MR 31 war ein französischer nuklearer Gefechtskopf für die landgestützte ballistische Mittelstreckenrakete SSBS S2. Er bildete ab 1971 die nukleare Nutzlast der ersten operativen landgestützten Komponente der französischen Force de frappe. Jede S2 trug einen einzelnen MR-31-Gefechtskopf.
Frankreich stationierte insgesamt 18 S2-Raketen in gehärteten Silos auf dem Plateau d’Albion. Die ersten Raketen wurden am 2. August 1971 in Einsatzbereitschaft versetzt. Die S2 und der MR 31 ergänzten damit die bereits vorhandenen luftgestützten Kernwaffen und die im Aufbau befindliche seegestützte Komponente.
Ab 1980 wurden die S2 schrittweise durch die weiterentwickelte SSBS S3 mit dem thermonuklearen Gefechtskopf TN 61 ersetzt. Der Austausch der beiden aus jeweils neun Silos bestehenden Abschussgruppen dauerte bis Anfang der 1980er Jahre. Die letzten S2-Systeme wurden 1982 aus der militärischen Infrastruktur entfernt.
Der MR 31 war eine Fission-Plutoniumbombe und kein thermonuklearer Sprengkopf. Dieser ist der weltweit größte Fission-Plutoniumsprengsatz. Frankreich veröffentlichte weder seine genaue Masse noch seine Sprengkraft. Offene Fachquellen schätzen die Masse auf ungefähr 700 Kilogramm und die Sprengkraft auf etwa 120 bis 130 Kilotonnen TNT-Äquivalent. Diese Werte sind nicht amtlich bestätigt.
Der Gefechtskopf befand sich in einem Wiedereintrittskörper an der Spitze der zweistufigen S2. Der Wiedereintrittskörper verfügte über einen ablativen Hitzeschild und wog rund 1.000 kg.