Menzonio

Menzonio
Wappen von Menzonio
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Vallemaggiaw
Kreis: Kreis Lavizzara
Gemeinde: Lavizzarai2
Postleitzahl: 6692
frühere BFS-Nr.: 5318
Koordinaten: 692520 / 135132Koordinaten: 46° 21′ 40″ N, 8° 38′ 27″ O; CH1903: 692520 / 135132
Höhe: 731 m ü. M.
Höhenbereich: 562–2439 m ü. M.
Fläche: 10,64 km²
Einwohner: 87 (2003)
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Website: www.lavizzara.ch
Karte
Menzonio (Schweiz)
Menzonio (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004
Atelier Gianfredo Camesi
Gianfredo Camesi (2005)

Menzonio ist eine Fraktion der politischen Gemeinde Lavizzara im Schweizer Kanton Tessin.

Geographie

Das Dorf liegt auf einer Höhe von 725 m.ü. M. auf einer mit Kastanienbäumen bestandenen Terrasse und 33 Kilometer nordwestlich von Locarno. Aufgrund der Lage überblickt man einen grossen Teil des Lavizzaratals. Das Dorf war eines von mehreren Verarbeitungszentren für Speckstein aus den Steinbrüchen des Val Lavizzara und Val Bavona. Auch das gebräuchliche Wort Lavezstein hat einen Zusammenhang mit dem Val Lavizzara.

Geschichte

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1364 unter dem damaligen Namen Menzone; später Manzonio 1400, Menzoia 1589, Mentono 1591, Menzoii 1596. Im Mittelalter bildete sich eine vicinia mit Brontallo. Unter der eidgenössischen Herrschaft ernannte es einen der Richter, die dem Vogt in der Justizverwaltung zur Seite standen, und sandte drei Vertreter in den Rat des Lavizzaratals.

Rund 100 Höhenmeter über dem Dorf liegen der ehemalig ganzjährig bewohnte und nur zu Fuss erreichbare Weiler Piantèd sowie die Häusergruppe Mónda. Piantèd wird seit 1993 von der Genossenschaft Pianta Monda Menzonio als Ökodorf und Kooperative betrieben und renoviert.

Die bis dahin selbständige politische Gemeinde Menzonio wurde am 4. April 2004 mit den früheren Gemeinden Broglio, Brontallo, Fusio, Peccia und Prato-Sornico zur Gemeinde Lavizzara fusioniert. Menzonio bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.

Bevölkerung

Menzonio: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2003
Jahr  Einwohner
1600
  
260
1683
  
288
1719
  
224
1769
  
149
1799
  
164
1808
  
175
1824
  
182
1836
  
188
1850
  
177
1860
  
198
1870
  
190
1880
  
207
1888
  
209
1900
  
190
1910
  
157
1920
  
128
1930
  
116
1941
  
129
1950
  
128
1960
  
98
1970
  
89
1980
  
104
1990
  
70
2000
  
73
2003
  
87
Quelle(n): Bundesamt für Statistik

Die Einwohnerzahl erreichte im 17. Jahrhundert ihren Höchststand und nahm dann schrittweise ab, vor allem wegen der Auswanderung nach Italien (u. a. Stallknechte in Rom), später nach Kalifornien und schliesslich wegen der Abwanderung in die städtischen Zentren.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Literatur

Kunstgeschichte
Commons: Menzonio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Lavezstein-Industrie auf e-periodica.ch
  2. ↑ Ein Leben als Randsiedler, NZZ, 29. Dezember 2012
  3. ↑ Pianta Monda. Cooperativa Pianta Monda, Menzonio, abgerufen am 14. Juli 2024.
  4. ↑ Patriziato di Menzonio (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati
  5. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 21. Mai 2026.
  6. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 21. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  7. ↑ Daniela Paula Falconi: Menzonio. In: Historisches Lexikon der Schweiz HLS. 18. Juli 2022, abgerufen am 31. Januar 2025.
  8. 1 2 Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 262–263.
  9. ↑ Martino Signorelli: Storia della Valmaggia. S. 325, 348, 409, 414.