Das Dorf liegt auf einer Höhe von 849m.ü.M. am Fuss der zweiten Talstufe des Val Lavizzara und an der Mündung des Valle di Peccia in dieses; 39Kilometer nordwestlich von Locarno. Hier mündet der Fiume Peccia in die Maggia. Zu Peccia gehörige Weiler sind Cortignelli, Veglia, Mogno, Piano di Peccia und San Carlo.
Geschichte
Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1374 unter dem damaligen Namen Petia. Die Adelsfamilie Orelli von Locarno war 1369 dort begütert. 1374 nahm Peccia als Gemeinde an der Teilung der vicinia Lavizzara teil. Unter der Herrschaft der Eidgenossen ernannte Peccia einen der sieben Richter und drei Mitglieder des Rates der Lavizzara. Peccia war früher wegen seines Specksteins (Laveggio) und seines Käses, genannt della paglia, bekannt.
Die Pfarrei San Carlo wurde 1669 gegründet. Die Pfarrkirche wurde 1617 am Standort einer alten, im 16. Jahrhundert erwähnten Kapelle gebaut und 1857 von Giacomo Antonio Pedrazzi aus Cerentino mit Malereien geschmückt. Das Pfarrregister beginnt 1679.
Das Dorf wurde im 19. Jahrhundert gleich zwei Mal von Murgängen verwüstet, dabei wurden 27 Häuser und Ställe verschüttet. Aus wirtschaftlicher Not hatten die Bewohner die Hänge oberhalb des Dorfes abgeholzt. Das Holz wurde nach Italien exportiert.
Die bis dahin selbständige politische Gemeinde wurde am 4. April 2004 mit den früheren Gemeinden Broglio, Brontallo, Fusio, Menzonio und Prato-Sornico zur Gemeinde Lavizzara fusioniert. Peccia bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.
Bevölkerung
Peccia: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2003
Jahr
Einwohner
1600
450
1683
448
1719
322
1769
250
1808
271
1824
290
1836
294
1850
300
1860
273
1870
268
1880
267
1888
249
1900
229
1910
231
1920
209
1930
210
1941
202
1950
212
1960
244
1970
275
1980
203
1990
172
2000
171
2003
190
Quelle(n): Bundesamt für Statistik
Wirtschaft
Marmorsteinbruch im Valle di Peccia
Neben dem Tourismus ist der Abbau von Marmor von Bedeutung. Oberhalb von San Carlo gibt es einen Steinbruch. Ausserhalb des Gefahrenbereiches können die riesigen abgebauten Steinquader besichtigt werden. Das Flüsschen Peccia ist voller Marmorsteine. Wegen des Cristallina-Marmors hat sich eine Bildhauerschule angesiedelt, die Scuola di Scultura di Peccia.
Giovanni Bianconi: Peccia. In: Vallemaggia. Edizioni L.E.M.A., Agno 1969.
Bruno Donati: «Nessuna forza umana potrà salvare da una rovina certa quello che resta del villaggio di Peccia.» «Il progetto per la nuova Peccia.» In: Bollettino della Società Storica Locarnese, a. 24, Locarno 2020, S.140–150.
↑Celestino Trezzini: San Carlo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8: Supplement. Attinger, Neuenburg 1934, S.148 (PDF Digitalisat), abgerufen am 23. Oktober 2017.
↑Celestino Trezzini: San Carlo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8: Supplement. Attinger, Neuenburg 1934, S.148 (PDF Digitalisat), abgerufen am 23. Oktober 2017.
123456789Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S.238, 262, 265, 266, 267, 376, 395.
↑Martino Signorelli: Storia della Valmaggia. Tipografia Stazione SA, Locarno 1972, S.325, 405.