Peccia

Peccia
Wappen von Peccia
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Vallemaggiaw
Kreis: Kreis Lavizzara
Gemeinde: Lavizzarai2
Postleitzahl: 6695 Peccia
6695 Piano di Peccia
frühere BFS-Nr.: 5320
Koordinaten: 692993 / 140251Koordinaten: 46° 24′ 26″ N, 8° 38′ 53″ O; CH1903: 692993 / 140251
Höhe: 840 m ü. M.
Höhenbereich: 767–2902 m ü. M.
Fläche: 54,22 km²
Einwohner: 190 (2003)
Einwohnerdichte: 4 Einw. pro km²
Website: www.lavizzara.ch
Karte
Peccia (Schweiz)
Peccia (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004
Luftbild (1954)
Piano di Peccia
Valle di Peccia
Wasserfall im Valle di Peccia

Peccia ist eine Fraktion der politischen Gemeinde Lavizzara im Schweizer Kanton Tessin.

Geographie

Das Dorf liegt auf einer Höhe von 849 m.ü. M. am Fuss der zweiten Talstufe des Val Lavizzara und an der Mündung des Valle di Peccia in dieses; 39 Kilometer nordwestlich von Locarno. Hier mündet der Fiume Peccia in die Maggia. Zu Peccia gehörige Weiler sind Cortignelli, Veglia, Mogno, Piano di Peccia und San Carlo.

Geschichte

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1374 unter dem damaligen Namen Petia. Die Adelsfamilie Orelli von Locarno war 1369 dort begütert. 1374 nahm Peccia als Gemeinde an der Teilung der vicinia Lavizzara teil. Unter der Herrschaft der Eidgenossen ernannte Peccia einen der sieben Richter und drei Mitglieder des Rates der Lavizzara. Peccia war früher wegen seines Specksteins (Laveggio) und seines Käses, genannt della paglia, bekannt.

Die Pfarrei San Carlo wurde 1669 gegründet. Die Pfarrkirche wurde 1617 am Standort einer alten, im 16. Jahrhundert erwähnten Kapelle gebaut und 1857 von Giacomo Antonio Pedrazzi aus Cerentino mit Malereien geschmückt. Das Pfarrregister beginnt 1679.

Das Dorf wurde im 19. Jahrhundert gleich zwei Mal von Murgängen verwüstet, dabei wurden 27 Häuser und Ställe verschüttet. Aus wirtschaftlicher Not hatten die Bewohner die Hänge oberhalb des Dorfes abgeholzt. Das Holz wurde nach Italien exportiert.

Die bis dahin selbständige politische Gemeinde wurde am 4. April 2004 mit den früheren Gemeinden Broglio, Brontallo, Fusio, Menzonio und Prato-Sornico zur Gemeinde Lavizzara fusioniert. Peccia bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.

Bevölkerung

Peccia: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2003
Jahr  Einwohner
1600
  
450
1683
  
448
1719
  
322
1769
  
250
1808
  
271
1824
  
290
1836
  
294
1850
  
300
1860
  
273
1870
  
268
1880
  
267
1888
  
249
1900
  
229
1910
  
231
1920
  
209
1930
  
210
1941
  
202
1950
  
212
1960
  
244
1970
  
275
1980
  
203
1990
  
172
2000
  
171
2003
  
190
Quelle(n): Bundesamt für Statistik

Wirtschaft

Marmorsteinbruch im Valle di Peccia

Neben dem Tourismus ist der Abbau von Marmor von Bedeutung. Oberhalb von San Carlo gibt es einen Steinbruch. Ausserhalb des Gefahrenbereiches können die riesigen abgebauten Steinquader besichtigt werden. Das Flüsschen Peccia ist voller Marmorsteine. Wegen des Cristallina-Marmors hat sich eine Bildhauerschule angesiedelt, die Scuola di Scultura di Peccia.

Marmorquader am Steinbruch

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Literatur

Kunstgeschichte
Commons: Peccia – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Celestino Trezzini: San Carlo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8: Supplement. Attinger, Neuenburg 1934, S. 148 (PDF Digitalisat), abgerufen am 23. Oktober 2017.
  2. ↑ Pedrazzi, Giacomo Antonio. In: Sikart
  3. ↑ Celestino Trezzini: San Carlo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8: Supplement. Attinger, Neuenburg 1934, S. 148 (PDF Digitalisat), abgerufen am 23. Oktober 2017.
  4. ↑ Benedikt Meyer: Kahlschlag in Peccia Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 12. August 2019
  5. ↑ Patriziato di Peccia (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati/elenco-patriziati
  6. ↑ Patriziato di Peccia (italienisch) auf lavizzara.ch/it_CH/cultura-e-svago
  7. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 21. Mai 2026.
  8. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 21. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  9. ↑ Der Schweizer Marmor. Abgerufen am 18. Oktober 2022.
  10. ↑ Rezzonico Editore: Ticino Weekend - Peccia, Marmor aus dem Maggiatal. Abgerufen am 13. Januar 2021. (mit Fotos)
  11. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 238, 262, 265, 266, 267, 376, 395.
  12. ↑ Martino Signorelli: Storia della Valmaggia. Tipografia Stazione SA, Locarno 1972, S. 325, 405.