Ficulle

Ficulle
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Ficulle (Italien)
Ficulle (Italien)
Staat Italien
Region Umbrien
Provinz Terni (TR)
Koordinaten 42° 50′ N, 12° 4′ OKoordinaten: 42° 50′ 0″ N, 12° 4′ 0″ O
Höhe 437 m s.l.m.
Fläche 64,80 km²
Einwohner 1.548 (31. Dez. 2025)
Postleitzahl 05016
Vorwahl 0763
ISTAT-Nummer 055013
Bezeichnung der Bewohner Ficullesi
Schutzpatron Sant’Eumenio (18. September)
Website Gemeinde Ficulle

Panorama von Ficulle

Ficulle ist eine italienische Gemeinde mit 1548 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) in der Provinz Terni in der Region Umbrien.

Geografie

Lage der Gemeinde Ficulle in der Provinz Terni
Blick über Ficulle
Das Castello della Sala im Ortsteil Sala

Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von etwa 65 km², woraus sich eine Einwohnerdichte von etwa 27 Einwohner/km² ergibt. Ficulle liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Perugia und 60 Kilometer nordwestlich von Terni auf 437 m s.l.m. in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 160 GG. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Comunità montana Monte Peglia e Selva di Meana und liegt im Chianatal. Die Kirchen im Gemeindegebiet gehören zum Bistum Orvieto-Todi.

Zu den Ortsteilen zählen Olevole (321 m, ca. 50 Einwohner), Sala (320 m, ca. 45 Einwohner) und San Cristoforo (465 m, ca. 140 Einwohner). Weitere Weiler sind Cappuccini (448 m, ca. 70 Einwohner), Poggi (467 m, ca. 5 Einwohner) und Santa Cristina (362 m, ca. 30 Einwohner).

Die Nachbargemeinden sind Allerona, Fabro, Montegabbione, Orvieto, Parrano und San Venanzo.

Geschichte

Erste menschliche Ansiedlungen in dem Ort gehen auf die Etrusker zurück, wie Funde an den Grotte della Madonna della Maestà zeigen. Danach dominierten die Römer das Gebiet und errichteten Beobachtungsposten an den von Rom nach Norden führenden Verkehrswegen. Zu dieser Zeit war der Ort als Castrum Ficullensis bekannt. Der Name entstammt wahrscheinlich dem lateinischen Wort Figulus (Topf), der sich heute noch im Wappen des Orts darstellt. Dokumentarisch erstmals erwähnt wird der Ort im Jahr 1292, wo er als Außenposten von Orvieto und als Burg der Filippeschi (bis 1313) bezeichnet wird. Danach fiel der Ort in den direkten Einflussbereich von Orvieto, diese erweiterten die Festung. 1350 errichtete Angelo Monaldeschi della Vipera im 5 km südlich gelegenen Ortsteil Sala das Castello della Sala. 1461 wurde der Ficulle mit Orvieto vom Kirchenstaat eingenommen, welcher Stadtmauern und Festungsanlagen ausbaute. 1861 wurde der Ort ins Königreich Italien integriert. Seit 1951 leidet der Ort an einem deutlichen Bevölkerungsschwund. Waren 1951 noch 3643 Einwohner im Gemeindegebiet, so waren es 2001 nur noch rund die Hälfte (1682), wovon 890 im Hauptort leben. Schutzheiliger des Ortes ist Eumenio di Gortina (Bischof von Gortyn), sein Festtag ist der 18. September. Ficulle ist der einzige Ort in Italien, der von Eumenio protektiert wird.

Handwerk

Ficulle ist bekannt für die Produktion von Terracotta invetriata, also glasierten Ton-Töpfen, die in den örtlichen Töpfereien hergestellt werden.

Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Ficulle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. 1 2 3 Touring Club Italiano: Umbria.
  3. 1 2 3 Offizielle Webseite des ISTAT (Memento des Originals vom 6. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Terni, abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)
  4. ↑ Classificazione climatica di Ficulle bei tuttitalia.it, abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)
  5. 1 2 I luoghi del silenzio
  6. 1 2 Pro Loco Ficulle
  7. ↑ Chiesa di Santa Vittoria bei Beweb (Beni ecclesiastici in web, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto), abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)
  8. ↑ Scalza, Ippolito. In: Enciclopedia on line. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom. Abgerufen am 27. März 2023.
  9. ↑ Chiesa di Santa Maria Nuova bei Beweb (Beni ecclesiastici in web, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto), abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)
  10. ↑ Chiesa di Santa Maria Vecchia bei Beweb (Beni ecclesiastici in web, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto), abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)
  11. ↑ Chiesa della Madonna della Maestà bei Beweb (Beni ecclesiastici in web, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto), abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)
  12. ↑ Offizielle Webseite der Gemeinde zum Castello della Sala (Memento des Originals vom 29. Januar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)
  13. ↑ Webseite der Antinori zum Castello della Sala, abgerufen am 19. April 2011 (Memento vom 25. Dezember 2010 im Internet Archive)
  14. ↑ Chiesa di San Silvestro Papa bei Beweb (Beni ecclesiastici in web, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto), abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)
  15. ↑ Chiesa di San Cristoforo bei Beweb (Beni ecclesiastici in web, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto), abgerufen am 27. März 2023 (italienisch)