Frauenau

Wappen Deutschlandkarte
Frauenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frauenau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 59′ N, 13° 18′ OKoordinaten: 48° 59′ N, 13° 18′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 616 m ü. NHN
Fläche: 60,1 km²
Einwohner: 2657 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 94258, 94518Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09926
Kfz-Kennzeichen: REG, VIT
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 121
Gemeindegliederung: 15 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 4
94258 Frauenau
Website: www.frauenau.de
Erster Bürgermeister: Fritz Schreder (SPD)
Lage der Gemeinde Frauenau im Landkreis Regen
KarteLandkreis ChamLandkreis Straubing-BogenLandkreis DeggendorfLandkreis Freyung-GrafenauZwieselZachenbergViechtachTeisnachRuhmannsfeldenRinchnachRegen (Stadt)PrackenbachPatersdorfLindbergLangdorfKollnburgKirchdorf im WaldKirchberg im WaldGotteszellGeiersthalFrauenauDrachselsriedBöbrachBodenmaisBischofsmaisBayerisch EisensteinArnbruckAchslachTschechien
Karte

Frauenau ist eine im Jahr 1324 gegründete Gemeinde und ein Wallfahrtsort im niederbayerischen Landkreis Regen.

Lage

Die Gemeinde liegt im Bayerischen Wald am Fuße des Rachels am Nationalpark Bayerischer Wald sowie an der Glasstraße. Auf dem Gemeindegebiet liegt die Trinkwassertalsperre Frauenau, die zur zentralen Versorgung großer Teile Ostbayerns mit Trinkwasser errichtet wurde. Die Ortschaft Frauenau befindet sich etwa sieben Kilometer östlich von Zwiesel, 22 km nördlich von Grafenau (Niederbayern) sowie 16 km von der Kreisstadt Regen entfernt und besitzt einen eigenen Bahnhof an der Bahnstrecke Zwiesel-Grafenau.

Gemeindegliederung

Es gibt 15 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt nur die Gemarkung Frauenau.

Geschichte

Frauenau

Der Laienbruder Hermann kam vom Kloster Niederaltaich über Rinchnach ins „Tal der Wilden Au“ und begann dort seine Rodungen. Die Ortschaft wurde von ihm im Jahr 1324 gegründet. Nach Hermanns Tod 1326 errichtete Hartwig von Degenberg 1331 eine hölzerne Kapelle für ein als wundertätig beschriebenes Bild der schmerzhaften Muttergottes (Pietà). Er nannte den Talgrund fortan „Augea Sancta Mariae“, zu deutsch: „Unserer Lieben Frauen Aue“. Dies war der Beginn einer Jahrhunderte blühenden Wallfahrt. Im 18. Jahrhundert wurde nach Abbruch der gotischen Krumenauer-Kirche eine Rokokokirche erbaut, deren Mittelpunkt noch immer ein Gnadenbild der Lieben Frau ist.

Prägend für den Ort war neben der Wallfahrt vor allem die Glasherstellung. Bereits 1420 wurde im Ort die erste Glashütte gegründet. 1568 erwarb die Familie von Poschinger eine Glashütte, die sie bis heute betreibt. Georg Benedikt I. Poschinger wurde im Jahre 1790 in den Adelsstand erhoben und erhielt die Herrschaftsrechte über Frauenau im Kurfürstentum Bayern. Poschinger hatte 1785 die Hofmarksgerichtsbarkeit auf sein Glashüttengut Oberfrauenau verliehen bekommen.

Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige Gemeinde.

Bis heute ist Frauenau geprägt von Wallfahrt, Wald und Glas. Es existieren drei Glashütten: Poschinger, Eisch und bis 2018 Spiegelau Glas (früher Glashütte Gistl).

Religionen

Geprägt von der Wallfahrt wurde die Frauenau bereits 1342 zur Pfarrei erhoben und gehört zum Bistum Passau. Pfarrkirche ist die Rokokokirche „Mariä Himmelfahrt“ und eine Filialkirche „St. Gunther“ in Buchenau (Gemeinde Lindberg). Seit 2004 bildet Frauenau mit der Gemeinde Lindberg den Pfarrverband Frauenau-Lindberg unter der Leitung von Pfarrer Armin Riesinger, der im Herbst 2025 die Nachfolge von Pfarrer Lorenz Glatz angetreten hat. Die evangelische Kirchengemeinde ist der Evang.-luth. Pfarrei Zwiesel unter Pfarrer Heiko Hermann zugehörig.

Einwohnerentwicklung

Liniendiagramm zur Einwohnerentwicklung von Frauenau von 1960 bis 2025
Liniendiagramm zur Einwohnerentwicklung von Frauenau von 1960 bis 2025
Einwohnerentwicklung in Frauenau
Jahr Einwohnerzahl
19603723
19653743
19703538
19753361
19803153
19853016
19903125
19953164
20003042
20052931
20102792
20152679
20202693
20212715
20222671
20232706
20242659
20252668

Politik

Das Rathaus von Frauenau

Fritz Schreder (SPD) wurde nach der erfolgreichen Kandidatur 2020 auch bei den Kommunalwahlen am 8. März 2026 mit 63,1 % zum Ersten Bürgermeister gewählt. In der konstituierenden Gemeinderatssitzung wurde Patrick Zens (CSU) zum zweiten und Max Stadler jun. (Unabhängige) zum dritten Bürgermeister gewählt.

Der Gemeinderat (14 Sitze) setzt sich infolge der Kommunalwahlen vom 8. März 2026 wie folgt zusammen:

Die Gemeinde hat seit 2012 eine Zweitwohnungssteuersatzung.

Eine Partnerschaft besteht mit der tschechischen Gemeinde Nový Bor (dt. Haida), die wie Frauenau eine Glasmacher-Tradition hat.

Wappen

Wappen von Frauenau
Wappen von Frauenau
Blasonierung: „In Silber ein schräg gestellter fünfblättriger roter Lindenzweig.“
Wappenbegründung: Der rote Lindenzweig ist eines der historischen Wappenbilder der 1602 ausgestorbenen Reichsfreiherren von Degenberg, die eng mit der Entstehung und vor den Freiherren von Poschinger (seit 1568) mit dem Aufblühen der Gemeinde als bedeutendem Glashüttenstandort verbunden waren. Der Lindenzweig wurde früher auch als Staude bezeichnet und ist durch Siegel der Degenberger seit dem 14. Jahrhundert belegt. Ein Degenberger brachte 1331 das bekannte Madonnen-Gnadenbild in die Wilde Au, die in der Folge Unserer Frauen Au genannt wurde. Eine Landschenkung der Degenberger an das Kloster Niederalteich 1342 führte dazu, dass sich erste Kolonisten im Wald niederließen und die Keimzelle für die spätere Gemeinde legten.

Dieses Wappen wird seit 1958 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirche von Frauenau, im Vordergrund die damals noch nicht modernisierte Waldbahn
Innenansicht der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ zu Frauenau

Statistik

Es gab im Jahr 2020 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe keine und im Bereich Handel und Verkehr 118 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 113 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 968. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 zehn landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 364 Hektar.

Verkehr

Frauenau ist Durchgangsort der Staatsstraße 2132 zwischen Zwiesel und Spiegelau, die gleichzeitig die einzige überregionale Straßenanbindung darstellt. Im Jahr 2008 wurde die Staatsstraße zwischen Frauenau und Klingenbrunn auf einer Länge von 2,6 km für vier Millionen Euro ausgebaut.

Frauenau liegt an der Bahnstrecke Zwiesel–Grafenau und besitzt dort einen Haltepunkt, der im Stundentakt bedient wird. Dieser war früher ein Bahnhof, von welchem heute nur noch ein Gleis betrieben wird.

Bildung

Mit Stand 2021 gab es folgende Einrichtungen:

Feste

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Frauenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Frauenau – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Gemeinde Frauenau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. ↑ Gemeinde Frauenau, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 22. Dezember 2021.
  4. ↑ Wappen von Frauenau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  5. ↑ Alfons Hannes (mit Beiträgen von Wolfgang Kermer und Erwin Eisch): Die Sammlung Wolfgang Kermer, Glasmuseum Frauenau: Glas des 20. Jahrhunderts; 50er bis 70er Jahre. Schnell & Steiner, München/Zürich 1989. (Bayerische Museen, Band 9), ISBN 3-7954-0753-2
  6. ↑ Webseite des Staatlichen Bauamts Passau (Memento vom 16. Juni 2009 im Internet Archive), abgerufen am 4. Dezember 2015
  7. ↑ Helmut Schneck ist Ehrenbürgr. In: www.pnp.de. 20. Dezember 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. Mai 2022; abgerufen am 16. Mai 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.