Seine Schauspielausbildung absolvierte er bei Eduard Marks an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Zuvor war Kramer zunächst als Vorschullehrer in Worpswede tätig. Sein Schauspieldebüt gab er in Schleswig.
Gottfried Kramer trat in den 1960er Jahren in TV-Serien wie Gestatten, mein Name ist Cox und Hafenkrankenhaus auf.
Es folgten eine kleinere Rolle in dem Mehrteiler Die Gentlemen bitten zur Kasse, in dem Spielfilm Perrak sowie in den Fernsehserien Tatort und Onkel Bräsig. In weiteren diversen Fernsehfilmen hatte Kramer zumeist kleinere, eher unbedeutende Rollen.
Kramer hatte eine sehr markante Reibeisenstimme, die zu seinem Markenzeichen wurde. So wurde er beispielsweise als die Stimme von Oskar in der Sesamstraße bekannt. Er sprach auch verschiedene Rollen in den amerikanischen SciFi-Serien Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann und Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau. Ebenfalls hat er die Zeichentrickserie Piggeldy und Frederick, die gelegentlich als Geschichte im Sandmännchen ausgestrahlt wird, synchronisiert, in der er beide Figuren und den Erzähler spricht. Zu seinen weiteren wichtigsten Synchronarbeiten zählen:
Durch seine markante Stimme arbeitete er viel für das Hamburger PlattenlabelEuropa. Zu seinen größten Rollen gehörte die des Kapitän Haddock in der Serie Tim und Struppi, welche allerdings bei Maritim erschien. Außerdem übernahm er bei Kolumbus und Sohn (ebenfalls bei Maritim erschienen) die Rolle des Erzählers. Er hatte viele weitere Rollen in diversen Hörspielserien, so z.B. in:
Die drei??? (als Mr. Rhandur in "Der Fluch des Rubins" und als Java-Jim)
Er lieh seine Stimme auch für die größte mobile Wildwasserbahn der Welt. Noch heute, knapp dreißig Jahre nach seinem Tod, kann man seine Stimme zur Begrüßung auf diversen Jahrmärkten hören. So begrüßt er auch im Heide-Park Soltau als Papagei Cora die Gäste an der „Wichtelhausenbahn“ und spricht Wumbo im dortigen elektronischen Vogeltheater (Tonlage der Stimme wurde hier etwas höher geregelt).
Für den Hansa-Park Sierksdorf sprach Gottfried Kramer neben einem Mienenarbeiter-Animatronic der Crazy Mine auch zusammen mit Peter Kirchberger (als Papagei) die Rolle des Käptn Hansa im Piratenland.
Tod
Am 30. Mai 1994 beging der stets zurückgezogen lebende Gottfried Kramer im Alter von 68 Jahren Suizid, da er den Tod seiner Frau Johanna nicht verwinden konnte. Er erhielt eine Seebestattung.
Literatur
Thomas Bräutigam: Gottfried Kramer. In ders.: Stars und ihre deutschen Stimmen. Lexikon der Synchronsprecher. Schüren, Marburg 2009, ISBN 978-3-89472-627-0, S. 148.