OKFOL (russisch Окфол) oder auch Okfol, ist ein hochexplosiver, militärischer Mischsprengstoff, der in den 1960er-Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde.
OKFOL besteht aus 94,5–96,5 % Oktogen (HMX), das mit 3,5–5,5 % Wachs phlegmatisiert ist. Dem Wachs ist 1 % fettlöslicher Farbstoff „Rotes C“ (Oxizin) beigemischt. Dadurch erhält OKFOL seine rosa bis hellrote Farbe. OKFOL wird als feinkristallines Pulver hergestellt, ist geruchlos, nicht hygroskopisch und praktisch wasserunlöslich. OKFOL ist nicht schmelzgießbar, es wird ver- und eingepresst. Die CE-Kennzeichnung lautet TU 7276-824-08628424/2006.
Die am meisten verbreitet Mischung OKFOL-3,5 hat ein Detonationsgeschwindigkeit von 8750 m/s bei einer Pressdichte von 1,76 g/cm³. Die Explosionswärme beträgt 5230 kJ/kg und OKFOL-3,5 hat eine thermische Beständigkeit von einer Stunde bei einer Temperatur von 200 °C. Der Verpuffungspunkt beträgt 266 °C und die Reibempfindlichkeit liegt zwischen 294 und 396 N.
OKFOL wird primär in den Hohlladungen sowjetischer und russischer Panzerabwehrhandwaffen und Panzerabwehrlenkwaffen verwendet. In den Hohlladungen wird OKFOL hinter der Metalleinlage (englisch Liner) eingepresst, um diese mit der Detonation mittels Stoßwelle zu einem Hohlladungsstachel zu formen und auf eine sehr hohe Geschwindigkeit zu beschleunigen. U. a. wird OKFOL in den Hohlladungen der Panzerabwehrhandwaffen RPG-7, RPG-22, RPG-26, RPG-27, RPG-28, RPG-29, RPG-30 sowie in den Panzerabwehrlenkwaffen 9K111 Fagot, 9K113 Konkurs und 9K120 Ataka verbaut. Daneben findet OKFOL auch als Sprengstofffüllung in Granatpatronen (Kaliber 20–125 mm) sowie in Gefechtsköpfen verschiedener Lenkflugkörper Verwendung.
OKFOL wird überwiegend in Russland, der Volksrepublik China sowie in Staaten produziert, welche russische Waffen und Munition im Lizenzbau herstellen.