Kloster Stablo

Ansicht des Klosters Stablo (um 1730–1740)
Ruine der Klosterkirche (2012)
Barocke Bauten der Abtei (2005)

Kloster Stablo (lat. Stabelacus, Stabelaus, Monasterium Stabulensis u. ä.) war eine Benediktinerabtei in Stablo (Stavelot) nahe Lüttich im heutigen Belgien. Es war Teil der Reichsabtei Stablo-Malmedy.

Geschichte

Das Kloster wurde im Jahr 648 von Remaclus gegründet und während der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts aufgelöst.

Dem damaligen Abt der Abtei Solignac, Remaclus, wurde von König Sigibert III. das Recht gewährt, eine Abtei zu gründen. Dieser begründete darauf sogar zwei Klöster auf dem zugewiesenen Terrain: 648 Stablo und 650 Malmedy. Remaclus wurde in Stablo begraben, der Schrein steht heute in der Kirche Saint Sébastien in Stavelot. Unter den Äbten Odilo (936–954) und Poppo (1020–1048) wurde das Kloster zu einem der wichtigsten Zentren der von Cluny ausgehenden Reformbewegung. Kaiser Heinrich IV. (11. Jahrhundert) unterstellte Malmedy der Vorherrschaft Stablos. Abt Wibald (1131–1158) sorgte für eine reiche Ausstattung des Klosters mit liturgischen Gegenständen.

Stablo und Kloster Malmedy waren seit ihrer Gründung in Personalunion miteinander verbunden und gehörten seit der Frühen Neuzeit als Fürstabtei zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. 1795 wurde das Gebiet ein Teil des französischen Départements Ourthe, ab 1796 erfolgte die Säkularisation der Abteien und Klöster; die Besitzungen der Abtei wurden nach und nach verkauft und die Kirche nach dem Verkauf abgerissen. Nach dem Wiener Kongress fiel Stavelot an die Niederlande und 1830 an Belgien.

Bauten

Der Neubau der Klosterkirche wurde am 5. Juli 1040 von Abt Poppo in Anwesenheit von Kaiser Heinrich III. geweiht.

Die Kirche wurde unter der französischen Besatzung aufgehoben, verkauft und schließlich ab 1795 abgetragen.

Ehemalige Ausstattung

Zeichnung des Remaklus-Retabels, 1666

Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Bibel von Stavelot befindet sich im British Library in London.

Mehrere Kunstwerke können mit dem Abt Wibald in Verbindung gebracht werden: Das Kopfreliquiar Papst Alexanders I. (Alexanderreliquiar) gelangte ebenso wie der Tragaltar von Stavelot in die Sammlungen der Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel. Das Remaklusretabel ist bis auf Fragmente verloren; dazu gehören ein Medaillon heute im Kunstgewerbemuseum in Berlin, ein zweites im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Die Staurothek aus Stavelot (Stavelot-Triptychon) wird heute in der Pierpont Morgan Library in New York verwahrt.

Ein vergoldetes Antependium um 1160–1170 befindet sich heute im Musée Cluny in Paris.

Der Schrein des Hl. Remaclus aus dem 13. Jahrhundert befindet sich heute in der Kirche St. Sebastian in Stavelot, ebenso die Reliquienbüste des Abtes Poppo von Stablo von 1626.

Literatur

Siehe auch

Commons: Kloster Stablo – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 50° 23′ 37″ N, 5° 55′ 53,8″ O