| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 4′ N, 9° 11′ O | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Sigmaringen | |
| Höhe: | 630 m ü. NHN | |
| Fläche: | 28,73 km² | |
| Einwohner: | 2969 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 103 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 72514 | |
| Vorwahl: | 07571 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SIG, SLG, STO, ÜB | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 37 059 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Teilorte | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Ziegelweg 2 72514 Inzigkofen | |
| Website: | www.inzigkofen.de | |
| Bürgermeister: | Bernd Gombold | |
| Lage der Gemeinde Inzigkofen im Landkreis Sigmaringen | ||
Inzigkofen ist eine Gemeinde im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. Zu Inzigkofen gehören zwei Teilorte (Vilsingen und Engelswies) und zwei Weiler (Dietfurt und Pault). Das 1975 zu Inzigkofen eingemeindete Thiergarten gehört seit 1977 zur Gemeinde Beuron.

Inzigkofen liegt am südwestlichen Rand der Schwäbischen Alb an der Donau im Naturpark Obere Donau, etwa drei Kilometer westlich der Kreisstadt Sigmaringen. Die Gemarkungsfläche umfasst rund 2876 Hektar (Stand: 31. Dezember 2010).
Inzigkofen grenzt im Westen, Norden und Osten an Sigmaringen, im Süden an Meßkirch.
Die Gemeinde besteht aus dem namensgebenden Inzigkofen (mit Weiler Pault) und den Ortsteilen Engelswies und Vilsingen (mit Weiler Dietfurt).
| Wappen | Teilort | Einwohner (Stand: 11. Juni 2015) | Fläche (Stand: 11. Juni 2015) |
|---|---|---|---|
| Inzigkofen (Hauptort) mit Nickhof und Pault | 1335 | 931 ha davon 172 ha Nickhof und 398 ha Pault | |
| Engelswies | 604 | 749 ha | |
| Vilsingen mit Dietfurt | 850 | 1196 ha |
In Inzigkofen liegt das Naturschutzgebiet Morgenweide. Die Inzigkofener Donauaue gehört zum Landschaftsschutzgebiet Donau- und Schmeiental, zum FFH-Gebiet Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen sowie zum Vogelschutzgebiet Südwestalb und Oberes Donautal.
Inzigkofen liegt außerdem im Naturpark Obere Donau.

Das Gebiet von Inzigkofen und seinen Ortsteilen war bereits in ur- und frühgeschichtlicher Zeit Siedlungsraum. So fanden sich unter anderem menschliche Spuren in den prähistorischen Fundschichten der Burghöhle Dietfurt (Urnenfeldzeitlicher Estrich mit Kreisverzierungen), ein bronzezeitlicher Hortfund von der Eremitage bei Inzigkofen (Bronzesicheln, Wellhornschnecke und Eberzahn), ein hallstattzeitlicher Grabhügel bei Vilsingen mit bronzenen Gefäßen. Eine sogenannte „rhodisch-milesische“, wahrscheinlich etruskische Kleeblattkanne aus Bronze, die ein Landwirt ausgegraben hatte, könnte auf Handelsbeziehungen hindeuten. Des Weiteren fanden sich zwischen Inzigkofen und Laiz Überreste eines römischen Gutshofs (siehe Villa Rustica (Inzigkofen)) und ein alamannisches Grab auf der Eremitage (drei beigesetzte Personen mit deutlichen Kampfverletzungen, wie zum Beispiel einem gespaltenen Schädel).
Die heutigen Ortsteile Engelswies und Vilsingen wurden nach der Eingliederung Alemanniens in das Fränkische Reich in einer Schenkungsurkunde des Grafen Berthold an das Benediktinerkloster St. Gallen aus dem Jahre 793 genannt.

Im 13. Jahrhundert befand sich in der Fürstlichen Domäne Nickhof bei Inzigkofen die Burg Utkoven. Die erste Nennung des Ortes erfolgt in einer Urkunde aus dem Jahr 1263, in der Truchsess Berthold von Waldburg-Rohrdorf den Zisterzienserinnen im Kloster Wald das Anwesen des damaligen Inzigkofens und des Nickhofs schenkt. 1306 erscheint die nächste Nennung des Ortes „Ünzkowen“ im Habsburger Urbar.
Die Schreibweise des Ortsnamens änderte sich über die Jahre in „Untzkoven“ und später in „Inzigkofen“. Die Ableitung des Ortsnamens von „Einziger Hof“ ist der Volksmeinung zuzuschreiben. Wahrscheinlicher ist die Deutung, dass der Ortsname aus einem nach einer Person namens „Unzo“ bezeichneten Hof hervorging.
1354 wurde das Kloster Inzigkofen gegründet.
Am 6. Oktober 1796 zerstörten die sich im Rückzug befindlichen französischen Truppen des Generals Jean-Victor Moreau einen Großteil von Engelswies. Grund war die Ermordung eines französischen Soldaten, der das Pfarrhaus plündern wollte.
In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Inzigkofen eines von fünf Lagern des weiblichen Reichsarbeitsdienstes (RAD) im damaligen preußisch-hohenzollerischen Landkreis Sigmaringen. Hierzu erfuhr das Konvent von 1939 bis 1944 eine Umnutzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Auffanglager.
Im Jahre 1950 hielt die Literaturvereinigung Gruppe 47 im Kloster Inzigkofen eine Tagung ab.
Am 1. April 1901 wurden die beiden fürstlichen Domänen Pault und Nickhof nach Inzigkofen eingemeindet. Bereits ab 1854 war Pault dem Gemeindeverband Inzigkofen zugeordnet. Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg folgten am 1. Januar 1975 die bis dahin selbständigen Gemeinden Engelswies und Vilsingen (mit der Teilgemeinde Dietfurt) und dem ehemals hohenzollerischen Teil Thiergartens. Nach Anhörung der dortigen Einwohner wurde am 1. Januar 1977 Thiergarten in die Gemeinde Beuron umgegliedert.
Der Gemeinderat von Inzigkofen besteht aus derzeit 14 gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt, sowie dem Bürgermeister als ebenfalls stimmberechtigtem Vorsitzenden. Er wird nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt, die den einzelnen Ortsteilen von Inzigkofen jeweils eine bestimmte Anzahl an Vertretern im Gemeinderat garantiert, wodurch sich die Gesamtzahl der Sitze jedoch durch Ausgleichsmandate verändern kann. Die letzte Wahl vom 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 69,4 % zu folgendem amtlichen Endergebnis:
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
| Freie Wähler | 45,3 % | 6 |
| CDU | 41,8 % | 6 |
| Grüne | 12,9 % | 2 |
| Gesamt | 100 % | 14 |
Darüber hinaus besteht in den Ortsteilen Engelswies und Vilsingen jeweils ein eigener Ortschaftsrat.
Am 28. November 2004 wurde der aus Inzigkofen stammende Bernd Gombold, damaliger Haupt- und Personalamtsleiter beim Landratsamt Sigmaringen, als einziger ernstzunehmender Kandidat mit absoluter Mehrheit von 96,8 Prozent im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Am 1. Februar 2005 trat er sein Amt als Nachfolger von Pius Widmer an, der nach 32 Jahren nicht mehr kandidiert hatte. Auf sein Amt vereidigt wurde er am 18. Februar 2005, seine Amtszeit endet am 17. Februar 2013. Im November 2012 wurde Gombold mit 97,7 % der Stimmen wiedergewählt.
| Blasonierung: „In geteiltem Schild oben in Silber (Weiß) ein golden (gelb) bewehrter, rot bezungter schwarzer Eberkopf, unten in Rot ein stehender goldener (gelber) Hirsch.“ | |
| Wappenbegründung: Der Eberkopf ist die Wappenfigur der Herren von Reischach, die Inzigkofen während des ersten Viertels des 15. Jahrhunderts besessen haben, während der Hirsch auf die einstige Zugehörigkeit des Ortes zur Grafschaft Sigmaringen hinweisen soll. Das Innenministerium hat das Wappen am 27. Juni 1955 verliehen. |
Inzigkofen liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, dem Donauradweg und dem Schwäbische-Alb-Südrand-Weg. Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.


Unter Brückenbauexperten wurde die sonst nicht weiter bedeutende, 1895 gebaute Donaubrücke zum ehemaligen Bahnhof bekannt als die zweite dreigelenkige Beton-Bogenbrücke in der Geschichte des Brückenbaus. Sie wurde kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt und später durch die heutige Stahlbetonbrücke ersetzt.


Der Fürstliche Park Inzigkofen ist ein kulturgeschichtlich und touristisch bedeutsamer Landschaftsgarten aus der Romantik. Er liegt beidseits der Donau und bezieht den felsigen Steilhang, der den Ausgang des Beuroner Donaudurchbruchs markiert, in die Gartenarchitektur ein. Er wurde 1811–1829 unter der Hohenzollerfürstin Amalie Zephyrine angelegt. Das 25 Hektar große Parkgelände ist noch im Besitz der Hohenzollern, wird aber vom Schwäbischen Albverein Inzigkofen betreut.
Besonderheiten sind u. a. die Teufelsbrücke über die Höllschlucht, das Felsentor, der Aussichtspunkt Känzele und die Eremitage. Die Felsen über dem steilen Donauufer unweit des Amalienfelsens weisen einige prähistorische Höhlen auf. Seit 2008 läuft an der Universität Freiburg ein Projekt zur Weiterentwicklung des Parks im Ausgleich von Denkmalpflege, Naturschutz und Forstwirtschaft, das bessere Sichtachsen und die Wiedererrichtung einer Donauquerung vorsieht.
Im Ortsteil Vilsingen wird im Winter ein Klein-Skilift mit einer Länge von etwa 140 Meter betrieben.

Bei Inzigkofen zweigt die Bahnstrecke Tuttlingen–Inzigkofen von der Bahnstrecke Tübingen–Sigmaringen ab. Obwohl Inzigkofen ein Knotenpunkt im Bahnverkehr ist, halten dort keine Züge mehr. Der Bahnsteig des außerhalb des Ortes im Donautal liegenden Bahnhofs wurde mit dem Ausbau der Strecke für Züge mit Neigetechnik abgerissen. Der Ort ist in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (naldo) eingegliedert.
Die Bundesstraße 313 führt als Kraftfahrstraße von Sigmaringen kommend an Inzigkofen vorbei und verläuft danach als gewöhnliche Straße über Vilsingen und Engelswies nach Meßkirch. Sie ist mit ca. 6036 Kfz/Tag belastet (Stand 2024). Südwestlich von Engelswies wurden 7130 Kfz/Tag ermittelt.
Mittels Kreisstraßen ist Inzigkofen mit Göggingen verbunden (1603 Kfz/Tag), Vilsingen über Dietfurt mit der Landesstraße 277 im Donautal und Engelswies über Langenhart mit Kreenheinstetten (1440 Kfz/Tag).
Inzigkofen liegt am Donauradweg. Er führt von Donaueschingen über Passau, Wien und Budapest bis zur Mündung in das Schwarze Meer. Er wird zwischen Tuttlingen und Passau auch als EuroVelo-Route EV6 und als D-Route 6 geführt. Er verläuft dabei von Beuron über Gutenstein kommend nach Inzigkofen und führt weiter über Laiz und Sigmaringen nach Sigmaringendorf.
Der Hohenzollern-Radweg verläuft vom Bodensee über die hohenzollerischen Städte Sigmaringen und Hechingen und über Rottenburg am Neckar und Esslingen nach Weinstadt im Rems-Murr-Kreis. Er verläuft dabei von Meßkirch kommend über Menningen, Engelswies und Vilsingen nach Inzigkofen und weiter zusammen mit dem Donauradweg über Sigmaringen nach Sigmaringendorf.
Im Netz des Landkreises Sigmaringen gibt es überdies die folgenden Verbindungen:
Im Ortsteil Engelwies befindet sich das De'Ignis-Wohnheim Haus Tabor. Die Anfänge des Projekts reichen bis 1986 zurück. Im Jahre 1992 begann die Zusammenarbeit mit der De'Ignis-Fachklinik im Schwarzwald. Aus dem „Haus Tabor“ wurde das „De'Ignis-Wohnheim Haus Tabor“, eine Einrichtung für außerklinische psychiatrische Betreuung und Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den normalen Arbeitsalltag. Das Wohnheim ist Teil der de ignis gGmbH mit Hauptsitz in Altensteig. Heute bietet die Einrichtung 20 Arbeitsplätze und beherbergt einschließlich vier Plätzen in einer Außenwohngruppe und drei Tagesgäste 42 Bewohner. Der christliche Ansatz des Hauses Tabor besteht darin, den Menschen das Bild eines liebenden Gottes zu vermitteln, der die Chance und die Kraft zu einem Neubeginn gibt.