IAV entstand 1983 als Ausgründung der TU Berlin auf Initiative des damaligen Leiters des Fachgebiets Kraftfahrzeuge der TU Berlin, Hermann Appel. Das Unternehmen entwickelt seitdem Konzepte und Technologien für Fahrzeuge.
Unternehmensentwicklung
Seit 2022 versucht das Unternehmen verstärkt, international neue Märkte in Software, Energiesektor und Landwirtschaft zu erschließen.
Im Februar 2026 wurde bekannt, dass die IAV GmbH in Deutschland den Abbau von rund 1.500 Arbeitsplätzen plant. Dies entspricht nahezu einem Drittel der Beschäftigten des Unternehmens in Deutschland. Betroffen sind im Wesentlichen die Standorte Stollberg(Sachsen) sowie der Stammsitz in Berlin-Charlottenburg, der im Zuge der Umstrukturierung aufgegeben und dessen Gelände spätestens bis 2027 verkauft werden soll. Der Stellenabbau dient der langfristigen Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit angesichts einer im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähigen Kostenstruktur.
Zu den Kerntätigkeiten der IAV gehören Entwicklungsarbeiten in der Elektronik-, Antriebsstrang- und Fahrzeugentwicklung. Zu den Kunden zählen weltweit zahlreiche Automobilhersteller und Zulieferer. Neben den Entwicklungszentren in Berlin, Gifhorn und Stollberg verfügt IAV über weitere Standorte in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika wie etwa Prüfzentren.
IAV wirkte u.a. mit an Projekten wie dem 1-Liter-Auto von VW, der Anpassung des 5-Zylinder-TDI-Motors für den Volvo 850, dem Motormanagement und der Getriebesteuerung des 3-Liter-Lupo sowie dem Öko-Polo von VW, der bereits 1987 mit Dieselrußpartikelfilter ausgestattet war und einen durchschnittlichen Verbrauch von 1,7 l/100 km hatte.
Der Entwicklungsdienstleister beteiligt sich außerdem an Forschungsprojekten zur künftigen Mobilität. So war IAV am Shuttle-Projekt „HEAT“ (Hamburg Electric Autonomous Transportation) der Hamburger Hochbahn maßgeblich beteiligt. Wie weitere Mitbewerber der Automobilindustrie kündigte Jörg Astalosch 2025 eine Ausweitung der unternehmenseigenen Rüstungssparte an.
Ingenieure des Autozulieferers IAV waren bei Manipulation von Abgaswerten für Dieselmotoren, vornehmlich für VW, beteiligt. Dies führte zu einem entsprechenden Strafverfahren, welches abschließend mit einem Bußgeldbescheid beschieden wurde. Die Firma akzeptierte diese Strafzahlung.
1234IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr, Berlin, Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023, abgerufen über unternehmensregister.de.
↑Die intelligente Vermehrung von Geld, Tagesspiegel vom 27. Mai 2013.
↑Liste der Gesellschafter der IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr mit Sitz in Berlin vom 28. August 2024, abgerufen über handelsregister.de.
↑"Ghost-Engioneers" Berliner Ingenieure, bei denen die Autoindustrie "fremd" geht, Tagesspiegel vom 27. September 2003.
↑Henryk Hielscher:Wie die Autobranche um- und aufrüstet.In:WirtschaftsWoche.8.April 2025,abgerufen am 10.April 2025:„„Wir stehen noch am Anfang“, sagt IAV-Chef Jörg Astalosch. [...] Inzwischen hätten sie erste, kleinere Aufträge aus dem Verteidigungsbereich für IAV an Land gezogen.“