Český Krumlov

Český Krumlov
Wappen von Český Krumlov
Český Krumlov (Tschechien)
Český Krumlov (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Historischer Landesteil: Böhmen
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Český Krumlov
Fläche: 2217 ha
Geographische Lage: 48° 49′ N, 14° 19′ OKoordinaten: 48° 48′ 37″ N, 14° 18′ 53″ O
Höhe: 492 m n.m.
Einwohner: 12.907 (1. Jan. 2023)
Postleitzahl: 381 01
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Straße: Budweis – Horní Planá
Bahnanschluss: České Budějovice–Černý Kříž
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 10
Verwaltung
Bürgermeister: Alexandr Nogrády (ANO) (Stand: 2022)
Adresse: nám. Svornosti 1
381 01 Český Krumlov
Gemeindenummer: 545392
Website: obcan.ckrumlov.info
Lage von Český Krumlov im Bezirk Český Krumlov

Český Krumlov [ˈtʃɛskiː ˈkrumlɔf] (anhörenⓘ/?), deutsch (Böhmisch-)Krumau oder Krummau, ist eine Stadt im Okres Český Krumlov in Tschechien. Sie liegt an der Moldau.

Das Schloss Český Krumlov war im Laufe der Geschichte Sitz mächtiger böhmischer Adelshäuser wie der Witigonen, der Rosenberger und der Schwarzenberg. Die historische Altstadt wurde 1963 zum Städtischen Denkmalschutzgebiet und 1992 zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Geografie

Die Stadt liegt an beiden Ufern der Moldau (Vltava), die hier eine Flussschlinge bildet. Diese spiegelt sich auch im Namen „krumme Au“ wider – Chrumbenowe („krumben ouwe“) bedeutet krumme Au oder krumme Halbinsel.

Český Krumlov liegt etwa 22 km südlich von Budweis und 58 km nördlich der österreichischen Stadt Linz entfernt. Die Innenstadt befindet sich rechtsseitig des Flusses in der Flussschleife. Nördlich davon liegen linksseitig der Moldau auf dem Sporn zwischen der Moldau und ihrem Zufluss Polečnice (Blätterbach) das Schloss und die Burgstadt Latrán. Nordwestlich liegt der Blanský les (Plansker Wald). Nördlich der Stadt erhebt sich der gute Fernsicht bietende Kleť (1080 m).

Nachbarorte sind Třisov (Trissau) und Plešovice (Pleschowitz) im Norden, Zlatá Koruna (Goldenkron), Šěkře und Černice (Cernitz) im Nordosten, Markvartice (Markwartitz) und Mirkovice (Mirkowitz) im Osten, Malčice (Maltschitz) und Přídolí (Priethal) im Südosten, Spoli (Pohlen) und Větřní (Wettern) im Süden, Kájov (Gojau) und Novosedly (Neusiedl) im Westen sowie Křenov (Krenau, Krönau/Mähren) und Chvalšiny (Kalsching) im Nordwesten.

Stadtgliederung

Český Krumlov besteht aus den Ortsteilen:

  • Domoradice (Dumrowitz)
  • Horní Brána (Obertor)
  • Latrán (Latron)
  • Nádražní Předměstí (Bahnhofsvorstadt)
  • Nové Dobrkovice (Neuturkowitz)
  • Nové Spolí (Neupohlen)
  • Plešivec (Flößberg)
  • Slupenec (Lupenz)
  • Vnitřní Město (Innere Stadt)
  • Vyšný (Weichseln).

Zu Český Krumlov gehören außerdem die Wohnplätze Drahoslavice (Troschelhof), Martinka, Nový Dvůr (Neuhof) und Špičák (Spitzenberg). Grundsiedlungseinheiten sind Český Krumlov-střed, Domoradice, Domoradice-průmyslový obvod, Dubík, Horní Brána, Kvítkův Dvůr (Favoritenhof), Latrán, Nádražní Předměstí, Nové Dobrkovice, Nové Spolí, Nový Vyšný, Plešivec, Pod sídlištěm, Sídliště Domoradice, Sídliště Plešivec, Slupenec, U Havraní skály, U Vltavy, Vyšný, Za Horní Bránou und Za tavírnou.

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Český Krumlov, Kladné-Dobrkovice, Přísečná-Domoradice, Slupenec, Spolí-Nové Spolí und Vyšný.

Nachbargemeinden

Přísečná
Kájov Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Mirkovice
Větřní Přídolí
Altstadt von Krumau (2026)

Geschichte

Historische Altstadt von Český Krumlov
UNESCO-Welterbe

Traditionelle bunte Häuser in der Altstadt.
Vertragsstaat(en): Tschechien Tschechien
Typ: Kultur
Kriterien: (iv)
Fläche: 52 ha
Pufferzone: 1073 ha
Referenz-Nr.: 617
UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 1992  (Sitzung 16)
Gefährdung: 2005–2007
2009
2011
2013
Wilhelm von Rosenberg (1535–1592)
Blick vom Schlossturm auf Schloss, Moldau und Altstadt

Der Bába-Menhir steht etwa zehn Kilometer nordnordwestlich von Český Krumlov in einem Waldgebiet des Kleť-Gebirges in Südböhmen. Der Stein ist etwa 1,6 Meter hoch.

Schon in Prähistorischer Zeit führte ein von der Linzer Höhensiedlung Gründberg kommender Verkehrsweg hier vorbei zum Oppidum Třísov und die Moldau entlang weiter nach Norden. Spätestens seit 900 wurde am Linzer Steig das kostbare Salz von den Lagerstätten an der Donau durch den Haselgraben in das salzlose Böhmen transportiert, wobei nach den Furten der späteren Orte Hohenfurth und Ottau die Moldau bei Krumau zum dritten Mal gequert wurde.

Über dieser Furt an der Moldau errichteten die Witigonen um 1240 eine Burg, die 1253 erstmals urkundlich erwähnt wurde und dem Witiko „de Chrumbenowe“ gehörte. Die Burg, deren tschechische Bezeichnung „Crumlov“ für 1259 belegt ist, war Sitz des witigonischen Familienzweiges der Herren von Krumau, der 1302 mit Wok von Krumau erlosch. Dessen Besitzungen übertrug König Wenzel II. an die ebenfalls witigonische Stammlinie der Herren von Rosenberg, deren Wappenrose noch heute Bestandteil der Stadtflagge ist. Heinrich I. von Rosenberg, der bis dahin auf der Burg Rosenberg residierte, übertrug seinen Sitz 1302 auf die Burg Krumau, die 300 Jahre lang als Residenz der Rosenberger diente. Heinrichs Sohn Peter I. von Rosenberg ließ im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts die Obere Burg errichten.

Schon seit Mitte des 13. Jahrhunderts ist eine Siedlung am rechten Moldauufer belegt. In ihr und bei der Alten Burg am linken Ufer ließen sich Kolonisten aus Bayern und Österreich nieder. Die auf dem linken Ufer der Moldau liegende Gemeinde „ad latera castelli“ (Latrán) wurde erstmals 1274 erwähnt. Beide Siedlungen wurden 1347 durch eine Brücke verbunden und zu einer Stadt vereint. Bereits 1334 erhielten die Rosenberger vom König die Zustimmung zur Ansiedlung jüdischer Familien, die eine eigene Kolonie bildeten. Für das Jahr 1336 ist ein Stadtrat belegt. Um diese Zeit wurde die Stadt mit einer neuen Mauer befestigt und die bisherigen Tore mit Türmen bewehrt.

Ursprünglich war Krumlov in drei eigenständige, mit Mauern befestigte Bereiche geteilt – die Burg mit der Vorburg, die Burgsiedlung Latrán/Latron mit der Neustadt sowie die eigentliche Stadt, die Innenstadt. Die Befestigungsanlagen von Krumlov wurden wahrscheinlich spätestens nach 1300 errichtet. Wohl um die Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden die Mauern der Neustadt, die auch den benachbarten Latrán/Latron einschlossen. Die Reste dieser Anlagen sind bis heute am südlichen Rand von Latrán in Richtung Brauerei (in deren Nähe eine Eckbastei erhalten geblieben) oder im südlichen Teil der Innenstadt östlich des ehemaligen Gojauer Tores zu sehen. Die Wehrmauern der einzelnen Stadtteile waren durch neun Tore durchbrochen (Budweiser Tor, Äußeres und Inneres Latron-Tor, Äußeres und Inneres Tor in der Rathausgasse, Äußeres und Inneres Gojauer Tor, Obertor und das Tor am Ende der heutigen Breiten Gasse). Mit der Ausnahme des Budweiser Tors, das bis heute besteht, wurden alle übrigen Stadttore im 19. Jahrhundert niedergerissen.

1375 gründeten die Rosenberger in der Nachbarschaft des Latrán die Neustadt. Durch den Ausbau von Handwerk und Handel, die Förderung von Silbererz und durch ihre Lage an der wichtigen Verbindung von Budweis nach Österreich erlangte die Stadt im 14. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte, die vom Aufbau religiöser Institutionen begleitet war.

Blick auf das Schloss von Krumau (2026)

An Wirtschaftsbetrieben gab es Mühlen, Teiche zur Fischzucht und Walkmühlen; 1407 wurde ein Hüttenwerk erwähnt, die Erwähnung einer Hammermühle stammt aus dem Jahre 1524.

Bereits um 1309 wurde die St.-Veit-Kirche und 1317 das Spital mit dem Patrozinium des hl. Jobst errichtet. 1357 ließen sich die Minoriten in Krumau nieder, deren St.-Franziskus-Kloster 1358 geweiht wurde. 1361 folgten die Klarissen, die das Kloster mit dem Patrozinium der hl. Klara errichteten.

Als Residenzstadt der Herren von Rosenberg war Krumlov bereits im 14. Jahrhundert ein Kultur- und Bildungszentrum. Ihre Träger waren neben dem rosenbergischen Hof das Minoriten- und Klarissinnenkloster und seit Mitte des 14. Jahrhunderts die Stadtschule, die im Stöcklgebäude nahe der Pfarrkirche ihren Sitz hatte. Bereits vor 1350 gab es in Krumlov karitative Einrichtungen. Der Spitalshof an der Kirche St. Jost wurde vor 1317 gegründet. Ein städtischer Spitalshof ist in der Stadt im Jahr 1400 nachgewiesen, als Ablässe für die Besucher der Spitalskapelle St. Elisabeth gewährt wurden. 1347 wird in Krumlov ein Badehaus erwähnt. Seit dem 14. Jahrhundert gab es in der Stadt zwei Friedhöfe. Der eine erstreckte sich in der Nähe des Minoriten- und Klarissinnenklosters, der andere nahe der Kirche St. Veit.

Während der Hussitenkriege wurde 1420 das Minoritenkloster beschädigt. In den religiösen Auseinandersetzungen standen Adel und Geistlichkeit mit den Herren von Rosenberg auf katholischer Seite. Obwohl der deutsche Bevölkerungsanteil deutlich zurückging, ist für das Jahr 1439 neben einem tschechischen auch ein deutscher Prediger belegt. Nachdem oberhalb des Schlosses Silber entdeckt worden war, kam es ab 1473 zu einem erneuten Zuzug deutscher Bergleute, wodurch im 16. Jahrhundert wieder die deutsche Bevölkerung überwog. Bereits seit 1494 besaß die Stadt die Privilegien einer Königsstadt, und 1519 wurde die meißnische Bergordnung eingeführt. Unter dem Regenten Wilhelm von Rosenberg, der das Amt eines böhmischen Oberstkämmerers und Oberstburggrafen bekleidete und außenpolitischen Ehrgeiz entwickelte, wurde die Obere Burg von den Baumeistern Antonio Ericer und Baldassare Maggi zu einem repräsentativen Renaissance-Schloss umgebaut. 1584 berief Wilhelm von Rosenberg die Jesuiten nach Krumau und ließ ihnen 1586–1588 ein großes Kolleggebäude errichten. Um diese Zeit lebten in Krumau fast 2000 Einwohner in 331 Häusern.

Nach Wilhelms Tod folgte 1592 als Krumauer Regent dessen jüngerer Bruder Peter Wok von Rosenberg. Er war der letzte Rosenberger im Mannesstamm und musste 1602 die Herrschaft Krumau wegen Überschuldung, die vermutlich durch die Erschöpfung der Silberminen zustande kam, an Kaiser Rudolf II. verkaufen und zugleich der Durchsetzung des Heimfallrechts seitens des Landesherrn auf das rosenbergische Vermögen nach seinem Tode zuvorkommen. Als Peter Wok im April 1602 mit seinem Hof nach Třeboň (Wittingau) übersiedelte, hörte Český Krumlov auf, die Residenzstadt der Herren von Rosenberg zu sein.

Rudolf II. überließ Krumau seinem außerehelichen Sohn Julius d’Austria als Wohnsitz. Während des Ständeaufstandes von 1618 versuchte die Ständearmee erfolglos die Eroberung der Stadt. Nach der Schlacht am Weißen Berg schenkte Kaiser Ferdinand II. die Herrschaft Krumau 1622 seinem Hofkammerpräsidenten Hans Ulrich von Eggenberg für dessen Verdienste in der Katholischen Liga. Ein Jahr später stieg Eggenberg in den Reichsfürstenstand auf, wodurch Krumau ein Herzogtum wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrmals geplündert. Nach Kriegsende wurden zahlreiche weltliche und kirchliche Gebäude im Stil des Barock umgebaut.

Nach dem Erlöschen der Eggenberger 1719 fiel Krumau an die Fürsten Schwarzenberg. Nachfolgend veranlasste Adam Franz von Schwarzenberg in der Burggrafschaft zahlreiche Umbauten und Erweiterungen im Stil des Wiener Barock. Von der Herrschaft Krumau führte der Fürst Schwarzenberg den Titel „Herzog von Krumau“ mit der Berechtigung, eine eigene Garde (40 Mann unter einem Hauptmann) zu halten.

Marie-Ernestine von Schwarzenberg, Herzogin von Krumau (1649–1719)

Nachdem die Fürsten Schwarzenberg ihre Residenz 1871 von Krumau auf das Schloss Fraunberg (Hluboká) verlegt hatten, diente das Schloss Krumau als Verwaltungszentrum der Herrschaft Krumau. Krumau bildete Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gemeinde, die zum Gerichtsbezirk Krumau im späteren politischen Bezirk Krumau gehörte. Sie war Sitz des Bezirksgerichts und der Bezirkshauptmannschaft. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Krumau ein großes, auf steilem Felsen über der Moldau gelegenes Schloss mit schöner Kapelle, Archiv, Bibliothek (30.000 Bände), Gemäldegalerie und ausgedehntem Park, einen Minoritenkonvent, ein Gymnasium, ein Studentenkonvikt, eine Musikschule und war Industriestandort.

Parkán-Gasse (2026)

1910 hatte die Stadt 8662 Einwohner, davon waren 7367 deutsch- und 1295 tschechischsprachig. Nach Errichtung der Tschechoslowakei 1918 sollte Krumau im Rahmen der von Österreich geplanten Provinz Deutschböhmen ein Zentrum des vorgesehenen Gaus Böhmerwald werden. Nachdem die Provinz Deutschböhmen am 29. Oktober 1918, einen Tag nach Gründung der Tschechoslowakischen Republik, ausgerufen worden war, kam es zu politischen Spannungen zwischen dem deutschen und dem tschechischen Bevölkerungsteil, die am 28. November 1918 zur Besetzung Krumaus durch die Tschechoslowakische Armee führten. Völkerrechtlich wurde Krumau erst am 28. Juni 1919 mit dem Vertrag von Saint-Germain der Tschechoslowakei zugesprochen.

Mit dem Münchner Abkommen gehörte die Stadt ab 1938 zum Reichsgau Oberdonau des Deutschen Reichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde die Mehrheit der deutschböhmischen Bevölkerung vertrieben und fand in Österreich und Westdeutschland Aufnahme.

Tschechische Neusiedler übernahmen Wohnungen, Geschäfte und Betriebe. Mit dem Februarumsturz 1948 wurden das Schloss und der Grundbesitz der Familie Schwarzenberg gemäß der 1947 geschaffenen Lex Schwarzenberg verstaatlicht.

1963 wurde das Stadtzentrum zur Denkmalsreservation erklärt, wodurch die historische Bausubstanz und das einzigartige Ensemble erhalten blieben. Dadurch konnte es nach der politischen Wende von 1989 zum Kulturdenkmal erklärt und 1992 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen werden. Daraufhin erfolgte eine Restaurierung der historischen Gebäude und Plätze; die Stadt erlangte touristische Bedeutung, der ein wirtschaftlicher Aufschwung folgte. Bis 2002 war Český Krumlov Sitz der Verwaltung des Okres Český Krumlov.

Jüdische Gemeinde

Mit Erlaubnis des böhmischen Königs Johann von Luxemburg konnte die Rosenberger Herrschaft erreichen, dass sich um das Jahr 1335 jüdische Familien in Krumau niederlassen konnten. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Juden aus Krumau ausgewiesen und ihre Niederlassung künftig verboten. Dieses Verbot blieb bis Ende des 18. Jahrhunderts in Kraft. Erst seit Ende der 1840er Jahre war ein Zuzug jüdischer Familien in die Kernstadt wieder erlaubt; im Jahre 1855 gründete sich ein „Betverein“, aus dem knapp zwei Jahrzehnte später die neuzeitliche Jüdische Gemeinde von Krumau erwuchs; zu ihr zählten dann auch die Bewohner von Wettern/Vetrni.

In den Jahren 1908/1909 ließ die Judenschaft in der südlichen Vorstadt einen Synagogenbau mit einem achteckigen Turm errichten; dieses im Stil der Neoromanik errichtete Gebäude bot etwa 180 Personen Platz. Gottesdienste wurden hier bis 1938 abgehalten. In den 1890er Jahren wurde ein Jüdischer Friedhof mit einer Trauerhalle angelegt. Zuvor waren Verstorbene auf dem Jüdischen Friedhof in Rosenberg begraben worden.

Mit der deutschen Besetzung im Jahre 1938 verließen fast alle jüdischen Familien Krumau und brachten sich zunächst im tschechischen Kernland in Sicherheit. Nach 1945 kehrten nur zwei ehemalige jüdische Bewohner aus den Lagern nach Krumau zurück, eine Gemeindegründung kam nicht mehr zustande.

In den beiden ersten Jahrzehnten nach Kriegsende wurde das Synagogengebäude von der tschechischen Hussitenkirche genutzt; danach nutzte man es als provisorischen Lagerraum für Kulissen des Theaters. Erst nach der Samtenen Wende geriet das Synagogengebäude wieder in den Blickpunkt öffentlichen Interesses. In Zusammenarbeit mit der Prager Jüdischen Gemeinde begann das Egon-Schiele-Art-Centrum mit der Instandsetzung der Krumauer Synagoge. Auf dem 1891 angelegten, mit einer drei Meter hohen Mauer umgebenen jüdischen Friedhof – in unmittelbarer Nähe des kommunalen Friedhofs – findet man noch mehr als 100 Grabsteine, die aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts stammen.

Kirchliche Verhältnisse

Zur Gemeinde der im 14. Jh. erbauten Kirche St. Veit gehörten bis 1945 u. a. folgende überwiegend deutsch besiedelte Orte: Turkowitzer Hammer/Dobrkovický Hamr, Dumrowitz/Domoradice, Droschelhof/Drahoslavice, Althof/Kvítkův Dvůr, Mödling/Metlín, Niemsching/Němče, Neuhof/Nový Dvůr, Pötschmühle/Pečkovský Mlýn, Pinskerhof/Pinskrův Dvůr, Lupenz/Slupenec, Větřní, Schwalbenhof/Vlašťovičník.

Schulgeschichte

Die ältesten Zeugnisse über eine Schule in Krumau stammen aus dem 14. Jahrhundert. Eine private „Winkelschule“ war im sog. „Stöckelgebäude“ untergebracht. Einen Neubeginn in den Schulverhältnissen der Stadt brachte die Berufung der Jesuiten nach Krumau und die Gründung des Gymnasiums durch Wilhelm von Rosenberg im Jahre 1584. Die lateinischen Klassen waren im Stöckelgebäude, die deutsche Schule in die Breite-Gasse Nr. 82 untergebracht. 1586 wurde der Grundstein zum Jesuitenkollegium gelegt und der Bau 1588 beendet. 1773 wurde das Jesuitenkolleg und mit Dekret vom 25. Mai 1777 auch das Gymnasium aufgehoben.

Volks- und Realschulen vor 1870

Die Deutsche Hauptschule als erste öffentliche deutsche Schule der Stadt war das Ergebnis der Schulreform Kaiser Josefs II. im Jahre 1782. Der Kaplitzer Dechant Ferdinand Kindermann von Schulstein, der von der Kaiserin Maria Theresia in den Adelsstand erhoben und als Schulinspektor für die deutschen Schulen in Böhmen tätig war, führte in Krumau die Normal- oder Hauptschule ein. Sie hatte den Unterricht am 6. Januar 1783 mit drei Klassen begonnen und wurde ein Jahr später um eine Klasse erweitert. Im Jahre 1788 wurde der Schule eine zweiklassige städtische Mädchenschule angegliedert. Im Jahre 1849 wurde die vierte Klasse der Hauptschule in eine Niedere Realschule mit zwei Klassen umbenannt. Im Jahre 1855 wurde die Hauptschule wieder vierklassig und im Laufe der Zeit auch die städtische Mädchenschule. Ihr Ende kam mit der Wiener Schulreform 1870.

Volks- und Bürgerschulen nach 1870

  • Die Deutsche Knaben-Volksschule (1870–1945): Sie verdankt ihre Entstehung dem Schulgesetz vom 14. Mai 1869, demzufolge die bisherigen Hauptschulen aufgelöst und die Volks- und Bürgerschulen eingeführt wurden. Sie war seit 1886 in dem neu für Knaben und Mädchen errichteten Schulgebäude Kirchengasse Nr. 163 untergebracht, bekam aber 1894 zusammen mit der Knabenbürgerschule (1870–1945) das neue Schulgebäude in der Linzer Straße Nr. 43–45. Beide Knabenschulen hatte von da an eine gemeinsame Schulverwaltung.
  • Die Deutsche Mädchen-Volksschule (1846–1945): Sie war die Fortsetzung der bereits oben erwähnten 1788 errichteten städtischen Mädchenschule. Mit dem Bau des Schulgebäudes für Knaben in der Linzer Straße 1894 hatten auch die Mädchen ein eigenes Schulgebäude. Die Deutsche Mädchen-Bürgerschule wurde erst 1890 als Mädchenschule selbständig, bis dahin waren die Mädchen zusammen mit den Knaben in die Knaben-Bürgerschule gegangen.
  • Die Deutsche Klosterschule für Mädchen (1864–1938): Die Schule wurde im Jahre 1864 von der Fürstin Eleonore Schwarzenberg für den Unterricht armer Mädchen errichtet. Sie wurde von den Schulschwestern des Ordens Notre Dame geleitet. Der Unterricht fand in den Räumen des 1782 aufgehobenen Frauenklosters St. Klara statt.

Ende des 19. Jahrhunderts bestanden schließlich in Krumau folgende Lehranstalten: Ein k.k. Staatsobergymnasium, eine Knaben-, Volks- und Bürgerschule mit fünf Parallelklassen zur Volksschule, eine Mädchen-, Volks- und Bürgerschule mit drei Parallelklassen zur Volksschule in drei Abteilungen, eine 2-klassige private Mädchen-Volksschule, eine 4-klassige tschechische Volksschule und eine 2-klassige deutsche gewerbliche Fortbildungsschule mit einer Vorbereitungsklasse.

Gymnasium

Beinahe 100 Jahre blieben die Bemühungen der Stadt und ihrer Bürgerschaft, wieder eine Höhere Schule zu bekommen, erfolglos. Erst im Jahre 1871 war es gelungen, durch die K. K. Schulbehörde in Prag die Eröffnung eines 4-klassigen Realgymnasiums in Krumau zu erwirken. Ab dem Jahre 1878 wurde die Schule als rein humanistischen Lehranstalt (acht Jahre Latein und sechs Jahre Griechisch als Pflichtfächer) geführt und zum „K. K. Staats-Obergymna­sium“ erhoben. Die Räume des Gymnasiums in der alten Lateinschule der Jesuiten boten Platz für 250 Schüler mit 8 Klassen.

Nach 1918 wurde die Schule in „Deutsches Staatsgymnasium“ umbenannt. An der Schule wurden deutsche und tschechische Schüler gemeinsam unterrichtet. Für auswärtige Schüler bestand ein Studentenheim am Obertor, in dem vor allem vermögende Eltern aus Prag und Nordböhmen ihre Söhne als Zöglinge zum Studium am Gymnasium unterbrachten.

Außer Tschechisch gab es zur Zeit der Monarchie im Gymnasium keine andere moderne Fremdsprache als freien Unterrichtsgegenstand. Im Lehrplan der Mittelschulen der ČSR wurde Tschechisch erst mit der 1. Klasse des Schuljahres 1923/24 Pflichtunterricht. An anderen Unterrichtsfächern änderte sich nach 1918 ebenfalls einiges geändert. Der Religionsunterricht war in der Monarchie Pflichtgegenstand mit zwei Wochenstunden. In der ČSR war Religion nur mehr bis einschließlich der 5. Klasse Pflicht. Turnunterricht wurde nach 1918 Pflicht. An den übrigen nicht verpflichtenden Unterrichtsfächern wie Zeichnen, Stenografie, Gesang, praktische physikalische und chemische Übungen oder Darstellende Geometrie änderte sich nichts.

Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurde das Gymnasium zur „Staatlichen Oberschule für Jungen des Staatsgymnasiums und der Lehrerbildungsanstalt Krummau a. d. Moldau“. Somit war ein neuer Schultyp nach dem Muster des Realgymnasiums in Deutschland geschaffen worden, der allerdings die bereits bestandenen Jahrgänge der Anstalt mit Latein und Griechisch weiterführte. Als Zeichenlehrer tätig waren zu dieser Zeit die beiden akad. Maler Wilhelm Fischer und Felix Schuster. Mit Beginn des Schuljahres 1939/40 übersiedelte das Gymnasium, bzw. die Oberschule in das in den 1930er Jahren neu erbaute Gebäude der tschechischen Volks- und Bürgerschule am Spitzenberg. Mit dem Jahre 1945 kam das Ende des deutschen Schulwesens in der Tschechoslowakei.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung bis 1945

Volkszählung Einwohner

gesamt

Nationalität
Jahr Deutsche Tschechen Andere
1900 8676 7317 1317 -
1910 8662 7367 1295 -
1921 8226 5894 2043 -
1930 8692 5956 2083 -
1939 8368 - - -

Bevölkerungsentwicklung nach Ende des Zweiten Weltkriegs

(Stand: 31.12. des jeweiligen Jahres)

JahrEinwohner
19608.024
197010.600
198013.924
199014.121
JahrEinwohner
200014.381
201013.377
202012.788
202212.907

Städtepartnerschaften

Die Stadt Český Krumlov unterscheidet zwischen Partner- und Freundschaften.

Städtepartnerschaften

Flagge der Stadt Český Krumlov

Český Krumlov unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Freundschaften

Český Krumlov unterhält Städtefreundschaften mit folgenden Städten:

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Der markante Schlossturm mit der „Kleinen Burg“

Bauwerke

Schloss bei Nacht
  • Historisches Stadtzentrum, seit 1992 Weltkulturerbe
  • Schloss Český Krumlov, nach der Prager Burg der zweitgrößte historische Bau in Tschechien, umfasst eine Gesamtfläche von zehn Hektar. In ihm befindet sich auch ein Barocke Schlosstheater, das eine der zwei weltweit noch erhaltenen Barockbühnen ist, die noch im Originalzustand erhalten sind und deren Bühnenmaschinerie voll funktionsfähig ist. Der gesamte Bühnenmechanismus besteht aus Holz, für seine Bedienung sind insgesamt 35 Personen erforderlich. Ohne Spielunterbrechung können durch Einschieben von Kulissen neue Schauplätze aus einem Fundus von 17 Bühnenbildern entstehen, beispielsweise Säulensaal, Militärlager, Garten, Stadt, Kerker oder Urwald. Das Theater in seiner heutigen Form wurde 1680–1682 im Auftrag des Fürsten Johann Christian von Eggenberg, der ein großer Kunstliebhaber und Mäzen war, im fünften Schlosshof errichtet. Heute gibt es Aufführungen (mit sehr begrenztem Kartenangebot) im Rahmen des jährlichen Barockfestes im Juni.
  • Mantelbrücke, 1767 als ein dreigeschossiger Verbindungsgang zwischen Residenz, Garten und Theater geschaffen
  • St.-Veit-Kirche von 1309, wurde 1407–1439 umgebaut. Der Chor wurde vor 1500 von der Bauhütte des Hans Gezinger errichtet, die seit 1497 in Krumau tätig war. Der Hauptaltar wurde 1673–1683 neu geschaffen und die Kirche 1725–1726 barockisiert. Möglicherweise befand sich dort die Plastik der Krumauer Madonna, die um 1390 geschaffen wurde und seit 1922 im Kunsthistorischen Museum Wiengezeigt wird.
  • Prälatur und Jesuitenkolleg, schließen sich an die Veitskirche an
  • Minoriten- und Klarissenkloster mit der Kirche Corpus Christi und Mariä Schmerzen, im 14. Jahrhundert errichtet und 1649–1681 barock umgestaltet
  • Rathaus, entstand um 1580 durch die Verbindung zweier älterer Häuser
  • Mariensäule auf dem Marktplatz, 1716 errichtet
  • Egon Schiele Art Centrum, ständige Ausstellung und Wechselausstellungen moderner Kunst
  • Statuen von Josef Malinský auf dem städtischen Friedhof
  • Synagoge und Jüdischer Friedhof

Bilder (2026)

Grünflächen und Naherholung

Theater und Museen

Schlosstheater

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Fest der fünfblättrigen Rose: Im Juni verwandelt sich die Stadt für drei Tage in die Renaissance zurück. Ritterturniere, historische Handwerksmärkte, mittelalterliche Musik, Straßentheater und der historische Kostümumzug geben dem Fest seinen Charakter.
  • Internationales Musikfestival: Vier Wochen im Juli und August finden an interessanten Orten in der Stadt und der Umgebung Konzerte statt.

Kulinarische Spezialitäten

  • Krumauer Cookies (Krumlovské cookies)
  • Geräucherter Geck (Nakouřený švihák), ein „dunkles Lagerbier böhmischen Typs“

Wirtschaft und Infrastruktur

Ehemalige Brauerei Eggenberg (das weiße Gebäude rechts; 2026)

Unternehmen

Bahnhof in der Bahnhofsvorstadt (2024)

In der Altstadt, im Ortsteil Latrán, befindet sich die Brauerei Eggenberg, die im Jahre 1560 gegründet wurde. Das österreichische Unternehmen Fronius hat einen Produktionsstandort in Krumlov.

Flachs- und Hanfspinnerei

Der Krummauer Bürger Josef Rudolf Schindler beantragte im Jahre 1839 bei Fürst Johann Adolf Schwarzenberg die Errichtung eines Wasserwerkes im Bereich des Schwalbenhofes bei Krummau, da er beabsichtigte an dieser Stelle eine Flachsspinnerei zu errichten. Nachdem dem Antrag entsprochen und der Vertrag geschlossen worden war, ließ Fürst Schwarzenberg auf eigene Kosten ein Fabrikgebäude bauen. Die Grundsteinlegung fand am 2. September 1840 statt. Da das Eigenkapital Schindlers nicht ausreichte, gründete er mit Verwandten und Freunden eine Gesellschaft. Das Unternehmen führte den Namen: „Böhmisch Krummauer Maschinen-Flachs-Spinnerei der Gebrüder Schindler, Steinbrecher u. C. Marno“. Zum Direktor der Spinnerei wurde Josef Rudolf Schindler bestimmt.

Im Jahre 1842 waren der Bau und die Einrichtung des Werkes vollendet und der Spinnereibetrieb bereits in vollem Gange. Es wurden ca. hundert Menschen beschäftigt. Im Jahre 1845 nannte sich das Unternehmen erstmals Adolfshain (nach dem Fürsten Johann Adolf). Im selben Jahr wurde bei der Fabrik ein Arbeiterwohnhaus erbaut und für die Belegschaft eine Kantine eröffnet.

Da die Geschäfte gut gingen, wurde der Betrieb im Jahre 1851 erweitert; jetzt konnten 170 Personen beschäftigt werden. Ein Jahr später wurden veraltete Maschinen mit tausend Spindeln durch neue Spinnereimaschinen mit zweitausendfünfhundert Spindeln ersetzt. Der Betrieb wuchs auf 203 Beschäftigte an, und es konnten im Jahr 3500 Zentner Flachs verarbeitet werden. Da zum Betrieb aller Maschinen die vorhandene Wasserkraft nicht mehr genügte, wurden im Jahre 1854 ein Kessel und eine Dampfmaschine aufgestellt. Die Produktionssteigerung veränderte auch die gesamte Verwaltung und Organisation. Im Frühjahr 1859 wurde die bisherige öffentliche Gesellschaft in eine stille Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Firmenname lautete nun „K. k. privilegierte Krummauer Flachsspinnerei“. Über viele wichtige Angelegenheiten entschied ein Verwaltungsrat, der aus den Reihen der Aktionäre gewählt wurde. Kurz vor 1869, als die Spinnerei schon ca. dreihundert Beschäftigte zählte, kaufte den freien Teil der Aktien Leopold Steinbrecher auf. Er erwarb auch Bauobjekte und Grundparzellen, und das Unternehmen wurde so Eigentum seiner Familie. Der Firmenname wurde erneut abgeändert in „Böhmisch Krummauer Flachsspinnerei L. Steinbrecher“.

Ab 1894 trat sowohl im Inland als auch im Ausland eine merkliche Absatzbelebung ein. Der damalige Direktor Oswald Steinbrecher erweiterte erneut den Betrieb und nahm auch die Verarbeitung von Hanf auf. Auch während der ersten tschechoslowakischen Republik lief das Unternehmen erfolgreich. Je nach Absatzlage wurde in einer oder drei Schichten gearbeitet. Das Unternehmen beschäftigte nunmehr vierhundert Personen. Während des Zweiten Weltkrieges spezialisierte sich das Unternehmen auf Kriegslieferungen.

Nach Kriegsende 1945 wurde die Firma unter die „Nationalverwaltung“ gestellt. Die deutschen Besitzer wurden vom tschechoslowakischen Staat enteignet, etwa 90 % der ehemaligen Belegschaft wurde heimatvertrieben. Im Jahre 1947 erhielt die Spinnerei die Bezeichnung „Huta“. Im Zuge der Reorganisation der Betriebe erhielt dieser Zweig im Jahre 1950 den Namen „Konopa“. Die alten Maschinen und Gebäude wurden in diesem Jahr abgerissen und in Dumrowitz wieder aufgestellt. Der jetzige Betrieb hat seit 1953 den Namen národní podnik „Jiholen“.

Bildung

  • Das Gymnasium endet mit dem Abitur, welches zum Studium an Hochschulen und Fachoberschulen berechtigt.
  • Fachschule und Berufsfachschule für Krankenschwestern, Fachschule für Maschinen- und Elektrotechnik, Fachschule für Kunstgewerbe

Verkehr

Sport

Traditionelle Floßfahrten auf der Moldau (2026)

Český Krumlov und die Moldau gelten als wichtiges Zentrum des in Tschechien sehr beliebten Kanusports, insbesondere des Kanuwanderns.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen mit Bezug zur Stadt

  • Anton Peschka: Die Baderbrücke in Krumau, Aquarell (1930)
    Wenzel Albin von Helfenburg (~1500–1577), Archivar und Kanzler der Herren von Rosenberg.
  • Jakob Krčín von Jelčany (1535–1604), Deichbauer und Wirtschaftsverwalter der Herren von Rosenberg.
  • Šimon Lomnický z Budče (1552–1622), tschechischer Schriftsteller, ging in Krumau zur Schule.
  • Ignaz Spiro (1817–1894), Industrieller der Papierindustrie
  • Karl Ritter von Stremayr (1823–1904), Minister für Kultus und Unterricht, Ehrenbürgerschaft in Anerkennung seiner Verdienste um die Errichtung des K.k. Staatsrealgymnasiums
  • Johann Josef Ammann (1852–1913), Ethnograph und Pädagoge
  • Gustav Jungbauer (1886–1942), deutsch-böhmischer Universitätsprofessor, Ethnograph, einer der Gründer des Böhmenwald-Museums in Horní Planá, ging in Krumau zur Schule.
  • Egon Schiele (1890–1918), österreichischer Maler des Expressionismus
  • Anton Peschka (1885–1940), österreichischer Maler
  • Hans Foschum (1906–1956), böhmisch-österreichischer Architekt, Oberbaurat der Oö. Landesbaudirektion, ging in Krumau zur Schule, lebte und wirkte einige Jahre in Krumau.
  • Otto Pieper (1909–1944), Landrat
  • Wolfgang Schmidt (1923–2013), Schriftsteller und Soziologe, besuchte das Deutsche Staatsgymnasium und nahm Krumau als Schauplatz seiner späten Romane
  • Petr Eben (1929–2007), tschechischer Komponist, Kindheit und Studium in Krumau

Siehe auch:

Egon Schiele

Egon Schiele: Die kleine Stadt II; 1912–1913

1911 zog der Maler Egon Schiele nach Krumau, dem Geburtsort seiner Mutter, und richtete sich hier ein Atelier ein. Mit seiner wilden Ehe und den Aktdarstellungen junger Mädchen stieß er bei der Bevölkerung auf Ablehnung. Bereits im selben Jahr sah er sich gezwungen, nach Neulengbach bei Wien umzuziehen. Hier wurde Schiele infolge der Anfeindungen in Krumau im April 1912 wegen des Verdachts auf Verführung einer Minderjährigen verhaftet. Trotz unbewiesener Schuld blieb er drei Tage in Arrest und zuvor 14 Tage in Untersuchungshaft. Nach Schiele wurde das international renommierte Egon Schiele Art Centrum benannt.

Rainer Maria Rilke

Im Jahr 1895 schrieb der zwanzigjährige Rilke in Prag in seinem Beitrag „Böhmische Schlendertage“ über Krumau:

„Wenn einmal ein Zufall, müßige Reiselust oder der Tod Ihrer verehrten Frau Erbtante Sie nach Südböhmen führt, lassen Sie es nicht verdrießen, einen Tag in dem malerisch gelegenen Städtchen Aufenthalt zu nehmen.“

In der Folge widmet sich der Dichter dem Schloss Český Krumlov, das er recht detailliert, aber mit ironischem Unterton und mit manchen Seitenhieben gegen den Adel schildert.

Künstlergilde

Wilhelm Fischer ließ sich 1920 in Krumau dauernd nieder und Felix Schuster vier Jahre später. 1930 schlug Felix Schuster vor, sich in einer „Künstlergilde“ zu vereinen, welcher unter anderem auch Schusters Frau Emmi Schuster-Lang sowie Lothar Sperl und Anton Peschka angehörten.

Sonstiges

Literatur

Wikivoyage: Český Krumlov – Reiseführer
Commons: Český Krumlov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.uir.cz/obec/545392/Cesky-Krumlov
  2. ↑ Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
  3. ↑ So die in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie üblicherweise verwendete amtliche Schreibweise.
  4. ↑ Im Deutschen wäre die regelgerechte Schreibweise Krummau, denn nach kurzem Vokal wird ein Konsonant verdoppelt. Das Tschechische kennt keine Doppelkonsonanten. Das u in Krumlov ist kurz zu sprechen.
  5. ↑ UNESCO World Heritage Centre: Historic Centre of Český Krumlov. Abgerufen am 1. Februar 2024 (englisch).
  6. 1 2 Václav Bůžek: Rosenberg S. 1235.
  7. ↑ https://www.uir.cz/casti-obce-obec/545392/Obec-Cesky-Krumlov
  8. ↑ https://www.uir.cz/zsj-obec/545392/Obec-Cesky-Krumlov
  9. ↑ http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/545392/Obec-Cesky-Krumlov
  10. ↑ Bába-Menhir Beschreibung. In: megalithic.co.uk. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
  11. ↑ Der Salzweg. In: encyklopedie.ckrumlov.cz. Město Český Krumlov (Stadtverwaltung Krummau).
  12. 1 2 3 Václav Bůžek: Rosenberg S. 1236.
  13. ↑ Horní Nr. 154. In: encyklopedie.ckrumlov.cz. Město Český Krumlov (Stadtverwaltung Krummau)
  14. 1 2 Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 11, Leipzig und Wien 1907, S. 747–748 (zeno.org).
  15. ↑ Konrad Badenheuer: Die Sudetendeutschen. Eine Volksgruppe in Europa. Sudetendeutscher Rat, München 2007, ISBN 978-3-00-021603-9.
  16. ↑ Detlef Brandes: Der Weg zur Vertreibung 1938–1945. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-56731-4.
  17. ↑ Nach Jüdische Gemeinde – Böhmisch-Krummau (Böhmen)
  18. ↑ Nach Archiv Třebon/Wittingau
  19. ↑ Die Stadt Krummau an der Moldau im Böhmerwald, Waldkirchen 1992, S. 498ff.
  20. ↑ Die Stadt Krummau an der Moldau im Böhmerwald, Waldkirchen 1992, S. 479ff.
  21. ↑ K.K. Statistische Zentralkommission, Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. Band IX Böhmen (Wien 1904) S. 394.
  22. ↑ Gerald D. Feldman et al.: Österreichische Banken und Sparkassen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. München 2006, S. 897.
  23. ↑ Krumau. In: genealogienetz.de. Genealogie Sudetenland, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. Januar 2017. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  24. ↑ Český Krumlov. In: fronta.cz. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
  25. ↑ Michael Rademacher: Kreis Krummau an der Moldau. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  26. ↑ Database of Demographic Indicators for Selected Towns of the Czech Republic. Tab. 27. In: czso.cz. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 29. Oktober 2023. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  27. ↑ Partnerská a spřátelená města Českého Krumlova. In: ckrumlov.cz. Stadt Krumau, abgerufen am 22. Dezember 2025 (tschechisch).
  28. ↑ Das Schloßtheater in Český Krumlov. In: encyklopedie.ckrumlov.cz. Město Český Krumlov (Stadtverwaltung Krummau)
  29. 1 2 Egon Schiele Art Zentrum Český Krumlov auf schieleartcentrum.cz.
  30. ↑ Fest der fünfblättrigen Rose. In: infoservis.ckrumlov.info. Město Český Krumlov (Stadtverwaltung Krummau)
  31. ↑ Örtliche gastronomische Spezialitäten, Touristeninformation der Stadt Český Krumlov.
  32. ↑ Zukunftsweisend: Fronius erreicht Umsatzmarke von einer Milliarde Euro. In: ots.at. 25. Januar 2023, abgerufen am 28. Dezember 2024.
  33. ↑ Fronius v Českém Krumlově propustí 127 zaměstnanců, hlavně v solární divizi. In: prumysldnes.cz. 26. Juli 2024, abgerufen am 28. Dezember 2024 (tschechisch).
  34. ↑ Unsere Heimat - Die Stadt Krummau an der Moldau im Böhmerwald, Waldkirchen 1992, S. 371ff.
  35. ↑ Rainer Maria Rilke: Böhmische Schlendertage. In: Josef Mühlberger (Hrsg.): Erzählungen aus dem Sudetenland. Lizenzausgabe 3. Auflage. Weltbild, Augsburg 1989, S. 18.
  36. ↑ Die Künstlergilde von Krummau: in Unsere Heimat – Die Stadt Krummau an der Moldau im Böhmerwald, Waldkirchen 1992, S. 462 ff.
  37. ↑ Lutz D. Schmadel: Dictionary of Minor Planet Names. Fifth Revised and Enlarged Edition. Hrsg.: Lutz D. Schmadel. 5. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 2003, ISBN 3-540-29925-4, S. 186, doi:10.1007/978-3-540-29925-7_2748 (englisch, 992 S., Originaltitel: Dictionary of Minor Planet Names. Erstausgabe: Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 1992): “1980 DW. Discovered 1980 Feb. 19 by A. Mrkos at Kleť.”
  38. ↑ Sagen und Legenden der Stadt Český Krumlov / online abgerufen am 21. Juni 2026.