Lothar Sperl (* 6. Juli 1910 in Markt Eisenstein/Železná Ruda; † 14. März 1987 in Traunreut) war ein Maler und Grafiker.
Sperl war der Sohn eines Lehrers, der früh verstarb. Er ging nach der Volksschule für zwei Jahre in eine Fachschule in Zwiesel und arbeitete dann in einem Andenkengeschäft. Nach der Militärzeit bei der tschechoslowakischen Armee betätigte er sich als Maler, zunächst als Autodidakt.
Sperl beteiligte sich an Ausstellungen in Passau – er war Mitglied des dortigen Künstlerbundes – und in Krummau an der Moldau, wo er der dortigen Künstlergilde beitrat, der auch die Maler Wilhelm Fischer und Felix Schuster angehörten. Während des Krieges erschienen nach jedem Arbeitsurlaub Bilder von ihm in der großen Kunstausstellung zu München.
In dieser frühen Zeit gelang es ihm, durch Selbststudium und die Förderung von professionellen Künstlern wie dem Pilsner Zeichenprofessor Max Schöpflin, den Malern Herrman Dietze, Bartels und Geier, die auf ihn aufmerksam geworden waren, seine Kunst weiterzuentwickeln. So lernte er, fachgerecht zu zeichnen und eignete sich die Techniken des Radierens und Holzschnittes an. Was ihn thematisch bewegte, war einmal die Landschaft des Böhmerwaldes, waren aber auch vor allem die Menschen, die in dieser armen Gegend ihr Leben fristeten. Von 1932 an entstehen eine Reihe von Holzschnitten, Zyklen mit Titeln wie „Grenzvolk“ (1932), „Hartes Volk“ (1933), die sich mit dem Arbeitsalltag der Bevölkerung beschäftigen.
Im November 1939 heiratete er seine Verlobte Maria („Mizzl“), kurze Zeit später wurde er zur deutschen Wehrmacht einberufen.
Im Mai 1945 wurde Lothar Sperl von tschechischen Partisanen verhaftet und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Zehn Jahre davon musste er verbüßen, zum Teil mit Zwangsarbeit im Kohle- und Uranbergbau. Auch als Gefangener hat er gemalt, so schon 1945 die Decke der Gefängniskapelle in Klattau.
Im Dezember 1955 wurde Sperl entlassen und zog zu seiner Frau nach Legau im schwäbischen Landkreis Unterallgäu. Vom dortigen Landrat bekam er seine erste Malausrüstung in der Bundesrepublik, und er begann mit großem Elan eine neue Etappe in seinem Schaffen, galt es doch, für sich und seine Frau eine neue Existenz aufzubauen.
Durch seinen Schwager, der nach seiner Entlassung aus russischer Gefangenschaft mit seiner Familie nach Traunstein gezogen war, wurde es Sperl und seiner Frau möglich, in der neu gegründeten Stadt Traunreut ein Haus zu erwerben und sich ein Atelier zu bauen.
Zwei Arten von Aufträgen, die ihm damals zukamen, brachten die nötigen Mittel dazu. Einmal waren das Portraits des österreichischen Kabinetts in Wien, die ihn in einflussreichen Kreisen der Wiener Gesellschaft bekannt machten. Zum anderen spezialisierte er sich auf Fresken und Sgrafitti. Als erstes gestaltete er so die Fassade des Rathauses in Traunreut.
Was ihn aber immer stärker beschäftigte, war eine Serie von satirischen Bildern mit zeitkritischen Themen. Das Deutschland der Wirtschaftswunderzeit, in das er nach langen Jahren der Entbehrungen geraten war, forderte ihn heraus, die Laster, Unsitten und Dummheiten der Gesellschaft mit „spitzem Pinsel“ zu kommentieren.
In den Siebziger und Achtziger Jahren lebte Sperl zurückgezogen in Traunreut und widmete sich ganz seiner Arbeit. Obwohl ihm 1965 der Kulturpreis der Stadt Passau zugesprochen wurde und er eine fast unüberschaubare Anzahl an Bildern schuf, ist sein Name nicht weit bekannt. Erst nach seinem Tode 1987 wurden einige seiner Werke im Heimathaus Traunreut ausgestellt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sperl, Lothar |
| KURZBESCHREIBUNG | Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 6. Juli 1910 |
| GEBURTSORT | Markt Eisenstein/Železná Ruda |
| STERBEDATUM | 14. März 1987 |
| STERBEORT | Traunreut |