TN 60

TN 60 war der erste operative französische thermonukleare Gefechtskopf. Er wurde für die von U-Booten gestartete ballistische Rakete MSBS M20 entwickelt und war als kurzzeitig verwendete Übergangslösung vor der leichteren TN 61 vorgesehen.

Entwicklung

Frankreich hatte mit dem Test Canopus am 24. August 1968 erstmals eine Kernfusionswaffe (Wasserstoffbombe) gezündet. Die TN 60 war jedoch der erste aus dieser Entwicklung hervorgegangene thermonukleare Gefechtskopf, der in ein militärisches Trägersystem integriert und in Dienst gestellt wurde.

Der erste TN-60-Gefechtskopf wurde nach offenen Quellen am 24. Januar 1976 an die Streitkräfte übergeben. Die erste mit MSBS M20 und TN 60 ausgerüstete Abschreckungspatrouille fand Anfang 1977 statt.

Bereits Ende 1977 begann die Einführung der kompakteren und stärker gehärteten TN 61. Die TN 60 wurde bis ungefähr 1980 vollständig ersetzt. Aufgrund dieser kurzen Einsatzdauer dürfte nur eine begrenzte Übergangsserie gefertigt worden sein; eine gesicherte amtliche Stückzahl ist nicht bekannt.

Merkmale

Die MSBS M20 trug jeweils einen einzelnen TN 60-Gefechtskopf. Die Sprengkraft der TN 60 wird in der offenen Fachliteratur auf ungefähr eine Megatonne TNT-Äquivalent geschätzt. Angaben zur Masse und zu den genauen Abmessungen blieben geheim.

Der Gefechtskopf war in einem Wiedereintrittskörper verbaut, der die beim Wiedereintritt in die Atmosphäre auftretenden thermischen und mechanischen Belastungen überstehen musste. Die MSBS M20 besaß noch nicht die Mehrfachsprengkopf-Fähigkeit der späteren M4-Rakete.

Einzelnachweise

  1. ↑ Robert S. Norris, Andrew S. Burrows, Richard W. Fieldhouse: Nuclear Weapons Databook. Volume V: British, French, and Chinese Nuclear Weapons. Westview Press, Boulder 1994, ISBN 0-8133-1612-X.
  2. 1 2 Carey Sublette: France’s Nuclear Weapons – Development of the French Arsenal. In: Nuclear Weapon Archive. 1. Mai 2001, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).