| Český Krumlov | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Historischer Landesteil: | Böhmen | |||
| Region: | Jihočeský kraj | |||
| Bezirk: | Český Krumlov | |||
| Fläche: | 2217 ha | |||
| Geographische Lage: | 48° 49′ N, 14° 19′ O | |||
| Höhe: | 492 m n.m. | |||
| Einwohner: | 12.907 (1. Jan. 2023) | |||
| Postleitzahl: | 381 01 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | C | |||
| Verkehr | ||||
| Straße: | Budweis – Horní Planá | |||
| Bahnanschluss: | České Budějovice–Černý Kříž | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 10 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Alexandr Nogrády (ANO) (Stand: 2022) | |||
| Adresse: | nám. Svornosti 1 381 01 Český Krumlov | |||
| Gemeindenummer: | 545392 | |||
| Website: | obcan.ckrumlov.info | |||
| Lage von Český Krumlov im Bezirk Český Krumlov | ||||
Český Krumlov [] (), deutsch (Böhmisch-)Krumau oder Krummau, ist eine Stadt im Okres Český Krumlov in Tschechien. Sie liegt an der Moldau.
Das Schloss Český Krumlov war im Laufe der Geschichte Sitz mächtiger böhmischer Adelshäuser wie der Witigonen, der Rosenberger und der Schwarzenberg. Die historische Altstadt wurde 1963 zum Städtischen Denkmalschutzgebiet und 1992 zum UNESCO-Welterbe erklärt.
Die Stadt liegt an beiden Ufern der Moldau (Vltava), die hier eine Flussschlinge bildet. Diese spiegelt sich auch im Namen „krumme Au“ wider – Chrumbenowe („krumben ouwe“) bedeutet krumme Au oder krumme Halbinsel.
Český Krumlov liegt etwa 22 km südlich von Budweis und 58 km nördlich der österreichischen Stadt Linz entfernt. Die Innenstadt befindet sich rechtsseitig des Flusses in der Flussschleife. Nördlich davon liegen linksseitig der Moldau auf dem Sporn zwischen der Moldau und ihrem Zufluss Polečnice (Blätterbach) das Schloss und die Burgstadt Latrán. Nordwestlich liegt der Blanský les (Plansker Wald). Nördlich der Stadt erhebt sich der gute Fernsicht bietende Kleť (1080 m).
Nachbarorte sind Třisov (Trissau) und Plešovice (Pleschowitz) im Norden, Zlatá Koruna (Goldenkron), Šěkře und Černice (Cernitz) im Nordosten, Markvartice (Markwartitz) und Mirkovice (Mirkowitz) im Osten, Malčice (Maltschitz) und Přídolí (Priethal) im Südosten, Spoli (Pohlen) und Větřní (Wettern) im Süden, Kájov (Gojau) und Novosedly (Neusiedl) im Westen sowie Křenov (Krenau, Krönau/Mähren) und Chvalšiny (Kalsching) im Nordwesten.
Český Krumlov besteht aus den Ortsteilen:
Zu Český Krumlov gehören außerdem die Wohnplätze Drahoslavice (Troschelhof), Martinka, Nový Dvůr (Neuhof) und Špičák (Spitzenberg). Grundsiedlungseinheiten sind Český Krumlov-střed, Domoradice, Domoradice-průmyslový obvod, Dubík, Horní Brána, Kvítkův Dvůr (Favoritenhof), Latrán, Nádražní Předměstí, Nové Dobrkovice, Nové Spolí, Nový Vyšný, Plešivec, Pod sídlištěm, Sídliště Domoradice, Sídliště Plešivec, Slupenec, U Havraní skály, U Vltavy, Vyšný, Za Horní Bránou und Za tavírnou.
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Český Krumlov, Kladné-Dobrkovice, Přísečná-Domoradice, Slupenec, Spolí-Nové Spolí und Vyšný.
| Přísečná | ||
| Kájov | Mirkovice | |
| Větřní | Přídolí |

| Historische Altstadt von Český Krumlov | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Traditionelle bunte Häuser in der Altstadt. | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iv) |
| Fläche: | 52 ha |
| Pufferzone: | 1073 ha |
| Referenz-Nr.: | 617 |
| UNESCO-Region: | Europa und Nordamerika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1992 (Sitzung 16) |
| Gefährdung: | 2005–2007 2009 2011 2013 |

Der Bába-Menhir steht etwa zehn Kilometer nordnordwestlich von Český Krumlov in einem Waldgebiet des Kleť-Gebirges in Südböhmen. Der Stein ist etwa 1,6 Meter hoch.
Schon in Prähistorischer Zeit führte ein von der Linzer Höhensiedlung Gründberg kommender Verkehrsweg hier vorbei zum Oppidum Třísov und die Moldau entlang weiter nach Norden. Spätestens seit 900 wurde am Linzer Steig das kostbare Salz von den Lagerstätten an der Donau durch den Haselgraben in das salzlose Böhmen transportiert, wobei nach den Furten der späteren Orte Hohenfurth und Ottau die Moldau bei Krumau zum dritten Mal gequert wurde.
Über dieser Furt an der Moldau errichteten die Witigonen um 1240 eine Burg, die 1253 erstmals urkundlich erwähnt wurde und dem Witiko „de Chrumbenowe“ gehörte. Die Burg, deren tschechische Bezeichnung „Crumlov“ für 1259 belegt ist, war Sitz des witigonischen Familienzweiges der Herren von Krumau, der 1302 mit Wok von Krumau erlosch. Dessen Besitzungen übertrug König Wenzel II. an die ebenfalls witigonische Stammlinie der Herren von Rosenberg, deren Wappenrose noch heute Bestandteil der Stadtflagge ist. Heinrich I. von Rosenberg, der bis dahin auf der Burg Rosenberg residierte, übertrug seinen Sitz 1302 auf die Burg Krumau, die 300 Jahre lang als Residenz der Rosenberger diente. Heinrichs Sohn Peter I. von Rosenberg ließ im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts die Obere Burg errichten.
Schon seit Mitte des 13. Jahrhunderts ist eine Siedlung am rechten Moldauufer belegt. In ihr und bei der Alten Burg am linken Ufer ließen sich Kolonisten aus Bayern und Österreich nieder. Die auf dem linken Ufer der Moldau liegende Gemeinde „ad latera castelli“ (Latrán) wurde erstmals 1274 erwähnt. Beide Siedlungen wurden 1347 durch eine Brücke verbunden und zu einer Stadt vereint. Bereits 1334 erhielten die Rosenberger vom König die Zustimmung zur Ansiedlung jüdischer Familien, die eine eigene Kolonie bildeten. Für das Jahr 1336 ist ein Stadtrat belegt. Um diese Zeit wurde die Stadt mit einer neuen Mauer befestigt und die bisherigen Tore mit Türmen bewehrt.
Ursprünglich war Krumlov in drei eigenständige, mit Mauern befestigte Bereiche geteilt – die Burg mit der Vorburg, die Burgsiedlung Latrán/Latron mit der Neustadt sowie die eigentliche Stadt, die Innenstadt. Die Befestigungsanlagen von Krumlov wurden wahrscheinlich spätestens nach 1300 errichtet. Wohl um die Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden die Mauern der Neustadt, die auch den benachbarten Latrán/Latron einschlossen. Die Reste dieser Anlagen sind bis heute am südlichen Rand von Latrán in Richtung Brauerei (in deren Nähe eine Eckbastei erhalten geblieben) oder im südlichen Teil der Innenstadt östlich des ehemaligen Gojauer Tores zu sehen. Die Wehrmauern der einzelnen Stadtteile waren durch neun Tore durchbrochen (Budweiser Tor, Äußeres und Inneres Latron-Tor, Äußeres und Inneres Tor in der Rathausgasse, Äußeres und Inneres Gojauer Tor, Obertor und das Tor am Ende der heutigen Breiten Gasse). Mit der Ausnahme des Budweiser Tors, das bis heute besteht, wurden alle übrigen Stadttore im 19. Jahrhundert niedergerissen.
1375 gründeten die Rosenberger in der Nachbarschaft des Latrán die Neustadt. Durch den Ausbau von Handwerk und Handel, die Förderung von Silbererz und durch ihre Lage an der wichtigen Verbindung von Budweis nach Österreich erlangte die Stadt im 14. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte, die vom Aufbau religiöser Institutionen begleitet war.

An Wirtschaftsbetrieben gab es Mühlen, Teiche zur Fischzucht und Walkmühlen; 1407 wurde ein Hüttenwerk erwähnt, die Erwähnung einer Hammermühle stammt aus dem Jahre 1524.
Bereits um 1309 wurde die St.-Veit-Kirche und 1317 das Spital mit dem Patrozinium des hl. Jobst errichtet. 1357 ließen sich die Minoriten in Krumau nieder, deren St.-Franziskus-Kloster 1358 geweiht wurde. 1361 folgten die Klarissen, die das Kloster mit dem Patrozinium der hl. Klara errichteten.
Als Residenzstadt der Herren von Rosenberg war Krumlov bereits im 14. Jahrhundert ein Kultur- und Bildungszentrum. Ihre Träger waren neben dem rosenbergischen Hof das Minoriten- und Klarissinnenkloster und seit Mitte des 14. Jahrhunderts die Stadtschule, die im Stöcklgebäude nahe der Pfarrkirche ihren Sitz hatte. Bereits vor 1350 gab es in Krumlov karitative Einrichtungen. Der Spitalshof an der Kirche St. Jost wurde vor 1317 gegründet. Ein städtischer Spitalshof ist in der Stadt im Jahr 1400 nachgewiesen, als Ablässe für die Besucher der Spitalskapelle St. Elisabeth gewährt wurden. 1347 wird in Krumlov ein Badehaus erwähnt. Seit dem 14. Jahrhundert gab es in der Stadt zwei Friedhöfe. Der eine erstreckte sich in der Nähe des Minoriten- und Klarissinnenklosters, der andere nahe der Kirche St. Veit.
Während der Hussitenkriege wurde 1420 das Minoritenkloster beschädigt. In den religiösen Auseinandersetzungen standen Adel und Geistlichkeit mit den Herren von Rosenberg auf katholischer Seite. Obwohl der deutsche Bevölkerungsanteil deutlich zurückging, ist für das Jahr 1439 neben einem tschechischen auch ein deutscher Prediger belegt. Nachdem oberhalb des Schlosses Silber entdeckt worden war, kam es ab 1473 zu einem erneuten Zuzug deutscher Bergleute, wodurch im 16. Jahrhundert wieder die deutsche Bevölkerung überwog. Bereits seit 1494 besaß die Stadt die Privilegien einer Königsstadt, und 1519 wurde die meißnische Bergordnung eingeführt. Unter dem Regenten Wilhelm von Rosenberg, der das Amt eines böhmischen Oberstkämmerers und Oberstburggrafen bekleidete und außenpolitischen Ehrgeiz entwickelte, wurde die Obere Burg von den Baumeistern Antonio Ericer und Baldassare Maggi zu einem repräsentativen Renaissance-Schloss umgebaut. 1584 berief Wilhelm von Rosenberg die Jesuiten nach Krumau und ließ ihnen 1586–1588 ein großes Kolleggebäude errichten. Um diese Zeit lebten in Krumau fast 2000 Einwohner in 331 Häusern.
Nach Wilhelms Tod folgte 1592 als Krumauer Regent dessen jüngerer Bruder Peter Wok von Rosenberg. Er war der letzte Rosenberger im Mannesstamm und musste 1602 die Herrschaft Krumau wegen Überschuldung, die vermutlich durch die Erschöpfung der Silberminen zustande kam, an Kaiser Rudolf II. verkaufen und zugleich der Durchsetzung des Heimfallrechts seitens des Landesherrn auf das rosenbergische Vermögen nach seinem Tode zuvorkommen. Als Peter Wok im April 1602 mit seinem Hof nach Třeboň (Wittingau) übersiedelte, hörte Český Krumlov auf, die Residenzstadt der Herren von Rosenberg zu sein.
Rudolf II. überließ Krumau seinem außerehelichen Sohn Julius d’Austria als Wohnsitz. Während des Ständeaufstandes von 1618 versuchte die Ständearmee erfolglos die Eroberung der Stadt. Nach der Schlacht am Weißen Berg schenkte Kaiser Ferdinand II. die Herrschaft Krumau 1622 seinem Hofkammerpräsidenten Hans Ulrich von Eggenberg für dessen Verdienste in der Katholischen Liga. Ein Jahr später stieg Eggenberg in den Reichsfürstenstand auf, wodurch Krumau ein Herzogtum wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrmals geplündert. Nach Kriegsende wurden zahlreiche weltliche und kirchliche Gebäude im Stil des Barock umgebaut.
Nach dem Erlöschen der Eggenberger 1719 fiel Krumau an die Fürsten Schwarzenberg. Nachfolgend veranlasste Adam Franz von Schwarzenberg in der Burggrafschaft zahlreiche Umbauten und Erweiterungen im Stil des Wiener Barock. Von der Herrschaft Krumau führte der Fürst Schwarzenberg den Titel „Herzog von Krumau“ mit der Berechtigung, eine eigene Garde (40 Mann unter einem Hauptmann) zu halten.

Nachdem die Fürsten Schwarzenberg ihre Residenz 1871 von Krumau auf das Schloss Fraunberg (Hluboká) verlegt hatten, diente das Schloss Krumau als Verwaltungszentrum der Herrschaft Krumau. Krumau bildete Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gemeinde, die zum Gerichtsbezirk Krumau im späteren politischen Bezirk Krumau gehörte. Sie war Sitz des Bezirksgerichts und der Bezirkshauptmannschaft. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Krumau ein großes, auf steilem Felsen über der Moldau gelegenes Schloss mit schöner Kapelle, Archiv, Bibliothek (30.000 Bände), Gemäldegalerie und ausgedehntem Park, einen Minoritenkonvent, ein Gymnasium, ein Studentenkonvikt, eine Musikschule und war Industriestandort.

1910 hatte die Stadt 8662 Einwohner, davon waren 7367 deutsch- und 1295 tschechischsprachig. Nach Errichtung der Tschechoslowakei 1918 sollte Krumau im Rahmen der von Österreich geplanten Provinz Deutschböhmen ein Zentrum des vorgesehenen Gaus Böhmerwald werden. Nachdem die Provinz Deutschböhmen am 29. Oktober 1918, einen Tag nach Gründung der Tschechoslowakischen Republik, ausgerufen worden war, kam es zu politischen Spannungen zwischen dem deutschen und dem tschechischen Bevölkerungsteil, die am 28. November 1918 zur Besetzung Krumaus durch die Tschechoslowakische Armee führten. Völkerrechtlich wurde Krumau erst am 28. Juni 1919 mit dem Vertrag von Saint-Germain der Tschechoslowakei zugesprochen.
Mit dem Münchner Abkommen gehörte die Stadt ab 1938 zum Reichsgau Oberdonau des Deutschen Reichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde die Mehrheit der deutschböhmischen Bevölkerung vertrieben und fand in Österreich und Westdeutschland Aufnahme.
Tschechische Neusiedler übernahmen Wohnungen, Geschäfte und Betriebe. Mit dem Februarumsturz 1948 wurden das Schloss und der Grundbesitz der Familie Schwarzenberg gemäß der 1947 geschaffenen Lex Schwarzenberg verstaatlicht.
1963 wurde das Stadtzentrum zur Denkmalsreservation erklärt, wodurch die historische Bausubstanz und das einzigartige Ensemble erhalten blieben. Dadurch konnte es nach der politischen Wende von 1989 zum Kulturdenkmal erklärt und 1992 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen werden. Daraufhin erfolgte eine Restaurierung der historischen Gebäude und Plätze; die Stadt erlangte touristische Bedeutung, der ein wirtschaftlicher Aufschwung folgte. Bis 2002 war Český Krumlov Sitz der Verwaltung des Okres Český Krumlov.
Mit Erlaubnis des böhmischen Königs Johann von Luxemburg konnte die Rosenberger Herrschaft erreichen, dass sich um das Jahr 1335 jüdische Familien in Krumau niederlassen konnten. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Juden aus Krumau ausgewiesen und ihre Niederlassung künftig verboten. Dieses Verbot blieb bis Ende des 18. Jahrhunderts in Kraft. Erst seit Ende der 1840er Jahre war ein Zuzug jüdischer Familien in die Kernstadt wieder erlaubt; im Jahre 1855 gründete sich ein „Betverein“, aus dem knapp zwei Jahrzehnte später die neuzeitliche Jüdische Gemeinde von Krumau erwuchs; zu ihr zählten dann auch die Bewohner von Wettern/Vetrni.
In den Jahren 1908/1909 ließ die Judenschaft in der südlichen Vorstadt einen Synagogenbau mit einem achteckigen Turm errichten; dieses im Stil der Neoromanik errichtete Gebäude bot etwa 180 Personen Platz. Gottesdienste wurden hier bis 1938 abgehalten. In den 1890er Jahren wurde ein Jüdischer Friedhof mit einer Trauerhalle angelegt. Zuvor waren Verstorbene auf dem Jüdischen Friedhof in Rosenberg begraben worden.
Mit der deutschen Besetzung im Jahre 1938 verließen fast alle jüdischen Familien Krumau und brachten sich zunächst im tschechischen Kernland in Sicherheit. Nach 1945 kehrten nur zwei ehemalige jüdische Bewohner aus den Lagern nach Krumau zurück, eine Gemeindegründung kam nicht mehr zustande.
In den beiden ersten Jahrzehnten nach Kriegsende wurde das Synagogengebäude von der tschechischen Hussitenkirche genutzt; danach nutzte man es als provisorischen Lagerraum für Kulissen des Theaters. Erst nach der Samtenen Wende geriet das Synagogengebäude wieder in den Blickpunkt öffentlichen Interesses. In Zusammenarbeit mit der Prager Jüdischen Gemeinde begann das Egon-Schiele-Art-Centrum mit der Instandsetzung der Krumauer Synagoge. Auf dem 1891 angelegten, mit einer drei Meter hohen Mauer umgebenen jüdischen Friedhof – in unmittelbarer Nähe des kommunalen Friedhofs – findet man noch mehr als 100 Grabsteine, die aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts stammen.
Zur Gemeinde der im 14. Jh. erbauten Kirche St. Veit gehörten bis 1945 u. a. folgende überwiegend deutsch besiedelte Orte: Turkowitzer Hammer/Dobrkovický Hamr, Dumrowitz/Domoradice, Droschelhof/Drahoslavice, Althof/Kvítkův Dvůr, Mödling/Metlín, Niemsching/Němče, Neuhof/Nový Dvůr, Pötschmühle/Pečkovský Mlýn, Pinskerhof/Pinskrův Dvůr, Lupenz/Slupenec, Větřní, Schwalbenhof/Vlašťovičník.
Die ältesten Zeugnisse über eine Schule in Krumau stammen aus dem 14. Jahrhundert. Eine private „Winkelschule“ war im sog. „Stöckelgebäude“ untergebracht. Einen Neubeginn in den Schulverhältnissen der Stadt brachte die Berufung der Jesuiten nach Krumau und die Gründung des Gymnasiums durch Wilhelm von Rosenberg im Jahre 1584. Die lateinischen Klassen waren im Stöckelgebäude, die deutsche Schule in die Breite-Gasse Nr. 82 untergebracht. 1586 wurde der Grundstein zum Jesuitenkollegium gelegt und der Bau 1588 beendet. 1773 wurde das Jesuitenkolleg und mit Dekret vom 25. Mai 1777 auch das Gymnasium aufgehoben.
Die Deutsche Hauptschule als erste öffentliche deutsche Schule der Stadt war das Ergebnis der Schulreform Kaiser Josefs II. im Jahre 1782. Der Kaplitzer Dechant Ferdinand Kindermann von Schulstein, der von der Kaiserin Maria Theresia in den Adelsstand erhoben und als Schulinspektor für die deutschen Schulen in Böhmen tätig war, führte in Krumau die Normal- oder Hauptschule ein. Sie hatte den Unterricht am 6. Januar 1783 mit drei Klassen begonnen und wurde ein Jahr später um eine Klasse erweitert. Im Jahre 1788 wurde der Schule eine zweiklassige städtische Mädchenschule angegliedert. Im Jahre 1849 wurde die vierte Klasse der Hauptschule in eine Niedere Realschule mit zwei Klassen umbenannt. Im Jahre 1855 wurde die Hauptschule wieder vierklassig und im Laufe der Zeit auch die städtische Mädchenschule. Ihr Ende kam mit der Wiener Schulreform 1870.
Ende des 19. Jahrhunderts bestanden schließlich in Krumau folgende Lehranstalten: Ein k.k. Staatsobergymnasium, eine Knaben-, Volks- und Bürgerschule mit fünf Parallelklassen zur Volksschule, eine Mädchen-, Volks- und Bürgerschule mit drei Parallelklassen zur Volksschule in drei Abteilungen, eine 2-klassige private Mädchen-Volksschule, eine 4-klassige tschechische Volksschule und eine 2-klassige deutsche gewerbliche Fortbildungsschule mit einer Vorbereitungsklasse.
Beinahe 100 Jahre blieben die Bemühungen der Stadt und ihrer Bürgerschaft, wieder eine Höhere Schule zu bekommen, erfolglos. Erst im Jahre 1871 war es gelungen, durch die K. K. Schulbehörde in Prag die Eröffnung eines 4-klassigen Realgymnasiums in Krumau zu erwirken. Ab dem Jahre 1878 wurde die Schule als rein humanistischen Lehranstalt (acht Jahre Latein und sechs Jahre Griechisch als Pflichtfächer) geführt und zum „K. K. Staats-Obergymnasium“ erhoben. Die Räume des Gymnasiums in der alten Lateinschule der Jesuiten boten Platz für 250 Schüler mit 8 Klassen.
Nach 1918 wurde die Schule in „Deutsches Staatsgymnasium“ umbenannt. An der Schule wurden deutsche und tschechische Schüler gemeinsam unterrichtet. Für auswärtige Schüler bestand ein Studentenheim am Obertor, in dem vor allem vermögende Eltern aus Prag und Nordböhmen ihre Söhne als Zöglinge zum Studium am Gymnasium unterbrachten.
Außer Tschechisch gab es zur Zeit der Monarchie im Gymnasium keine andere moderne Fremdsprache als freien Unterrichtsgegenstand. Im Lehrplan der Mittelschulen der ČSR wurde Tschechisch erst mit der 1. Klasse des Schuljahres 1923/24 Pflichtunterricht. An anderen Unterrichtsfächern änderte sich nach 1918 ebenfalls einiges geändert. Der Religionsunterricht war in der Monarchie Pflichtgegenstand mit zwei Wochenstunden. In der ČSR war Religion nur mehr bis einschließlich der 5. Klasse Pflicht. Turnunterricht wurde nach 1918 Pflicht. An den übrigen nicht verpflichtenden Unterrichtsfächern wie Zeichnen, Stenografie, Gesang, praktische physikalische und chemische Übungen oder Darstellende Geometrie änderte sich nichts.
Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurde das Gymnasium zur „Staatlichen Oberschule für Jungen des Staatsgymnasiums und der Lehrerbildungsanstalt Krummau a. d. Moldau“. Somit war ein neuer Schultyp nach dem Muster des Realgymnasiums in Deutschland geschaffen worden, der allerdings die bereits bestandenen Jahrgänge der Anstalt mit Latein und Griechisch weiterführte. Als Zeichenlehrer tätig waren zu dieser Zeit die beiden akad. Maler Wilhelm Fischer und Felix Schuster. Mit Beginn des Schuljahres 1939/40 übersiedelte das Gymnasium, bzw. die Oberschule in das in den 1930er Jahren neu erbaute Gebäude der tschechischen Volks- und Bürgerschule am Spitzenberg. Mit dem Jahre 1945 kam das Ende des deutschen Schulwesens in der Tschechoslowakei.
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
| Volkszählung | Einwohner
gesamt |
Nationalität | ||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Deutsche | Tschechen | Andere | |
| 1900 | 8676 | 7317 | 1317 | - |
| 1910 | 8662 | 7367 | 1295 | - |
| 1921 | 8226 | 5894 | 2043 | - |
| 1930 | 8692 | 5956 | 2083 | - |
| 1939 | 8368 | - | - | - |
Bevölkerungsentwicklung nach Ende des Zweiten Weltkriegs
(Stand: 31.12. des jeweiligen Jahres)
|
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Die Stadt Český Krumlov unterscheidet zwischen Partner- und Freundschaften.

Český Krumlov unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Český Krumlov unterhält Städtefreundschaften mit folgenden Städten:




In der Altstadt, im Ortsteil Latrán, befindet sich die Brauerei Eggenberg, die im Jahre 1560 gegründet wurde. Das österreichische Unternehmen Fronius hat einen Produktionsstandort in Krumlov.
Der Krummauer Bürger Josef Rudolf Schindler beantragte im Jahre 1839 bei Fürst Johann Adolf Schwarzenberg die Errichtung eines Wasserwerkes im Bereich des Schwalbenhofes bei Krummau, da er beabsichtigte an dieser Stelle eine Flachsspinnerei zu errichten. Nachdem dem Antrag entsprochen und der Vertrag geschlossen worden war, ließ Fürst Schwarzenberg auf eigene Kosten ein Fabrikgebäude bauen. Die Grundsteinlegung fand am 2. September 1840 statt. Da das Eigenkapital Schindlers nicht ausreichte, gründete er mit Verwandten und Freunden eine Gesellschaft. Das Unternehmen führte den Namen: „Böhmisch Krummauer Maschinen-Flachs-Spinnerei der Gebrüder Schindler, Steinbrecher u. C. Marno“. Zum Direktor der Spinnerei wurde Josef Rudolf Schindler bestimmt.
Im Jahre 1842 waren der Bau und die Einrichtung des Werkes vollendet und der Spinnereibetrieb bereits in vollem Gange. Es wurden ca. hundert Menschen beschäftigt. Im Jahre 1845 nannte sich das Unternehmen erstmals Adolfshain (nach dem Fürsten Johann Adolf). Im selben Jahr wurde bei der Fabrik ein Arbeiterwohnhaus erbaut und für die Belegschaft eine Kantine eröffnet.
Da die Geschäfte gut gingen, wurde der Betrieb im Jahre 1851 erweitert; jetzt konnten 170 Personen beschäftigt werden. Ein Jahr später wurden veraltete Maschinen mit tausend Spindeln durch neue Spinnereimaschinen mit zweitausendfünfhundert Spindeln ersetzt. Der Betrieb wuchs auf 203 Beschäftigte an, und es konnten im Jahr 3500 Zentner Flachs verarbeitet werden. Da zum Betrieb aller Maschinen die vorhandene Wasserkraft nicht mehr genügte, wurden im Jahre 1854 ein Kessel und eine Dampfmaschine aufgestellt. Die Produktionssteigerung veränderte auch die gesamte Verwaltung und Organisation. Im Frühjahr 1859 wurde die bisherige öffentliche Gesellschaft in eine stille Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Firmenname lautete nun „K. k. privilegierte Krummauer Flachsspinnerei“. Über viele wichtige Angelegenheiten entschied ein Verwaltungsrat, der aus den Reihen der Aktionäre gewählt wurde. Kurz vor 1869, als die Spinnerei schon ca. dreihundert Beschäftigte zählte, kaufte den freien Teil der Aktien Leopold Steinbrecher auf. Er erwarb auch Bauobjekte und Grundparzellen, und das Unternehmen wurde so Eigentum seiner Familie. Der Firmenname wurde erneut abgeändert in „Böhmisch Krummauer Flachsspinnerei L. Steinbrecher“.
Ab 1894 trat sowohl im Inland als auch im Ausland eine merkliche Absatzbelebung ein. Der damalige Direktor Oswald Steinbrecher erweiterte erneut den Betrieb und nahm auch die Verarbeitung von Hanf auf. Auch während der ersten tschechoslowakischen Republik lief das Unternehmen erfolgreich. Je nach Absatzlage wurde in einer oder drei Schichten gearbeitet. Das Unternehmen beschäftigte nunmehr vierhundert Personen. Während des Zweiten Weltkrieges spezialisierte sich das Unternehmen auf Kriegslieferungen.
Nach Kriegsende 1945 wurde die Firma unter die „Nationalverwaltung“ gestellt. Die deutschen Besitzer wurden vom tschechoslowakischen Staat enteignet, etwa 90 % der ehemaligen Belegschaft wurde heimatvertrieben. Im Jahre 1947 erhielt die Spinnerei die Bezeichnung „Huta“. Im Zuge der Reorganisation der Betriebe erhielt dieser Zweig im Jahre 1950 den Namen „Konopa“. Die alten Maschinen und Gebäude wurden in diesem Jahr abgerissen und in Dumrowitz wieder aufgestellt. Der jetzige Betrieb hat seit 1953 den Namen národní podnik „Jiholen“.

Český Krumlov und die Moldau gelten als wichtiges Zentrum des in Tschechien sehr beliebten Kanusports, insbesondere des Kanuwanderns.

Siehe auch:

1911 zog der Maler Egon Schiele nach Krumau, dem Geburtsort seiner Mutter, und richtete sich hier ein Atelier ein. Mit seiner wilden Ehe und den Aktdarstellungen junger Mädchen stieß er bei der Bevölkerung auf Ablehnung. Bereits im selben Jahr sah er sich gezwungen, nach Neulengbach bei Wien umzuziehen. Hier wurde Schiele infolge der Anfeindungen in Krumau im April 1912 wegen des Verdachts auf Verführung einer Minderjährigen verhaftet. Trotz unbewiesener Schuld blieb er drei Tage in Arrest und zuvor 14 Tage in Untersuchungshaft. Nach Schiele wurde das international renommierte Egon Schiele Art Centrum benannt.
Im Jahr 1895 schrieb der zwanzigjährige Rilke in Prag in seinem Beitrag „Böhmische Schlendertage“ über Krumau:
„Wenn einmal ein Zufall, müßige Reiselust oder der Tod Ihrer verehrten Frau Erbtante Sie nach Südböhmen führt, lassen Sie es nicht verdrießen, einen Tag in dem malerisch gelegenen Städtchen Aufenthalt zu nehmen.“
In der Folge widmet sich der Dichter dem Schloss Český Krumlov, das er recht detailliert, aber mit ironischem Unterton und mit manchen Seitenhieben gegen den Adel schildert.
Wilhelm Fischer ließ sich 1920 in Krumau dauernd nieder und Felix Schuster vier Jahre später. 1930 schlug Felix Schuster vor, sich in einer „Künstlergilde“ zu vereinen, welcher unter anderem auch Schusters Frau Emmi Schuster-Lang sowie Lothar Sperl und Anton Peschka angehörten.