Berg (Schussental)

Wappen Deutschlandkarte
Berg (Schussental)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 49′ N, 9° 36′ OKoordinaten: 47° 49′ N, 9° 36′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Gemeindeverwal­tungsverband: Mittleres Schussental
Höhe: 515 m ü. NHN
Fläche: 28,42 km²
Einwohner: 4353 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88276
Vorwahl: 0751
Kfz-Kennzeichen: RV, SLG, ÜB, WG
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bergstraße 35
88276 Berg
Website: www.berg-schussental.de
Bürgermeisterin: Manuela Hugger
Lage der Gemeinde Berg im Landkreis Ravensburg
KarteBayernBodenseekreisLandkreis BiberachLandkreis SigmaringenAchbergAichstettenAitrachAltshausenAmtzellArgenbühlAulendorfBad WaldseeBad WurzachBaienfurtBaindtBerg (Schussental)BergatreuteBodneggBomsBomsEbenweilerEbersbach-MusbachEichstegenEichstegenFleischwangenFronreuteGrünkrautGuggenhausenGuggenhausenGuggenhausenGuggenhausenHorgenzellHoßkirchIsny im AllgäuKißleggKönigseggwaldKönigseggwaldLeutkirch im AllgäuRavensburgRiedhausenSchlier (Gemeinde)UnterwaldhausenVogt (Gemeinde)Waldburg (Württemberg)Wangen im AllgäuWeingarten (Württemberg)Wilhelmsdorf (Württemberg)WolfeggWolpertswendeBodensee
Karte

Berg ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg in Deutschland.

Geographie

Geographische Lage

Links das neue Wohngebiet in Vorberg, rechts Kirche, Pfarrhaus und Schule in Berg.

Die Gemeinde Berg liegt im oberschwäbischen Schussental und an dessen westlichen Anhöhen nahe den Städten Weingarten und Ravensburg.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind von Norden Fronreute, Baienfurt, Weingarten, Ravensburg und Horgenzell (alle Landkreis Ravensburg).

Gliederung

Blick von Berg nach Ettishofen und Weiler

Die Flächengemeinde Berg besteht aus 55 Teilorten, die zum Teil nur Einzelhöfe oder Ansammlungen von wenigen Häusern sind. Die bedeutendsten Teilorte sind:

Weitere Teilorte sind Aichach, Atzenhofen, Bachmaier, Baien, Basenberg, Bautzen, Benzenhofen, Burg, Dietenhofen, Goldehub, Großbaumgarten, Großtobel, Hahnenberg, Hartmann, Hochstett, Hof, Horb, Horrach, Inntobel, Kanzach, Kanzachmühle, Kasernen, Kernen, Kesernen, Kleintobel, Kreuzer, Matzenhofen, Mehlishofen, Möhris, Neuaichach, Neubaumgarten, Oberbelzenhofen, Oberlupberg, Oberstaig, Ramsee, Rosenhäusle, Schnetzen, Sonntagen, Stauden, Steinenbruck, Stockäcker, Straß, Tiergarten, Unterbelzenhofen, Unterberg, Unterloch, Unterlupberg, Vockenweiler, Wurzenmaier und Zuberg.

Schutzgebiete

Berg hat im Südwesten Anteil am Natur- und Landschaftsschutzgebiet Schmalegger und Rinkenburger Tobel sowie am FFH-Gebiet Schussenbecken mit Tobelwäldern südlich Blitzenreute.

Geschichte

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

Bis zum 19. Jahrhundert

Berg wurde im Jahr 1094 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Weingarten erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit existierte die „Kirche zu Berg“ bereits. Im 17. Jahrhundert starb die Bevölkerung durch den Dreißigjährigen Krieg und die Pest praktisch aus. Zuwanderer aus Vorarlberg und der Schweiz füllten die Lücken nur langsam wieder aus. Berg gehörte lange zur Landvogtei Schwaben in Vorderösterreich, Teile des Gemeindegebiets wie z. B. die Ortschaft Kasernen zum Reichskloster Weingarten. Aufgrund des Preßburger Friedens kam der Ort 1805 zum Kurfürstentum Württemberg, aus dem 1806 das gleichnamige Königreich hervorging. 1810 wurde der Ort dem Oberamt Ravensburg, dem Vorläufer des heutigen Landkreises, zugeordnet.

1945 wurde Berg Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

EinwohnerJahr200025003000350040004500500019601970198019902000201020202030Berg
Einwohnerentwicklung von Berg

Einwohnerentwicklung

Religionen

Evangelisches Gemeindezentrum

Die Gemeinde ist wie das gesamte Umland römisch-katholisch geprägt. Die katholische Pfarrei St. Peter und Paul gehört zur Seelsorgeeinheit Westliches Schussental und zum Dekanat Allgäu-Oberschwaben der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In der Abtei St. Erentraud in Kellenried leben Benediktinerinnen, wobei der Konvent vor der Auflösung und die Liegenschaften vor dem Verkauf stehen.

Die evangelischen Christen in Berg sind Mitglieder der Kirchengemeinde Weingarten, die zum Dekanat Ravensburg der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gehört. Die Kirchengemeinde Weingarten ist in Berg mit einem eigenen Pfarramt vertreten. Die Gottesdienste finden im evangelischen Gemeindezentrum in Berg statt.

Politik

Kommunalwahl 2024
Wahlbeteiligung: 69,4 % (2019: 65,7 %)
 %
70
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50
40
30
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0
60,9 %
28,6 %
10,5 %
n. k.
BL a
SfB b
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
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 30
 25
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−3,3 %p
+28,6 %p
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BL
SfB
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a 
Berger Liste
b 
Stimme für Berg
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Rathaus

Gemeinderat

Das Ergebnis der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024, in nebenstehendem Diagramm dargestellt, führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat von Berg:

Bürgermeister

Liste der Bürgermeister

Name:von–bis:Anmerkung:
Baptist Ortlieb1826–1832
Halder1832–1834
Donatus Zembrod1834–1873
Reich1873–1889
Sorg1889–191223 Jahre Bürgermeister
Siegel1912–1915
Georg Köberle1915–1920
Wilhelm Gindele1920–1933Zentrum, 5. Dezember 1933 abgesetzt
Max Schreiber1934–1937NSDAP, eingesetzt, verstorben im Amt (Herzinfarkt)
Adalbert Waldraff1938–1940NSDAP, eingesetzt, 1944 auf Kreta gefallen
Dominikus Sterk1940–1945NSDAP, eingesetzt „ehrenamtlich“
Wilhelm Gindele1945–1954demokratisch wiedergewählt
Josef Lambert1954–1959
Sigmund Winter1959–1995CDU, 36 Jahre Bürgermeister
Helmut Grieb1995–2019CDU, 24 Jahre Bürgermeister
Manuela Hugger 2019– parteilos

Wilhelm Gindele war der letzte demokratisch gewählte Bürgermeister vor der „Machtergreifung“ der NSDAP 1933. Er wurde im Dezember 1933 abgesetzt und im Rahmen der „Gleichschaltung“ durch Max Schreiber (ein Kandidat der NSDAP) vom Ravensburger NSDAP-Kreisleiter Karl Rudorf ersetzt. Dieser setzte auch die beiden Nachfolger Waldraff und Sterk ein. Um einer Dienstaufsichtsbeschwerde zuvor zukommen, meldete sich Waldraff 1940 freiwillig zum Fronteinsatz. Mit der ersten demokratischen Wahl nach dem Zweiten Weltkrieg unter Französischer Besatzung wurde Wilhelm Gindele wiedergewählt. Im Ortsteil Vorberg wurde später eine Straße nach ihm benannt. Bürgermeister Grieb war, wie auch seine Nachfolgerin Hugger, Ortsvorsteher im Ravensburger Teilort Schmalegg. Frau Hugger wurde am 14. Juli 2019 bei einer Wahlbeteiligung von 57,6 % mit 61,4 % im ersten Wahlgang gewählt und ist die erste Bürgermeisterin in der Berger Geschichte.

Verwaltungsverband

Die Gemeinde gehört zum Gemeindeverwaltungsverband Mittleres Schussental.

Wappen

Wappen der Gemeinde Berg
Wappen der Gemeinde Berg
Blasonierung: „In Rot zwei schräg gekreuzte goldene (gelbe) Leitern.“
Wappenbegründung: Anlässlich der Umbenennung des Schultheißenamts in Bürgermeisteramt Berg beschaffte die Gemeinde ein neues Dienstsiegel, das in einem Wappenschild eine naturalistische Abbildung der Ortskirche mit dem Pfarrhaus zeigte. Ein reguläres Gemeindewappen wurde erst im Jahre 1958 mit Beratung durch die Archivdirektion Stuttgart festgelegt. Die beiden schräg gekreuzten Leitern waren zuvor das Schildbild des im 13. und 14. Jahrhundert belegten Adelsgeschlechts der Herren von Tobel, an deren Wasserburg noch die Bezeichnung „Burg“ beim Berger Ortsteil Tobel erinnert. Die Farben wurden frei gewählt. Am 18. August 1958 verlieh das Innenministerium das Wappen und die Flagge.

Partnerschaften

Die Gemeinde Berg pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Sühnekreuz im Dickenwald
Pfarrkirche St. Peter und Paul

Schloss Benzenhofen

Regelmäßige Veranstaltungen

Berger Alafanz
Bergfesttrommler

Sport

Der Sportverein TSV Berg 1959 e. V. wurde im Jahr 1959 gegründet. Der Verein ist in vier verschiedene Abteilungen gegliedert: Fußball, Ski & Wandern, Turnen & Fitness und Volleyball. Die aktive Fußballmannschaft spielt in der Verbandsliga Württemberg (Stand: 2024/25). Außerdem gibt es den SKC Berg, den Sportkegel-Club Berg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Berg war früher ein kleines Bauerndorf und die Landwirtschaft ist immer noch ein, wenn auch rückläufiger Wirtschaftsfaktor. Es gab im Jahr 2000 noch 62 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe und 16 Nebenerwerbslandwirte.

Nach 1945 wandelte sich Berg auch zu einer Wohngemeinde im Einzugsbereich der Städte Weingarten und Ravensburg. Neben verschiedenen Handwerksbetrieben, dem Baugewerbe und Transportunternehmen sind die Branchen Textil und Stahlbau vertreten. Gleichzeitig sind auch im Handel und Dienstleistung viele neue Arbeitsplätze entstanden.

Beschäftigungsstruktur

Aufteilung der Arbeitsplätze in Berg

Beschäftigte (gesamt)1.399 Personen
Produzierendes Gewerbe997 Personen
Handel und Verkehr86 Personen
Dienstleistung306 Personen

Bemerkenswert ist, dass 1.230 Personen (sogenannte „Einpendler“) von außen nach Berg herein pendeln. Das sind 174 Menschen mehr, als umgekehrt die 1.056 Berger, die in anderen Städten und Gemeinden in der Umgebung (als „Auspendler“) Arbeit finden. Diese Zahlen erklären mit auch das hohe Steueraufkommen in der Gemeinde, das wiederum finanziellen Spielraum für wichtige Projekte zulässt. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt in Berg daher unter Landesdurchschnitt von Baden-Württemberg. Der Gewerbesteuersatz liegt bei 330 Prozent.

Verkehr

Berg liegt an der Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen (Haltepunkt: Weingarten/Berg). Dieser Haltepunkt, fast auf der Gemarkungsgrenze zwischen Weingarten und Berg, kam 1998 zustande, nachdem sich die Stadt Weingarten und die Gemeinde Berg darauf einigten, diesen wesentlich aus Eigenmitteln zu finanzieren. Die Gemeinde ist durch Omnibuslinien mit Ravensburg, Weingarten und anderen Nachbargemeinden verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Berg liegt direkt an der 4-spurigen Bundesstraße 30n und ist über die Abfahrt „Ravensburg Nord“ gut zu erreichen.

Das Ultraleichtfluggelände Berg liegt etwa 5 km nordwestlich von Berg.

Ansässige Unternehmen

Seit 1972 ist Berg Hauptsitz der Rafi GmbH & Co. KG, eines 1900 in Ravensburg gegründeten und heute weltweit tätigen Herstellers für elektromechanische Bauelemente und Tastaturen. Seit dem Jahr 2000 findet alle vier oder fünf Jahre eine Leistungsschau des in Berg ansässigen Gewerbes statt.

Bildung

Die mehrzügige Grundschule Berg war früher auch Hauptschule mit Werkrealschule. Die letzte Abschlussklasse mit neun Schülern wurde 2014 verabschiedet und mit deren Abschluss wurde auch die Haupt- und Werkrealschule mangels ausreichender Schülerzahlen geschlossen. Das am Hang des Kirchbergs gelegene Schulgebäude von 1962 (mit Erweiterungsbau von 1984), die benachbarte Turn- und Festhalle von 1972 und die neue Sporthalle von 2005 bilden mit Kirche, Pfarrhaus und Rathaus auf dem Berg das Zentrum der Flächengemeinde. Auf dem Dach der Schule befindet sich eine Bürgersolaranlage zur Gewinnung von Strom aus regenerativen Quellen. Diese Anlage wurde entgegen sonst üblichen Organisationsformen nicht als Genossenschaft, sondern als GbR gegründet.

Für die jüngsten Einwohner gibt es vier kommunale und einen römisch-katholischen Kindergarten mit Kinderkrippe. Die gesetzlichen Vorgaben für Kindertagesbetreuung können somit erfüllt werden.

Im Teilort Kleintobel besteht seit den 1950er Jahren die Heimschule Martinshaus Kleintobel. Das Martinshaus bietet heute neben einer Realschule (Sonderschule für Erziehungshilfe) vielfältige Angebote der Jugendhilfe in Kleintobel und an anderen Orten der Region an und wird als Teil der Zieglerschen Anstalten Wilhelmsdorf betrieben.

Die Volkshochschule Berg (VHS) hat ihren organisatorischen Sitz im Rathaus, ist als „Aussenstelle Berg“ Teil der VHS Weingarten und nutzt die Räume der öffentlichen Schule in Berg.

Personen

Literatur

Commons: Berg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Tabellengruppe 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes zum 31. Dezember 2025 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Karte: Alle Schutzgebiete - Daten- und Kartendienst der LUBW. Abgerufen am 19. Oktober 2024.
  3. ↑ Eileen Kircheis: Kloster zum Schnäppchenpreis: Hier gibt's 130 Zimmer inklusive Kirche. In: Schwäbische Zeitung, Ausgabe Oberschwaben (Online). Schwäbischer Zeitungsverlag R. Drexler GmbH & Co. KG, 6. Juni 2025, abgerufen am 6. Juni 2025.
  4. ↑ https://wahlergebnisse.komm.one/lb/produktion/wahltermin-20240609/08436013/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=3761&stimmentyp=0&id=ebene_-12896_id_20916
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 Zusammengestellt u. a. aus: Jan Koppmann (Hrsg.): Berg 1094–1994. „ecclesiam de Berga“. VHS-Geschichtswerkstatt Berg, 1994
  6. 1 2 Zeitzeugeninterview, 12.7.2019, Vorberg
  7. 1 2 3 Gemeindeblatt Berg, Ausgabe 29 vom 18. Juli 2019
  8. ↑ Wappenbeschreibung auf leo bw – Landeskunde entdecken online; abgerufen am 23. September 2023.
  9. 1 2 3 Aus Zahlen des Einwohnermeldeamtes der Gemeinde Berg
  10. ↑ Gemeindeblatt Berg 2014
  11. ↑ vhs Weingarten – Kurse & Weiterbildung in Ihrer Nähe. Abgerufen am 19. Oktober 2024.
  12. ↑ Robert Schad stellt in Sydney aus. 28. Januar 2010, abgerufen am 19. Oktober 2024.