Josef Hellauer

Josef Hellauer (* 1. Juni 1871 in Wien; † 3. Dezember 1956 in Frankfurt am Main) war Professor an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und an der Exportakademie in Wien. Er gilt als einer der Vorreiter für die Selbständigkeit der Betriebswirtschaftslehre als eigenständige Wissenschaft.

Leben

Josef Hellauer erhielt seine betriebswirtschaftliche Ausbildung an der Wiener Handelsakademie. Der Handel, speziell der in Österreich zur damaligen Zeit besonders gepflegte Welthandel, wurde sein wichtigstes Forschungsgebiet. Nach einer vierjährigen Bankpraxis wurde er im Jahre 1892 Assistent an der Handelsakademie Wien. Er legte dort 1894 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab und wurde im gleichen Jahr Lehrer an der Handelsakademie Linz. Dort entstand auch 1897 seine erste größere Arbeit über Die Preisparitäten des Warenhandels und die internationale Spekulation. Im gleichen Jahr promovierte er an der Universität Greifswald mit einer Arbeit über Der Wucher, ein aktives Kreditverbrechen (erschienen 1898 in Linz a. D.: Mareis) und kam als Lehrer an die Handelsakademie Brünn. Seine Hochschulkarriere begann 1898 mit seiner Berufung als ordentlicher Professor an der neu geschaffenen Exportakademie in Wien (der späteren Hochschule für Welthandel und der heutigen Wirtschaftsuniversität Wien). Gleichzeitig wurde Hellauer Professor an der dortigen Konsularakademie Wien (der heutigen Diplomatischen Akademie). 1912 folgte er dem Ruf an die Handelshochschule Berlin und 1921 einem weiteren Ruf an die Universität Frankfurt am Main. 1931 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Handelshochschule Berlin und 1936 der Hochschule für Welthandel. 1936 wurde er emeritiert. Er war förderndes Mitglied der SS. Am 1. Juni 1956 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität in Frankfurt am Main. Ebenfalls 1956 erhielt er die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main.

Bibliographie

Hellauer war von seinen frühesten Anfängen an am Aufbau des Fachs Betriebswirtschaftslehre beteiligt. Seine Arbeiten waren richtungsgebend für das aufstrebende Fach. Die Betriebswirtschaftslehre hat ihm eine Vielzahl an wertvollen Arbeiten zu verdanken.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Personalnachrichten. In: Der Wiener Tag, 15. Dezember 1936, S. 6 (online bei ANNO).
  2. ↑ Peter Mantel: Betriebswirtschaftslehre und Nationalsozialismus, Wiesbaden 2009, S. 718
  3. ↑ Fachbereich 02 – Wirtschaftswissenschaften: Ehrendoktorwürde. In: uni-frankfurt.de. Abgerufen am 21. Juni 2020.