Unterleiterbach
Geschichte
Der Ort wurde im Jahre 796 erstmals urkundlich erwähnt. Damals wurden dem Kloster Fulda Güter geschenkt. Eine Kirche bestand schon 1346. Im Jahre 1500 kam die Valentin-Kapelle hinzu. Zwischen 1738 und 1740 wurde eine neue Kapelle nach den Plänen von Johann Jakob Michael Küchel errichtet.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Unterleiterbach mit der Weihersmühle aus 50 Anwesen. Das Hochgericht übten die Grafen von Brockdorff zu Schney und Unterleiterbach im begrenzten Umfang aus, sie hatten gegebenenfalls an das bambergische Centamt Zapfendorf auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übten die Grafen von Brockdorff aus. Grundherren waren
die Grafen von Brockdorff: 1 Schloss mit Wirtschaftshof, 4 Höfe, 4 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 11 Sölden , 1 Gut, 6 Tropfhäuser , 1 Schulhaus, 1 Mühle;
die Pfarrei Ebensfeld : 2 Sölden, 1 Gütlein, 3 Häuser, 1 Wirtshaus mit Brauhaus;
die Freiherren von Guttenberg zu Kirchlauter : 2 Sölden, 2 Gütlein, 1 Haus, 2 Tropfhäuser;
die Bamberger Patrizierfamilie Zollner vom Brand : 4 Gütlein;
die Gemeinde: 1 Haus.
Im Jahre 1802 kam Unterleiterbach an das Kurfürstentum Bayern . Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1810 der Steuerdistrikt Unterleiterbach gebildet, zu dem Weihersmühle gehörte. 1818 entstand die Ruralgemeinde Unterleiterbach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lichtenfels zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenfels . Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und das Rentamt Rattelsdorf für die Finanzverwaltung, bis 1866 das Rentamt Staffelstein neu gebildet wurde (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land ). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels ). Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 3,334 km².
Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Unterleiterbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Zapfendorf eingemeindet.
Baudenkmäler
In Unterleiterbach gibt es 18 Baudenkmäler :
Kellergasse 1: Wohnstallhaus und Fachwerkstadel eines Winkelgehöfts, Kreuzigungsgruppe
Kellergasse 9, Maßdorfer Straße 1, Reifengarten 5, Sankt-Magdalenen-Weg 2, Schloßstraße 19, 20 und 21: Bauernhäuser
Maßdorfer Straße 7: Schulhaus
Maßdorfer Straße 9: St. Maria Magdalena
Michael-Küchel-Straße 6: Valentinikapelle
Sankt-Magdalenen-Weg 1: Wohnhaus
Sankt-Magdalenen-Weg 4: Ehemaliges Verwalterhaus des Schlosses
Schloßstraße 1: Schloss Unterleiterbach
Schloßstraße 19: Stadel
Zwei Kreuzsteine, zwei Kruzifixe
Dorfbrunnen
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Unterleiterbach gibt es vier Bodendenkmäler , darunter:
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Unterleiterbach
Jahr
1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner
359 360 375 386 401 389 396 384 402 391 374 396 390 407 389 387 383 402 405 525 477 469 461 517
Häuser
58 71 78 72 73 74 77 92
Quelle
Ort Unterleiterbach
Jahr
00 181800 186100 187100 188500 190000 192500 195000 196100 197000 198700 199900 201000 2024
Einwohner
350 391 390 383 380 378 464 455 510 524 * 635 * 608 * 556
Häuser
57 77 72 73 76 91 138
Quelle
Religion
Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Bis zum Jahr 2006 gehörte Unterleiterbach zur Pfarrei Ebensfeld . Mit Gründung der neuen Seelsorgebezirke entschieden sich die Gläubigen der Filiale Unterleiterbach zur Umpfarrung in die Pfarrei Zapfendorf , da sie auch politisch zur Gemeinde Zapfendorf gehören.
Verkehr
Eine Fußgängerfähre über den Main bestand in Unterleiterbach mindestens seit dem 17. Jahrhundert. Fuhrwerke benutzten eine Furt , die nach einer Mainkorrektur 1896 nicht mehr genutzt werden konnte. In der Folge errichtete die Gemeinde 1897 eine Holzbrücke, die aber wegen der Mainhochwässer im Winterhalbjahr abgebaut wurde. Eine feste Brücke entstand schließlich 1913/1914 bei Mainkilometer 415 nach einem Entwurf von Friedrich von Emperger mit einer Spannweite von 53 Metern. Es war eine massive Bogenbrücke , bestehend aus durch Beton umschnürtes Gusseisen , mit einer angehängten Fahrbahn. Die Mainbrücke wurde im Zweiten Weltkrieg leicht beschädigt und 1984 für einen Ersatzneubau gesprengt.
An der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt wurde der Betriebsbahnhof Unterleiterbach errichtet.
Literatur
Dietmar Absch, Günter Dippold: Dorf-Leben. Politik, Glaube und Kultur im Wandel. 1200 Jahre Unterleiterbach . Unterleiterbach 2000 (Inhalt ; PDF; 134 kB); darin u. a:
Thomas Gunzelmann: Ein erhaltener Abschnitt einer fürstbischöflich-bambergischen Chaussee bei Unterleiterbach , S. 176–178 (PDF )
Thomas Gunzelmann: Die Unterleiterbacher Mainbrücke. Ein verschwundenes Technikdenkmal am Obermain , S. 179–186 (PDF )
Johann Kaspar Bundschuh : Laiterbach . In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken . Band 3 : I–Ne . Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301 , OCLC 833753092 , Sp. 257–258 ( Digitalisat ).
Johann Kaspar Bundschuh : Letter . In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken . Band 3 : I–Ne . Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301 , OCLC 833753092 , Sp. 333 ( Digitalisat ).
Johann Kaspar Bundschuh : Unterleiterbach . In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken . Band 5 : S–U . Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328 , OCLC 833753112 , Sp. 635 ( Digitalisat ).
Dorothea Fastnacht : Staffelstein: Ehemaliger Landkreis Staffelstein (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken . Band 5 ). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, DNB 986642908 , S. 218– 223 .
Georg Paul Hönn : Letter . In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises . Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613 , S. 35 ( Digitalisat ).
Karl-Ludwig Lippert : Landkreis Staffelstein (= Bayerische Kunstdenkmale . Band 28 ). Deutscher Kunstverlag, München 1968, DNB 457441232 , S. 265– 274 .
Hildegard Weiß : Lichtenfels-Staffelstein (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken . I, 7). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1959, DNB 455437866 ( Digitalisat ).
Einzelnachweise
1 2 3 4 Zahlen, Daten, Fakten > Einwohnerentwicklung. In: zapfendorf.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025 .
↑ D. Fastnacht: Staffelstein , S. 218. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: (ündɐ)lädɐbǫx .
↑ Markt Zapfendorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 25. Dezember 2024.
↑ Gemarkung Unterleiterbach (092316). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 9. Dezember 2025 .
↑ Webkarte. ALKIS® -Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas . LDBV , abgerufen am 9. Dezember 2025 .
↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung . In: BayernAtlas . LDBV , abgerufen am 9. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen gemessener Luftlinie ).
1 2 H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein , S. 108.
1 2 3 H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein , S. 165.
1 2 3 Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) : Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961 . Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959 , OCLC 230947413 , Abschnitt II, Sp. 736 ( Digitalisat ).
↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.) : Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982 . W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1 , S. 672 ( Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [ PDF; 41,1 MB ] ).
↑ Zapfendorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie , abgerufen am 9. Dezember 2025 .
1 2 Denkmalliste für Zapfendorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
1 2 Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) : Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns . Heft 192). München 1954, DNB 451478568 , OCLC 311071516 , S. 157 , urn : nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 ( Digitalisat ).
1 2 Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter : Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon . In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern . Band 5 . Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812 , Sp. 947 , urn : nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 ( Digitalisat ).
↑
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1 2 Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.) : Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875 . Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026 , 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1121 , urn : nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 ( Digitalisat ).
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1 2 K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.) : Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131 , Abschnitt III, Sp. 1066 ( Digitalisat ).
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1 2 Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) : Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928 . Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923 , OCLC 215857246 , Abschnitt II, Sp. 1156 ( Digitalisat ).
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↑ Thomas Gunzelmann: Die Unterleiterbacher Mainbrücke. Ein verschwundenes Technikdenkmal am Obermain , S. 179–186 (PDF )