Oberleiterbach
Oberleiterbach St. Laurentius
Oberleiterbach (bambergisch : (Öhba)läddäboch ) ist ein Gemeindeteil des Marktes Zapfendorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern . Die Gemarkung Oberleiterbach hat eine Fläche von 4,559 km². Sie ist in 707 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6448 m² haben.
Oberleiterbach ist seit 2016 das erste und einzige Bioenergiedorf im Landkreis Bamberg und Träger des Bürgerenergiepreises Oberfranken.
Oberleiterbach wurde im Jahr 1977 „Bundesgolddorf“. Im Jahr 2016 errang der Ort im Dorfwettbewerb Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden Gold auf Kreisebene und am 18. Juli 2017 die Goldmedaille auf Bezirksebene.
Geschichte
Die michelsbergischen Klosterhöfe „Leiderbach“ (heute Laurentiusring 4 und 8) wurden erstmals 1221 erwähnt. Der Name Oberleiterbach tauchte 1323 erstmals in den Geschichtsbüchern auf. Um 1498 lebten im Ort etwa 200 Einwohner. Im Dreißigjährigen Krieg wurde mehr als die Hälfte des Dorfes zerstört.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberleiterbach aus 51 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Lichtenfels aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Lichtenfels . Grundherren waren
Im Jahre 1802 kam Oberleiterbach an das Kurfürstentum Bayern . Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1810 der Steuerdistrikt Oberleiterbach gebildet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Oberleiterbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lichtenfels zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenfels . 1841 erfolgte der Wechsel zum Landgericht Scheßlitz und dem Rentamt Scheßlitz . Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und das Rentamt Rattelsdorf für die Finanzverwaltung, bis 1866 das Rentamt Staffelstein neu gebildet wurde (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land ). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels ). Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,573 km².
Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Oberleiterbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Zapfendorf eingemeindet.
Baudenkmäler
In Oberleiterbach gibt es 25 Baudenkmäler :
Einsiedler-Ivo-Straße 1: ehemaliges Schulhaus
Einsiedler-Ivo-Straße 2, 4, 6; Kleukheimer Straße 2; Laurentiusring 4, 15, 18; Leuchtersbrunnen 7: Bauernhäuser
Einsiedler-Ivo-Straße 3, 5, 8; Kleukheimer Straße 1; Laurentiusring 16: Wohnstallhäuser
Laurentiusring 2: St. Laurentius mit Friedhofsummauerung und Portal
Laurentiusring 3: Wohnstallhaus, Remise und Stadel eines Bauernhofes
Laurentiusring 10: Wohnhaus
Laurentiusring 12: Schulhaus
Reuthloser Straße 1: Wohnstallhaus, Remise und Fachwerkstadel eines Bauernhofes
Reuthloser Straße 2: Ehemaliger Brauereigasthof Schneider, Fachwerkstadel
Schloßstraße 19: Stadel
Kreuzigungsgruppe
Kruzifix
zwei Bildstöcke
Sandsteinfigur Heiliger Johann Nepomuk
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Oberleiterbach gibt es drei Bodendenkmäler .
Einwohnerentwicklung
Jahr
1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905
Einwohner
270 292 286 277 273 292 287 290 304 286 275 268 270 272
Häuser
52 54 54 72 54
Quelle
Jahr
1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 1999 2010 2024
Einwohner
289 293 268 249 231 423 354 342 242 245 253 264 267 260
Häuser
51 49 51 68
Quelle
Vereine
Oberleiterbach hat ein sehr aktives Vereinsleben. Die Freiwillige Feuerwehr , gegründet 1901, sorgt für Brandschutz und die allgemeine Hilfe und ist auch der Ausrichter der Kirchweih rund um den ersten Sonntag im September. Im Jahr 2013 wurde ein neues Feuerwehrhaus zur Benutzung übergeben. Im Jahr 2027 wird das erste Feuerwehrfahrzeug in der Geschichte der Wehr in Dienst gestellt. Es handelt sich dabei um ein GW-TS (Gerätewagen Tragkraftspritze) auf Basis eines Ford Rangers.
Weitere Vereine sind der Soldaten- und Kameradschaftsverein, der im Jahr 2026 sein 100-jähriges Bestehen feiert, und der Gartenbauverein. Ehemalige Vereine sind der Stammtisch Klein Hollywood und der Dart Club Red Rebels.
Sonstiges
Das Dorffest (Ausrichter: Soldaten- und Kameradschaftsverein zusammen mit dem Gartenbauverein) findet jeweils an Mariä Himmelfahrt auf dem Platz zwischen Gemeinschaftshaus und Spielplatz und die Kirchweih rund um den ersten Sonntag im September statt (Ausrichter: Freiwillige Feuerwehr).
Literatur
Johann Kaspar Bundschuh : Oberleiterbach . In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken . Band 4 : Ni–R . Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301 , OCLC 833753101 , Sp. 190 ( Digitalisat ).
Dorothea Fastnacht : Staffelstein: Ehemaliger Landkreis Staffelstein (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken . Band 5 ). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, DNB 986642908 , S. 215– 218 .
Karl-Ludwig Lippert : Landkreis Staffelstein (= Bayerische Kunstdenkmale . Band 28 ). Deutscher Kunstverlag, München 1968, DNB 457441232 , S. 164– 169 .
Hildegard Weiß : Lichtenfels-Staffelstein (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken . I, 7). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1959, DNB 455437866 ( Digitalisat ).
Einzelnachweise
1 2 Gemarkung Oberleiterbach (092245). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 9. Dezember 2025 .
1 2 3 4 Zahlen, Daten, Fakten > Einwohnerentwicklung. In: zapfendorf.de. Abgerufen am 10. Dezember 2025 .
↑ D. Fastnacht: Staffelstein , S. 215. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: (ȭbɐ)lädɐbǫx .
↑ Markt Zapfendorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 25. Dezember 2024.
↑ Webkarte. ALKIS® -Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas . LDBV , abgerufen am 9. Dezember 2025 .
↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung . In: BayernAtlas . LDBV , abgerufen am 10. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen gemessener Luftlinie ).
↑ D. Fastnacht: Staffelstein , S. 215.
1 2 H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein , S. 92.
1 2 H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein , S. 163.
1 2 3 Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) : Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961 . Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959 , OCLC 230947413 , Abschnitt II, Sp. 735 ( Digitalisat ).
↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.) : Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980 . C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7 , S. 575 .
↑ Zapfendorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie , abgerufen am 10. Dezember 2025 .
1 2 Denkmalliste für Zapfendorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
1 2 Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) : Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns . Heft 192). München 1954, DNB 451478568 , OCLC 311071516 , S. 157 , urn : nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 ( Digitalisat ).
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↑
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↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.) : Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131 , Abschnitt III, Sp. 1065 ( Digitalisat ).
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↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) : Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950 . Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975 , OCLC 183218794 , Abschnitt II, Sp. 1000 ( Digitalisat ).
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↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.) : Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987 . Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X , OCLC 231287364 , S. 292 ( Digitalisat ).
↑ Dorffest Oberleiterbach , Markt Zapfendorf, abgerufen am 22. August 2023