Madulain

Madulain
Wappen von Madulain
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Maloja
BFS-Nr.: 3783i1f3f4
Postleitzahl: 7523
Koordinaten: 791179 / 162157Koordinaten: 46° 35′ 0″ N, 9° 56′ 0″ O; CH1903: 791179 / 162157
Höhe: 1697 m ü. M.
Höhenbereich: 1669–3159 m ü. M.
Fläche: 16,29 km²
Einwohner: 206 (1. Januar 2026)
Einwohnerdichte: 13 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
25,2 %
(1. Januar 2026)
Gemeindepräsident: Ruet Ratti
Website: www.madulain.ch
Madulain
Madulain
Lage der Gemeinde
Karte von MadulainAlbignaseeLej da ChampfèrLago BiancoLago di LeiLago di GeraLago di LivignoLago di S. Giacomo-di FraéleLago di PoschiavoLago di Monte SplugaLai da MarmoreraSilserseeSilvaplanerseeSt. MoritzerseeStazerseeSufnerseeItalienRegion AlbulaRegion BerninaRegion ViamalaRegion Engiadina Bassa/Val MüstairRegion PlessurRegion Prättigau/DavosBever GRBever GRBregagliaCelerina/SchlarignaMadulainMadulainPontresinaLa Punt Chamues-chSamedanSamedanS-chanfSils im Engadin/SeglSilvaplanaSt. MoritzZuozZuoz
Karte von Madulain
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Madulain ([mɐduˈlaɪ̯n]ⓘ/?, deutsch und bis 1943 offiziell Madulein) ist eine politische Gemeinde in der Region Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Geographie

Madulain im Winter

Das Haufendorf liegt zwischen La Punt Chamues-ch und Zuoz ca. zehn Kilometer von St. Moritz entfernt am Ufer des Inn in der Landschaft La Plaiv. Mit nur etwa 200 Einwohnern ist es die kleinste Gemeinde des Oberengadin. Madulain gilt als eines der Dörfer mit dem besterhaltenen Ortskern des Oberengadin und zählt offiziell zu den schönsten Dörfern der Schweiz. Madulain zeichnet sich durch Ursprünglichkeit aus und gehört zum „anderen“ Engadin, das ruhiger als St. Moritz und dessen Umgebung ist. Oberhalb des Dorfes thront die Ruine der Burg Guardaval.

Etwa die Hälfte der Fläche der Gemeinde macht die Exklave Val Prünella aus. Die Alp Prünella, am unteren Ende der Val Prünella gelegen, liegt in Luftlinie etwa zehn Kilometer südlich vom Dorf Madulain. Sie ist via La Punt Chamues-ch und die landschaftlich interessante Val Chamuera zu erreichen. Die Alp ist ein Ziel für Wanderer und Mountainbiker, mit weiterführenden, anspruchsvollen Wegen Richtung Val da Fain und Berninapass.

Geschichte

Ruine Guardaval
Luftbild von Werner Friedli, 1947
Kirche San Batrumieu

1137/39 wurde der Ort als Madulene erwähnt. Der Name deuted auf einstigen Bergbau hin. 1979 wurde eine späteisenzeitliche Eisenschlackendeponie entdeckt. Auf einem steilen Felsen über dem Dorf steht die Ruine der 1251 vom Churer Bischof Volkard von Neuburg erbauten Burg Guardaval, die 1377 Lehen der Familie Planta war. Die Burg war nie bewohnt und wurde bereits im 15. Jahrhundert aufgegeben. 1543 löste sich Madulain von Zuoz und wurde eine selbstständige Nachbarschaft. 1370 ist erstmals eine Kirche in Madulain erwähnt. Die spätgotische Dorfkirche wurde um 1510 erbaut, 1554 die Reformation eingeführt. An der Grenze zur Gemeinde Zuoz steht die abgegangene Kapelle San Batrumieu.

1906 entstand ein Elektrizitätswerk, ab 1970 wurden zahlreiche Zweitwohnungen errichtet. 2000 sprachen 22 Prozent der Bevölkerung rätoromanisch. 2005 bot der Zweite Sektor knapp die Hälfte der Arbeitsplätze, mehr als ein Viertel arbeitete im Ersten Sektor.

Wappen

Wappen von Madulain
Wappen von Madulain
Blasonierung: «In Schwarz eine pfahlweise gestellte silberne (weisse) Halbarte belegt mit einem silbernen Horn, dessen Schnur um den Schaft der Halbarte geschlungen ist»

Das Wappen verbildlicht den Namen der Burg Guardaval oberhalb des Dorfes.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 18061850190019501980200020052010201220142020
Einwohner 9363547794180116194234232206

Sprachen

In Madulain wird von einer Minderheit Puter gesprochen, ein Engadiner Idiom des Rätoromanischen. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war dies die Umgangssprache für alle Bewohner. Bereits früh kam es zu Sprachwechseln zum Deutschen. So gaben 1880 bloss noch 69 % Romanisch als Muttersprache an. Dieser Wert sank bis 1900 auf 55 %. 1910 war die Gemeinde gekippt; 36 Romanischsprachigen standen 47 Deutschsprachige gegenüber. In der Zwischenkriegszeit wechselte die Sprachmehrheit nochmals zurück (1941 50 % Romanischsprachige). Nach 1970 erfolgte der Sprachwechsel. Obschon sich 1990 noch 50,8 % und im Jahr 2000 43 % auf Romanisch verständigen können, spricht man auf der Gemeinde heute (meist) Deutsch.

Sprachen in Madulain GR
SprachenVolkszählung 1980Volkszählung 1990Volkszählung 2000
AnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteil
Deutsch4244,68 %4840,00 %9753,89 %
Rätoromanisch3537,23 %3327,50 %4022,22 %
Italienisch1515,96 %2823,33 %3117,22 %
Einwohner94100 %120100 %180100 %
Bahnhof Madulain

Herkunft und Nationalität

Von den Ende 2005 177 Bewohnern waren 138 (= 77,97 %) Schweizer Staatsangehörige.

Verkehr

Madulain ist angeschlossen an die Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp und an die Hauptstrasse 27. Am Bahnhof im Dorfzentrum von Madulain hält stündlich der Regionalzug Pontresina – Samedan – Zuoz – Zernez – Scuol-Tarasp sowie einzelne Kurse des beschleunigten RegioExpress St. Moritz – Landquart GR. Die Buslinie 7 von EngadinBus verkehrt halbstündlich von La Punt Chamues-ch über Zuoz abwechselnd nach Cinuos-chel-Brail oder zum Nationalpark. Diese Linie bedient Madulains einzige Bushaltestelle Madulain vih im Dorfzentrum.

Panorama von Madulain, von Norden her gesehen

Sehenswürdigkeiten

Unter Denkmalschutz steht die kleine reformierte Dorfkirche.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Madulain – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  4. ↑ Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
  5. ↑ Madulain ist offiziell schön auf fm1today.ch
  6. ↑ Madulain Auf ortsnamen.ch (Online-Datenbank), abgerufen am 21. März 2024
  7. 1 2 3
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.