Matthias Gubig

Matthias Gubig (* 22. Juni 1942 in Dresden) ist ein deutscher Grafikdesigner, Typograf, Buchgestalter und war Hochschullehrer.

Leben und Werk

Matthias Gubig ist der Sohn der Kontoristin Johanna Dora Gubig und des Bücherrevisors Wilhelm Mahn. Mit der Mutter flüchtete er 1945 – nach der Bombardierung Dresdens – nach Löbau in der Oberlausitz. Sein Vater wurde an der Ostfront als vermisst gemeldet. Von 1959 bis 1962 erlernte er das Buchdrucker-, später das Schriftsetzerhandwerk im Löbauer Druckhaus und machte seinen Abschluss als Schriftsetzer. Von 1963 bis 1966 studierte er an der Fachschule für Angewandte Kunst Berlin-Oberschöneweide. Seinen Fachschulabschluss als Typografiker machte er bei Wolfgang Geisler. 1966 begann seine bis heute andauernde künstlerisch-gestalterische Arbeit für Theater, Verlage und Redaktionen, vor allem auf den Gebieten der Buchgestaltung, der Buchgrafik und des Plakats.

Von 1966 bis 1972 lehrte Gubig typografischen Entwurf an der Abendschule der Betriebsakademie der polygrafischen Industrie Berlin, und von 1970 bis 1978 Entwurf an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin.

1975 legte er als Externer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei den Professoren Albert Kapr, Walter Schiller und Gert Wunderlich sein Diplom ab. Von 1984 bis zu seinem Dienstende 2007 war er Lehrbeauftragter, Dozent und ab 1992 Professor für Gebrauchsgrafik und Typografie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Parallel zu seiner Lehrtätigkeit gestaltete er vor allem Bücher, Buchillustrationen und Plakate. Belletristik-, Lyrik- und Bildbände, Sach- und wissenschaftliche Bücher entstanden für viele Verlage. Zum Beispiel: Verlag für Bauwesen, Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin, Eulenspiegel-Verlag Berlin, Das Neue Berlin, Dietz Verlag Berlin, Verlag Die Wirtschaft, Verlags-Anstalt Union, Aufbau Verlag, Mitteldeutscher Verlag, Reclam Verlag Leipzig, Quetsche Verlag für Buchkunst, Faber & Faber Leipzig.

Als bildnerische Mittel nutzt er vorwiegend Hochdruckverfahren, wie Holzschnitte, Schnitte in andere Materialien, Holzstich und Acrylstiche. Plakate gestaltete er vor allem zu sozialen, politischen und kulturellen Themen.

Seit 2003 gibt Gubig grafische Pressendruckbücher der Reihe Spätdruck heraus; Werke klassischer und Gegenwartsautoren sowie eigene Texte sind darin vertreten. Gubig gestaltet die Bücher und versieht sie mit Originalgrafiken. Diese und einige der Texte druckt er in seiner Werkstatt selbst. Die Berliner Kunstbibliothek präsentierte 2025 die bis dahin erschienenen 25 Bände der Edition. Gemeinsam mit Karl-Georg Hirsch gab er von 2005 bis 2014 die Lyrikbände der Editionsreihe Zwiedruck heraus und gestaltete diese. Seit 2015 gestaltet er die Zeitschrift Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, herausgegeben von der Pirckheimer-Gesellschaft. Darin ist er auch als Autor von Beiträgen vertreten.

Anschaulich und unterhaltsam erzählte Matthias Gubig in seinem Buch Stehsatz – Was ich noch nicht ablegen will von seinen Lehrjahren in einem kleinen Druckereibetrieb in Löbau und von den Möglichkeiten und Bedingungen, unter denen in der DDR Bücher entstanden sind.

„Den Druckereigeruch aus Farbe, Papierstaub, Maschinenöl und Waschbenzin bekam ich erstmals in die Nase, als ich den kleinen Betrieb in meinem Oberlausitzer Heimatstädtchen betrat, um mich nach einer Lehrstelle zu erkundigen. Vorher hatte ich’s schon mal bei einem Stubenmaler versucht, denn ich wollte einen Beruf lernen, in dem mein Hang zum Zeichnen und Malen eine Rolle spielen sollte. Die Stubenmaler-Karriere wurde von meiner Mutter vereitelt – etwas Besseres sollte es schon sein. So versuchte ich es mit einer anderen Variante bildnerischen Schaffens.“

– Matthias Gubig

Matthias Gubig lebt und arbeitet in Blankenfelde bei Berlin. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.

1965 heiratete er die deutsche Illustratorin Martha-Luise Gubig, geb. Puhlemann (* 1943). Sie sind die Eltern des Ausstellungsgestalters Thomas Gubig (* 1966) und der Grafikdesignerin Anne Gubig (* 1967).

Rezeption zur Edition Spätdruck

„Seine druckgrafische Edition Spätdruck begann er im Jahr 2003 in eigenem Auftrag: Texte, die ihn beschäftigen und berühren, gestaltete er in Bild und Text in überraschender und faszinierender Form. Typografie, Bilddruck und Buchform sind in keinem Buch gleich und entstehen immer aus neuen Ideen.“

Robert Grieger

Werke (Auswahl)

Typograf (2014)

Buchgestaltungen (Eine Auswahl)

Zwiedrucke Herausgegeben von Karl-Georg Hirsch und Matthias Gubig. Grafiken von Karl-Georg Hirsch, Reihenkonzept und Buchgestaltungen von Matthias Gubig

Grafische Reihe der Quetsche. Erstveröffentlichungen und Originalgrafiken Herausgegeben von Kerstin Hensel. Reihenkonzept, Buchgestaltungen und Nachwort über die Buchschrift von Matthias Gubig. Quetsche, Verlag für Buchkunst, Witzwort

Grafische Reihe der Quetsche, Zweite Serie. Erstveröffentlichungen und Originalgrafiken. Herausgegeben von Ernest Wichner. Reihenkonzept und Buchgestaltungen von Matthias Gubig. Quetsche, Verlag für Buchkunst, Witzwort

Matthias Gubig – Grafische Bücher der Edition Spätdruck

Plakatgestaltungen (Eine Auswahl)

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

Auszeichnungen und Sammlungen

Gubig erhielt 1988 die Verdienstmedaille der DDR. Seine Buchgestaltungen wurden seit 1977 mehrfach in den Wettbewerben Die schönsten Bücher der DDR und Die schönsten deutschen Bücher ausgezeichnet. 1989 erhielt er die Goldmedaille der Internationalen Buchkunst-Ausstellung Leipzig und 1997 die Bronzemedaille im Wettbewerb Schönste Bücher aus aller Welt. Von ihm gestaltete Bücher sind in den Sammlungen der Kunstbibliothek Berlin, des Buchmuseums der Deutschen Nationalbibliothek, des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, im Museum van het Boek Den Haag, der Stiftung Lyrik Kabinett München, der Stiftung Plakat OST Berlin und in Privatsammlungen vertreten. Plakatgestaltungen wurden seit 1982 mehrfach im Wettbewerb 100 beste Plakate des Jahres ausgezeichnet.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Weitere Beiträge von und über Matthias Gubig finden sich im Registerband der Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie für die Hefte 151 – 235 (1998 – 2019), quartus Verlag, 2020.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Matthias Gubig: Stehsatz – Was ich noch nicht ablegen will. Clausen & Bosse, Leck 1995, S. 136.
  2. 1 2 Matthias Gubig | Pirckheimer-Gesellschaft. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  3. ↑ Matthias Gubig: Stehsatz – Was ich noch nicht ablegen will. Clausen & Bosse, Leck 1995, S. 10 f.
  4. ↑ Matthias Gubig: Wir sind das Volk. Stiftung Plakat Ost, 1989, abgerufen am 26. Oktober 2020.
Personendaten
NAME Gubig, Matthias
KURZBESCHREIBUNG deutscher Grafikdesigner, Typograf, Buchgestalter und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 22. Juni 1942
GEBURTSORT Dresden