Bingen (Landkreis Sigmaringen)

Wappen Deutschlandkarte
Bingen (Landkreis Sigmaringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bingen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 7′ N, 9° 16′ OKoordinaten: 48° 7′ N, 9° 16′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 600 m ü. NHN
Fläche: 37,01 km²
Einwohner: 2703 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72511
Vorwahl: 07571
Kfz-Kennzeichen: SIG, SLG, STO, ÜB
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 008
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 21
72511 Bingen
Website: www.bingen-hohenzollern.de
Bürgermeister: Marco Potas
Lage der Gemeinde Bingen im Landkreis Sigmaringen
KarteAlb-Donau-KreisBodenseekreisLandkreis BiberachLandkreis KonstanzLandkreis RavensburgLandkreis ReutlingenLandkreis TuttlingenZollernalbkreisBad SaulgauBeuronBingen (Landkreis Sigmaringen)GammertingenHerbertingenHerdwangen-SchönachHettingenHohentengen (Oberschwaben)IllmenseeInzigkofenKrauchenwiesLeibertingenMengenMengenMeßkirchNeufraOstrachPfullendorfSauldorfScheerSchwenningen (Heuberg)SigmaringenSigmaringendorfSigmaringendorfStetten am kalten MarktVeringenstadtWald (Hohenzollern)
Karte
Bingen (1985)

Bingen ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Sigmaringen in Deutschland, rund fünf Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Sigmaringen.

Geographie

Geographische Lage

Bingen befindet sich am Unterlauf der Lauchert, die auf der Schwäbischen Alb entspringt und fünf Kilometer südöstlich in die Donau mündet.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Zu Bingen gehören die Ortsteile Hitzkofen, Hochberg und Hornstein.

WappenOrtsteilEinwohner (2010)Fläche
BingenBingen (Kernort)20773122 ha
WappenHitzkofen470964 ha
WappenHochberg127347 ha
WappenHornstein106364 ha

Schutzgebiete

Bingen hat im Westen einen kleinen Anteil am Naturschutzgebiet Wasenried. Das Laucherttal ist im Bingener Gemeindegebiet Bestandteil des Landschaftsschutzgebiets Laucherttal mit Nebentälern und des FFH-Gebiets Gebiete um das Laucherttal sowie des Vogelschutzgebiets Südwestalb und Oberes Donautal.

Bingen gehört außerdem zum Naturpark Obere Donau.

Geschichte

Blick auf Bingen

Bingen wurde erstmals 1138 erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte es zur Grafschaft Sigmaringen. Es gab keinen eigentlichen Ortsherren und infolgedessen auch kein Gericht. Die betroffenen Grundherren, die Herren von Bingen, das Kloster Zwiefalten, die Grafschaft Sigmaringen sowie die Herren von Hornstein, übten jeweils die Hoheit über ihre eigenen Untertanen aus.

1431 wurde den Herren von Hornstein und von Reischach ein Niedergericht verliehen, welches 1507 gegenüber denen von Reischach wiederholt wurde.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) blieb auch in Bingen nicht ohne Folgen: Durch eine Hungersnot und eine Seuche starb innerhalb weniger Monate 1634 und 1635 mehr als die Hälfte der Dorfbevölkerung. Im Binger Pfarrbuch sind im Jahr 1635 aufgrund der Pestkatastrophe 368 Todesfälle registriert. An manchen Tagen verstarben mehr Personen als sonst in einem ganzen Jahr. Dies brachte eine große Panik und Abwanderung mit sich. Vermeintlich sichere Nachbarregionen, wie Bayern, Österreich und die Schweiz, waren die Ziele für die Flüchtlinge, viele Personen kehrten aber noch während des Krieges zurück in die Heimat. Einen maßgeblichen Anteil am wieder erfolgten Bevölkerungswachstum in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hatte die Zuwanderung von Menschen nicht zuletzt aus der vom Krieg verschonten Schweiz und aus Österreich.

Im Jahr 1787 verkauften die von Hornstein den Ort an Hohenzollern-Sigmaringen.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Bingen umfasst derzeit 13 gewählte ehrenamtliche Mitglieder, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt, sowie den Bürgermeister als ebenfalls stimmberechtigten Vorsitzenden. Er wird nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt, das den einzelnen Ortsteilen Bingens jeweils eine bestimmte Anzahl an Vertretern im Gemeinderat garantiert; so sind für den Hauptort Bingen neun Vertreter, für Hitzkofen zwei sowie für Hochberg und Hornstein jeweils ein Vertreter vorgesehen. Durch Ausgleichsmandate kann sich die Gesamtzahl an Sitzen verändern. Die letzte Wahl vom 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis (im Vergleich zu den Ergebnissen vorheriger Wahlen):

Gemeinderatswahlen
Partei / ListeStimmenanteil
(2024)
Sitze
(2024)
Ergebnis 2019Ergebnis 2014
Freie Wähler83,4 %1182,7 %, 10 Sitze75,0 %, 9 Sitze
CDU16,6 %217,3 %, 2 Sitze25,0 %, 3 Sitze

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit dem 1. April 2024 Marco Potas. Er wurde am 21. Januar 2024 mit 74,7 Prozent der Stimmen gewählt.

Wappen und Flagge

Das Bingener Wappen zeigt einen geteilten Schild, oben in Gold zwei rote Schräglinksleisten, dazwischen drei, außen je zwei sechsstrahlige rote Sterne, unten in Rot ein stehender goldener Hirsch. Die Farben der Gemeinde sind Rot-Gelb.

Wappen von Hochberg

Blasonierung: In Silber ein roter Balken, darüber ein rot bezungter schwarzer Eberkopf mit goldenen Hauern und goldenem Kragen, darunter eine dreilatzige schwarze Fahne.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinde liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße und ist Teil der Ferienregion „Im Tal der Lauchert“.

Bauwerke

Naturdenkmale

Das Bittelschießer Täle ist ein canyonartiges, dicht verholztes Durchbruchstal und auch geologisch ein besonders bedeutendes Geotop des Quartärs.

Zwischen Hochberg und Jungnau liegt der künstliche Erzschacht Eulengrube.

Binger Biotop

Etwa einen Kilometer nordöstlich von Bingen liegt das Binger Biotop, welches maximal 1,2 Meter tief ist. Es wurde Anfang 2010 errichtet, in dem man die immerfeuchte Ackerfläche tiefer grub und diese sich mit dann mit Grund- und Regenwasser füllte. Am Rande des Biotops wurden zahlreiche Rohrkolben angepflanzt. Heute ist das Binger Biotop Lebensraum vieler heimischer Tierarten wie zum Beispiel von Grasfröschen, Teichmolchen und Insekten wie Wasserläufern und Libellen. Damit die Insekten auch überwintern können, wurde ein Insektenhotel aus Holz, Lehm und weiteren Naturmaterialien errichtet.

Sport

Beim Bingener Ortsteil Hochberg befindet sich die „Hochberg-Loipe“ mit zwei 3 bzw. 3,5 Kilometern langen Rundwander- und Doppelspurloipen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bus- und Bahnverkehr

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 441. Im Schienenverkehr war Bingen über den sich nun in Privatbesitz befindlichen Bahnhof an die Strecke Sigmaringendorf–Hanfertal der Hohenzollerischen Landesbahn (HZL) angebunden.

Straßen

Die Landesstraße 277 verbindet Bingen und Hitzkofen Richtung Südwesten mit Sigmaringen (durchschnittlich 8063 Kfz/Tag im Jahr 2024) und Richtung Ost/Nordost über Langenenslingen mit Riedlingen (3350 Kfz/Tag). Die Landesstraße 455 verbindet Hitzkofen mit Sigmaringendorf (3084 Kfz/Tag), die Kreisstraße 8201 verbindet Bingen über Inneringen Richtung Trochtelfingen (3842 Kfz/Tag). Außerdem gibt es als Kreisstraßen die K 8200 Bingen – Hornstein und die K 8202 Veringendorf – Hochberg – Egelfingen.

Radverkehr

Bingen liegt am Hohenzollern-Radweg, einem Fernradweg, der vom Bodensee über die hohenzollerischen Städte Sigmaringen und Hechingen nach Weinstadt im Rems-Murr-Kreis führt. Er verläuft dabei von Sigmaringendorf kommend durch Hitzkofen und Bingen sowie dicht an Hornstein vorbei nach Jungnau, weitestgehend im Tal der Lauchert.

Im Netz des Landkreises Sigmaringen gibt es überdies Verbindungen von Bingen nach Sigmaringen (straßenbegleitender Radweg an der L 277) und nach Egelfingen. Die Route Hitzkofen – Wilflingen verläuft ohne Radweg auf der L 277, zudem gibt eine Verbindung Hitzkofen – Heudorf. Hochberg ist mit Jungnau, Veringendorf und Egelfingen verbunden, die letzteren beiden verlaufen auf der K 8202.

Infrastruktur

Die Wasserversorgung Bingen erfolgte früher über einen Karstwasserbrunnen bei der Kämmerlequelle. Im Jahre 1979 wurde ein Brunnen bis zu einer Tiefe von 43 Meter ausgebaut. Das Pumphaus von 1980 steht im Gewann Rückhau, etwa 200 Meter vom Pumpwerk der Gemeinde Sigmaringendorf entfernt. Auf Gemarkung Hitzkofen steht am Ebnerberg der neue zweikammerige Hochbehälter mit einem Inhalt von 600 Kubikmetern. Der alte Wasserbehälter in Hornstein liegt auf gleicher Höhe und wird weiter verwendet. Insgesamt hat die Gemeinde damit ein Wasserangebot von 1.100 Kubikmetern bei einem täglichen Verbrauch von etwa 600 Kubikmetern. 1982 wurde eine Steueranlage in Bingen in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten betrugen 3,3 Millionen Euro.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Bingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Tabellengruppe 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes zum 31. Dezember 2025 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Auf einen Blick. So präsentiert sich Bingen auf einen Blick. In: Wir in Bingen. In: Schwäbische Zeitung vom 27. November 2010.
  3. ↑ Daten- und Kartendienst der LUBW
  4. 1 2 Kulturschwerpunkt. Vortrag zum 30-jährigen Krieg. In: Südkurier. 24. September 2010.
  5. ↑ Sabine Rösch: Jahresthema. Im Prinzip sind alle Menschen Migranten. In: Schwäbische Zeitung. 4. Oktober 2010.
  6. ↑ Gemeinderatswahl 2024. Abgerufen am 17. September 2024.
  7. ↑ Yannick Rehfuss: Neuer Bürgermeister von Bingen bei Sigmaringen heißt Marco Potas. In: schwaebische.de. 21. Januar 2024, abgerufen am 22. Januar 2024.
  8. 1 2 Stefan Schneider: Prozession. Eulogius hilft den Pferden. In: Schwäbische Zeitung. 14. Juni 2010.
  9. 1 2 3 Sabine Rösch/sr: Eingerüstet: Minusgrade stoppen Sanierung der Kirche St. Wendelin. Pfarrgemeinderat bedauert Situation – Schon 400 Stunden Eigenleistung – Unvorhergesehene Schäden. In: Schwäbische Zeitung vom 13. Dezember 2010.
  10. ↑ Kirchenrenovierung. St. Wendelin in Hochberg erhält neues Gesicht. In: Schwäbische Zeitung vom 6. Oktober 2010.
  11. ↑ Jürgen Meyer: Wilde Höhlen, Grotten, Felsennester: 100 geheimnisvolle Hohlräume zwischen Alb und Donau. Oertel & Spörer, 2011, ISBN 3-88627-479-9, S. 58–59.
  12. ↑ Karl-Heinz Fahlbusch: Winterspaß im Landkreis. Loipen sind gespurt. In: Südkurier. 9. Januar 2009.
  13. ↑ Verkehrsstärkenkarte auf mobidata-bw.de, abgerufen am 14. Oktober 2026
  14. ↑ Präsentation: Radverkehr im Landkreis - Status Quo und Ausblick
  15. ↑ RadVIS Baden-Württemberg mit RadNETZ und Kreisnetzen auf www.radroutenplaner-bw.de
  16. ↑ Schäfer: Senioren besichtigen Wasserversorgung. In: Schwäbische Zeitung. 21. November 2008.