| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| E88.1 | Lipodystrophie, anderenorts nicht klassifiziert |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| 5A44 | Insulinresistenz-Syndrome |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Das Lawrence-Syndrom gehört zu den nicht familiären lipodystrophen Syndromen und geht mit einem Verlust des Fettgewebes (besonders des subkutanen Fetts im Gesicht, a &n den Armen und Beinen, an den Handinnenflächen und an den Fußsohlen) sowie mit einer Insulinresistenz einher. Daher ist diese Hautkrankheit auch eine seltene Ursache für einen Diabetes mellitus und somit ein kardiovaskulärer Risikofaktor.
Synonyme sind erworbene generalisierte Lipodystrophie, erworbener lipoatrophischer Diabetes und Lawrence-Seip-Syndrom.
Die Namensbezeichnung bezieht sich auf den Autor der Erstbeschreibung im Jahre 1946 durch Robert Daniel Lawrence (1892–1968).
Im Gegensatz zur Lipodystrophie Typ Berardinelli handelt es sich nicht um eine angeborene, sondern um einen erworbene Form der Lipodystrophie.
Die Häufigkeit wird mit 1–9 auf 100.000 Personen angegeben, weltweit sind über einhundert Personen betroffen. Das weibliche Geschlecht ist im Verhältnis 3 zu 1 häufiger als das männliche betroffen.
Das Lawrence-Syndrom (acquired generalized lipodystrophy) gilt nach aktueller Fachliteratur als extrem selten. Die Zahl der publizierten Fälle liegt im niedrigen dreistelligen Bereich. Die Prävalenz-Angabe von „1–9/100.000“ wirkt dafür viel zu hoch und dürfte fehlerhaft oder falsch zugeordnet sein.
Die Auslöser sind bislang nicht bekannt, vermutet werden Infektionen wie Masern und Hepatitis als Auslöser.
Drei Formen der Krankheit wurden beschrieben:
Klinische Kriterien sind:
Statt Lipatrophie sagt man auch Lipoatrophie. Es handelt sich um eine Form der Lipodystrophie. Der Begriff kommt von altgriechisch λίπος lípos „Fett“, vom Alpha privativum und von altgriechisch τροφή trophé „Ernährung“. Das o in lipo wird mitunter weggelassen.
Bei der Blutuntersuchung fallen eine Hyperinsulinämie und ein Diabetes mellitus mit einer Insulinresistenz auf, häufig findet man auch eine Hypertriglyzeridämie und verminderte Serumspiegel von Leptin und von Adiponectin im Blutplasma. Ferner können eine Proteinurie und Störungen der Produktion von Wachstumshormonen auftreten.
Abzugrenzen sind andere Formen extremer Insulinresistenz wie Rabson-Mendenhall-Syndrom, Leprechaunismus, Lipodystrophie Typ Berardinelli und Insulinresistenz-Syndrom Typ A und Insulinresistenz-Syndrom Typ B.
Die Therapie des Lawrence-Syndroms zielt besonders auf die Stoffwechselsymptome (Insulinresistenz), zumal ihre Prognose wohl vom Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen bestimmt wird.