IAV GmbH

IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr
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Rechtsform GmbH
Gründung 26. September 1983
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Jörg Astalosch, Vorsitzender der Geschäftsführung
Jens Pfitzinger
Mitarbeiterzahl 6433 (2023)
Umsatz 974 Mio. Euro (2023)
Branche Automobilindustrie
Website www.iav.com

IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr ist ein Dienstleister der Automobilindustrie.

Geschichte

Gründung

IAV entstand 1983 als Ausgründung der TU Berlin auf Initiative des damaligen Leiters des Fachgebiets Kraftfahrzeuge der TU Berlin, Hermann Appel. Das Unternehmen entwickelt seitdem Konzepte und Technologien für Fahrzeuge.

Unternehmensentwicklung

Seit 2022 versucht das Unternehmen verstärkt, international neue Märkte in Software, Energiesektor und Landwirtschaft zu erschließen.

Im Februar 2026 wurde bekannt, dass die IAV GmbH in Deutschland den Abbau von rund 1.500 Arbeitsplätzen plant. Dies entspricht nahezu einem Drittel der Beschäftigten des Unternehmens in Deutschland. Betroffen sind im Wesentlichen die Standorte Stollberg (Sachsen) sowie der Stammsitz in Berlin-Charlottenburg, der im Zuge der Umstrukturierung aufgegeben und dessen Gelände spätestens bis 2027 verkauft werden soll. Der Stellenabbau dient der langfristigen Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit angesichts einer im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähigen Kostenstruktur.

Im August 2026 kündigte die IAV GmbH einen Stellenabbau von rund 2.000 Arbeitsplätzen über ein Abfindungsprogramm an, durch den die Zahl der Beschäftigten von derzeit rund 5.000 bis Ende 2027 um 40 Prozent auf rund 2.970 reduziert werden soll. Nach Angaben der IG Metall drohte die Unternehmensführung während der Verhandlungen mit einem Insolvenzverfahren. Zudem soll der Standort Berlin-Charlottenburg verkleinert und ein Teil der Arbeitsplätze nach Gifhorn oder Stollberg (Sachsen) verlagert werden.

Unternehmen

Zu den Kerntätigkeiten der IAV gehören Entwicklungsarbeiten in der Elektronik-, Antriebsstrang- und Fahrzeugentwicklung. Zu den Kunden zählen weltweit zahlreiche Automobilhersteller und Zulieferer. Neben den Entwicklungszentren in Berlin, Gifhorn und Stollberg verfügt IAV über weitere Standorte in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika wie etwa Prüfzentren.

Gesellschafter

Tätigkeitsbereiche

IAV wirkte u. a. mit an Projekten wie dem 1-Liter-Auto von VW, der Anpassung des 5-Zylinder-TDI-Motors für den Volvo 850, dem Motormanagement und der Getriebesteuerung des 3-Liter-Lupo sowie dem Öko-Polo von VW, der bereits 1987 mit Dieselrußpartikelfilter ausgestattet war und einen durchschnittlichen Verbrauch von 1,7 l/100 km hatte.

Der Entwicklungsdienstleister beteiligt sich außerdem an Forschungsprojekten zur künftigen Mobilität. So war IAV am Shuttle-Projekt „HEAT“ (Hamburg Electric Autonomous Transportation) der Hamburger Hochbahn maßgeblich beteiligt. Wie weitere Mitbewerber der Automobilindustrie kündigte Jörg Astalosch 2025 eine Ausweitung der unternehmenseigenen Rüstungssparte an.

Standorte

(Quelle: )

Entwicklungszentren

Standorte

Tochtergesellschaften

Asien
  • IAV Automotive Engineering (Shanghai) Co. Ltd.
  • IAV Co., Ltd. (Japan)
  • IAV Korea Co., Ltd.
Europa
  • consulting4drive GmbH (Strategie- & Management-Beratung)
  • IAV Automotive Engineering AB (Schweden)
  • IAV Cars GmbH
  • IAV Fahrzeugsicherheit GmbH & Co. KG
  • IAV France SAS
  • TRE GmbH
  • IAV Poland Sp. z.o.o.
  • SynSpace Group GmbH
Nord-/Südamerika
  • IAV Automotive Engineering Inc. (USA)
  • IAV do Brasil Ltda.

Kritik

Ingenieure des Autozulieferers IAV waren bei Manipulation von Abgaswerten für Dieselmotoren, vornehmlich für VW, beteiligt. Dies führte zu einem entsprechenden Strafverfahren, welches abschließend mit einem Bußgeldbescheid beschieden wurde. Die Firma akzeptierte diese Strafzahlung.

Commons: IAV Automotive Engineering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr, Berlin, Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023, abgerufen über unternehmensregister.de.
  2. ↑ Die intelligente Vermehrung von Geld, Tagesspiegel vom 27. Mai 2013.
  3. ↑ IAV | Tech Solution Provider. Abgerufen am 28. Juni 2023 (deutsch).
  4. 1 2 3 Kai Kleinwächter: Krise trifft Auto-Entwickler mit voller Wucht: IAV streicht 1500 Stellen. In: ostdeutscheallgemeine.com. Ostdeutscher Verlag GmbH, Dresden, 25. Februar 2026, archiviert vom Original am 25. Februar 2026; abgerufen am 25. Februar 2026.
  5. 1 2 Jakob Hartung, Christopher Clausen: "Schmerzhafter Schritt": Autozulieferer IAV will 1.500 Stellen aus Deutschland abziehen. In: t-online.de. Ströer Digital Publishing GmbH, Köln, 25. Februar 2026, archiviert vom Original am 25. Februar 2026; abgerufen am 25. Februar 2026.
  6. ↑ Flynn Jacobs: „Ein Schlag ins Gesicht“: Berliner Autozulieferer IAV droht Schließung. In: berliner-zeitung.de. Berliner Verlag GmbH, Berlin, 4. März 2026, archiviert vom Original am 4. März 2026; abgerufen am 4. März 2026.
  7. ↑ Oliver Weinlein: Kahlschlag - Berlin verliert wichtigen Autodienstleister IAV: Ein Warnsignal für den ganzen Osten. In: berliner-zeitung.de. 7. Mai 2026, archiviert vom Original am 7. Mai 2026.
  8. 1 2 Eva Maria Braungart: Wirtschaft - Automobil-Dienstleister IAV verkauft Standort Berlin: Hunderte Stellen betroffen. In: ostdeutscheallgemeine.com. 7. Mai 2026, archiviert vom Original am 7. Mai 2026.
  9. ↑ Autozulieferer: Einigung bei IAV auf Stellenabbau und Standortsicherung. In: wiwo.de. 7. August 2026, archiviert vom Original am 7. August 2026.
  10. 1 2 Alexandra Theis: VW-Tochter IAV streicht über 2000 Stellen: Mehr als die Hälfte der Berliner Beschäftigten soll gehen. In: tagesspiegel.de. 7. August 2026, archiviert vom Original am 8. August 2026.
  11. 1 2 Christoph Kapalschinski: IAV streicht Stellen: Der Kampf um den Jobabbau eskaliert – VW-Tochter soll mit Insolvenz gedroht haben. In: welt.de. 14. August 2026, archiviert vom Original am 15. August 2026.
  12. ↑ Christoph Kapalschinski: VW-Tochter soll mit Insolvenz gedroht haben – jetzt sollen 2000 Jobs gestrichen werden. In: businessinsider.de. 5. August 2026, archiviert vom Original am 15. August 2026.
  13. ↑ Liste der Gesellschafter der IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr mit Sitz in Berlin vom 28. August 2024, abgerufen über handelsregister.de.
  14. ↑ "Ghost-Engioneers" Berliner Ingenieure, bei denen die Autoindustrie "fremd" geht, Tagesspiegel vom 27. September 2003.
  15. ↑ Svenja Gelowicz: Im autonomen Shuttle durch Hamburg: Testbetrieb startet. In: Automobil Industrie. Vogel Communications Group, 1. August 2019, abgerufen am 28. August 2019.
  16. ↑ Henryk Hielscher: Wie die Autobranche um- und aufrüstet. In: WirtschaftsWoche. 8. April 2025, abgerufen am 10. April 2025: „„Wir stehen noch am Anfang“, sagt IAV-Chef Jörg Astalosch. [...] Inzwischen hätten sie erste, kleinere Aufträge aus dem Verteidigungsbereich für IAV an Land gezogen.“
  17. ↑ Standorte. Abgerufen am 17. Juli 2024.
  18. ↑ Pressemitteilung IAV: IAV bekennt sich zu seiner Rolle in der Dieselthematik. 22. Januar 2021, abgerufen am 26. Januar 2021 (deutsch).
  19. ↑ Staatsanwaltschaft Braunschweig verhängt weiteres Millionen-Bußgeld. In: Zeit Online. Abgerufen am 26. Januar 2021.