| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 1′ N, 12° 59′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Regen | |
| Höhe: | 503 m ü. NHN | |
| Fläche: | 17,04 km² | |
| Einwohner: | 1704 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 100 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 94265 | |
| Vorwahl: | 09923 | |
| Kfz-Kennzeichen: | REG, VIT | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 76 134 | |
| Gemeindegliederung: | 28 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Martinsplatz 10 94265 Patersdorf | |
| Website: | www.patersdorf.de | |
| Erster Bürgermeister: | Adolf Muhr (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Patersdorf im Landkreis Regen | ||
Patersdorf ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen inmitten des Bayerischen Waldes. Das gleichnamige Pfarrdorf ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Für fast 100 Jahre war Patersdorf Abbauzentrum für Granit aus dem Bayerischen Wald.
Patersdorf liegt in der Region Donau-Wald im Teisnachtal mitten im Naturpark Bayerischer Wald direkt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 11 und 85 etwa elf Kilometer südöstlich von Viechtach, 22 km nördlich von Deggendorf, 13 km nordwestlich der Kreisstadt Regen sowie 23 km von Zwiesel entfernt. Patersdorf verfügt über einen Haltepunkt der Regentalbahn AG an der Bahnstrecke Gotteszell–Viechtach.
Auf Patersdorfer Gemeindegebiet münden der Haßlbach und der Grünbach jeweils zur Linken in die Teisnach.
Es gibt 28 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt nur die Gemarkung Patersdorf.
Patersdorf gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Viechtach.
Das heutige Gemeindegebiet dürfte etwa im 8. und 9. Jahrhundert besiedelt worden sein. Als Hauptbeweis dienen die Ortsnamen auf -dorf, die für diese Rodungszeit typisch sind.
Grundwort für den Siedlungsnamen "Patersdorf" ist mittelhochdeutsch dorf für "Dorf". Bestimmungswort ist möglicherweise ein Personenname wie "Badin".
Bereits aus dem 9. Jahrhundert stammen erste Hinweise auf eine Kirche in Patersdorf, mit dem Hl. Martin als Patron.
Eine erste urkundliche Erwähnung findet der Ort im sogenannten Herzogsurbar aus den Jahren 1301 und 1307.
In Spitzenzeiten waren in den Steinbrüchen um Patersdorf weit über 500 Menschen beschäftigt. Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurde in Patersdorf an bis zu 30 Standorten Granit als Baumaterial abgebaut, anfangs in Kleinbetrieben mit bis zu 10 Erwerbstätigen. Vorkommen waren am Riedberg zwischen Linden und Masselsried, in Wildtier und beim Mühlholz zwischen Prünst und Dietzberg (Gemeinde Ruhmannsfelden) bekannt. Nachdem sich der Abbau zunächst auf oberirdische Findlinge beschränkt hatte, begann im Jahr 1905 die Bayerische Granit AG westlich von Grünbach nach Granit zu graben. 1964 beschäftigte die Bayerische Granit AG über 150 Personen. Sie beendete ihre Tätigkeit im Jahr 1996. Der größte Patersdorfer Granitbetrieb wurde im Ortsteil Wildtier betrieben, wo schon früh eine Gleisverbindung zur Regentalbahn bei Prünst existierte und in den 1950er- und 1960er-Jahren über 230 Personen beschäftigt waren. Der Steinbruch wurde 2005 stillgelegt. Letzter aktiver Granitbruch im Gemeindegebiet war das "Granitwerk Prünst". Seite Ende 2020 ruht dort die Produktion.
Durch den wirtschaftlichen Aufstieg der Steinbrüche entwickelten sich auch Wirtschaft und Bevölkerung in Patersdorf. Deshalb entstand zwischen 1936 und 1938 in einem neuen Quartier die "Schönberg-Siedlung" für die Familien der im Granitabbau Beschäftigten.
Noch heute existiert die 1938 gegründete Firma Apfl, die bis zur Einstellung des Abbaus im Jahr 1995 etwa 70 Arbeiter beschäftigte. Bis heute betreibt die Apfl Granit GmbH von ihrem Firmensitz in Patersdorf aus den Handel mit Natursteinen und unterhält Beziehungen auch zu Steinbruchunternehmen in Indien und China und Handelsniederlassungen im gesamten süddeutschen Raum.
Seit 2014 ergaben sich bei den Kommunalwahlen folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:
| Partei/Liste | 2026 | 2020 | 2014 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | |
| CSU | 23,3 | 3 | 29,86 | 4 | 39,90 | 5 |
| SPD | 24,1 | 3 | 15,79 | 2 | 19,05 | 2 |
| FREIE WÄHLER | 23,3 | 3 | 29,83 | 3 | 21,76 | 3 |
| Freie Wählergemeinschaft Bürgerblock Patersdorf | 19,0 | 2 | 24,52 | 3 | 19,29 | 2 |
| JU | 10,2 | 1 | - | - | - | - |
Bei der Wahl des Ersten Bürgermeisters am 8. März 2026 erhielt Adolf Muhr (SPD) 83,3 Prozent der Stimmen. Muhr amtiert seit dem 26. September 2021.
Frühere Bürgermeister waren:
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2025 1.661.000 Euro, darunter
Gewerbesteuerhebesatz: 360 % (seit 1. Januar 2025)
Hebesatz für die Grundsteuer B (bebaute Grundstücke): 220 v. H. (seit 1. Januar 2025)
| Blasonierung: „In Blau unter einem erhöhten silbernen Göpel und über aufgeschichteten Granitblöcken schräg gekreuzt ein goldener Pfeil und ein goldenes Schwert.“ | |
| Wappenbegründung: Das alte heraldische Zeichen des Göpels, eines stark symbolisierten gestürzten Ypsilons, symbolisiert im Wappen von Patersdorf das Zusammentreffen zweier wichtiger Bundesstraßen, die Patersdorf zu einem lokalen Verkehrsknotenpunkt machen. Schwert und Pfeil verweisen auf die Pfarrkirche. Sie ist dem hl. Martin geweiht (Attribut: Schwert) und besitzt eine alte Wallfahrt zum hl. Sebastian (Attribut: Pfeil). Die Granitblöcke im unteren Teil des Schildes beziehen sich auf die Steinbrüche im Gemeindegebiet (Granitindustrie) und auf das Naturdenkmal des Pfahls. Die Silber-Blau-Tingierung erinnert daran, dass Patersdorf immer Teil des Herzogtums und Kurfürstentums Bayern war (Landgericht Viechtach). |
Zu den ortsansässigen Unternehmen zählen die Anton Wittenzellner GmbH & Co. KG (Baustoff- und Agrarhandel), die Tremmel Aufzüge GmbH & Co. KG (Aufzugsbau), die Schwannberger GmbH Gastroservice (Lebensmittelgroßhandel), die digitech GmbH & Co. KG (Medientechnik) und die Apfl Granit GmbH (Handel mit Naturstein).
Darüber hinaus bestehen 10 Betriebe im Bauhauptgewerbe und 27 landwirtschaftliche Betriebe.
Im Jahr 2024 waren mit Arbeitsort in Patersdorf 324 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon 213 männlich und 111 weiblich. Davon waren 156 im Handel, Verkehr und Gastgewerbe, 90 im produzierenden Gewerbe und 76 in sonstigen Wirtschaftsbereichen beschäftigt.
Mit Wohnort Patersdorf waren 772 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon pendelten im Jahr 2025 über 700 zur Arbeit aus. Jeweils über 100 pendelten nach Teisnach, Viechtach und Deggendorf.
Die landwirtschaftlich genutzte Fläche in der Gemeinde Patersdorf sank von 711 ha im Jahr 2007 auf 495 ha im Jahr 2020.
Patersdorf liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 11 (Europastraße 53) von Bayerisch Eisenstein nach Deggendorf und 85 von Cham nach Passau. Die unfallträchtige und stauanfällige Verkehrskreuzung wurde durch den 2017 eröffneten Kreisverkehr Patersdorf ersetzt.
Östlich des Ortes befindet sich ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Gotteszell–Viechtach. Die ursprünglich von der Lokalbahn AG errichtete Strecke verbindet das Regental mit dem Teisnachtal, so auch Patersdorf. Der Abschnitt Gotteszell-Viechtach wurde Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet und führte zu einer verbesserten Verkehrsanbindung der dort gelegenen Gemeinden. Nach der Einstellung des regelmäßigen Personenverkehrs im Jahr 1991 blieb die Strecke für Güter- und Sonderverkehre erhalten. Seit September 2016 wird der Abschnitt Gotteszell–Viechtach im Rahmen einer Reaktivierung wieder im Schienenpersonennahverkehr bedient. Der Haltepunkt Patersdorf wird dabei von den Zügen der Waldbahn zwischen Gotteszell und Viechtach angefahren. Durch die Anbindung bestehen in Gotteszell Anschlüsse in Richtung Plattling, Deggendorf, Zwiesel und Bayerisch Eisenstein.
Patersdorf ist durch die Buslinien 4142 (Deggendorf – Viechtach), 6195 (Regen – Viechtach) und 7025 (Gotteszell – Viechtach) der RBO Regionalbus Ostbayern GmbH wochentags an benachbarte Städte und Gemeinden angebunden.
Patersdorf liegt am Pandurensteig, einem Fernwanderweg (173 km) von Passau nach Waldmünchen, sowie dem Regental-Radweg, einem Fernradweg (166 km) von Regensburg nach Bayerisch Eisenstein.
Es gibt folgende Einrichtungen
Der Wintersportverein Patersdorf (WSV Patersdorf) ist mit über 1.000 Mitgliedern der mitgliederstärkste Sportverein der Gemeinde. Der WSV sorgt im Sommer mit dem Lauftreff sowie im Winter mit Skigymnastik sowie präparierten Langlaufloipen im Gemeindeteil Schön und im Grünbachtal für Möglichkeiten zur sportlichen Freizeitgestaltung in Patersdorf. Zusätzlich wird im Nachwuchsbereich alpines Renntraining betrieben. Im Jahr 2024 wurde der WSV Patersdorf durch die Bayerische Staatsregierung für sein innovatives Führungs- und Organisationskonzept mit dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt ausgezeichnet.
Die Spielvereinigung Patersdorf (SpVgg Patersdorf) betreibt seit ihrer Gründung am 4. Juli 1959 ununterbrochen Fußballsport. Vorübergehend bestanden auch Sparten für Tischtennis und Damengymnastik. Ihre sportlich stärkste Phase hatten die wegen ihrer harten Spielweise als "FC Granit" gefürchteten Fußballer zwischen 1966 und 1977 in der damaligen A-Klasse (heute Kreisliga). Seit dem Aufstieg 2016 gehört die SpVgg wieder ununterbrochen der Kreisklasse an. Von den über 450 Mitgliedern sind 130 Kinder und Jugendliche im aktiven Spielbetrieb. Damit ist die SpVgg Patersdorf ein wesentlicher Faktor in der Jugendarbeit der Gemeinde.
Zu den ortsansässigen Sportvereinen zählen
Weitere ortsansässige Vereine sind
Pfarrkirche St. Martin: Der Chor ist eine spätgotische Schöpfung des 15. Jahrhunderts. Das im 18. Jahrhundert erbaute Langhaus wurde 1908 nach Westen verlängert. Das Chronogramm über dem Chorbogen zeigt das Jahr 1723. Die Stukkaturen sind nach Art der Gebrüder Asam ausgeführt. Ein Nachweis, dass sie tatsächlich in Patersdorf gewirkt haben, ist aber nicht gegeben. Die Ausstattung ist einheitlich im Stil des Rokoko und um 1740 entstanden. Ebenfalls von 1723 sind die Deckengemälde mit Szenen aus dem Leben des hl. Sebastian. Der Turm ist von 1893.
Dorfkapelle im Gemeindeteil Prünst: Sie wurde in den Jahren 1855 bis 1860 errichtet, am 5. August 1860 geweiht und der Muttergottes Maria Schnee konsegriert. Im Jahre 1972 wurde sie, hauptsächlich aus Spenden finanziert, umfassend renoviert. 1988 bis 1990 wurde sie grundlegend innen und außen saniert sowie Altar, Figuren und Kreuzwegbilder restauriert. Auch ein elektrisches Läutwerk wurde eingebaut. Regelmäßig werden in der Kapelle hl. Messen, Maiandachten und für Verstorbene auch Sterberosenkränze abgehalten.
Bis 2019 fand außerdem jährlich das Heimat- und Sportfest statt.