| Nyassia | ||
|---|---|---|
|
| ||
| Koordinaten | 12° 29′ N, 16° 22′ W | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Senegal | |
| Region | Ziguinchor | |
| Département | Ziguinchor | |
| ISO 3166-2 | SN-ZG | |
| Arrondissement | Nyassia | |
| Höhe | 8 m | |
| Fläche | 245,3 km² | |
| Einwohner | 5669 (2023) | |
| Dichte | 23,1 Ew./km² | |
Nyassia ist eine Gemeinde (commune) im Département Ziguinchor der Region Ziguinchor, gelegen im Südwesten Senegals. Sie ist Sitz der Präfektur des Arrondissement de Nyassia und besteht aus dem namensgebenden Hauptort (chef-lieu) sowie weiteren Dörfern (villages) und Weilern (hameaux).
Die Gemeindegebiet von Nyassia liegt im Westen der Casamance und im südlichen Hinterland des breiten Casamance-Stromes. Es erstreckt sich 26 Kilometer weit entlang der wie mit dem Lineal gezogenen Grenze zwischen Guinea-Bissau und Senegal. Im Westen folgt die Gemeindegrenze dem Kamobeul Bôlon, der sich von der Grenze des Nachbarlandes bis zu dem großen Strom im Norden durch die flache Landschaft schlängelt. Und im Norden folgt die Gemeindegrenze weitgehend den mäandrierenden Schleifen eines Bolongs, der von dem Kamobeul Bôlon nach Osten abzweigt. Sie schließt aber auf jeden Fall das Dorf Darsalam im Nordosten mit ein. Diese beiden Bolongs unterliegen dem Gezeitenstrom des Atlantik, der von der über 45 Kilometer entfernten Mündung des Casamance-Stromes ausgeht, kilometerweit durch die flachen Uferzonen der beiden Gewässer hin- und herflutet und sie mit vielen Verzweigungen ausgewaschen hat, eingebettet in eine amphibische und unwegsame Watt- und Mangrovenlandschaft.
Der Hauptort Nyassia liegt langgestreckt im Norden des Gemeindegebietes, nahe der feuchten Niederung, die den Bolong an der Nordgrenze begleitet. Der Hauptort liegt 16 Kilometer südwestlich der Départementspräfektur Ziguinchor auf 8 m Meereshöhe und 271 Kilometer südlich der Hauptstadt Dakar. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 245,30 km². Benachbarte Kommunen sind im Uhrzeigersinn Santhiaba Manjacque und Oukout im Westen, Enampore und Niaguis im Norden und im Osten Boutoupa-Camaracounda.

Wegen der Nähe der Grenze zwischen Guinea-Bissau und Senegal hatten die Dörfer im Gemeindegebiet unter dem bewaffneten Casamance-Konflikt in den 1990er und 2000er Jahren besonders schwer zu leiden. Die Kämpfe hatten eine anhaltende Vertreibung der Bevölkerung zur Folge sowie Zerstörung und den Verlust von Produktionsanlagen. Straßen und Deiche verfielen, Landbewirtschaftung war vielfach unmöglich, Handelswege waren unterbrochen. Die Vertreibung insbesondere junger Menschen hatte die Vitalität der ländlichen Gemeinschaft zum Erliegen gebracht.
Die Bevölkerung von 21 der 25 Dörfer der Gemeinde war von Vertreibung betroffen. Vier der Dörfer wurden nicht vollständig entvölkert und in elf Dörfer begannen die Vertriebenen erst um 2010 in ihre Heimat zurückzukehren, während sechs Dörfer vollständig verlassen blieben (Bouhouyou, Badème, Mahamouda, Bougnack, Kassou Sénégal und Kourin).
Ein Massaker im Wald von Bourofaye im Osten der Gemeinde Nyassia und südlich von Ziguinchor am 6. Januar 2018, als 14 Holzfäller beim illegalen Einsammeln von Brennholz ermordet worden waren, hatte die gute Entwicklung der Sicherheitslage nach dem Ende des bewaffneten Konfliktes noch einmal zurückgeworfen. Als Hintergrund der Bluttat wurden grenzüberschreitende Aktivitäten einer „Holzmafia“ vermutet, die sich durch illegale Abholzungen bei der Bevölkerung unbeliebt machte, zumal Heilige Wälder in den traditionellen religiösen Riten wie Kankurang oder Boukout eine wichtige Rolle spielen.
Das Dorf Nyassia war seit 1972 Hauptort einer Landgemeinde (communauté rurale) und die erhielt 2014 mit allen Landgemeinden Senegals den Status einer Gemeinde (Commune). Zugleich war Nyassia als Sitz der Unterpräfektur des Arrondissement de Nyassia Hauptort einer Gruppe von zwei Landgemeinden.
Die letzten Volkszählungen ergaben für die Gemeinde jeweils folgende Einwohnerzahlen:
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1988 | 10.247 |
| 2002 | 5996 |
| 2013 | 5081 |
| 2023 | 5669 |
Nach dem Zensus von 1988 umfasste die damalige Landgemeinde Nyassia 25 Dörfer. Der Hauptort Nyassia hatte 459 Einwohner. Größtes Dorf war Kaguitte (2523 Einwohner) im Südwesten der Gemeinde gelegen, von einer Schleife des Kamobeul Bôlon auf drei Seiten geschützt. Im Jahr 2013 wurde für den Hauptort von 486 Einwohnern ausgegangen und Kaguitte zählte 1501 Einwohner. Die Gemeinde umfasste damals 24 Dörfer.
Die Nationalstraße N 6 durchquert den Norden der Gemeinde Nyassia in Ost-West-Richtung auf dem Weg von Ziguinchor über Oussouye an die Atlantikküste von Cap Skirring in der Gemeinde Diembéring. In beiden Richtungen, sowohl von Osten her als auch nach Westen, muss die N6 die amphibischen Watt- und Mangrovenlandschaften mehrfach queren, die den Kamobeul Bôlon an der Westgrenze und seinen Nebenarm an der Nordgrenze begleiten. Den Kamobeul Bôlon muss sie über zwei 1300 und 7000 Meter lange Dämme bewältigen, verbunden mit zwei 360 und 15 Meter langen Brücken über die Hauptarme der Bolongs. Im Norden und Nordosten durchschneidet die Straße dreimal Feuchtgebiete auf Dämmen, deren Länge sich auf rund 4800 Meter summiert.