Das Dorf liegt an der Haßlach und am Geiersbächlein, das als rechter Zufluss in die Haßlach mündet, und am Birkacher Graben, der als linker Zufluss mündet. Eingerahmt wird Knellendorf vom Kienberg (476mü.NHN) im Nordwesten, vom Bierberg (446mü.NHN) im Osten und vom Tänngisberg (441mü.NHN) im Südwesten. Die Bundesstraße 85 führt nach Kronach (3,4km südlich) und Gundelsdorf (1,6km nördlich). Ein Anliegerweg führt nach Kathragrub (1,6km westlich).
Im Ort steht eine Linde, die im Jahre 1648 als Friedenslinde auf kargem Kiesboden gepflanzt wurde. Sie ist als Naturdenkmal geschützt. 1951 wurde der Baum in der großen Gabelung ausgemauert. In den 1990er Jahren mussten die Hauptäste durch Stahlseile und Streben gesichert werden, da das Gehölz selbst bei mäßigem Wind verdächtig knarrte. Weitere Sicherungsmaßnahmen von professioneller Hand folgten. Seit mehreren Jahren findet das Lindenfest mit einem Gottesdienst vor dem Wahrzeichen statt.
Geschichte
Es ist unklar, wann Knellendorf entstanden ist. 1348 wurde der Ort als „Knellenrod bey der Haßlach“ erstmals urkundlich erwähnt. 1388 wurde der Ort erwähnt, als das Kloster Langheim in Teuschnitz Grund an den Bamberger Bischof Lamprecht von Brunn verkaufte. Ab 1520 geht aus Unterlagen der Pfarrei Kronach der Name „Knellendorf“ hervor. Nach der Ortschronik entstand der Ortsname entweder aus Dorf des Knello oder er leitet sich von Nell (Hügel) ab.
Im benachbarten Gundelsdorf existierte von Herbst 1944 bis zum Einmarsch amerikanischer Truppen im April 1945 ein Außenlager des KonzentrationslagersFlossenbürg. Bei den Häftlingen handelte es sich um 100 aus dem KZ Plaszow deportierte polnische Jüdinnen und bis zu 90 jüdische Männer unterschiedlicher Nationalität, die aus verschiedenen anderen Lagern dorthin gebracht wurden. Der Großteil wurde als Zwangsarbeitskräfte im Luftwaffennachschublager in Gundelsdorf eingesetzt, rund 20 der Frauen mussten in einer Knellendorfer Firma Militäruniformen nähen. Seit 2002 erinnert ein auf Initiative der Evangelischen Jugend errichteter Gedenkstein am parallel zur Bundesstraße 85 verlaufenden Rad- und Fußweg zwischen den beiden Orten an das Außenlager.
Die folgenden Häuser listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern auch als Kunstdenkmäler auf. Sie werden in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgerissen oder stark verändert wurden.
Haus Nr. 03: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, Wohnteil – bis auf die massive Hofseite – verschieferter Blockbau des 17./18. Jahrhunderts mit profilierten Balkenköpfen auf der Hofseite. Der Stallteil wurde erneuert.
Haus Nr. 10: Ehemals eingeschossiger Sandsteinquader mit zur Hälfte abgewalmten Mansarddach vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Er besitzt Eckpilaster, an den KapitellenFestons. Am Sturz der Haustür sind eine Maske und eine Ranke reliefiert. Der Giebel ist verschiefert. Ein Teil des Hauses wurde nachträglich in entstellender Weise mit zwei Geschossen ausgebaut.
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Knellendorf
Jahr
1818
1824
1840
1852
1855
1861
1867
1871
1875
1880
1885
1890
1895
1900
1905
1910
1919
1925
1933
1939
1946
1950
1952
1961
1970
Einwohner
180
247
208
187
204
186
207
230
212
229
227
218
216
241
237
228
220
238
239
233
312
327
320
330
441
Häuser
25
29
35
35
34
35
43
58
Quelle
Ort Knellendorf
Jahr
001818
001824
001861
001871
001885
001900
001925
001950
001961
001970
001987
Einwohner
121
167
116
162
155
175
175
249
260
403
368
Häuser
19
24
22
27
33
45
101
Quelle
Einwohnerentwicklung im gesamten ehemaligen Gemeindegebiet
Jahr
2005
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Einwohner
430
398
389
376
387
385
401
390
402
402
Religion
Die Bewohner sind überwiegend römisch-katholisch und nach St. Johannes der Täufer in Kronach gepfarrt.
Vereine
Freiwillige Feuerwehr Knellendorf
Sportverein Knellendorf 1980 e. V.(SVK)
Junge Union Knellendorf
Bulldogfreunde Knellendorf
Regelmäßige Veranstaltungen
In Knellendorf organisieren Vereine und Dorfgemeinschaft regelmäßig folgende Veranstaltungen:
Januar: „Knut-Fest“ (JU)
Februar: Schlachtschüssel (SVK)
März (2 Wochen vor Palmsonntag): „Hejfa-Toutla“; traditionelles „Tod-Austragen“ durch Kinder mit anschließendem „Backes-backen“ (Pfannkuchen-backen)
Ostern: „Raschpeln“ (Kinder ziehen mit Holzraspeln/-ratschen während der „glockenlosen Zeit“ von Gründonnerstag bis Karsamstag durch das Dorf)
↑Wilhelm Volkert (Hrsg.):Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S.500.
↑Pascal Cziborra:KZ Gundelsdorf– Fischers Liste (=Die Außenlager des KZ Flossenbürg. Band6). Lorbeer Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-938969-11-3.
↑Barbara Heinlein:Das ehemalige KZ-Außenlager Gundelsdorf. In: Landkreis Kronach (Hrsg.): Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach. Band23-2001/02. Anton Hauguth-Verlag, Kronach 2002, ISBN 3-9803467-6-5, S.217–223.
12T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 66. Ursprüngliche Hausnummerierung.
12Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.