






Hieronymus Brunschwig (* um 1450 in Straßburg; † Ende 1512 oder Anfang 1513 ebenda), gelegentlich auch Hieronymus Brunswik und Hieronymus (von) Brunswig geschrieben, war ein deutscher Wundarzt und Botaniker. Er verfasste vor allem chirurgische und pharmazeutisch-botanische Schriften in deutscher Sprache und gilt als Vorgänger der Väter der Botanik.
Unklar sind Eckdaten des Lebens von Hieronymus Brunschwig. Dass er aus einem Straßburger Bürgergeschlecht (wohl dem der Salern oder Saulern) stammte, im Ausland studierte und an den burgundischen Kriegen (um 1475) teilnahm, scheint aus einigen Stellen in seinem Buch der Cirurgia hervorzugehen, entbehrt aber eines sicheren Beweises. Er war seit den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts vor allem Wundarzt und als solcher chirurgisch in Straßburg tätig. Vorbildlich wurden seine Behandlungsweisen von Schusswunden. 1461 beobachtete er in Koblenz, wie man einen „durch zu viel Studieren von Sinnen gekommenen Schulmeister binden musste“, der dann durch die Gabe von Arzneizubereitungen aus Ochsenzungenkraut geheilt wurde. Im Jahre 1466 hielt er sich in Würzburg auf, wo er mit dem dortigen Wundarzt Hans Pfarrer Kontakt hatte. Ende des 15. Jahrhunderts ließ er sich in Straßburg als Wundarzt nieder und begann umfangreiche medizinische Texte zusammenzustellen. Insbesondere sein Kleines Destillierbuch fand große Verbreitung.
In seinem 1518 erstmals aufgelegten „Spiegel der Arznei“ unterschied Lorenz Fries drei Ärztekategorien: „Methodici“, „Empirici“ und „Rationales“. Unter den „Empirici“ war eine Beschreibung von Hieronymus Brunschwig eingefügt:
„Die andern heiſſen empirici / ſein die ſo ir ſachen allein geſetzt haben in die ding / ſo ſie erfaren haben / welche achten das der artznei kein kunſt mer not ſei. […] vnd in ſunds einer dem die armen lüt für ſein hauß lauffen wenn sie wöllen fiſch kauffen ſchryend / Ach lieber du hilffeſt allen menſchen hilff vns auch / wir ſeind in den dörffern vnd schlöſſern / findent nit ſo vil fiſch zů kauffen als bei denem hauß. Des halb er inen zwei ſchöner bücher gemacht hat / darin findeſt vil hüpſcher ler wie wol er im grund der ler vnd das latin verſtanden / het wol gnůg gethon / ſouil er dieſer kunſt von der artzney gewüßt / hat ſich wol geübt / aber im grund obgeſchwebt.“
Diese Beschreibung des Straßburger Wundarztes war von den Setzern des Verlegers Grüninger unter Umgehung des Autors und des Druckers eingefügt worden. Sie wurde in den folgenden, zunächst von Fries, ab 1529 von Otto Brunfels überarbeiteten Auflagen getilgt.
Otto Brunfels und Hieronymus Bock, zwei Botaniker-Ärzte des 16. Jahrhunderts, äußerten sich anerkennend über Brunschwigs Pionierleistungen auf dem Gebiet der Botanik:
„Zum andern / ſo hab ich an etlichen orten auch deren gemeyne Herbaria etliche angezogen / vnd namlich Hieronymi von Brunſchweyg / welcher bey mir in groſſzer acht. dann vil gůts bewärts dings auch in den ſelbigen. Iſt aber mein meynung nit / ein vertrawen vff diſe ding zů ſetzen / oder auch daruff zů füren / vnd die ſpeculatiuam medicinam verwerffen / ſonder die künſten der artzeney ſoll man darzů brauchen / vnd deren regeln zůvor wol war nemen.“
„Aber ſo vil die Einfache Artzney der Kreutter belanget / hat Gott den frommen vnd gelehrten Ottonem Brunfelſium / nach dem fleiſſigen Hieronymo Braunſchweig im Teutſchen lande erweckt / welche die Kreutter zů beſchreiben ſich vnderzogen.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brunschwig, Hieronymus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Arzt |
| GEBURTSDATUM | um 1450 |
| GEBURTSORT | Straßburg |
| STERBEDATUM | um 1512 |
| STERBEORT | Straßburg |