| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 10′ N, 10° 56′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Roth | |
| Höhe: | 369 m ü. NHN | |
| Fläche: | 55,67 km² | |
| Einwohner: | 5203 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 93 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91174 | |
| Vorwahl: | 09175 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RH, HIP | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 76 147 | |
| LOCODE: | DE SPL | |
| Stadtgliederung: | 28 Gemeindeteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Herrengasse 10 91174 Spalt | |
| Website: | www.spalt.de | |
| Erster Bürgermeister: | Udo Weingart (CSU) | |
| Lage der Stadt Spalt im Landkreis Roth | ||


Spalt (, fränkisch: Schbald) ist eine Stadt im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).
Spalt befindet sich inmitten des Spalter Hügellandes zwischen Nürnberg, Ansbach und Treuchtlingen im Norden des Fränkischen Seenlands. Im Südwesten der Stadt liegen der Große Brombachsee und dessen Vorsperre Igelsbachsee. Durch den Ort fließt die Fränkische Rezat, die sich bei Georgensgmünd mit der Schwäbischen Rezat zur Rednitz vereinigt.
(von Norden im Uhrzeigersinn)
Die Gemeinde hat 28 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöden Griesmühle und Sägmühle sind mit der Anlage des Großen Brombachsees abgegangen.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Enderndorf am See, Fünfbronn, Großweingarten, Mosbach, Spalt und Wernfels. Die Gemarkung Spalt hat eine Fläche von 8,358 km². Sie ist in 2703 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3092,10 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Kaltenbrunn.
Die Geschichte der Stadt Spalt geht auf das Kloster St. Salvator zurück, das 810 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. 2010 wurde das Stadtjubiläum „1200 Jahre Spalt“ gefeiert. Über das Jahr verteilt fanden zahlreiche Veranstaltungen in den Kategorien LebensLust (regionale Bräuche und Traditionen), LebensWege (Spalter Geschichte) und LebensArt (Kunst und Kultur) statt. 1031 wurden in einer Güterbeschreibung des Klosters erstmals auch Spalt und der Spalter Wein erwähnt. Der Ort selbst wurde ca. 1135 als „Spalte“ erstmals urkundlich bezeugt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Flurnamen ab. Mit Spalt wurde der schroffe Taleinschnitt der Fränkischen Rezat bezeichnet.
In den Jahren 1294 und 1295 erlangte der Eichstätter Bischof Reinboto vom Regensburger Bischof und dem Nürnberger Burggrafen Konrad die Vogteirechte über Spalt und die umliegenden Dörfer.
Der Hopfenanbau in Spalt ist seit 1341 urkundlich belegt. Etwa zur gleichen Zeit wurde Spalt erstmals als Stadt erwähnt. Eine erste Stadtmauer mit Laufgräben wurde 1366 errichtet, bis 1422 folgten das Untere Tor (Nürnberger Tor) und das noch erhaltene Obere Tor.
1450 wurde Spalt im Zuge des Ersten Markgrafenkriegs von Nürnberger Truppen belagert, da das Bistum Eichstätt auf der Seite des Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles stand. Dem Ersten Bürgermeister Hans Gruber gelang es, sich aus der Stadt zu schleichen und den Markgrafen zu Hilfe zu holen. Dieser ritt noch am selben Tag mit 400 Reitern in die Stadt ein, worauf die überraschten Nürnberger die Flucht ergriffen. Seit 1950 wird zur Feier der Befreiung alle fünf Jahre ein Heimatfestspiel mit einem mittelalterlichen Landsknechtlager veranstaltet.
1545 und 1632 wurden Spalt und die Umgebung von der Pest heimgesucht. 1545 starben 450, 1632 211 Menschen. Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden vier Frauen aus Spalt als vermeintliche Hexen hingerichtet. Dies waren Bärbel Kop aus Wernfels, † 25. Juni 1535, Margaretha Hagerin aus Spalt, † 27. Juni 1562, Margaretha Finckhin und Anna Maulin aus Güsseldorf, beide † 23. Juli 1575.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Spalt 1632 von schwedischen Dragonern besetzt. Einen Angriff des bayerischen Reitergenerals Johann von Werth im darauffolgenden Jahr sollen nur 13 von 400 Schweden überlebt haben. Zum Ende des Krieges waren 48 von den 156 Bürgerhäusern der Stadt verlassen. 1647 stürzten Chorkuppel und Hauptmauer der Emmeramskirche ein.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Spalt 232 Anwesen. Das Hochgericht übte das eichstättische Pflegamt Wernfels-Spalt aus. Grundherren waren das Kastenamt Spalt (229 Anwesen: 8 Gastwirtschaften, 214 Häuser, 1 Apotheke, 3 Schmieden, 2 Mahlmühlen, 1 Ziegelei) und die Kollegiatstifte St. Emmeram und St. Nikolaus (1 Haus, 1 Badhaus, 1 Schmiede). Neben den Anwesen gab es herrschaftliche (Rentamtsgebäude), kommunale (2 Schulhäuser, Hirtenhaus, Schäferhaus, Flureswohnung, Armenhaus, Wachthaus, Schießhaus, Türmerswohnung, 2 Torhäuser, 3 Türme) und kirchliche Gebäude (Pfarrhaus, Kaplaneihaus, Pfarrmesnerhaus, Schulhaus, Gottesackerkirche, Stiftskirche St. Nikolaus, Pfarrkirche St. Emmeram).
1802 kamen das Pflegamt Wernfels-Spalt und damit auch Spalt an das Kurfürstentum Bayern, 1803 durch den Hauptlandesvergleich kurzzeitig zum Königreich Preußen und 1806 zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Spalt gebildet. 1811 entstand die Munizipalgemeinde Spalt. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Spalt zur Stadt II. Klasse erhoben. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld (1858 in Landgericht Roth umbenannt) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1919 in Finanzamt Spalt umbenannt). Ab 1862 gehörte Spalt zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Roth (1879 in Amtsgericht Roth umbenannt), seit 1970 ist das Amtsgericht Schwabach zuständig. 1932 wurde das Finanzamt Spalt aufgelöst. Seitdem gehört Spalt zum Sprengel des Finanzamtes Schwabach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,313 km².
Am 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Großweingarten eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Enderndorf (zum Teil) und Fünfbronn hinzu, die beide vorher zum Landkreis Gunzenhausen gehört hatten. Mosbach und Wernfels folgten am 1. Mai 1978.
Gemeinde Spalt
| Jahr | 1987 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 4830 | 5069 | 5041 | 5042 | 5002 | 4993 | 4929 | 4918 | 4937 | 4988 | 4947 |
| Häuser | 1271 | 1555 | 1565 | 1570 | 1577 | ||||||
| Quelle |
Ort Spalt (= Gemeinde Spalt bis zur Gebietsreform)
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 | 1987 | 2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1474 | 1785 | 1745 | 1778 | 1800 | 1837 | 1805 | 1813 | 1944 | 2060 | 1971 | 1916 | 1858 | 1829 | 1805 | 1782 | 1899 | 1904 | 1955 | 3006 | 2944 | 2916 | 2722 | 2734 | 2531 | 2582 |
| Häuser | 321 | 307 | 360 | 356 | 356 | 374 | 354 | 406 | 506 | 677 | ||||||||||||||||
| Quelle |

Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:
| Partei/Liste | 2020 | 2014 | ||
| % | Sitze | % | Sitze | |
| CSU | 33,1 | 7 | 32,8 | 6 |
| SPD | 6,0 | 1 | 10,7 | 2 |
| Unabhängige Wählergemeinschaft/Freie Wähler | 16,8 | 3 | 15,0 | 3 |
| Grüne | 6,3 | 1 | – | – |
| Frauen auch ins Rathaus (Fair) | 12,4 | 3 | 14,6 | 3 |
| Freie Wählerschaft Großweingarten | 11,2 | 2 | 13,5 | 3 |
| Landliste | 14,1 | 3 | 13,3 | 3 |
| Wahlbeteiligung | 63,9 % | 62,6 % | ||
Erster Bürgermeister ist seit Februar 1995 Udo Weingart (CSU). Er wurde am 18. November 2012 mit 79,7 % und 2020 mit 84,5 % der Stimmen wiedergewählt.
| Blasonierung: „In Rot auf grünem Boden eine zweitürmige silberne Kirche mit blauen Dächern, darauf goldene Kreuze, im Langhaus ein offenes Tor; links begleitet von einer grünen Eiche.“ | |
| Wappenbegründung: Die Kirche soll die Pfarr- und Stiftskirche St. Emmeram mit der danebenstehenden Eiche darstellen.
Die Gemeinde Spalt führt seit 1965 das Wappen in heutiger Form, das auf einem Siegel beruht, das 1337 erstmals überliefert wurde. |
Die Gemeindeflagge ist grün-weiß(-grün).
Seit 1984 besteht eine Städtepartnerschaft mit Bad Sauerbrunn im österreichischen Bundesland Burgenland und seit 2006 mit St. Cloud im US-amerikanischen Bundesstaat Minnesota.
Spalt ist Teil der Kommunalen Allianz KABS, die 2007 von den politischen Gemeinden Kammerstein, Abenberg, Büchenbach und Spalt gegründet wurde. Seit Dezember 2014 ist die Gemeinde Rohr ebenfalls der Allianz beigetreten. Neben einer intensiven Zusammenarbeit der Verwaltungen und gemeindlichen Einrichtungen, insbesondere auch der Betrieb eines Wertstoffhofes in Büchenbach ist die Sicherung der gemeindlichen Schulstandorte ein wichtiges Thema.
Seit 2007 ist Spalt Teil der Kommunalen Allianz KABS, zu der auch die politischen Gemeinden Kammerstein, Abenberg, Büchenbach und Rohr gehören.









Nahe Spalt bei Schnittling befinden sich die tief eingeschnittenen Täler Schnittlinger Loch und bei Massendorf die Massendorfer Schlucht.
Im Sommer 2000 wurde zwischen Georgensgmünd und Spalt ein Planetenweg im Maßstab 1:1 Mrd. eröffnet. Hier finden sich die Sonne und die sie umkreisenden acht Planeten (sowie Pluto) in ihren Entfernungen zueinander maßstabsgerecht als Modell dargestellt. Hinter dem Georgensgmünder Rathausplatz beginnt der Planetenweg mit einem Sonnenglobus. Entlang eines sieben Kilometer langen Radweges führt die Strecke durch das Rezattal nach Spalt, wo der Pluto als sonnenferner Zwergplanet am Bahnhof den Weg beendet. Eine Tafel zu jedem Planeten (und Pluto) erläutert die wichtigsten Daten.
Die Stadt hat eine Faschingstradition. Im Vorfeld der Fastnachtswoche finden drei Saumarktball genannte Faschingsbälle in der Spalter Stadthalle statt. Der Höhepunkt der Faschingszeit wird mit dem Unsinnigen Donnerstag eingeläutet, der in der Altstadt mit ihren Kneipen und Wirtshäusern stattfindet. Dem folgen der Faschingszug im Gemeindeteil Großweingarten am Faschingssamstag, der Rosenmontagsball und schließlich am Faschingsdienstag der Faschingszug durch Spalt. Bei diesen Ereignissen treiben die Flecklasmänner mit ihren traditionellen Kostümen in Spalt ihr Unwesen. (Der Spottruf der Kinder im örtlichen Dialekt lautet: „Fleckla, Fleckla hast am Arsch a Dreckla! Drecksau, Lumperdurl, hast Dein alten Ruuk verlurn“.)
Jeden Juli finden an drei Wochenenden im Freilichttheater im Bürgergarten die Spalter Sommernachtsspiele statt.
Jährlich Ende August wird das traditionelle Hopfenzupferfest gefeiert, der „Spalter Saumarkt“, bei dem auch eine Hopfenkönigin gekürt wird.
Alle zwei Jahre wird die europaweit bekannte Funsport Challenge Madmud veranstaltet. Hier sind zwölf Disziplinen wie Hochseilgarten, Tauchen oder Bungeerunning zu bewältigen.
Ebenfalls überregional bekannt ist der Spalter Weihnachtsmarkt, der von der Stadt als „Weihnachtsmarkt mit dem gewissen Etwas mehr“ beworben wird. Im Gegensatz zu den meisten Weihnachtsmärkten ist er nicht nur auf einen Platz beschränkt, sondern in der ganzen Altstadt verteilt. Neben Verkaufsständen werden auch Häuser, Hinterhöfe, historische Keller sowie Teile der Stadtbrauerei miteinbezogen.
Spalt ist Mittelpunkt des viertgrößten Hopfenanbaugebietes in Deutschland nach Hallertau, Elbe-Saale und Tettnang. Nachgewiesen ist der Hopfenanbau seit 1341. Im Jahr 1476 gab es bereits 43 Hopfengärten und nur noch 23 Weingärten. 1538 erhielt Spalt das weltweit erste Hopfensiegel. Großweingarten wurde 1753 ein eigenes Siegel verliehen.
Hopfen war lange Zeit die Quelle des Spalter Wohlstands und spielt bis heute eine wichtige kulturelle Rolle in der Stadt. Durch effizientere Braumethoden und den Erfolg neu entwickelter Hopfensorten mit einer höheren Konzentration der für das Bierbrauen benötigten Bitterstoffe, die in Spalt nicht angebaut werden, ist die Nachfrage nach Spalter Hopfen und die Anzahl der Hopfenbauern jedoch gesunken.
1879 wurde die 1540 gegründete Lammsbrauerei vom Magistrat der Stadt Spalt ersteigert und zur Stadtbrauerei Spalt. Die Stadtbrauerei Spalt braut das Spalter Bier aus dem Spalter Aromahopfen „Spalt Spalter“.
Trotz der großen historischen und kulturellen Bedeutung für den Ort hat der Hopfen seine Rolle als Rückgrat der Spalter Wirtschaft seit Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend verloren.
Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist heute der Tourismus, der von der Lage im Fränkischen Seenland und der historischen Altstadt profitiert. Ebenfalls eine große Rolle spielen kleine und mittelständische Industriebetriebe, z. B. aus der Metallverarbeitung. In den 1990er Jahren wurde der Gewerbepark Hügelmühle angelegt, in dem sich einige Unternehmen ansiedelten.
Die Staatsstraße 2223 führt nach Wassermungenau zur Bundesstraße 466 (5,5 km nordwestlich) bzw. an Georgensgmünd vorbei zur Bundesstraße 2 (10 km östlich). Die Kreisstraße RH 13 verläuft nach Enderndorf am See (3 km südlich). Die Kreisstraße RH 6 verläuft nach Schnittling (1,9 km westlich) bzw. nach Güsseldorf (2,3 km nordöstlich). Die Kreisstraße RH 39 verläuft nach Massendorf (1,9 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Großweingarten zur Kreisstraße RH 16 (1,2 km südöstlich).
Es verkehren Buslinien in das Umland, unter anderem zum Bahnhof Georgensgmünd an der Bahnstrecke Treuchtlingen–Nürnberg und in die Kreisstadt Roth. Bis September 1969 war Spalt Endpunkt der Spalter Bockl genannten Nebenbahn.
Durch Spalt verlaufen die Fernwanderwege Der Seeländer, Hopfenweg und Dr.-Fritz-Linnert-Weg sowie die Rangau-Linie des Main-Donau-Wegs und der Rund-Fernwanderweg Burgen und Schlösser.