| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 18′ N, 10° 58′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Roth | |
| Höhe: | 410 m ü. NHN | |
| Fläche: | 37,08 km² | |
| Einwohner: | 3046 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 82 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91126 | |
| Vorwahlen: | 09122, 09178, 09871 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RH, HIP | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 76 128 | |
| LOCODE: | DE KM4 | |
| Gemeindegliederung: | 16 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Dorfstr. 10 91126 Kammerstein | |
| Website: | www.kammerstein.de | |
| Erster Bürgermeister: | Wolfram Göll (CSU) | |
| Lage der Gemeinde Kammerstein im Landkreis Roth | ||
Kammerstein (fränkisch: Kammaschdah) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth.
Die Ortschaft Kammerstein liegt fünf Kilometer südwestlich von Schwabach unterhalb eines westlichen Ausläufers des Heidenberges auf eine Höhe von 410 m ü. NHN. Die Gemeinde liegt in etwa auf halbem Weg zwischen der Stadt Nürnberg und dem Fränkischen Seenland.
Nachbargemeinden sind von Norden aus im Uhrzeigersinn: Rohr, Schwabach, Büchenbach, Abenberg und Windsbach. Zwischen Kammerstein und Büchenbach befindet sich das 3,2 km² große gemeindefreie Gebiet Heidenberg in der Gemarkung Ottersdorf.
| Rohr | Schwabach | |
| Windsbach | Abenberg | Büchenbach |
Die Gemeinde hat 16 Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahlen angegeben):
Chausseehaus bei Günzersreuth ist mittlerweile zur Wüstung geworden.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Barthelmesaurach, Günzersreuth (Gemarkungsteil 1), Kammerstein und Unterreichenbach (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Kammerstein hat eine Fläche von 10,962 km². Sie ist in 1435 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7638,68 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Albersreuth, Haag und Schattenhof.
Im Jahr 1235, als Kaiser Friedrich II. aus Italien nach Deutschland kam, nannte sich der Reichsministeriale Ramungus (I.) nach der auf königlichem Gut gelegenen Burg Kammerstein „Ramungus de Kamerstein“. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes.
Das Bestimmungswort des Ortsnamens kamere, kamer (mittelhochdeutsch) bezeichnet ein Kammergut.
Offenbar war die Burg als neuer Sitz für die Verwaltung des Schwabacher Königsguts erbaut worden. Zwischen 1220 und 1230 wurde die Burg zum Schutz der Stadt Schwabach und der das Gebiet des Heidenbergs durchziehenden drei Reichsstraßen ausgebaut.
1241 wurde Ramungus Landrichter in Eger und damit ranggleich mit dem Nürnberger Reichsbutigler. Er starb um 1260 im Alter von etwa 70 Jahren. Auf einer kleinen Anhöhe (424 m ü. NHN) hinterließ er eine bedeutende Reichsburg. Diese hatte durch ihre exponierte Lage eine direkte Sichtverbindung sowohl nach Schwabach als auch zur Burg Abenberg, damit der damals wichtige Handelsweg von Schwabach nach Windsbach kontrolliert werden konnte.
Am 16. Oktober 1259 trat erstmals Ramungus II. von Kammerstein auf, als er burggräfliche Lehen annahm und hierüber auch burggräflicher Ministerialer wurde. Nach dessen Verzicht auf den Besitzkomplex Kammerstein brachte Herzog Ludwig II. von Bayern 1292/1294 die Burg Kammerstein mit den zugehörigen Reichsgütern in seine Gewalt. Ab 1294 verwaltete der Nürnberger Landrichter, Ritter Herdegen von Gründlach, diese Güter für das Reich. 1299 wurde die Burg Kammerstein dem Grafen Emicho von Nassau verpfändet.
1364 verkauften die Grafen von Nassau Ort und Burg Kammerstein an den Nürnberger Burggrafen Friedrich V. von Hohenzollern. Von 1374 bis ins Jahr 1404 war Kammerstein zusammen mit dem Amt und der Stadt Schwabach als Heiratsgut der Burggrafentochter Elisabeth an Ruprecht III. Pfalzgraf bei Rhein verpfändet.
1404 wurde auch der Ritter Hans von Hausen als Besitzer genannt, der auch Besitzungen in Rittersbach hatte. Nachdem die Hohenzollern die Burggrafschaft Nürnberg im Jahre 1427 an die Stadt Nürnberg verkauft hatten, wurde Kammerstein ein Teil des Hohenzollerschen Markgrafentums Brandenburg-Ansbach.
Im Bayerischen Krieg wurde die Burg 1461 nach 17-monatiger Belagerung durch Truppen Herzog Ludwigs IX. von Bayern zerstört und anschließend nur teilweise wieder aufgebaut. Der markgräfliche Pfleger verlegte daraufhin seinen Amtssitz in die Stadt Schwabach. Vor Ort blieb ein Amtmann, der jedoch nur noch mit der Verwaltung der Burg und des Ortes Kammerstein betraut war. In der Folgezeit diente Kammerstein den Markgrafen zunächst als Jagdsitz für die ausgedehnten Waldungen um den Heidenberg, bis 1537 Schloss Ratibor in Roth fertiggestellt war. Nach der Abberufung des letzten Amtmannes im Jahre 1563 verfiel die damit funktionslose Burg immer mehr. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie dann weiter zerstört.
| Ab | Pfleger | Ab | Pfleger / Amtmann | Ab | Amtmann | Ab | Amtmann |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1329 | Marquard von Abenberg | 1410 | Konrad Geuder | 1473 | Herr von Lidwach | 1523 | Wolf Linck von Hausen |
| 1335 | Ortolf von Kammerstein | 1420 | Georg Geuder | 1486 | Wilhelm von Adelmannsfelden | 1532 | Fritz von Lidwach |
| 1340 | Otto von Kipfenberg | 1433 | Heinrich Geuder | 1506 | Balthasar Wolfstein zu Viehausen | 1536 | Lorenz Staiber |
| 1347 | Konrad der Pfefferbalg | 1447 | Hilpolt von Seckendorff | 1511 | Martin von Schönberg | 1542 | Christoph von Eyb |
| 1349 | Heinrich von Weitersdorf | 1451 | Fritz Schenk von Geyern | 1522 | Georg von Rosenberg | 1543 | Adam von Wolfstein |
| 1407 | Wirich von Treuchtlingen | 1463 | Ritter Hans von Wallenrod | 1523 | Kaspar von Castell | 1560 | Peter Pröll |
Quelle: [9]
Aus der Ruine wurden die Steine herausgebrochen und am Nordhang des Bergs wurde ein Steinbruch angelegt. Als der noch stehende, inzwischen von einem Blitz beschädigte Bergfried diesem im Wege stand, entschloss sich die Regierung in Ansbach 1782 unter Christian Friedrich Karl-Alexander für dessen Abbruch, um die weitere Nutzung des Steinbruchs zu ermöglichen.
Zwar sind an einigen Stellen noch Fundamente der Burg erhalten, das Wissen über die Burg beruht jedoch hauptsächlich auf spärlichen alten Federzeichnungen und Überlieferungen. Bestehen blieben lediglich der Friedhof und die ehemalige Schlosskapelle, der Kirche St. Georg, im östlichen Teil der früheren Burganlage.
Gegen Ende des Heiligen Römischen Reiches (Ende des 18. Jahrhunderts) gab es in Kammerstein 24 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach. Grundherren waren das Kastenamt Schwabach (3 Halbhöfe, 1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 1 Gut mit Schmiede, 9 Köblergüter, 2 Gütlein, 7 Leerhäuser) und das St. Klara-Klosteramt der Reichsstadt Nürnberg (1 Ganzhof). Neben den Anwesen gab es herrschaftliche (Wildmeisterhaus), kommunale (Hirtenhaus, Schule) und kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Pfarrhof).
Kammerstein wurde wie das Fürstentum Ansbach ab 1792 von Preußen verwaltet. An den Besitzverhältnissen hatte sich nichts verändert. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach.
Als Teil des Fürstentums fiel der Ort mit dem Pariser Vertrag (Februar 1806) an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Kammerstein gebildet, zu dem Albersreuth, Chausseehaus, Forsthof, Haag, Schattenhof und Uigenau gehörten. 1818 entstand die Ruralgemeinde Kammerstein, die außer dem Chausseehaus deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Kammerstein zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt). Im Jahr 1875 wurde die Schreibweise der Gemeinde von Cammerstein amtlich in Kammerstein geändert. Am 15. November 1924 wurden Forsthof und Uigenau nach Schwabach umgemeindet. Dadurch verringerte sich die Fläche des Gemeindegebiets von 15,247 auf 10,969 km².
Gemeinde Kammerstein (jeweiliger Gebietsstand)
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 454 | 508 | 545 | 580 | 549 | 542 | 529 | 561 | 576 | 556 | 540 | 564 | 541 | 579 | 576 | 415 | 404 | 384 | 544 | 536 | 677 | 682 |
| Häuser | 78 | 100 | 96 | 101 | 101 | 105 | 79 | 83 | 126 | |||||||||||||
| Quelle |
Ort Kammerstein
| Jahr | 1818 | 1840 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 193 | 231 | *282 | 234 | 235 | 224 | 208 | 252 | 248 | 272 | 297 |
| Häuser | 35 | 46 | 43 | 42 | 40 | 40 | 47 | 82 | |||
| Quelle |
Am 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern ein Teil der aufgelösten Gemeinde Günzersreuth eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen die Gemeinden Barthelmesaurach und Volkersgau dazu. Letztere war am 20. Februar 1960 aus Gebietsteilen der ehemaligen Gemeinde Unterreichenbach gebildet worden und hatte am 9. Juni 1960 amtlich den Namen Volkersgau erhalten.
Von 1978 bis 1997 war die Gemeinde Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schwabachtal.
Am 24. November 2002 sprachen Bürgermeister Walter Schnell und Vertreter der Kirchen eine offizielle moralische Rehabilitation der als Hexe verurteilten Ottilia Kuenin aus Kammerstein aus.
Dargestellt wird hier die summarische Entwicklung der Hauptwohnsitze aller heutiger Ortsteile Kammersteins. Zwischen 1987 und 2024 wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde Kammerstein von 2.266 auf 3.050 um 784 Einwohner bzw. um 34,6 %.

Quelle: 1840–2015 / 2020–2024
Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung nimmt ab. Mit Stand 31. Dezember 2024 waren 48 % der Einwohner evangelisch, 16 % katholisch, und 36 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Mit Stand November 2023 war noch eine absolute Mehrheit der Bevölkerung evangelisch.
| Gebäude- und Wohnungsbestand am 31.12.2024 | |
|---|---|
| Anzahl der Wohngebäude | 968 |
| Anteil der Gebäude mit 1 Wohnung | 73,9 % |
| Anteil der Gebäude mit 2 Wohnungen | 20,7 % |
| Anteil der Gebäude mit 3 oder mehr Wohnungen | 5,5 % |
| Anzahl der Wohnungen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden | 1.349 |
| Durchschnitt Einwohner je Wohnung | 2,26 |
| Durchschnittl. Wohnfläche je Wohnung | 129,3 m² |
Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern und dem ersten Bürgermeister:
| CSU | SPD | BL * | UWG ** | FW | Gesamt | |
| 2026 | 4 | 2 | 3 | 2 | 5 | 16 Sitze |
| 2020 | 5 | 2 | 3 | 1 | 5 | 16 Sitze |
.* (BL) Kammersteiner Bürgerliste
.** (UWG) Unabhängige Wählergemeinschaft Kammerstein
Erster Bürgermeister ist seit Mai 2026 Roland Ammon (parteilos). Seine Vorgänger waren von Mai 1996 bis April 2020 Walter Schnell (Freie Wähler) und von Mai 2020 bis April 2026 Wolfram Göll (CSU). Zweiter Bürgermeister ist Christian Böhm (FW) und Dritter Bürgermeister Andreas Lippert (CSU).

| Blasonierung: „Gespalten; vorne in Gold ein rotbewehrter schwarzer halber Adler am Spalt, hinten in Silber übereinander drei sechsspeichige rote Räder.“ | |
| Wappenbegründung: Der Adler ist der Reichsadler in geminderter Form und weist darauf hin, dass die gleichnamige Burg einst Reichsbesitz war. Burg und Ort kamen 1364 an die Burggrafen von Nürnberg und in deren Nachfolge zu den Markgrafen von Ansbach. Daran erinnern die Farben Silber und Schwarz, die deren Wappen entnommen sind. Nach der Burg Kammerstein nannte sich ein Reichsministerialengeschlecht. Aus dem Wappen dieses Adelsgeschlechts Kammerstein sind die drei Räder entnommen.
Dieses Wappen wird seit 1968 geführt. |
Die Gemeinde hat eine schwarz-weiße Gemeindeflagge.
Kammerstein unterhält seit dem 17. Mai 1986 eine Gemeindepartnerschaft mit dem Stadtteil Quinzano, Provinz Verona, Region Venetien (Italien).
Am 28. August 2011 wurde mit der Gemeinde Petrovac-Drinić in Bosnien und Herzegowina eine weitere Partnerschaft geschlossen.
Kammerstein ist Teil der Kommunalen Allianz KABS, die 2007 von den politischen Gemeinden Kammerstein, Abenberg, Büchenbach und Spalt gegründet wurde. Seit Dezember 2014 ist die Gemeinde Rohr ebenfalls der Allianz beigetreten. Neben einer intensiven Zusammenarbeit der Verwaltungen und gemeindlichen Einrichtungen, insbesondere auch der Betrieb eines Wertstoffhofes in Büchenbach, ist die Sicherung der gemeindlichen Schulstandorte ein wichtiges Thema.


In Barthelmesaurach gibt es eine Volksschule; das ehemalige Schulhaus in Kammerstein dient als Kinderhort mit Ferienbetreuung. Aktuell wird ein neues Schulhaus in Kammerstein gebaut. Der Umzug der Schule ist (Stand Juni 2025) für das erste Quartal 2026 geplant. Das derzeitige Schulhaus soll dann zum neuen Hort umgebaut werden.
Außerdem gibt es eine gemeindliche Kindertagesstätte in Kammerstein. Eine weitere Einrichtung mit Kindergarten- und Hortplätzen befindet sich im Gemeindeteil Poppenreuth und wird durch einen privaten Träger geführt. In Barthelmesaurach betreibt die Diakonie Neuendettelsau eine weitere KiTa.
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden gibt es in Kammerstein und Barthelmesaurach.
Staatsforst Heidenberg mit dem Sagenwanderweg (Landschaftsschutzgebiet) und das südlich gelegene Fränkische Seenland.
Die Bundesstraße 466 führt knapp nördlich an Kammerstein vorbei und mündet in 2,5 km Entfernung an der Anschlussstelle Schwabach-West in die Bundesautobahn 6. Die Kreisstraße RH 4 führt über die Neumühle nach Abenberg (6 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Neppersreuth (0,5 km südöstlich), nach Poppenreuth (1,3 km südwestlich) und nach Schattenhof (0,7 km nördlich).