Magadino

Magadino
Wappen von Magadino
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Gambarogno
Gemeinde: Gambarognoi2
Postleitzahl: 6573
frühere BFS-Nr.: 5116
UN/LOCODE: CH QUA (Quartino)
Koordinaten: 709514 / 111778Koordinaten: 46° 8′ 55″ N, 8° 51′ 22″ O; CH1903: 709514 / 111778
Höhe: 199 m ü. M.
Höhenbereich: 193–1521 m ü. M.
Fläche: 7,35 km²
Einwohner: 1688 (31. Dezember 2009)
Einwohnerdichte: 230 Einw. pro km²
Website: www.gambarogno.ch
Karte
Magadino (Schweiz)
Magadino (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 25. April 2010
Pfarrkirche San Carlo Borromeo
Villa Ghisler
Giovanni Arrivabene
Albergo del Battello a Vapore
Forte Olimpio
Magadino und die Bolle (1943)

Magadino, im lombardischen Ortsdialekt Magadign [magaˈdiŋ], ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im Schweizer Kanton Tessin. Er war bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde.

Magadinoebene, historisches Luftbild von Walter Mittelholzer (1933)
Quartino, historisches Luftbild von Werner Friedli (29. Juli 1964)

Geographie

Das Dorf Magadino liegt auf einer Höhe von 199 m ü. M. am Langensee, die Fraktion Quartino östlich davon. In der Nähe Magadinos mündet der Tessin in den See.

Geschichte

Magadino findet in spätmittelalterlicher Zeit Erwähnung im Zusammenhang mit Feudalrechten, welche die Bischöfe von Como den Capitanei von Locarno übertrugen. Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1254 schon mit der heutigen Namenform de Magadino. In Quartino bestand im Hoch- und Spätmittelalter ein Benediktiner­priorat, dessen Schutzpatron der heilige Georg war; im 17. Jahrhundert kamen die Klostergüter an das Spital in Locarno. Von einem 1335 erwähnten Turm und einem im 17. Jahrhundert erwähnten Kastell finden sich heute keine Spuren mehr. Magadino löste sich 1846 kirchlich von Vira (Gambarogno).

Magadino war ein bedeutender Hafen und eine wichtige Zollstation am Transitweg von der Lombardei zu den Städten nördlich der Alpen. Mit der Einführung des regelmässigen Dampfschiffverkehrs auf dem Langensee (1826) und der Eröffnung der Fahrstrasse über den Gotthardpass (1830) wurde es Postkutschenstation. Der Niedergang des Hafens begann mit der Eröffnung der Bahnlinien nach Locarno (1874) und Luino (1882).

Die Sperrstelle Magadino-Gordola hatte mit den Befestigungen zwischen Magadino und Quartino die Aufgabe, allfällige Angriffe aus Italien abzuwehren, die vom Gambarogno, vom Lago Maggiore und der Uferstrasse auf der rechten Seeseite sowie vom Centovalli her drohten. Diese wurden während des Ersten Weltkriegs errichtet und während des Zweiten ausgebaut.

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der neun Gemeinden am Südufer des Lago Maggiore zur Gemeinde Gambarogno von den Stimmberechtigten der Gemeinden Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft. Magadino bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.

Wappen

Blasonierung: Ein goldener Anker über Silber und Blau von fünfmal mit Wellenschnitt geteilt.

Bevölkerung

Magadino: Einwohnerzahlen von 1850 bis 2009
Jahr  Einwohner
1850
  
586
1860
  
669
1870
  
667
1880
  
?
1888
  
744
1900
  
725
1910
  
708
1920
  
788
1930
  
770
1941
  
758
1950
  
821
1960
  
816
1970
  
1.029
1980
  
1.042
1990
  
1.279
1991
  
1.334
1992
  
1.406
1993
  
1.438
1994
  
1.447
1995
  
1.490
1996
  
1.491
1997
  
1.514
1998
  
1.504
1999
  
1.526
2000
  
1.557
2001
  
1.535
2002
  
1.526
2003
  
1.547
2004
  
1.569
2005
  
1.610
2006
  
1.600
2007
  
1.604
2008
  
1.642
2009
  
1.688
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.

Kultur

Persönlichkeiten

(Sortierung nach Geburtsjahr)

Literatur

Commons: Magadino – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 560.
  2. ↑ ETH Zürich - ETH-Bibliothek - E-PICS - ETHBIB.Bildarchiv - LBS_H1-025401. Abgerufen am 12. August 2022.
  3. ↑ Festung Oberland: Sperrstelle Magadino (mit Fotos) auf festung-oberland.ch
  4. ↑ Patriziato di Magadino In: www4.ti.ch/fileadmin/DI/DI_DI/SEL/Patriziati. Abgerufen am 23. Juli 2024 (italienisch; mit Mappe).
  5. ↑ Patriziato di Magadino (mit Fotos) (italienisch) auf patriziatomagadino.ch
  6. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 3. Juni 2026.
  7. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 3. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  8. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 3. Juni 2026.
  9. ↑ Magadino/Rivabella (Magadino). In: Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS. Bundesamt für Kultur BAK, 2009, abgerufen am 17. April 2025 (italienisch).
  10. 1 2 3 4 5 6 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 153–154.
  11. ↑ Festungen Gambarogno-Magadino auf forti.ch
  12. ↑ Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 68–69.
  13. ↑ Festival Internazionale di Musica Organistica di Magadino (mit Fotos) (italienisch) auf organ-festival.ch
  14. ↑ Carlo Agliati: Giovanni Arrivabene. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 20. September 2001, abgerufen am 20. Dezember 2019.
  15. ↑ Alberto Azzi: L’attività commerciale di Giuseppe Antognini a Magadino tra la Svizzera tedesca e l’Italie del nord, nella metà dell’Ottocento. DECS, Bellinzona 2015; derselbe: La famiglia Antognini a Magadino. Una dinastia di mercanti. In: Bollettino Genealogico della Svizzera Italiana 23, 2019, S. 47–58.
  16. ↑ Celestino Trezzini: Giovanni Antognini. In Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band I, 389 (abgerufen am 15. Mai 2017).
  17. ↑ Celestino Trezzini: Luigi Favini. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8, Supplement, S. 59 (PDF Digitalisat), abgerufen am 9. Oktober 2017
  18. ↑ Luigi Favini (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario (abgerufen am: 15. November 2017.)