
Norbert Tyllack (* 1949 in Berlin) ist ein deutscher Holzbildhauer, der in Berlin arbeitet und wohnt.
Norbert Tyllack kam in der Werkstatt seines Vaters Georg Tyllack schon früh mit der Holzbildhauerei in Berührung. Nach dem Schulabschluss samt Abitur absolvierte er in der Werkstatt des Vaters die Lehre als Holzbildhauer. Er arbeitete dann mit diesem zusammen und war an der Ausführung größerer Aufträge beteiligt. An der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bildete sich Norbert Tyllack in der Fachrichtung Plastik in der Klasse von Hans Kies im Abendstudium künstlerisch weiter. Im Jahr 1974 wurde Norbert Tyllack Holzbildhauer-Meister. Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm Norbert Tyllack zum 1. Februar 1976 die Lichtenberger Werkstatt. Er führte die künstlerische und kunsthandwerkliche Holzgestaltung mit Skulpturen, Reliefs, Kirchen- und Grabmalskunst fort, erweitert um modernes Holzdesign für den Innenbereich.
Seine Arbeiten entstehen immer in der ursprünglichen Art des Schnitzens in Handarbeit mit traditionellen Werkzeugen. In letzter Zeit schuf Tyllack vermehrt abstrakte Skulpturen und Objekte, bei denen die Form bzw. das Design im Vordergrund stehen, wobei er großen Wert auf die perfekte handwerkliche Ausführung legt.
Norbert Tyllack ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wird seine Tätigkeit als Holzbildhauer in der Hubertusstraße beenden und sein Werkstattatelier auflösen. Damit endet dann eine mehr als 90-jährige Tradition in Berlin-Lichtenberg.
Norbert Tyllack fertigt neben Skulpturen, Reliefs oder Holzwandschmuck (modern-abstrakt oder traditionell-realistisch) auch Ausstattungen für Kirchengemeinden sowie für Friedhofskapellen und Feierhallen. Außerdem führt er Restaurierungen oder Nachbauten in historischen Arbeitstechniken aus.
Im Zeitraum Ende der 1980er Jahre bis in die 1990er Jahre arbeitete Tyllack mit den Werkstätten der Berliner Staatstheater zusammen. Es entstanden kunsthandwerklich gefertigte Ausstattungsstücke für Theater- und Operninszenierungen in Kooperation mit den Bühnenbildnern, beispielsweise der Thronsessel für die Opernaufführung Aida.
Für den öffentlichen Raum in Berlin und für offene Kirchen fertigte Norbert Tyllack unter anderem folgende Werke (mit ihren Erstellungsjahren):
| Jahr | was | Standort | Detailinformationen, ggf. Bild |
|---|---|---|---|
| 1968/1969 | Mitarbeit in der Werkstatt des Vaters | Ermelerhaus in Berlin-Mitte | Neuanfertigungen und Ergänzungen der Tür- und Wandornamentik im umgesetzten historischen Bürgerhaus |
| 1974/1975 | Fertig-Gestaltung des Indianer-Abenteuerspielplatzes | Schlosspark Biesdorf | Insbesondere beendete Norbert Tyllack die zentrale über 2,5 m hohe Holzskulptur und schuf eigenständig eine weitere große Figur, ein Totem. Die große Indianerfigur wurde Ende der 1980er Jahre von ihm grundlegend restauriert. – Nach Beseitigung des Spielplatzes um das Jahr 2004 wegen Altersschwäche der Holzelemente und aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen wurde der Indianer auf den Boschpoler Platz umgesetzt, auf dem es einen anderen Spielplatz mit Kletterelementen gab. – Einer der beiden großen Köpfe wurde gestohlen; der endgültige Verbleib der Indianerfigur und des anderen Kopfes ist nicht geklärt. |
| 1975 | Grabkreuz | für das Familiengrab auf dem St. Pius-Friedhof | |
| 1970er Jahre | figürliches Grabmal | St. Pius-Friedhof | |
| 1985/1986 | Nacharbeit von Möbeln sowie Ausstattungsrestaurierungen | Deutsche Staatsoper Berlin | Außerdem erledigte er Schnitzarbeiten an Möbeln der dortigen Konditorei. |
| 1987 | Krümmlinge für Handläufe der großen Freitreppe | im Grand Hotel Berlin in der Friedrichstraße (heute The Westin Grand Berlin) | Anfertigung der dreidimensional geschwungenen Übergangsbauteile, die für die Richtungsänderungen oder Windungen der Handläufe einer Treppe notwendig sind |
| 1987 | Wandornamente, geschnitzte Girlanden | in dem zum Grand-Hotel gehörenden Café Bauer | |
| 1987/1988 | geschnitzte ornamentale Architekturteile | Grisebach-Villa | |
| 1991 | Figur des knieenden Knaben | Zentralfriedhof Friedrichsfelde | |
| 1996 | barocker Taufengel | Niederlausitzer Dorfkirche Dollenchen | Restaurierungs- und Ergänzungsarbeiten am Taufengel |
| 1997 | Pyramidenfiguren | Frankfurter Tor in Berlin, Weihnachtsmarkt | Neuanfertigung Nach dem Mauerfall gab es Bestrebungen, die Einkaufsmeilen in Ost-Berlin in der Weihnachtszeit attraktiver zu machen. In den 1990er-Jahren gestalteten lokale Händlergemeinschaften und private Betreiber entlang der Karl-Marx-Allee und direkt am Frankfurter Tor kleinere, dezentrale Weihnachtsinseln. – Im Dezember 1997 machten betrunkene Randalierer Schlagzeilen, als sie nachts auf die Pyramide kletterten, um die großen, handgeschnitzten Holzfiguren gewaltsam zu entwenden und teilweise zu zerstören. Wegen der wiederholten Sachbeschädigungen, wegen des hohen Vandalismusrisikos und der extrem windigen Lage direkt auf der Kreuzung Frankfurter Tor wurde in den Folgejahren dort keine Pyramide mehr aufgestellt. |
| Ende 1990er Jahre | Schnitzereien | am Elefantentor des Berliner Zoos | Erneuerung von Teilen |
| 2000er Jahre | Souffleurmuschel | für spezielle Inszenierungen im Deutschen Theater | |
| nach 2000 | Krippenfiguren | Krankenhauskapelle Weißensee | Wegen Diebstahl zweier Figuren der Weihnachtskrippe schnitzte Norbert Tyllack diese Figuren nach. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tyllack, Norbert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Holzbildhauer |
| GEBURTSDATUM | 1949 |
| GEBURTSORT | Berlin |