MR 41

MR 41 war ein französischer nuklearer Gefechtskopf für die von U-Booten gestarteten ballistischen Raketen MSBS M1 und MSBS M2. Er war der erste operative Gefechtskopf der seegestützten französischen Nuklearstreitkräfte.

Entwicklung und Einsatz

Die Entwicklung des MR 41 erfolgte für die ersten strategischen Raketen-U-Boote der Redoutable-Klasse. Am 28. Januar 1972 begann Le Redoutable die erste französische Abschreckungspatrouille mit 16 M1-Raketen. Jede Rakete trug einen einzelnen MR-41-Gefechtskopf.

Der MR 41 wurde später auch auf der reichweitengesteigerten M2 verwendet. Zwischen 1977 und 1979 erfolgte seine Ablösung durch die MSBS M20 mit den thermonuklearen Gefechtsköpfen TN 60 beziehungsweise TN 61. Öffentliche Schätzungen zur Produktion reichen von rund 35 bis 48 MR-41-Gefechtsköpfen; eine amtliche Stückzahl wurde nicht veröffentlicht.

Merkmale

Beim MR 41 handelte es sich nach übereinstimmenden offenen Quellen um eine verstärkte Spaltungs-(Fissions-)Waffe. Durch den Einsatz von Deuterium und Tritium wurde die Effizienz der Kernspaltungsreaktion erhöht. Der Gefechtskopf besaß jedoch noch nicht den mehrstufigen Aufbau eines eigentlichen thermonuklearen Sprengkopfes.

Seine Sprengkraft wird in der Fachliteratur auf ungefähr 500 Kilotonnen TNT-Äquivalent geschätzt. Damit war der MR 41 wesentlich leistungsstärker als die zuvor von französischen Flugzeugen mitgeführten Kernwaffen. Angaben zu Masse, Abmessungen und Schutzvorrichtungen blieben geheim.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Carey Sublette: France’s Nuclear Weapons – Development of the French Arsenal. In: Nuclear Weapon Archive. 1. Mai 2001, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
  2. ↑ Robert S. Norris, Andrew S. Burrows, Richard W. Fieldhouse: Nuclear Weapons Databook. Volume V: British, French, and Chinese Nuclear Weapons. Westview Press, Boulder 1994, ISBN 0-8133-1612-X.