Brontallo

Brontallo
Wappen von Brontallo
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Vallemaggiaw
Kreis: Kreis Lavizzara
Gemeinde: Lavizzarai2
Postleitzahl: 6692
frühere BFS-Nr.: 5323
Koordinaten: 691507 / 134476Koordinaten: 46° 21′ 20″ N, 8° 37′ 39″ O; CH1903: 691507 / 134476
Höhe: 726 m ü. M.
Höhenbereich: 467–2382 m ü. M.
Fläche: 10,48 km²
Einwohner: 53 (2003)
Einwohnerdichte: 5 Einw. pro km²
Website: www.lavizzara.ch
Brontallo
Brontallo
Karte
Brontallo (Schweiz)
Brontallo (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004
Brontallo (1919)
Brontallo, Alte Bauernhäuser

Brontallo ist eine Fraktion der politischen Gemeinde Lavizzara im Kreis Lavizzara, im Bezirk Vallemaggia des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie

Brontallo liegt auf 750 m ü. M. auf einer felsigen Sonnenterrasse am Fusse eines Felsvorsprungs des Pizzo di Brünèsc. Das unterste Dorf im Val Lavizzara liegt auf der rechten Talseite. Die steilen Berghänge sind mit Trockensteinmauern in einer Gesamtlänge von 28 km terrassiert. Dies ermöglicht die landwirtschaftliche Nutzung und verhindert, dass das Regen- und Schmelzwasser allzu schnell abfliesst. Die Wohnhäuser wurden stufenartig am Hang angelegt. Wohnhäuser und die östlich angelegten Ställe wurden zum Schutz der Bewohner vor Erdrutschen in der Zone Il Sasso della Catena getrennt.

Geschichte

Im Mittelalter bildete Brontallo mit Menzonio bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts eine Gemeinde und (seit 1340) eine Vicinia mit Bignasco und Cavergno. Das Dorf wurde 1364 als Brentallo erstmals erwähnt. Die bereits 1496 erwähnte Kirche Santa Maria und San Giorgio – die Fassade zeigt ein riesiges Bild des heiligen Christophorus – wurde 1653 neu gebaut und danach mehrmals restauriert. Bis 1513 bildete sie zusammen mit Menzonio einen Teil der Pfarrei Cevio, von der sie sich 1655 löste. Das Beinhaus zeigt Fresken aus dem 16. Jahrhundert.

Die bis dahin selbstständige politische Gemeinde Brontallo wurde am 4. April 2004 mit den früheren Gemeinden Broglio, Fusio, Menzonio, Peccia und Prato-Sornico zur Gemeinde Lavizzara fusioniert. Brontallo bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.

Bevölkerung

Brontallo: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2003
Jahr  Einwohner
1600
  
260
1683
  
203
1719
  
143
1769
  
114
1799
  
120
1808
  
119
1824
  
144
1836
  
166
1850
  
173
1860
  
173
1870
  
164
1880
  
167
1888
  
158
1900
  
133
1910
  
136
1920
  
118
1930
  
96
1941
  
84
1950
  
92
1960
  
83
1970
  
64
1980
  
58
1990
  
55
2000
  
50
2003
  
53
Quelle(n): Bundesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.

Wirtschaft

Die Bevölkerung betrieb von jeher Land- und Weidewirtschaft. Die Anschlussstrasse ins Val Lavizzara hinunter wurde erst 1955 fertiggestellt. 1990 war nur noch ein Drittel der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig. Von den 50 Einwohnern im Jahr 2000 waren zwei Personen in der Landwirtschaft, fünf in der Industrie, drei im Dienstleistungssektor tätig und 40 nicht erwerbstätig. 2006 gab es fünf landwirtschaftliche Betriebe mit 66 Grossvieheinheiten (GVE), vor allem Ziegen und Schafe. Im Dorf gibt es eine grössere Anzahl Zweitwohnsitze.

Um den Zerfall der alten landwirtschaftlichen Strukturen aufzuhalten, wurde 1994 der Verein Pro Brontallo gegründet. Mit Hilfe von Spenden begann die Bevölkerung Wege auszubessern und Terrassen zu roden. Alte Rebstöcke wurden erneuert und junge Kastanienbäume gesetzt. 2005 wurden die alte Mühle und 2006 im Gebiet Monde und beim Friedhof die drei Trocknungshäuschen für die Kastanien, die Grà, restauriert. Die Fondazione Monti e Paesaggio Brontallo fördert ein Agrotourismusprojekt, mit dem sie im Jahr 2005 den Hauptpreis der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) gewonnen hat. 2007 wurden baufällige Kapellen am Weg zum Monte Scinghiöra und ein Rustico in Brontallo für den Agrotourismus renoviert.

Verkehr und Tourismus

Das Dorf kann mit dem Bus und Postauto von Locarno mit Umsteigen in Bignasco erreicht werden. Die erst 1955 erstellte Strasse endet knapp unterhalb des Dorfes bei einem Parkplatz. Sie ist im Winter befahrbar. Der gut erhaltene Dorfkern ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) eingetragen.

Literatur

Kunstgeschichte
Commons: Brontallo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Historisches Lexikon der Schweiz https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002259/2022-11-18/
  2. ↑ Daniela Pauli Falconi: Brontallo. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 18. November 2022.
  3. ↑ Patriziato di Brontallo auf lavizzara.ch
  4. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 6. Mai 2026.
  5. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 6. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  6. ↑ Brontallo (Lavizzara). In: ISOS - Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Bundesamt für Kultur BAK, 2004, abgerufen am 4. Februar 2025 (italienisch).
  7. 1 2 3 4 5 Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 262.
  8. ↑ Martino Signorelli: Storia della Valmaggia. S. 325, 409–410.
  9. ↑ Pro Brontallo: Projekte. PROBRONTALLO, abgerufen am 12. Juli 2024.