Martin Sabrow

Martin Sabrow, 2025

Martin Sabrow (* 6. April 1954 in Kiel) ist ein deutscher Historiker. Er war Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Leben

Nach dem Abitur an der Kieler Hebbelschule studierte Sabrow von 1972 bis 1977 Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Philipps-Universität Marburg. Nach seinem Zivildienst arbeitete er von 1979 bis 1993 in Berlin als Lehrer für Geschichte, Politische Weltkunde und Deutsch. Im Februar 1993 wurde Sabrow bei Ernst Schulin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit einer Arbeit über das Attentat auf den deutschen Außenminister Walther Rathenau promoviert (Zweitgutachter war Hugo Ott). Im Jahr 2000 habilitierte er sich mit einer Schrift über die DDR-Geschichtswissenschaft 1949–1969. Ab 1994 lehrte er an verschiedenen Universitäten – darunter an der Freien Universität Berlin, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität Braunschweig sowie als Gastprofessor an der Universität London und der Universität Bologna. Von 1996 bis 2004 war Sabrow Projektbereichsleiter am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF). Im Dezember 2004 wurde er zum Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Universität Potsdam und zum Direktor des ZZF berufen, das er bis Dezember 2021 leitete, zunächst bis 2006 gemeinsam mit Konrad Jarausch, ab 2011 zusammen mit Frank Bösch. In Sabrows Dienstzeit wurde das ZZF in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen und später in Leibniz-Institut für Zeithistorische Forschung umbenannt. Im Mai 2009 folgte Sabrow einem Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 2021. Sabrow war 2013 Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Von 2008 bis 2021 war er Co-Leiter des Masterstudiengangs Public History an der Freien Universität Berlin. Sabrow wirkte von 2013 bis 2021 als Sprecher des Leibniz-Forschungsverbundes Historische Authentizität und ist seit 2021 Sprecher des Nachfolgeverbundes Wert der Vergangenheit. Seit 2022 ist er Senior Fellow am ZZF.

Im Frühjahr 2005 wurde Sabrow zum Vorsitzenden der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission berufen, die den Auftrag hatte, ein Konzept für einen dezentral organisierten Geschichtsverbund zur Aufarbeitung der SED-Diktatur auszuarbeiten. Die am 15. Mai 2006 der Öffentlichkeit vorgestellten und am 6. Juni 2006 in einer öffentlichen Anhörung diskutierten Empfehlungen lösten eine intensive Debatte über den zukünftigen Umgang mit der DDR-Vergangenheit aus. Sabrow ist seit den 1990er-Jahren im Vorstand der Walther-Rathenau-Gesellschaft e. V. tätig und seit 2022 deren Vorsitzender. 2023 kuratierte Sabrow die Ausstellung „Gewalt gegen Weimar. Zerreißproben der frühen Republik“, die von 2023 bis 2025 in Schloss Freienwalde in Bad Freienwalde sowie im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin und im Haus der Weimarer Republik in Weimar gezeigt wurde.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

Monographien

Herausgeberschaften

Lexikonartikel

Commons: Martin Sabrow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ↑ www.geschichte.hu-berlin.de.
  2. ↑ Prof. Dr. Martin Sabrow. HU Berlin, abgerufen am 19. Januar 2026.
  3. ↑ Vgl. dazu insbesondere Martin Sabrow u. a. (Hrsg.): Wohin treibt die DDR-Erinnerung? Dokumentation einer Debatte (2007) sowie die Materialsammlung zum Thema auf Zeitgeschichte-online.
Personendaten
NAME Sabrow, Martin
KURZBESCHREIBUNG deutscher Zeithistoriker und Politikwissenschaftler
GEBURTSDATUM 6. April 1954
GEBURTSORT Kiel