Eggendorf | ||
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| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Wiener Neustadt (Land) | |
| Kfz-Kennzeichen: | WB | |
| Fläche: | 20,59 km² | |
| Koordinaten: | 47° 52′ N, 16° 19′ O | |
| Höhe: | 241 m ü. A. | |
| Einwohner: | 5.110 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 248 Einw. pro km² | |
| Postleitzahlen: | 2492, 2493, 2601, 2604 | |
| Vorwahlen: | 02622 02628 Maria Theresia | |
| Gemeindekennziffer: | 3 23 05 | |
| NUTS-Region | AT122 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Hauptplatz 1 2492 Eggendorf | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Thomas Winter (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2025) (29 Mitglieder) |
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| Lage von Eggendorf im Bezirk Wiener Neustadt (Land) | ||
Das neue Gemeindezentrum wurde im Oktober 2013 eröffnet | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Eggendorf ist eine Gemeinde mit 5110 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich.
Eggendorf liegt im Industrieviertel im nördlichen Teil des Steinfeldes. Die Südostgrenze bildet die Warme Fischa, von Süden nach Norden durchzieht der Wiener Neustädter Kanal die Gemeinde. Die Fläche der Gemeinde umfasst rund zwanzig Quadratkilometer. Davon werden mehr als die Hälfte landwirtschaftlich genutzt, fünfzehn Prozent sind bewaldet.
Eggendorf besteht aus zwei Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2023):
Ein Gemeindeteil von Eggendorf ist die Siedlung Maria Theresia (
). Sie liegt weitab angrenzend an die Gemeinden Felixdorf und Theresienfeld und hat eine eigene Postleitzahl (2601) und eine eigene Telefonvorwahl (02628).
| Felixdorf | Sollenau | Ebenfurth |
| Theresienfeld | Zillingdorf | |
| Wiener Neustadt | Lichtenwörth |
Siedlungsspuren zeigen, dass das Gebiet von Eggendorf bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Aus der Latènezeit und der Zeit der römischen Besiedlung stammen Keramikfunde.
Im 11. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Bajuwaren besiedelt. In dieser Zeit war die Leitha die Grenze, sodass Eggendorf an der Ostgrenze des Heiligen Römischen Reiches lag.
Lange Zeit galt das Ekchendorf in der Urkunde des Herzogs Friedrich aus dem Jahr 1316 als erste urkundliche Erwähnung von Eggendorf. Neuere Forschungen zeigen die erste Erwähnung im Jahr 1292.
Zum Ende des 14. Jahrhunderts gehörte Eggendorf zur Pfarre Wiener Neustadt, dann wurde sie eine eigenständige Pfarre der Diözese Salzburg. Ein Brand zerstörte 1605 die Kirche, sie wurde 1608 unter Kardinal Melchior Khlesl wieder aufgebaut. Die Pfarre wurde 1686 in die Pfarre Lichtenwörth inkorpiert. 1712 entstand sie wieder als eigene Pfarre des Bistums Wiener Neustadt.
Aus einer Mahlmühle in Obereggendorf errichtete Jakob Baron von Berchtold im Jahr 1650 die erste Papierfabrik in Niederösterreich, die später dem Salzer-Konzern angehörte. Aus einer Mühle in Untereggendorf war eine Feigenkaffee-Fabrik entstanden und daraus 1838 eine Baumwollspinnerei.
Die Technik des maschinellen Spinnens hatte John Thornton (1771–1847) aus England mitgebracht. Er hatte 1801 einen Vertrag zur Errichtung der Pottendorfer Spinnerei und ein österreichisches Privileg zur Erzeugung von Spinnmaschinen erhalten. In der Folge gründeten John und seine Brüder William, Joseph und Jonathan Thornton viele weitere Spinnereien im Industrieviertel Niederösterreichs. Als die Spinnerei in Eggendorf 1882 insolvent und die Eigentümer Thornton unauffindbar waren, sah sich der Baumwollhändler Carl Friedrich Seutter von Loetzen (1820–1892) praktisch gezwungen, statt des Entgelts für gelieferte Ware die Fabrik zu übernehmen. Seiner von ihm 1861 gegründeten Firma Seutter & Co. blieben dann viele der in Eggendorf Beschäftigten durch drei Generationen treu – darunter auch Kroaten aus dem benachbarten Ungarn (heutiges Burgenland) –, auch weil ihnen ein „Arbeitsheim“ (im Sinn einer Wohn- und Arbeitsstätte eines handwerklichen oder bäuerlichen Familienbetriebs) mit einer Siedlung, eigenem Kindergarten, Schule mit Schulmeister für die Heranwachsenden und Werkstätten für die Ausbildung der Arbeiter, zur Verfügung gestellt wurden. Die Seuttergasse in Eggendorf wurde nach ihm benannt. Noch am Tag seines Todes 1892 unterzeichnete er den Kaufvertrag zum Grundstück für den Bahnanschluss an die Pottendorfer Linie. Die Firmenleitung nach ihm übernahm sein Sohn Hermann (1863–1908), dem die Söhne Erich (1890–1965) und Herbert (1892–1969) folgten. Ihnen wurde 1958 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Eggendorf verliehen. In der Wirtschaftskrise der 1920er-Jahre gelang es ihnen 1924/1925, den Konkurs des Geschäftspartners Borckenstein mit einem Dollarkredit abzuwenden. Ab 1933 war dann Seutter & Co. Mehrheitseigentümer der in eine Aktiengesellschaft umgewandelten Firma G. Borckenstein & Sohn. Unter der Leitung der Firma durch Erichs Schwiegersöhne Hauser und Keller wurde Seutter & Co. 1979 mit der Firma Borckenstein verschmolzen. Diese wurde im Jahr 2000 in Borckenstein AG umbenannt. 2003 wurde die Fabrik in Eggendorf geschlossen und 2009 komplett geschleift. Am Areal befindet sich heute das 2013 eröffnete Gemeindezentrum von Eggendorf.
Die erste Betriebsfeuerwehr in Niederösterreich befand sich möglicherweise in Eggendorf. Sie wurde schon um 1869 erwähnt und könnte der Papierfabrik Salzer und Hetzer in Obereggendorf oder der Baumwollspinnerei Thornton (später Seutter & Co.) in Untereggendorf zugehört haben. 1899 gab es Fabriksfeuerwehren in Ober- und in Untereggendorf, denn beide hatten geholfen den Brand der Spinnfabrik in Nadelburg bei Lichtenwörth zu bekämpfen.
Im Jahr 1854 wurde die Gemeinde Eggendorf bestehend aus 72 Häusern und 654 Einwohnern gegründet.
| Eggendorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 1.020 | |||
| 1880 | 1.022 | |||
| 1890 | 1.142 | |||
| 1900 | 1.348 | |||
| 1910 | 1.875 | |||
| 1923 | 2.007 | |||
| 1934 | 1.753 | |||
| 1939 | 1.682 | |||
| 1951 | 1.549 | |||
| 1961 | 1.500 | |||
| 1971 | 1.791 | |||
| 1981 | 2.723 | |||
| 1991 | 3.459 | |||
| 2001 | 4.085 | |||
| 2011 | 4.508 | |||
| 2021 | 5.057 | |||
| 2026 | 5.110 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1. Jänner 2021 | ||||
Nach den Daten der Volkszählung 2001 pwaren 58,0 % der Einwohner römisch-katholisch und 4,4 % evangelisch. 7,0 % waren Muslime, 2,9 % gehörten orthodoxen Kirchen an. 25,2 % der Bevölkerung hatten kein religiöses Bekenntnis.

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 117, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 37. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1905. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,71 %.
Die landwirtschaftlich genutzte Fläche nahm von 1999 bis 2010 um mehr als dreißig Prozent ab. Von den 254 Erwerbstätigen des Produktionssektors arbeiteten fast sechzig Prozent im Baugewerbe und vierzig Prozent im Bereich Herstellung von Waren. Jeweils ein Drittel der Angestellten des Dienstleistungssektors waren in den Bereichen Handel und soziale und öffentliche Dienste beschäftigt.
| Wirtschaftssektor | Anzahl Betriebe | Erwerbstätige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2001 | 2011 | 2001 | |
| Land- und Forstwirtschaft 1) | 26 | 37 | 13 | 17 |
| Produktion | 41 | 36 | 254 | 293 |
| Dienstleistung | 156 | 81 | 313 | 235 |
1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Im Jahr 2011 lebten rund 1900 Erwerbstätige in Eggendorf. Davon arbeiteten 200 in der Gemeinde, fast neunzig Prozent pendelten aus.
Am westlichen Gemeinderand zwischen Wiener Neustädter Kanal und Theresienfeld besteht der ABC- und Katastrophenhilfeübungsplatz Tritolwerk des Bundesheeres.

Der Gemeinderat hat 29 Mitglieder (seit dem Jahr 2025). Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen:
Ortsrichter, Ortsvorsteher und Bürgermeister seit 1817 waren:

Blasonierung (Wappenbeschreibung):