Die 1877 durch Großherzog Friedrich I. in Pforzheim gegründete GroßherzoglicheKunstgewerbeschule und Fachschule für die Metallindustrie sollte in erster Linie Fachkräfte für die Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie ausbilden. Sie wurde 1937 in Badische Kunstgewerbeschule, 1940 in Staatliche Meisterschule und 1952 in Vereinigte Goldschmiede-, Kunst- und Werkschule umbenannt.
Erweiterung und Neustrukturierung nach dem Zweiten Weltkrieg
1963 erfolgte die Gründung der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule. 1971 entstand aus der Kunstgewerbeschule und anderen Vorgänger-Institutionen die Fachhochschule für Gestaltung. Die ehemalige Höhere Wirtschaftsschule wurde in die Fachhochschule für Wirtschaft überführt.
1992 wurden die Fachhochschule für Gestaltung und die Fachhochschule für Wirtschaft unter Gründung einer neuen Fakultät für Technik als Fachhochschule Pforzheim – Hochschule für Gestaltung, Technik und Wirtschaft zusammengeführt. 1995 wurden ingenieurwissenschaftliche Studiengänge eingeführt. 1996 wurde der Lehrbetrieb im Studiengang Wirtschaftsrecht aufgenommen. 2005 erfolgte die Umbenennung in Hochschule Pforzheim – Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht.
Internationale Profilierung
Die Hochschule kooperiert mit über 100 Partneruniversitäten. Sie verpflichtete sich als eine der ersten weltweit zur Einhaltung der von der UNO als Teil der Global Compact Initiative initiierten „Principles for Responsible Management Education“. Seit 2012 ist sie als „familiengerechte Hochschule“ zertifiziert.
Fakultäten
Die Hochschule bietet 29 Bachelor- und 20 Masterstudiengänge in den folgenden Fakultäten an:
Fakultät für Gestaltung (650 Studierende)
Fakultät für Technik (2000 Studierende)
Fakultät für Wirtschaft und Recht (3300 Studierende)
Die Fakultät für Wirtschaft und Recht ist von der Association to Advance Collegiate Schools of Business akkreditiert. Damit ist die Hochschule Pforzheim eine von bundesweit elf Hochschulen, die für einen der international höchsten Qualitätsstandards für Wirtschaftshochschulen akkreditiert wurden. Sie war zudem die erste Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland, die AACSB-akkreditiert war. Die technischen Studiengänge sind von der ASIIN, die betriebswirtschaftlichen Studiengänge von AQAS akkreditiert.
Die technische Fakultät bietet seit dem Wintersemester 2020/21 die Studiengänge Maschinenbau und Mechatronik auch in Form des StudiumPlus an. Die Ausbildung ist dabei in das Bachelor-Studium integriert.
Rankings
Einer Befragung von Masterstudierenden durch das CHE zufolge, belegte die Hochschule Pforzheim 2008 in der Disziplin „Studiensituation insgesamt“ unter den 18 beurteilten Universitäten und Fachhochschulen den fünften Platz.
Beim Ranking der Fachhochschulen durch die Wirtschaftswoche belegte die Hochschule Pforzheim seit 2012 den zweiten Platz im bundesweiten Vergleich nach vierten und dritten Plätzen in den Vorjahren. Im Jahr 2022 rangiert die Hochschule Pforzheim mit keiner Fächergruppe mehr in den Top Ten.
Im EdUniversal Ranking hat die Hochschule die „4 Palmes of excellence“ erhalten. Sie hat einen Scorewert von 8,99 von 10 und einer Weiterempfehlungsrate von 98% und erreicht damit den vierzehnten Platz zu den beliebtesten Hochschulen in Deutschland.
Standorte
Tiefenbronner Straße 65 und 66
Hauptsitz der Hochschule und der Fakultäten für Technik sowie Wirtschaft und Recht
Zentrale Hochschulbibliothek und Audimax
Haupt-Mensa und Cafeteria
Hochschulverwaltung, Rektorat, StudiCenter und Prüfungsamt, Akademisches Auslandsamt, Rechtsamt, Hochschulinformationszentrum / Rechenzentrum (HIZ, Campus IT), Technischer Betrieb
Sprachenzentrum / Institut für Fremdsprachen (IFS)
Forschungsinstitute: Institut für Angewandte Forschung (IAF), Schmucktechnologisches Institut (STI), Institute for Human Engineering & Empathic Design Pforzheim (heedPF), Institut für Industrial Ecology (INEC), Institut für Personalforschung (IfP), Institut für Werkstoffe und Werkstofftechnologien (Prüflabor für Materialuntersuchungen) (IWWT), Institut für Smart Systems und Services (IoS³), Institute for Smart Bicycle Technology (ISBT)
Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT)
Hauptsitz der Akademie an der Hochschule Pforzheim (AHP) mit berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammen
Holzgartenstraße 36
Hauptsitz der Fakultät für Gestaltung
Bibliothek zum Bereich Kunst und Design
KATAPULT – Gestalterischer Vorkurs
Eutinger Straße 111 (G3)
Fakultät für Gestaltung (Masterstudiengang „Transportation Design“)
Östliche Karl-Friedrich-Straße 24 (G2)
Außenstellen der Fakultäten für Technik und Gestaltung
Labore und Werkstätten des Studiengangs Mode
Büros und Labore der Fachbereiche IT, WI und MB
Forschungsprojekte des kooperativen Promotionskolleg „Entwurf und Architektur eingebetteter Systeme (EAES)“ mit der Universität Tübingen
Institute for Human Engineering & Empathic Design (HEED), gefördert von der Karl-Schlecht-Stiftung
Rudolf Bott (* 1956), Goldschmiedemeister, Professor an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim
Heike Bühler (* 1963), Professorin für Public Relations
Carlo Burkhardt (* 1965), Professor für Fertigungstechnik und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Strategische Technologie- und Edelmetalle (STI)
Rainer Drath, Professor für Mechatronische Systementwicklung
Fernando Fastoso, Inhaber der Stiftungsprofessur für „High Class and Luxury Brands“
Thomas Gerlach (* 1959 oder 1960), Professor für Industrial Design und Creative Direction
Susan Hefuna (* 1962), Professorin für Audiovisuelle Medien
Greta Hoffmann (* 1987), Dozentin für Game Design und Gamification
Winfried Hüttl (1954–2024), Honorarprofessor, Lehrbeauftragter für Journalismus, International Public Relations und Exportmarketing
Bernhard Jablonski (1924–2023), Professor für Industrie Design, Rektor der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim, Gründer des Transportation Design
Hans-Günter Merz (* 1947), Professor für Ausstellungsgestaltung im Studiengang Visuelle Kommunikation
Claus Meyer (1939–2026), Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen
Robert Nothhelfer (* 1969), Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und externes Rechnungswesen
Herbert Ohl (1926–2012), Professor für Automotive Design
Joachim A. Paul (1956–2017), Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, International Business, Controlling und Kostenrechnung sowie Finanz- und Rechnungswesen
Vito Pace (* 1966), Professor an der Fakultät für Gestaltung
Thomas Pekny (* 1951), Professor für Experimentelle Gestaltung, Mode- und Bühnenkostüme
Werner Pepels, (* 1952), Professor für Betriebswirtschaftslehre, Lehrbuchautor, Stiftungsvorstand
Katja Rade (* 1965), Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft
Oliver Scholl (* 1964), Zeichner, zeichnete Risszeichnungen für die Perry-Rhodan-Romanserie und Titelbilder für diverse Heyne-Taschenbuchserien und Perry-Rhodan-Hefte
Walter Witzenmann (1908–2004), Ehrensenator, Kuratoriumsvorsitzender (1964–2000)
Literatur
Paul Kratz: Wechselwirkungen zwischen Job und Studium: dargestellt am Beispiel der BWL-Studenten der Universität Frankfurt und der Fachhochschule für Wirtschaft Pforzheim (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 5: Volks- und Betriebswirtschaft. Band 923). Lang, Frankfurt am Main / Bern / New York, NY / Paris 1988, ISBN 3-631-40553-7 (Dissertation Universität Frankfurt am Main 1988, XX, zahlreiche graphische Darstellungen, 21 cm).