Komonade

Eine Komonade ist in der Kategorientheorie eine Struktur dual zu der der Monade.

Definition

Eine Komonade ist ein Tripel (T,ε,ψ) bestehend aus

das folgende Bedingungen erfüllt:

Explizit auf der Ebene von Morphismen von C bedeutet dies, dass für jedes Objekt X aus C gilt

Koalgebren

Eine Koalgebra für eine Komonade (T,ε,ψ) auf einer Kategorie C ist ein Paar (X,α) bestehend aus einem Objekt X von C und einem Morphismus α:X→TX, so dass Tα∘α=ψX∘α und εX∘α=1X. Ein Homomorphismus von Koalgebren (X,α)→(Y,β) ist ein Morphismus f:X→Y in C, der Tf∘α=β∘f erfüllt. Die Koalgebren bilden eine Kategorie CT.

Es gibt einen kanonischen Funktor AT:C→CT, der auf Objekten X↦(TX,ψX) ist. Er ist rechtsadjungiert zum Vergissfunktor UT:CT→C.

Komonade zu einem adjungierten Funktorpaar

Es seien C,D Kategorien und F:C→D, G:D→C Funktoren, so dass F rechtsadjungiert zu G ist. Eins bzw. Koeins der Adjunktion seien η:1→FG bzw. ε:GF→1. Dann ist T=(GF,ε,GηF) eine Komonade auf C.

Man erhält einen induzierten Funktor A:D→CT, so dass UT∘A=G und A∘F=AT gilt. Der Funktor G heißt komonadisch, wenn A eine Äquivalenz von Kategorien ist. Der Monadizitätssatz von Jonathan Mock Beck gibt Kriterien dafür an, wann ein Funktor komonadisch ist.

Ist T eine Komonade auf einer Kategorie C, dann ist die zum adjungierten Funktorpaar (UT:CT→C,AT:C→CT) assoziierte Komonade wieder T.

Beispiel

In der Kategorie Set sei der Endofunktor T derjenige der Bildung von ℕ-indizierten Folgen, d. h. für jede Menge X ist T(X)=Xℕ, und für Mengen A und B sowie Abbildungen f:A→B ist T(f):Aℕ→Bℕ gegeben durch T(f)(s):=f∘s.

Die natürlichen Transformationen ε und ψ seien durch die Familien von Abbildungen εX und ψX,

für beliebige Mengen X gegeben.

Das Tripel (T,ε,ψ) ist nun eine Komonade in Set.

Die Koalgebren für (T,ε,ψ) sind die Abbildungen α:X→Xℕ, die α(x)(0)=x und α(x)(n+m)=α(α(x)(n))(m) erfüllen. Mit α1:X→X, x↦α(x)(1) ist α(x)(n)=α1n(x), und man kann die Koalgebren mit Paaren (X,α1) mit einer beliebigen Abbildung α1:X→X identifizieren.

Ist M eine beliebige Menge, dann entsprechen Komonadenstrukturen auf T(X)=XM bijektiv den Monoidstrukturen auf M. Die Multiplikation auf M ist ψM(1M)∈(MM)M. Für ein Monoid M kann die Strukturabbildung X→XM einer Koalgebra unter dem Potenzgesetz (AB)C=AB×C=(AC)B mit anderen Abbildungen identifiziert werden:

Literatur