| Fleckentinamu | ||||||||||||
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Fleckentinamu (Nothura maculosa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Nothura maculosa | ||||||||||||
| (Temminck, 1815) |
Das Fleckentinamu (Nothura maculosa) ist eine Vogelart aus der Familie der Steißhühner (Tinamidae), die in Brasilien, in Paraguay, in Argentinien und in Uruguay verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.
Das Fleckentinamu erreicht eine Körperlänge von ca. 23,0 bis 26,5 cm bei einem Gewicht von ca. 173 bis 323 g. Beide Geschlechter ähneln sich. Der Oberkopf ist einfarbig dunkel oder hell gelbgrau gestreift. Die Kopfseiten sowie der Nacken und der Hinterhals sind hell ockerfarben oder gräulich gelblich mit schmalen bis breiten schwarzen Streifen gemustert. Die Grundfärbung der Oberseite ist hellgrau oder olivbraun, schwarz gefleckt und gezwirbelt und durchgehend schmal gelblich weiß gestreift. Die Flügeldecken sind ockerfarben oder gelbbraun mit schwarzen Bändern. Die Schwungfedern sind matt braun oder schwärzlich und an beiden Fahnen gleichmäßig gelblich oder rötlich ockerfarben gebändert. Die Kehle ist makellos weiß. Der Unterhals und die Unterseite sind gelbbraun bis ockerfarben. Der Bauch ist einfarbig, die übrige Unterseite hat jedoch braune oder schwärzliche Streifen und Flecken sowie an den Flanken Binden. Jungvögel ähneln den erwachsenen Vögeln, sind jedoch auf der Oberseite weniger auffällig gezeichnet. Die Kehle ist weniger rein weiß, die Brust eher gefleckt als gestreift. Die Iris ist dunkelgelb oder orangebraun, der Oberkiefer braun, der Unterschnabel gelb und die Füße sowie die Zehen mattgelb. Beim frisch geschlüpften Küken ist die Iris immer dunkelbraun.
Der Gesang des Fleckentinamus ist eine Reihe von Pfiffen, die sich zum Ende hin beschleunigen. Dies unterscheidet sich vom Gesang des sehr ähnlichen Darwintinamus, welches ein gleichmäßiges Tempo beibehält. In Argentinien singt es den ganzen Tag über, jedoch am häufigsten zwischen 4:00 und 8:00 Uhr sowie von 16:00 Uhr bis fast Sonnenuntergang. Der Gesang kann in Abständen von 20 bis 120 Sekunden wiederholt werden. Die Vögel singen das ganze Jahr über, im Frühling und Frühsommer jedoch häufiger und über längere Zeiträume. Eine weitere Lautäußerung, möglicherweise ein Abwehrruf, besteht aus einer Reihe von recht scharfen, hohen Qwit, Qwit, Qwit-Tönen, die in Abständen von einer halben bis einer Sekunde über einen Zeitraum von 10 bis 30 Sekunden wiederholt werden oder bis der Eindringling die Verfolgung einstellt. Die Flügel des Fleckentinamus erzeugen ein surrendes Geräusch, wenn es aufgescheucht wird.

Die Brutsaison des Fleckentinamus erstreckt sich in Argentinien mindestens von August bis April, wobei ein Nest sogar noch im Juni beobachtet wurde. In Rio Grande do Sul liegt der Höhepunkt der Eiablage im Oktober und November. Drei bis vier Bruten pro Jahr sind in Argentinien normal. Das Nest ist eine flache Mulde im Boden, die mit etwas Gras, Kräutern und meist ein paar Federn ausgekleidet und gut durch die Vegetation getarnt ist. Vereinzelt werden die Nester nahe beieinander gebaut, so bis zu einem Abstand von nur 12 Metern. Die Eier sind schokoladenbraun bis weinrot und ungemustert. Die durchschnittlichen Größe der Eier beträgt 43,6 × 31,3 mm. Ein Gelege variiert zwischen drei und neun Eiern. Die Eier werden nur vom Männchen bebrütet. Brütende Männchen bleiben in der Regel so lange auf dem Nest sitzen, bis man sich ihnen sehr stark nähert. Die Brutdauer in Gefangenschaft beträgt sechzehn bis achtzehn Tage. Das Männchen kümmert sich um die Brutpflege auch nach dem Schlüpfen der Jungen. Diese werden nach drei bis vier Wochen selbstständig. Das durchschnittliche Gewicht der Küken beim Schlüpfen beträgt 18,6 g. In Gefangenschaft wurde die Kopulation üblicherweise durch das plötzliche Hinhocken des Weibchens ausgelöst und dauerte relativ lange. Sowohl Männchen als auch Weibchen paaren sich mit mehreren Partnern. Ebenso wurde homosexuelles Verhalten bei den Vögeln beobachtet.
Das Fleckentinamu ist bodenlebend und flieht bei Störung bevorzugt rennend. Wird es jedoch aufgescheucht, fliegt es gut und schnell. Sein Flug ist niedrig, nur zwei bis vier Meter über dem Boden, und es fliegt in der Regel nur fünfzehn bis zwanzig Meter, bevor es wieder am Boden landet. Längere Flüge werden von kurzen Gleitflügen unterbrochen. Es ist nicht besonders scheu, außer dort, wo es stark bejagt wird. Das Fleckentinamu schläft am Boden, oft in relativ offener Vegetation. Der Schlafplatz ist eine leichte Mulde, meist unter überhängenden Grasbüscheln oder zwischen Kräutern. Üblicherweise ist es paarweise oder einzeln anzutreffen, versammelt sich aber gelegentlich auch in größeren Gruppen. Zu seinen Feinden gehört der Kaninchenkauz (Athene cunicularia), Füchse, Opossums, Skunks und Rinder, die das Nest zertreten. Es ernährt sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren, wobei Pflanzen den größten Teil ihrer Nahrung ausmachen. Bei den Pflanzen sind es meist Gräsersamen, aber auch Bohnen und einige Früchte, die es verzehrt. So identifizierte man Nachtschattengewächse, Sauerkleegewächse und Malvengewächse als Teil der Nahrung. Zu den Tieren in der Nahrung gehören Ameisen, Käfer, Schnabelkerfen, Heuschrecken, Schmetterlinge, Webspinnen, Doppelfüßer, Weichtiere, Tausendfüßer und Krebstiere.

Das Fleckentinamu bevorzugt Graslandschaften und kommt überall dort vor, wo die Bodenvegetation einigermaßen niedrig und nicht zu dicht ist. Man findet es aber auch auf Anbauflächen wie Sojabohnen-, Mais-, Weizen- und Trockenreisfeldern. So findet man es in trockenem und halbtrockenem Grasland mit Dornbuschgebüschen, aber auch in lichten Wäldern. Es ist hauptsächlich auf Tieflandgebiete beschränkt. Im Südwesten Argentiniens erreicht die Unterart N. m. submontana Höhenlagen von 2000 Metern und kann im Nordwesten Argentiniens mit der Unterart N. m. pallida bis zu 2300 Meter vorkommen.
Es sind folgende Unterarten bekannt:
Nothura maculosa savannarum Wetmore, 1921 wird heute als Synonym zur Nominatform betrachtet.

Die Erstbeschreibung des Fleckentinamu erfolgte 1815 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Tinamus maculosus. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay, basierend aus Ynambú del ynambúí von Félix de Azara an. 1827 führte Johann Georg Wagler die für die Wissenschaft neue Gattung Nothura ein. Der Begriff stammt von νοθος nothos, deutsch ‚unecht‘ und ουρα ourá, deutsch ‚Schwanz‘ ab. Der Artname maculosa stammt von lateinisch maculosus, maculare, macula ‚gefleckt, Flecken machen, Flecken‘. Cearensis bezieht sich auf Ceará, chacoensis auf den Gran Chaco. Major hat seinen Ursprung in lateinisch maior, maioris, magnus ‚größer, groß, mächtig‘, paludivaga in lateinisch palus, paludis ‚Sumpf‘ und lateinisch vagus ‚wandernd‘, pallida in lateinisch pallidus, pallere ‚fahl, blass, bleich, gelblich, blass sein‘, annectens in lateinisch annectens, annectentis, annectere ‚verbindend, verbinden‘, submontana in lateinisch sub ‚unter‘ und lateinisch mons, montis ‚Berg‘, nigroguttata in lateinisch niger ‚schwarz‘ und lateinisch guttatus, gutta ‚gefleckt, Flecken, Tropfen‘ und savannarum in lateinisch savannarum ‚aus der Savanne‘. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Balg der Nominatform, das von Georg Wieninger (1859–1925) in Bernalcue bei Asunción gesammelt wurde, zur Verfügung. Weitere Nachweise in der Literatur für die Nominatform sah er in Sapucai durch Charles Chubb. Die von ihm genannte Unterart Nothura maculosa boliviana ist heute unter Darwintinamu (Nothura darwinii boliviana Salvadori, 1895) geführt und dürfte wohl in Wirklichkeit Nothura maculosa paludivaga sein. Von dieser Unterart hatte Laubmann sieben Exemplare, gesammelt durch Hans Krieg (1888–1970) und Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) aus dem Bergland des Río Apa bei San Luis de la Sierra im Departamento Concepción, aus Nueva Germania und aus Puerto Casado im Gran Chaco zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er den Río Pilcomayo durch Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch, Puerto Pinasco durch Alexander Wetmore und den Río Confuso durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als Nachweise für die Unterart im Land. Eine Studie von Sara Bertelli und Ana Luz Porzecanski zeigte auf, dass das Darwintinamu und Fleckentinamu keine Schwestergruppe darstellen. N. m. chacoensis wurde lange als eigenständige Art betrachtet. Eine phylogenetische Studie aus dem Jahr 2018 kam jedoch zu dem Ergebnis, dass kein Artstatus vorliegt.