| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 47° 57′ N, 9° 23′ O | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Sigmaringen | |
| Höhe: | 611 m ü. NHN | |
| Fläche: | 108,89 km² | |
| Einwohner: | 7013 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 64 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88356 | |
| Vorwahl: | 07585 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SIG, SLG, STO, ÜB | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 37 086 | |
| Gemeindegliederung: | 12 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 19 88356 Ostrach | |
| Website: | www.ostrach.de | |
| Bürgermeisterin: | Lena Burth (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Ostrach im Landkreis Sigmaringen | ||
Ostrach ist die flächengrößte Gemeinde des Landkreises Sigmaringen und liegt an dessen südlichem Rand in Oberschwaben. Durch Ostrach führen die Oberschwäbische Barockstraße, die Hohenzollernstraße und die Schwäbische Dichterstraße.
Ostrach liegt zwischen Donau und Bodensee, Sigmaringen und Ravensburg, Bad Saulgau und Pfullendorf am gleichnamigen Fluss, der hier durch eine Engstelle zwischen zwei Moränenrücken – wie dem Wagenhart im Osten – des Rheingletschers aus der letzten Eiszeit hindurch fließt und das Burgweiler-Pfrunger Ried zur Donau hin entwässert. Die Landschaft ist hügelig und waldreich. Durch Kiesabbau in zwei Kieswerken sind Baggerseen nördlich und südlich des Ortsteils Jettkofen entstanden. Die Gemeinde erstreckt sich auf etwa 10.893 Hektar (Stand: 31. Dezember 2010), mit 757 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche.
Die Gemeinde Ostrach unterscheidet den Hauptort Ostrach (mit dem Weiler Dichtenhausen) sowie die Ortschaften Burgweiler (mit den Teilorten Waldbeuren, Ochsenbach, Oberochsenbach, Zoznegg, Egelreute, Ulzhausen, Hahnennest, Mettenbuch und den Höfen Freudenberg, Rothenbühl und Sturmberg), Jettkofen, Kalkreute-Spöck (mit den Teilorten Kalkreute und Spöck sowie dem Hof Arnoldsberg), Laubbach (mit den Teilorten Oberweiler und Unterweiler sowie den Häusern Laubbacher Mühle und der Wüstung Oberstirndorf), Magenbuch-Lausheim (mit den Teilorten Magenbuch und Lausheim, dem Junghof, der Weihermühle sowie der Wüstung Sternberg), Tafertsweiler (mit den Teilorten Bachhaupten, Eschendorf, Gunzenhausen und Wirnsweiler sowie der Wüstung Birkweiler), Wangen und Weithart (mit den Teilorten Eimühle, Einhart, Habsthal, Bernweiler und Levertsweiler sowie der Wüstung Werlishausen).
| Wappen | Ortschaften | Einwohner (Stand: 31. Juli 2014) | Fläche (Stand: 31. Dez. 2010) |
|---|---|---|---|
| Ostrach (Hauptort) | 3559 | 916 Hektar (ha) | |
| Burgweiler | 960 | 2474 ha | |
| Jettkofen | 253 | 431 ha | |
| Kalkreute-Spöck | 223 | 779 ha | |
| Laubbach | 222 | 853 ha | |
| Magenbuch-Lausheim | 262 | 1651 ha | |
| Tafertsweiler | 292 | 1950 ha | |
| Wangen | 139 | 283 ha | |
| Weithart | 769 | 1555 ha |
Im Gebiet der Gemeinde Ostrach sind zurzeit drei Naturschutzgebiete, das Pfrunger-Burgweiler Ried, das Schwarze Moos und das Taubenried, drei Landschaftsschutzgebiete, die typische oberschwäbische Schmelzwasserlandschaft Altshausen-Laubbach-Fleischwangen, das Gebiet um den Lausheimer Weiher und das Taubenried, sowie das Vogelschutzgebiet Pfrunger und Burgweiler Ried ausgewiesen (Stand: März 2015).


Die älteste urkundliche Erwähnung von Ostrach datiert aus dem Jahr 851, wenn sich auch hier bereits aus der Kupferzeit Metallfunde zeigten. Aus der Früheisenzeit und Späthallstattzeit finden sich im Ostrachtal mehrere Grabhügel, unter anderem der „Dreibühl“ im Laubbacher Holz oder im Wald Dachsbau bei Tafertsweiler. In der Zeit des Römischen Reichs führte hier die Römerstraße Altshausen–Ostrach–Wangen–Habsthal–Krauchenwies vorbei. Zudem fanden sich beim Wasserhochbehälter römische Reste.
1317 war das Gemeindegebiet und der Hauptort zwischen der Grafschaft Friedberg (östlich) und der Grafschaft Sigmaringen (westlich) geteilt. Die Grenze bildete von Norden her die Ostrach bis zur Brücke (an der Kirche) und von dort an die Straße über Laubbach nach Riedhausen. Beginnend im 13. Jahrhundert bis 1324 ging das Gebiet Ostrach-Burgweiler-Bachhaupten durch stückweise Verkäufe allmählich vom Reichsgut in den Besitz des Klosters Salem über. Später baute Salem mit dem planmäßigen Erwerb die Herrschaft Ostrach auf. Die Reichsabtei übte die Ortsherrschaft und die Niedergerichtsbarkeit aus. 1637 kamen Burgweiler und seine engere Umgebung an die Grafschaft Heiligenberg des Hauses Fürstenberg und von dort 1806 zu Baden.
Am 21. März 1799 besiegten 50.000 Österreicher 20.000 Franzosen in der Schlacht bei Ostrach, der ersten Schlacht des zweiten Koalitionskriegs.
Ostrach und Bachhaupten kamen 1803 zu Thurn und Taxis und 1806 zu Hohenzollern-Sigmaringen. Bis 1862 war es Sitz des standesherrlichen Oberamtes Ostrach, es markierte zugleich den südöstlichsten Punkt der Hohenzollernschen Lande, abgesehen von der Exklave Achberg. Im Anschluss kam Ostrach an das Oberamt Sigmaringen, seit 1925 Landkreis Sigmaringen.
Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten bei Ostrach russische und französische Kriegsgefangene. Gegen Kriegsende wurden in Burgweiler Personenzüge bombardiert und von Tieffliegern beschossen. Der Zentrumspolitiker und Rechtsanwalt Reinhold Frank aus Bachhaupten wurde einen Tag nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 festgenommen und später hingerichtet. Bei den Todesmärschen aus den Lagern des Unternehmens „Wüste“ in Richtung schwäbisches Oberland und Alpen wurde eine Kolonne von KZ-Häftlingen von Meßkirch über Wald und Aach-Linz nach Ostrach getrieben und traf dort am 22. April 1945 ein. Vor der Ankunft in Ostrach wurden zwei entkräftete Häftlinge im Wald bei Buchschoren erschossen. Der Ebersbacher Pfarrer notierte damals in der Pfarrchronik: „Wer nicht mehr kann, erhält den Genickschuss – aus.“ Zeugen aus Denkingen bestätigten dies. In Ostrach wurde eine Kolonne von ausgemergelten, vielfach kranken Häftlingen zurückgelassen, andere mussten weitermarschieren. Die Zurückgelassenen wurden in eine Feldscheune getrieben, in der sie getötet werden sollten. Als französische Truppen heranrückten, ließen die Wachmannschaften von ihrem Plan ab und verschwanden. Auch die weitermarschierenden Transporte lösten sich auf. Die meisten Häftlinge wurden am 22./23. April 1945 in der Gegend von Ostrach und Altshausen von französischen/marokkanischen Truppenverbänden befreit. Mehrere der in Ostrach zurückgebliebenen Häftlinge wurden ins Elisabethen-Krankenhaus gebracht; einige starben dort. Auf dem Ostracher Friedhof wurden insgesamt 13 Menschen beerdigt, zwei weitere im Wald zwischen Ostrach und Pfullendorf. Ostrach wurde Teil der Französischen Besatzungszone; eine Kommandantur wurde eingerichtet und die Verantwortung einem polnischen Häftling übertragen. Kurz darauf kam es im Gemeindegebiet zu vereinzelten Racheakten und ungeklärten Morden.

Die Neubildung der Gemeinde Ostrach im Zuge der Gemeindereform erfolgte in Etappen. Bereits am 1. Januar 1969 wurde die frühere badische Exklave Dichtenhausen von Burgweiler nach Ostrach umgemeindet. Am 1. Dezember 1971 wurden Spöck und Wangen nach Ostrach eingemeindet, Magenbuch (mit Lausheim) folgte am 1. April 1972, Einhart, Habsthal (mit Bernweiler), Laubbach (mit Unterweiler und Oberweiler), Levertsweiler und Tafertsweiler (mit Bachhaupten, Eschendorf und Gunzenhausen) am 1. Oktober 1974. Am 1. Januar 1975 schlossen sich Ostrach, Burgweiler (mit Hahnennest, Mettenbuch, Ochsenbach, Oberochsenbach, Zoznegg, Waldbeuren, Ulzhausen, Egelreute) und Kalkreute zur neuen Gemeinde Ostrach zusammen, Jettkofen kam hinzu. Schließlich wurde am 1. Januar 1978 die frühere württembergische Exklave Wirnsweiler von Saulgau getrennt und nach Ostrach umgegliedert.
Ostrach ist die einzige Gemeinde in Baden-Württemberg, die ehemals selbständige Gemeinden aus allen drei Landesteilen (Baden, Hohenzollern und Württemberg) in sich vereint. Etwa einen Kilometer südlich von Laubbach befand sich das Dreiländereck, an dem die Gebiete von Baden, Hohenzollern und Württemberg aufeinanderstießen. Zwei weitere Dreiländerecke finden sich zwischen Ostrach und Levertsweiler sowie unweit der Straße zwischen Jettkofen und Repperweiler (Gemeinde Hohentengen).
| Jahr | 1961 | 1970 | 1991 | 1995 | 2005 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 4527 | 4839 | 5708 | 6486 | 6843 | 6850 | 6759 | 6750 | 6714 | 6719 | 6623 | 6588 | 6704 | 6751 |
Bis zum Jahr 2013 handelt es sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (1961 und 1970) sowie amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Die Angaben von 1961 und 1970 beziehen sich auf das heutige Gemeindegebiet.
In der Gemeinde Ostrach gibt es insgesamt sieben katholische Pfarrgemeinden. Sie gehören zur 1827 errichteten Erzdiözese Freiburg. Seit 1990 gehören sie alle dem Dekanat Sigmaringen-Meßkirch an. Sieben von ihnen bilden die Seelsorgeeinheit Ostrachtal. Dies sind die Pfarrgemeinden Ostrach, Burgweiler, Einhart, Habsthal, Levertsweiler, Magenbuch und Tafertsweiler. Zu diesen sieben Pfarrgemeinden gehören noch zahlreiche Ortsteile, die teilweise auch eigene Kapellen besitzen. Die Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinden und Filialorte reichen teilweise in sehr alte Zeiten zurück. In den letzten Jahren wurden – oder werden – sie grundlegend renoviert und teilweise umgestaltet. Die Renovations- und Umbaumaßnahmen erfahren große Unterstützung durch die Mitglieder der Pfarrgemeinden. Die hauptberufliche Seelsorge geschieht in der Seelsorgeeinheit Ostrachtal durch einen Pfarrer, einen Pater und einen Gemeindereferenten. Die Seelsorgeeinheit teilt sich in 27 Ortsteile auf. Das Pfarrgemeinderatsgremium mit 21 gewählten Frauen und Männern aus der gesamten Seelsorgeeinheit kümmern sich zusammen mit den Seelsorgern um die Fragen und die Leitung der Pfarreien und der Seelsorge.
Evangelische Christen in Ostrach gehören der Evangelische Kirchengemeinde Ostrach-Wald im Kirchenbezirk Balingen an: ein Kuriosum, denn zwischen den politischen Gemeinden Ostrach und Wald liegt die Gemeinde Pfullendorf. In der Struktur der evangelischen Kirchengemeinde spiegelt sich die Zerrissenheit der politischen Landschaft des süddeutschen Raums vor der Gründung des Deutschen Reichs wider. Die freie Reichsstadt Pfullendorf wurde 1805 Baden zugeschlagen und gehört deshalb heute zur Evangelischen Landeskirche in Baden. Die Evangelische Landeskirche in Hohenzollern schloss sich 1950 der Evangelischen Landeskirche in Württemberg an. In den evangelischen Gemeinden in Hohenzollern hat die altpreußische Gottesdienstform auf Wunsch der Gemeinden auch weiterhin Bestand. Die Struktur neuer evangelischer Kirchengemeinden in Oberschwaben in den 1950er-Jahren folgte wie in Ostrach dem Muster. Bedingt durch die Flüchtlinge aus dem Osten wurde die Zahl der evangelischen Christen in kleinen Gemeinden groß genug, um eigene Kirchengemeinden zu bilden. Ostrach und Wald, historisch zu Hohenzollern gehörend, kamen deshalb als eine Kirchengemeinde zusammen. Dass die Kirche in Ostrach und nicht in Wald gebaut wurde, hat auch historische Gründe: Ostrach entwickelte sich von der Einwohnerzahl her stärker als Wald. 250 evangelische Christen in Wald stehen 1000 in Ostrach gegenüber.
Die Kommunalwahl vom 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,0 % (+ 3,6 %) zu folgendem Ergebnis:
Die unechte Teilortswahl wurde mit Änderung der Hauptsatzung durch den Gemeinderat am 28. Juli 1998 abgeschafft, das heißt die Satzungsänderung war erstmals für die nächste regelmäßige Wahl des Gemeinderats anzuwenden, nämlich am 24. Oktober 1999.
Bürgermeisterin ist seit dem 1. September 2023 Lena Burth (parteilos). Zum Zeitpunkt ihres Amtsantritts war sie die jüngste hauptamtliche Bürgermeisterin in Baden-Württemberg. Sie wurde am 9. Juli 2023 mit 51 Prozent der Stimmen gewählt.
|
Ehemalige Bürgermeister von Einhart:
Ehemalige Bürgermeister von Kalkreute:
Ehemalige Bürgermeister von Magenbuch:
Ehemalige Bürgermeister von Spöck:
|
| Blasonierung: „In geteiltem Schild oben in Silber (Weiß) eine schräg gelegte rote Speerspitze, unten in Schwarz ein doppelreihig von Rot und Silber (Weiß) geschachter Schrägbalken (Zisterzienserbalken).“ | |
| Wappenbegründung: Nachdem in den Jahren 1971 bis 1974 acht Orte in die frühere Gemeinde Ostrach eingegliedert worden waren, erfolgte am 1. Januar 1975 der Zusammenschluss mit Burgweiler, Jettkofen und Kalkreute zur neuen Gemeinde Ostrach, die das 1947 verliehene Wappen ihrer gleichnamigen kommunalen Vorgängerin wieder aufnahm. Es zeigt die Speerspitze aus dem 1309 belegten Siegel des Ortsadligen Heinrich Swende von Ostrach und den „Zisterzienserbalken“ aus dem Wappen des Klosters Salem, zu dem fast alle Gemeindeteile historische Beziehungen hatten. Zum Abschluss der Gemeindereform 1975 wurde auf Antrag der Ostracher Verwaltung das bisherige Ostracher Wappen zum Wappen der Gesamtgemeinde und am 18. April 1978 durch das Landratsamt Sigmaringen neu verliehen. |
Seit 1970 besteht eine offizielle Partnerschaft mit Étréchy, einer 40 km südlich von Paris gelegenen Gemeinde. Die Partnerschaft wurde 1966 durch eine private Freundschaft angebahnt und führte seither schon zu zahlreichen Begegnungen, Besuchen und Gegenbesuchen von Vereinen und Gruppen und auch einem Jugendaustausch im Europa-Camp, zusammen mit Lydd, der englischen Partnerstadt von Etrechy. Sogar eine deutsch-französische Hochzeit wurde in diesen Reihen gefeiert. Auf französischer Seite sind im Partnerschaftsausschuss rund 15 Mitglieder vertreten, Ostrach stellt derzeit etwa zwölf Vertreter. Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums im Jahre 2010 wurden von den Bürgermeistern Christoph Schulz (Ostrach) und Julien Bourgeois (Étréchy) Erneuerungsurkunden unterzeichnet.
Die Gemeinde Ostrach bildet zusammen mit der Stadt Pfullendorf und den Gemeinden Illmensee, Wald und Wilhelmsdorf die 1999 gegründete Ferienregion „Nördlicher Bodensee“ und ist Teil des „Ferienland Hohenzollern“. Hier treffen die Hohenzollernstraße, die Oberschwäbische Barockstraße und die Schwäbische Dichterstraße zusammen.
Die Gemeinde Ostrach hat eine vielfältige Museums- und Galerienlandschaft. Im Amtshaus, das 1586/87 als Verwaltungssitz des Klosters Salem für die Besitzungen im Bereich „Ob den Bergen“ erbaut wurde, sind drei Museen untergebracht: das Heimatmuseum Ostrach, das Volkskunde- und das Grenzsteinmuseum.
Im Teilort Laubbach befindet sich das Atelier und die Galerie Laubbach. Seit über 25 Jahren zeigt der Maler und Holzschneider Peter Weydemann Ausstellungen in seinem Atelier, mit denen er vor allem gegenständliche Kunst der Gegenwart – Grafiken, Zeichnungen, Malereien und Skulpturen – präsentiert.
In Tafertsweiler zeigt eine in einem alten Schweinestall untergebrachte private Sammlung alte landwirtschaftliche und handwerkliche Gerätschaften.
In einem Bauernhaus im Ortsteil Bachhaupten wurde die Ostracher Liederhandschrift aus dem Jahr 1740 entdeckt, eine handschriftliche Aufzeichnung von Kunstliedern. Im Heimatmuseum wird die Liederhandschrift thematisch dargestellt.




Es gibt zentral im Pfrunger-Burgweiler Ried einen modernen, 38,8 m hohen, vollkommen hölzernen Aussichtsturm, den Bannwaldturm. 218 Stufen führen zum Dachpodest. 2016 errichtet durch die Gemeinde.
Auf der Gemarkung Ostrach wurden Ende 2008 105 „sakrale Kleinbauwerke“ (Flurkreuze) gezählt. Sie treten mit über 25 Prozent verstärkt als Metallkreuze auf.
Des Weiteren befinden sich auf dem Gemeindegebiet etliche Grenzsteine:

Ostrach befindet sich im Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) und seit dem 1. Januar 2009 auch im Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo).
Am 15. August 1875 bekam Ostrach über die Bahnstrecke Altshausen–Schwackenreute Anschluss an die Eisenbahn, Bahnhöfe gab es in Ostrach und in Burgweiler. Der Personenverkehr wurde am 28. September 1966 eingestellt. Der letzte Güterzug fuhr am 31. Juli 2002.
Im Juli 2009 wurde die Strecke zwischen Altshausen und Pfullendorf wieder für den Güterverkehr und Sonderzüge reaktiviert. Seit 2010 gibt es einen regelmäßigen Sonderzug zwischen Pfullendorf und Aulendorf und zurück. Im Jahr 2018 verkehrt der Bodo-Radexpress Oberschwaben vom 1. Mai bis 21. Oktober an jedem Sonn- und Feiertag zwischen Aulendorf, Altshausen, Ostrach, Burgweiler und Pfullendorf. Die Fahrradmitnahme ist kostenlos.
15 Jahre nach der Einstellung des Güterregelverkehrs zwischen Altshausen und Pfullendorf rollen auf der Strecke wieder Güterzüge. Am 8. April 2017 fuhr ein Zug mit sechs leeren Holzwaggons zum Bahnhof Burgweiler und wurde dort mit zehn Lastwagenladungen Stammholz beladen. Die voll beladenen Waggons verließen Burgweiler in Richtung Augsburg. Im Juli 2017 wurde ein weiterer Holztransport von Burgweiler nach Augsburg gefahren.
Der Ostracher Bürgerbus ergänzt den öffentlichen Nahverkehr und verbessert unter anderem die Mobilität von Menschen mit Behinderungen. Auf fünf Routen fährt er an fünf Tagen in der Woche nach einem festen Plan zwischen der Ostracher Ortsmitte mit elf und den Teilorten mit insgesamt zwanzig Haltepunkten. Der Bürgerbus wird von der Gemeinde Ostrach finanziert und vom Bürgerbus-Verein sowie ehrenamtlichen Fahrern und Helfern betrieben.
Die 2008 abgerissene Freiherr-vom-Stein-Schule war ein geschichtsträchtiges Gebäude. Der erste Teil des Gebäudes war 1957/58 als ländliche Berufsschule für Jungen und Mädchen erstellt worden. Auf Anraten von Landwirtschaftsschulrat Norbert Wahl bekam die Einrichtung den Namen des Freiheitskämpfers Freiherr vom Stein. Im Rahmen der Aufhebung der Berufsschule und der Entwicklung des Schulwesens mit den Schwerpunkten Haupt- und Realschule war 1966 ein weiterer Trakt angebaut worden. 1971 endete die schulische Nutzung durch die Erstellung des Schulzentrums Ostrachtalschule an der Schlößlesstraße.
Der Torfabbau im 19. Jahrhundert war der erste Schritt in die Industrialisierung. Kies im Nass- und Trockenabbau unter Einsatz modernster Technik erfolgt ebenfalls bereits seit vielen Jahrzehnten. Heute bietet die Region Ostrach und Umgebung eine Vielfalt an Unternehmen sowohl im Hightech- als auch im traditionellen Bereich. Das Handwerk ist stark vertreten. Dienstleistungsunternehmen unterschiedlicher Branchen wie Ingenieurbüros und Medienagenturen sind angesiedelt. Durch die Nähe namhafter Freizeitfahrzeughersteller wie Hymer und Carthago Reisemobilbau haben zahlreiche Zulieferer ihren Standort in der Gemeinde Ostrach.
Ein weiteres wichtiges Standbein für die Gemeinde Ostrach bildet der Tourismus. Ostrach gehört zur Ferienregion „Nördlicher Bodensee“. Im Jahr 2014 verzeichneten Ostrach und seine Teilorte 40.208 Übernachtungen, viele davon in privaten Ferienwohnungen.