Ein Gruppenschema ist in der algebraischen Geometrie die Verallgemeinerung einer algebraischen Gruppe. Typische Beispiele sind affine algebraische Gruppen oder abelsche Varietäten. Im Unterschied zur klassischen Sichtweise können Gruppenschemata über beliebigen Schemata definiert werden. Solche finden Anwendung in der Theorie von Modulräumen abelscher Varietäten.
Sei ein Schema und sei die Kommakategorie der Schemata über . Die Objekte von nennen wir -Schemata. Sie hat endliche Produkte. Diese sind durch das Faserprodukt von -Schemata gegeben.
Ein Gruppenschema über (-Gruppenschema) ist ein Gruppenobjekt in .
Konkret heißt das:
Ein -Gruppenschema über besteht aus einem -Schema zusammen mit drei Morphismen
sodass die folgenden Eigenschaften erfüllt sind:
Diese Regeln sind den Gruppenaxiomen nachempfunden.
Alternativ kann ein -Gruppenschema als darstellbarer Funktor in die Kategorie der Gruppen beschrieben werden. Nach dem Yoneda-Lemma sind beide Definitionen äquivalent.
Ein Morphismus von Gruppenschemata ist ein Morphismus von -Schemata, der mit den Strukturmorphismen verträglich ist, das heißt , und . Tatsächlich folgen die letzten beiden Eigenschaften bereits aus . Die Klasse der -Gruppenschemata bildet zusammen mit Morphismen von -Gruppenschemata wieder eine Kategorie .
Die folgenden Begriffe sind im Allgemeinen zu unterscheiden.
Ist ein -Gruppenschema und ein Schemamorphismus, so ist das Faserprodukt auf natürliche Weise ein -Gruppenschema. Ist eine Eigenschaft von relativen Schemata, die stabil unter Basiswechsel ist, so ist die zugehörige Eigenschaft von Gruppenschemata ebenfalls stabil unter Basiswechsel.
Ein affines -Gruppenschema ist ein -Gruppenschema , sodass der Strukturmorphismus affin ist. Aus der Entsprechung von affinen -Schemata und quasi-kohärenten -Algebren über das relative Spektrum ergibt sich eine kontravariante Äquivalenz zwischen den folgenden beiden Kategorien:
Ist affin, so ist letztere Kategorie äquivalent zur Kategorie der -Hopf-Algebren.
Jedes Schema besitzt einen eindeutigen Schemamorphismus . Durch Basiswechsel definiert also jedes -Gruppenschema auf eindeutige Weise ein -Gruppenschema .