Johann Evangelist Ferdinand „Hans“ Hajek (* 1. Mai 1889 in Neu-Daubitz (Nová Doubice), Bezirk Rumburg, Königreich Böhmen; † 5. Juni 1970 in Eberbach, Baden-Württemberg) war ein deutschböhmischer Schriftsteller und Journalist.
Hans Hajek wurde als Sohn eines tschechischen Vaters und einer deutschen Mutter in Nordböhmen geboren. Seine Eltern waren Ferdinand Hajek (1835–1920), Oberförster des Fürsten Kinsky, und seine Ehefrau Gertrud (1853–?), Tochter des Dresdner Kaufmanns Rudolf Hermann Panse. Er studierte Philosophie sowie Neuphilologie an den Universitäten Berlin und Wien, wo er 1918 zum Dr. phil. promoviert wurde. Anschließend war er als Redakteur bei der „Tschechoslowakischen Zeitung“ in Warnsdorf (Varnsdorf) und als Volkshochschullehrer tätig. Von 1927 bis 1932 arbeitete er für den Berliner Radiosender Deutsche Welle GmbH.
Hajeks erste, am 20. April 1918 in Freiburg in Schlesien (Świebodzice) geschlossene Ehe, wurde laut Eintrag im Standesamt von Doubice am 7. Juli 1941 geschieden. Daraufhin heiratete er am 16. September 1941 die Sozialarbeitswissenschaftlerin Gerda Hajek-Simons (1892–1984), eine ehemalige Professorin für Sozialpädagogik an der Pädagogischen Akademie Frankfurt am Main, die als Sozialistin 1933 aus politischen Gründen aus dem Staatsdienst entlassen worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er ab 1951 Dozent am Seminar für Sozialberufe der Arbeiterwohlfahrt in Mannheim, das von seiner Ehefrau geleitet wurde.
Schriftstellerisch betätigte sich Hajek zunächst in Zeitschriften, bevor er 1911 – damals in Wien lebend – im Auftrag des „Deutschen Nordböhmerbundes“ gemeinsam mit Johann Pilz (1885–1958) die Anthologie Sprossende Saat herausgab, deren 80 Autoren einen Überblick über die deutschsprachige Literatur aus Böhmen bieten sollten. Während der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlichte er landwirtschaftliche Berufsratgeber in Heinrich Beenkens Verlag der Reichs-Elternwarte, einer pädagogischen Zeitschrift, die von der Reichselternschaft im Nationalsozialistischen Lehrerbund herausgegeben wurde. Ihr Redakteur Wilhelm Möller-Crivitz (1899–?) fungierte als Herausgeber von Hajeks Schriften Landwirtschaftliche Berufe für Mädel (1941) und Landwirtschaftliche Berufe für Jungen (1941).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hajek, Hans |
| ALTERNATIVNAMEN | Hajek, Johann Evangelist Ferdinand (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschböhmischer Schriftsteller und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 1. Mai 1889 |
| GEBURTSORT | Neu-Daubitz (Nová Doubice), Bezirk Rumburg, Königreich Böhmen |
| STERBEDATUM | 5. Juni 1970 |
| STERBEORT | Eberbach, Baden-Württemberg |