Volksrepublik China nicht zustande kam. Stattdessen sollten die vorhandenen F-16A/B auf den Block 50/52-Standard gebracht werden. Mit der Einbeziehung des AN/APG-83-AESA-Radars (Scalable Agile Beam Radar, SABR) von Northrop-Grumman, ging das Upgrade jedoch deutlich darüber hinaus, sodass hierfür die neue Variantenbezeichnung F-16V vergeben wurde. Das APG-83, das eine 95-prozentige Bauteilgleichheit mit dem APG-81-Radar der F-35 aufweist, ist dabei so ausgelegt, dass zum Einbau in die F-16-Zelle keine strukturellen Änderungen notwendig sind.
Über einen Zeitraum von 30 Monaten modifizierte Lockheed-Martin eine F-16A der RoCAF (USAF-Seriennr. 93-0702) und führte damit am 16. Oktober 2015 den Erstflug der F-16V-Variante durch. Als zweiter Kunde für das Upgrade erteilte die Luftwaffe Singapurs einen Auftrag über 914 Mio. US-$. Es folgte im Dezember 2015 ein Auftrag Südkoreas zum Upgrade von 134 Block 52 KF-16. Im Juni 2017 wählte auch die USAF das APG-83-Radar für ein Upgrade von 72 F-16 der Air National Guard.
Neu gebaute Flugzeuge nach dem F-16V-Standard werden als Block 70/72 bezeichnet. Der Erstflug fand am 24. Januar 2023 mit einer F-16D, dem ersten für die Royal Bahraini Air Force vorgesehenen Flugzeug statt. Die 23 vorhandenen F-16C/D sollen durch 16 neu gebaute F-16C/D Block 70/72 ergänzt werden. Neu gebaute Block-70/72-Maschinen bauen auf der F-16V-Konfiguration auf, die für die RoCAF entwickelt wurde.
Mit Stand April 2023 waren folgende Maschinen beauftragt:

Spezielle Version für die Israel Air Force (IAF). Die israelische Zweisitzervariante trägt den Beinamen F-16I Sufa (Sturm) und basiert auf dem Block 50/52. Einige Modifikationen wurden vom israelischen Rüstungskonzern Lahav vorgenommen. So kann die F-16I auch die israelischen Python-5- und Python-4-Luft-Luft-Raketen mit sich führen. Außerdem verfügt diese Version über einen vergrößerten Zentraltank sowie zusätzliche, abnehmbare CFTs, die seitlich des Rumpfrückens oberhalb der Tragfläche montiert werden können.
Die F-16IN ist eine spezielle Version für die indischen Luftstreitkräfte, mit der Lockheed Martin an einer Ausschreibung über 125 Flugzeuge teilnahm. Diese ist mit einem Mantelstromtriebwerk des Typs Pratt & Whitney F100-PW-229A ausgerüstet, das Überschallflüge ohne Nachbrenner ermöglicht (Supercruise). Des Weiteren ist der Einsatz eines AESA-Radarsystem geplant. Die F-16IN stand in Konkurrenz zur F/A-18E Super Hornet, Dassault Rafale, Eurofighter, MiG-35 und der Saab 39 Gripen und wurde nicht in die engere Auswahl genommen.
Die KF-16 ist eine in Südkorea von KAI in Lizenz produzierte Version der F-16 Block 52. Seit den 1990er-Jahren wurden insgesamt 140 Kampfflugzeuge produziert. Der erste Kampfjet wurde 1994 an die südkoreanische Luftwaffe ausgeliefert, der letzte 2003. Derzeit werden zwei Versionen verwendet. Die 95 Flugzeuge der Einsitzer-Variante KF-16C basieren auf der F-16C, während die 55 Jets der Zweisitzer-Variante KF-16D auf der F-16D basieren.
Die QF-16 FSAT (Full Scale Aerial Target) ist eine ferngesteuerte Version der F-16 und löste die QF-4 Phantom ab. Diese zur Überschall-Drohne umgebaute Version führte ihren ersten unbemannten Flug am 19. September 2013 von der Tyndall AFB in Florida aus durch. Zuvor war der Prototyp QF-16C wie seine bemannten Versionen regulär von einem Piloten durchgecheckt worden, bevor sie unbemannt gestartet, geflogen und gelandet wurde. Offiziell wurden dabei verschiedene Manöver in Überschallgeschwindigkeit durchgeführt. Von 2012 bis 2025 baute Boeing 125 F-16 in Kampfdrohnen um, die optional von Piloten gesteuert werden können.
Hauptproduzent
Montagelinien
Montagelinien sind bei folgenden fünf Herstellern eingerichtet worden:
Subzulieferer
Als Subunternehmer fertigen folgende Hersteller Komponenten für die F-16:
Bis 2013 sind über 4500 Flugzeuge gebaut worden:
In Deutschland waren / sind drei Geschwader der United States Air Forces in Europe (USAFE) mit der F-16 ausgerüstet:
Darüber hinaus waren bzw. sind F-16 bei der USAFE in Südeuropa auf dem Flughafen Madrid-Torrejón und auf der Aviano Air Base stationiert. Aviano erhielt F-16 von der Ramstein Air Base.
Europäische Luftstreitkräfte flogen bzw. fliegen die F-16 in folgenden Staaten: Norwegen (Bodø, Ørland, Rygge), Dänemark (Aalborg, Skrydstrup), Polen (Łask), Niederlande (Leeuwarden, Twente, Volkel), Belgien (Beauvechain, Florennes, Kleine Brogel), Portugal (Monte Real), Italien (Cervia, Trapani) und Griechenland (Almiros/Nea Anchialos, Andravída, Araxos, Kasteli, Larisa, Soúda).

Da sie in viele Staaten exportiert oder dort in Lizenz gebaut wurde, hat die F-16 auch an vielen Konflikten teilgenommen, die meisten davon im Nahen Osten. Am 7. Juni 1981 führten bei Operation Opera zwei Gruppen von jeweils vier israelischen F-16 (mit sechs F-15 als Geleitschutz) die Zerstörung des irakischen Atomreaktors Osirak in der Nähe von Bagdad aus. Der gesamte Flug (965 km einfach) wurde unter absoluter Funkstille und im Tiefflug durchgeführt. Im folgenden Jahr, als Israel in den Libanon einmarschierte, griffen die israelischen Falcons unzählige Male syrische MiG-23 (NATO-Codename Flogger) an und gingen – bis auf ein einziges Mal – immer als Sieger aus den Luftkämpfen hervor. Im Zweiten Golfkrieg 1991 flogen die F-16 der US Air Force Angriffe auf irakische Bodentruppen und feste Ziele und hielten den Luftraum frei. In der sich anschließenden Operation Southern Watch, der Überwachung der Flugverbotszone im Südirak, kam es am 12. Dezember 1992 zum ersten BVR-Abschuss (Beyond Visual Range, englisch außerhalb der Sichtweite) einer feindlichen MiG-29 (Fulcrum) mit der noch relativ neuen AIM-120-Rakete. Auch in allen folgenden Konflikten der 1990er-Jahre, beispielsweise im Kosovo-Krieg, während des Sturzes der Taliban in Afghanistan und schließlich während des Dritten Golfkriegs, setzte die US Air Force die F-16 als Jäger und zum Angriff auf Bodenziele aller Art ein.
Am 11. September 2001 wurden zwei nicht voll bewaffnete F-16 gestartet, um weitere schwere Terroranschläge am 11. September zu verhindern. Kurz bevor diese F-16 Washington, DC erreichten, stürzte das Passagierflugzeug United-Airlines-Flug 93 ab. Es gab vermutlich Kämpfe zwischen Terroristen und sich wehrenden Passagieren.
Am 18. März 2005 übergab Lockheed Martin die letzte von insgesamt 2214 F-16 an die United States Air Force, eine F-16CJ-50 (AF 01-7053). Im Lockheed-Martin-Werk in Fort Worth wurden zeitweise nur noch F-16 für den Export gebaut. 2018 wurde die Produktion der F-16 in Fort Worth zugunsten der Lockheed Martin F-35 eingestellt und zum Werk am Donaldson Center Airport in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina verlegt. Die F-16 ist das meistexportierte westliche Kampfflugzeug. Die letzten F-16 der USAF werden (Planungsstand von 2020) im Jahr 2025 außer Dienst gestellt. Mit gleichem Planungsstand ist Ersatz durch neue F-35 Lightning II vorgesehen.
Am 7. Juni 2006 warfen zwei F-16 der USAF im Irak zwei 227-Kilogramm-Bomben auf den Terroristenführer Abu Musab az-Zarqawi ab und töteten ihn.
Am 24. November 2015 schoss eine F-16 der türkischen Luftwaffe über der Grenze zwischen Syrien und der Türkei eine Suchoi Su-24 der russischen Luftwaffe ab.
Am 10. Februar 2018 stürzte eine F-16 der Israelischen Luftstreitkräfte östlich von Haifa ab, nachdem sie bei einem Einsatz gegen einen iranischen Militärstützpunkt in Syrien von der syrischen Luftabwehr getroffen worden war.
Im Sommer 1995 überwachte die NATO seit mehr als zwei Jahren die Flugverbotszone über Bosnien und Herzegowina (Operation Deny Flight). Die NATO war gewillt, dieses Flugverbotszone auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen und führte deshalb Kampf-, Aufklärungs- und Überwachungsflüge durch. Auf einem Überwachungsflug am 2. Juni 1995 wurde eine F-16 von einer 2K12-Kub-Flugabwehrrakete getroffen, woraufhin deren Pilot Scott O’Grady seinen ACES-II-Schleudersitz betätigte. Er wurde Tage später von US-Marines mit CSAR-Helikoptern gerettet.
Am 10. Mai 1983 gegen 9:20 Uhr stürzte eine auf der US-Luftwaffenbasis Hahn stationierte F-16 im Dorf Kirchberg-Hornberg ab und explodierte in einem Wohnhaus. Der 28 Jahre alte US-Pilot starb dabei.
Am 28. Mai 1984 streifte eine F-16 Fighting Falcon der niederländischen Luftwaffe am Krankenhaus in Linz am Rhein ein Gebäude und stürzte in ein Waldstück. Der Pilot und eine Anwohnerin starben.
Am 31. März 1988 stürzte in Forst (Baden) ein F-16C-Jagdbomber der US-Luftwaffe bei einer Tiefflugübung in ein Wohngebiet. Dabei starben der Pilot und ein 62-jähriger Anwohner.
Im September 2006 stürzte eine F-16 von der US-Luftwaffenbasis Spangdahlem kommend bei Oberkail in der Eifel ab; der Pilot rettete sich mit seinem Schleudersitz. Laut US-Militär war es ein „kontrollierter Absturz“.
Wegen eines Triebwerkschadens stürzte eine F-16 am 11. August 2015 im bayerischen Landkreis Neustadt an der Waldnaab nahe Engelmannsreuth in ein Waldgebiet. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz.
Am 8. Oktober 2019 stürzte eine F-16 von der US-Luftwaffenbasis Spangdahlem bei einem Routinetrainingsflug rund 15 Kilometer nordöstlich von Trier bei der Ortschaft Zemmer in ein Waldgebiet. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und wurde leicht verletzt.
Am 22. September 2026 stürzte eine F-16 von der US-Luftwaffenbasis Spangdahlem des 52nd Fighter Wing gegen 14:30 Uhr beim Landeanflug auf der Basis ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und wurde verletzt.
Am 26. August 2024 wurden Berichten zufolge erstmals F-16-Kampfflugzeuge zum Abfangen russischer Marschflugkörper eingesetzt. Eine F-16AM (Luftfahrzeugkennzeichen 80-3600) stürzte beim Abfangen russischer Luftziele während der Marschflugkörperangriff ab, wobei der Pilot, Oleksii Mes, getötet wurde. Die Ursache ist in Untersuchung.
Am 12. April 2025 wurde eine F-16AM der ukrainischen Luftwaffe während eines Kampfeinsatzes bei der Ortschaft Nyschnja Syrowatka im Oblast Sumy von einer russischen Rakete abgeschossen. Der 26-jährige Pilot Pawlo Iwanow kam dabei ums Leben. Die ukrainische Luftwaffe bestätigte seinen Tod. Am 13. April 2025 bestätigten die russischen Streitkräfte den Abschuss der ukrainischen F-16, machten jedoch keine Angaben zu den genauen Umständen. Laut Quellen der BBC wurden auf die ukrainische F-16 sowohl Langstrecken-Luft-Luft-Raketen des Typs R-37M als auch Flugabwehrraketen des russischen Langstrecken-Luftabwehrsystems S-400 abgefeuert. Welche der Raketen letztendlich für den Abschuss verantwortlich ist, ist aktuell nicht bekannt.
Am 16. Mai 2025 verlor die ukrainische Luftwaffe unter bisher ungeklärten Umständen eine weitere F-16AM bei einem Kampfeinsatz zur Abwehr eines massiven russischen Angriffs mit Drohnen. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.
In der Nacht auf den 29. Juni 2025 wurde eine F-16 der ukrainischen Luftwaffe während eines Kampfeinsatzes abgeschossen. Der Pilot Maksym Ustymenko kam dabei ums Leben.
Am 29. Juli 2026 stürzte eine F-16 während des Luftkampfes ab. Nach dem Auftreten einer Notsituation an Bord rettete sich der Pilot mit dem Schleudersitz. Was Auslöser für die Notsituation an Bord war, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt.
Laut offiziellen ukrainischen Angaben auf Facebook erzielten die seit Sommer 2024 gelieferten F-16-Kampfjets bei der Abwehr russischer Angriffe relativ hohe Abschusszahlen. So sollen bereits über 1.300 Luftziele abgeschossen worden sein. Zudem hätten ukrainische F-16-Piloten bei Luftunterstützungsmissionen mehr als 300 Bodenziele zerstört, darunter Hunderte feindliche Fahrzeuge, Kommandoposten, Drohnen-Kontrollpunkte, Munitionsdepots und Logistikzentren.
Im Irankrieg 2026 konnte erstmals eine F-16V der Luftwaffe Bahrains den Abschuss zweier iranischer Drohnen mittels AIM-9X und AIM-120C-7 Abfangraketen melden.





| Kenngröße | Daten der F-16C (Block 30) | Daten der F-16E (Block 60) |
|---|---|---|
| Typ | Mehrzweckkampfflugzeug | |
| Länge | 14,52 m (15,03 m mit Staurohr) | |
| Spannweite | 9,45 m | |
| Höhe | 5,09 m | |
| Flügelfläche | 27,87 m² | |
| Flügelstreckung | 3,2 | |
| Tragflächenbelastung | minimal (Leermasse): 297 kg/m² nominal (norm. Startmasse): 431 kg/m² maximal (max. Startmasse): 688 kg/m² |
minimal (Leermasse): 311 kg/m² nominal (norm. Startmasse): 457 kg/m² maximal (max. Startmasse): 813 kg/m² |
| Leermasse | 8.273 kg | 8.670 kg |
| normale Startmasse | 12.003 kg | 12.747 kg |
| max. Startmasse | 19.187 kg | 22.680 kg |
| interne Treibstoffkapazität | 3.986 l bzw. 3.175 kg | 7.390 l bzw. 5.886 kg (mit CFTs) |
| g-Limits | −3 bis +9g | |
| Höchstgeschwindigkeit in optimaler Flughöhe |
Mach 2,02 bzw. 2142 km/h | Mach 1,89 bzw. 2007 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit in Meereshöhe |
Mach 1,2 bzw. 1470 km/h | |
| max. Wenderate | kurzzeitig: ca. 26°/s dauerhaft: 21,7°/s |
|
| Rollrate | 270°/s | k. A. |
| Dienstgipfelhöhe | 15.240 m | |
| max. Steigrate | 254 m/s | k. A. |
| Einsatzradius | Hi-Hi-Hi-Profil: 925 km Hi-Lo-Hi-Profil: 580 km |
Hi-Hi-Hi-Profil: 1.605 km Hi-Lo-Hi-Profil: 650 km |
| Überführungsreichweite | 3.819 km | 4.220 km |
| Startrollstrecke | 533 m | k. A. |
| Landerollstrecke | 762 m | k. A. |
| Triebwerk | 1× Turbofan General Electric F110-GE-100 |
1× Turbofan General Electric F110-GE-132 |
| Schubkraft | mit Nachbrenner: 128,90 kN ohne Nachbrenner: 76,31 kN |
mit Nachbrenner: 142,38 kN ohne Nachbrenner: 79,22 kN |
| Schub-Gewicht-Verhältnis | maximal (Leermasse): 1,59 nominal (normale Startmasse): 1,09 minimal (max. Startmasse): 0,69 |
maximal (Leermasse): 1,67 nominal (normale Startmasse): 1,14 minimal (max. Startmasse): 0,64 |
| max. Waffenlast | 9.276 kg | 5.638 kg |
(an bis zu zwei Bombenträgergestellen BRU-41 MULTIPLE EJECTOR RACK (MER) oder drei BRU-42 TER (Triple Ejection Rack)):
Folgende Tabelle listet alle bekannten und kompatiblen EloKa-Systeme für die F-16 auf.
| Bezeichnung | Unterbringung | Anmerkungen |
| Radarwarnsysteme | ||
| AN/ALR-56M | intern | ab Block 50/52 |
| AN/ALR-66 | intern | griech. Block 30 |
| AN/ALR-69 | intern | bis Block 50/52 |
| AN/ALR-74 | intern | |
| AN/ALR-93 | intern | |
| Raketenwarnsysteme | ||
| AN/AAR-54 | intern | |
| AN/AAR-57 | intern | für Block 60 |
| AN/AAR-60 | intern | |
| PAWS | semi-intern | ab Block 50/52 |
| Täuschkörperwerfer | ||
| AN/ALE-40 | intern | bis Block 15 OCU |
| AN/ALE-47 | intern | ab Block 30 |
| AN/ALE-50 | intern | ab Block 50/52 |
| AN/ALE-55 | intern | Bestandteil des AN/ALQ-214 |
| Störsysteme | ||
| AN/ALQ-119 | extern | |
| AN/ALQ-131 | extern | |
| AN/ALQ-162 | semi-Intern | |
| AN/ALQ-165 | intern | |
| AN/ALQ-176 | extern | |
| AN/ALQ-178(V)1/3/5 | intern | für Block 50/52 |
| AN/ALQ-184 | extern | |
| AN/ALQ-187 | intern | |
| AN/ALQ-202 | intern | |
| AN/ALQ-211(V)4 | intern | für F-16C/D (Chile, Oman) |
| AN/ALQ-214 | intern | |
| EL/K-82xx-Serie | extern | diverse Systeme israelischer Konzerne |
Die F-16 ist das einzige strahlgetriebene Kampfflugzeug, das eine Notstromeinheit verwendet. Zum Betrieb werden ungefähr 25 Liter der sehr giftigen Verbindung Hydrazin als Treibstoff mitgeführt.
Am Danish Defence Industry Day 2024, veranstaltet von der staatlichen Danish Defence Acquisition and Logistics Organization (DALO), wurden aufblasbare Modelle eines tschechischen Herstellers mit Kennung des ukrainischen Militärs gezeigt.